Es ist ja in der Tat so, dass man sehr viele Dinge nicht kontrollieren kann. Besonders sehr viele wichtige Dinge. Es kann in der Tat immer ein Unfall passieren, oder irgendwas.
Als ich das hatte, hat mir geholfen, konsequent in den Moment zu kommen, indem ich aufzählte, was hier und heute alles der Fall ist: Hier und heute hab ich ein weiches Bett, einen vollen Kühlschrank, eine Wohnung, Freunde, Familie, Arbeit...
Falls von den Millionen Katastrophen, die mein Kopfkino mir vorspielt (ich hab reichlich Fantasie, was in diesen Fällen ein Nachteil ist), morgen eine passieren sollte - nun, dann werde ich mich morgen eben drum kümmern. Aber frühestens dann, wenn es passieren sollte.
In der Zwischenzeit habe ich mich darauf konzentriert, dankbar zu sein für alles Schöne und Gute, das in meinem Leben ist; und mir bewusst zu machen, dass meine komfortable Situation, die lieben Menschen in meinem Leben - dass das alles ein riesiges Geschenk ist, und nicht ein Anspruch, und ein riesen Glück, dass ich das so oft, so lange, erleben darf. Dass es nicht selbstverständlich ist.
und der Rest ist für mich, da ich gläubig bin, Gottvertrauen. Also die Idee, dass ich, in all dieser Unsicherheit und Unkontrollierbarkeit, dennoch eine Sicherheit und Geborgenheit finde.
Aber das Wichtigste ist, das Kopfkino zu unterbrechen und sich darauf zu konzentrieren, was hier und jetzt da ist.
gruss, barbara
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Ergebnis 21 bis 26 von 26
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10.01.2016, 00:23
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
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10.01.2016, 00:32
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Mir selbst hat auch eine einfache Zählnummer geholfen, den destruktiven Gedankenfluss zu unterbrechen.
Meine Therapeutin hatte mir den Tipp gegeben, bei beginnender Panikattacke von 100 - 7 rückwärts zu "rechnen, zählen".
Ich fand das erst irgendwie doof, bis ich feststellte, dass mich das erstmal mehr beschäftigte als gedacht.
Fast jedesmal kam ein anderes Ergebnis raus ...
(irgendwie normal bei Atemnot, Herzrasen und Todesahnungen ..)
so dass ich manchmal auch die Rechenmaschine bemühte ...
Also grübelte ich über die Zahlen und das Ergebnis, das andere war erstmal in den Hintergrund gerückt.
Ebenfalls habe ich mir abgewöhnt, noch nachts Nachrichten zu sehen oder gruselige Filme.
Dabei hat sich herausgestellt, dass ich sehr gerne Tierdokumentationen oder andere Dokus gucke, die mich nicht so sehr belasten.
Ganz ist das Grüblerische in mir nicht weg ...mit dem Rest lebe ich im Moment so einigermassen in Frieden.
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10.01.2016, 00:45
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Genau das kenne ich auch sehr gut. Auch ich nehme solche Situationen mit ins Bett und wenn ich nach dem Grübeln eingeschlafen bin, vorfolgen sie mich bis in meine Träume. Ein Kollege war heute komisch und abweisend: "Hab ich was falsch gemacht?" Mir ist bei der Arbeit ein kleiner, aber alltäglicher Fehler unterlaufen: "Wie konnte das passieren, was denkt der Chef jetzt von mir?" Missverständnisse mit einer Freundin: "Hoffentlich ist sie jetzt nicht sauer."
Ich sage mir meistens irgendwann selbst, dass ich mich zusammenreißen und nicht weiter drüber grübeln soll. Das klappt ganz gut, aber vielleicht auch erst, wenn ich es schon totgegrübelt habe. Keine Ahnung. Gegen die Grübelei, die das Einschlafen erschwert, helfen mir Kopfhörer und Musik sehr gut. Dann konzentriere ich mich darauf und schlafe recht schnell ein. Und am nächsten Tag ist schon gar keine Zeit mehr, darüber noch sehr lange nachzudenken
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10.01.2016, 10:04Inaktiver User
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Ich sage dazu gerne "Hefe im Kopf", denn wie Hefe gären die Gedanken mehr und mehr und mehr....

1.Übung: nimm einen Zettel und schreibe das Wort auf, was Dir als nächstes in den Sinn kommt.
Oben auf das Papier schreiben und dann: jedes Wort darunter notieren, was Dir wiederum zu dem Wort einfällt.
Bsp: Haus, (erinnert mich an), Kasten (erinnert mich an), Bierkasten(erinnert mich an), Karneval (erinnert mich an).........usw.
Du schreibst also immer das Wort auf, was Dir als nächstes zu dem Vorherigen einfällt. Und das- bis das Blatt voll ist.....
Das ist eine sogenannte Assoziationskette- und ermöglicht ein klein wenig Abstand zu dem, was mit einem geschieht, wenn sich die Gedanken nachts "selbständig" machen.
Es geht dabei nur darum, dass man mit dem Verstand erfasst, wie das zustande kommt. Und schon alleine das, wird als Gedanke nun auch im Kopf sein und kann klar machen, dass man nicht nur ausgeliefert ist-- denn unser Denken kann ja durchaus in verschiedene Richtungen gehen- oder auch gelenkt werden
Diese Übung kann man natürlich auch nachts machen, wenn die Hefe anfängt zu gären

2. sollte man sich klar machen, wie "abgefahren" so eine Situation ist.
Wir liegen im Bett- es ist warm, sicher, geborgen, nacht, gemütlich.........alles ist entspannt, locker, ruhig.......und NUR unser Kopf - schafft IN uns eine Atmosphäre als ob man sich im Krieg befindet!
Dann liegt man da- der Puls rast, wir sind innerlich aufgekratzt, ängstlich, als läge man im Schützengraben und die nächste Bombe kommt gleich geflogen.........STOP!!!-- hehe.....wir liegen aber immer noch im warmen Bettchen unter der Decke, vielleicht liegt neben uns ein schlafendes Kätzchen und zeigt uns, das dieses Kino nur in unserem Kopf abläuft...!!?
3. die Gedanken in der Nacht schlagen gerne Purzelbäume- es geht um Gedanken, die nicht zuende gedacht sind.......also- Licht an und das Konkrete aufschreiben, Wird morgen bei Tageslicht genau angesehen und durchdacht. Diese innere Aufforderung an sich und das Loslassen über das AUfschreiben kann das Thema loslassen.
4. Man kann immer nur an Eines denken- nie zwei Gedanken gleichzeitig bearbeiten- sich also zB nur auf seinen Atem konzentrieren- kann sehr hilfreich sein. Dazu das Wissen, dass wir Ruhe im Kopf wollen und keinee Großküche über unseren Schultern haben
5. ist es gut sich das alles auch einmal ganz konkret anzusehen.
Sind die Themen immer die Gleichen?
Was ist der gemeinsame Nenner bei den Gedanken?
Was ist die wirkliche Angst dabei?
Wenn es zB um Verlustangst geht, dann kann ich mich doch damit auch konkret befassen!
Wenn ich das nciht mache und lasse mich bei Ruhe davon einholen- warum wähle ich diesen Weg?
Es macht ja möglicherweise Sinn- was da nachts abläuft!??
Also nicht nur einfach "ich will es weghaben" sondern erst einmal ansehen, WAS das ist!
lg kenzia
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10.01.2016, 10:24Inaktiver User
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
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11.01.2016, 18:43Inaktiver User
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Dieser Trend ist an mir vorbeigegangen. Es gibt hier einen ganzen (langen) Strang dazu. Spaßeshalber habe ich auch den Test gemacht: ich bin hochsensibel - aber nicht mit exorbitanter Punkenanzahl. Trotzdem finde ich es interessant, denn viele Dingen, die HS ausmachen, treffen absolut auf mich zu. Ich werde mich mit dem Thema mal befassen.



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