Hallo,
ich hab mich hier auch schon durchgelesen. Das ist auch mein Problem. Ich leide unter dieser Einsamkeit nach der Trennung. Lebe alleine. War vorher in einem Familienverbund. Die Stille und das alleine sein, macht mir hin und wieder Probleme. Ich mach wirklich sehr viel, bin viel unterwegs. Hab immer den Eindruck, ich mach viel, kommt von meinen Freunden nichts zurück. Keiner fragt, und auch ich frage mich, bin ich denen nicht wichtig? Dabei fehlt mir die Nähe, Wärme und auch Geborgenheit. Frag mich immer, war läuft hier falsch? Wie komm ich aus diesem Teufelskreis raus?
Meine Kinder - keinen Kontakt
Schwester - merkt nicht - das sie mir im Moment eine Stütze sein könnte - oder will nicht.
Mutter - kein Kontakt
Freunde, sind da - aber sie haben ihr eigenes Leben
Hatte einen Freund, der gab nicht. Nahm nur. Auch das ist sowas. Alle fühlen sich bei mir wohl, sind gerne in meiner Umgebung - aber wo bleib ich?
Was tun?
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Ergebnis 1 bis 10 von 23
Thema: sich selbst genügen
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06.01.2016, 11:33
sich selbst genügen
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06.01.2016, 11:39Inaktiver User
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06.01.2016, 11:52
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06.01.2016, 12:02Inaktiver User
AW: sich selbst genügen
War es anders, als du noch eine Beziehung hattest oder fiel es dir da noch nicht so auf?
Ich habe auch noch während meiner vergangenen Beziehung festgestellt, dass am WE oft ausschließlich Familien-/Paarzeit ist. Genauso Ferientage/Urlaubstage.
Während ich es als abwechslungsreich empfand, auch und gerade am WE Zeit mit Freunden zu verbringen, hatte ich da schon die Beobachtung gemacht, dass die meisten doch lieber Zeit exklusiv mit dem Partner oder der Familie verbringen.
Also haben mein Partner und ich die meiste freie Zeit am WE auch in der Familie verbracht.
Kurios fand ich es immer, wenn man sich dann z.B. zufällig im Schwimmbad traf und fragte mich, warum man uns nicht angerufen hatte, ob man zusammen gehen könnte.
Dieses Eingraben in der eigenen Familie ist nicht meines, ich unternehme gern was mit anderen.
Nun bin ich alleinerziehend und natürlich hat sich das nicht großartig geändert.
Ich möchte ja auch nicht, dass jemand "aus Mitleid" anruft und fragt, was ich am WE vorhabe.
Ich fahre gut damit, zu Veranstaltungen zu gehen, wo ich mein Kind prima mitnehmen kann und ich auch unter Leuten bin.
Und es macht mir auch nichts aus, öfter mal querbeet im Freundeskreis nachzufragen, was am WE ansteht und dann eine Absage zu kassieren. Ich weiß ja wie es ist.
Mein Singlefreunde haben schönerweise mehr Zeit, die haben aber leider keine Kinder, so dass es für mein Kind dann auch eher langweilig wird.
Wahrscheinlich läge die Lösung darin, eine Anzeige zu starten: suche alleinerziehende Mütter für gemeinsame Ausflüge am WE.
Aber da ich momentan noch kein wirkliches Problem mit unserer Freizeitgestaltung sehe, hebe ich mir diese Idee noch auf.
Jedenfalls nehme ich es nicht persönlich, wenn Leute am WE wenig bis keine Zeit haben, ich weiß ja, dass die lieber in ihren Familien zusammenglucken.
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06.01.2016, 12:35
AW: sich selbst genügen
Ich verstehe das Problem hier gar nicht in erster Linie als Freizeitgestaltungsproblem.
Das habe ich nämlich auch nicht. Ich bin allerdings auch kein Single. Aber ich kenne es nur zu gut, mit seinen Sorgen und Wünschen nach mehr Zusammenhalt und Geselligkeit (vor allem mit Familie, hier Schwester) alleine da zu stehen. Das geht mir ganz genauso wie dir, liebe Franzdiesonnige.
Ich frage mich auch, woran das liegt, schon seit Jahrzehnten. Als mein Mann vor über 20 Jahren einen Schlaganfall hatte, meine Tochter gerade mal 4 Jahre alt war ... Keine Schwester, keine Schwägerin - niemand rief auch nur mal an bei mir.
Freunde? Viele tun so, als ob sie sich in Sorge um andere selbst vergessen würden. Aber wenn wirklich mal ein Problem auftaucht, sind sie überfordert, weil ja so sensibel, dass sie das nicht hören können. Ich empfinde das als Show um die eigene Person.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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06.01.2016, 12:45Inaktiver User
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06.01.2016, 13:18Inaktiver User
AW: sich selbst genügen
Ich hab das so verstanden, dass zwar die Familie sich nicht kümmert/sich treffen will, aber sie auch ihre Freunde meint.
Die hätten ihr eigenes Leben, sie mache viel allein und von Freunden käme nichts zurück.
Hab das so verstanden, dass sie nie zu gemeinsamen Unternehmungen eingeladen wird.
Und ihr das immer allein-etwas-machen langsam auf den Geist geht, insofern schon auch ein Freizeitproblem.
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06.01.2016, 13:27Inaktiver User
AW: sich selbst genügen
ich habe es so verstanden, dass sie es zwar ärgert und wie sie es schafft, dass sie sich selbst genügt....
also nicht die anderen ändern (geht ja eh nicht), sondern sich selbst.... genügen halt....
bin gespannt, was die te dazu schreibt....
aber ich fand die entwicklung des stranges interessant, eben weil es unterschiedlich aufgenommen wird.....
wenn es ums freizeitproblem gehen würde, wäre der strang m.e. auch im falschen forum.....
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06.01.2016, 14:29Inaktiver User
AW: sich selbst genügen
Nun - wenn das auch der Eindruck Deiner Umwelt ist- wer sollte dann auf die Idee kommen, dass Du einsam bist oder Unterstützung brauchst?
Noch dazu wirkt so ein Verhalten ja sehr aktiv und wir haben gerne im Kopf, dass sich der Aktive "nimmt".
Ganz unabhängig davon würde ich Dir empfehlen, Dir ganz bewusst Zeit zu nehmen- ganz alleine.
Du scheinst ja nur wegzurennen- wovor denn genau?
Höre doch einmal Deiner inneren Stimme zu- lass doch die Gefühle mal auftauchen- nehme sie wahr ohne sie gleich zu bewerten oder abzulehnen.
Vielleicht ist gerade die Zeit dafür und dann ist es gut, dass keiner kommt.......denn die würden Dich dort wieder wegholen
Sieh es als Chance, denn Du hast doch die Qualität in Dir, alleine zu sein und Dich dabei gut zu fühlen.
Lerne Dich selbst kennen und Du wirst froh sein, wenn Du mit Dir zusammen bist

lg kenzia
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06.01.2016, 15:38
AW: sich selbst genügen
Liebe franzi,
ich kenne Deinen "Familie zerbrochen"-Strang und finde es schade,
dass Du dort nicht weitergeschrieben hast. Keinen Kontakt zu allen
seinen Kindern zu haben sorgt für eine Art innere Leere, die nur derjenige
nachvollziehen kann, der so etwas selbst erlebt hat.
Solange Du keine Antworten auf die Fragen, die in Dir diesbezüglich
brennen, findest, wird jeglicher Aktionismus (viel machen, viel unterwegs sein)
zu einem Davonlaufen und Überlagern. Das ist allerdings meine ganz persönliche
Einschätzung Deiner Situation.
Dass Du keinen Kontakt zur Mutter hast, wusste ich nicht.
Was ist passiert?
Eine Trennung mit derart schlimmen Konsequenzen (eben die Kontaktabbrüche)
braucht vor allem ganz viel Zeit. Zeit, um zu hinterfragen und wirklich begreifen,
was eigentlich geschehen ist, was dieser Einschnitt mit Dir und den Kindern
gemacht hat. Je mehr Du verdrängt anstatt aufzuarbeiten, desto mehr entfernst
Du Dich vom Wesentlichen - nämlich von Dir selbst.
Ich sehe es ähnlich wie @kenzia ... indem Du lernst, Dich und Deine GefühleWie komm ich aus diesem Teufelskreis raus?
auszuhalten.
Es ist ein riesen Unterschied, ob Du Dinge alleine machst, weil grad niemand
sonst zur Verfügung steht (das resultiert in einem Empfinden des Mangels)
- oder ob Du ganz bewusst entscheidest, mit Dir selbst alleine sein zu wollen.
Letzteres kann eine sehr wertvolle und kontemplative Bereicherung sein, wenn
Du Dich ganz darauf einlässt. Egal, ob zuhause oder bei "einsamen" Sportarten
wie laufen, walken, schwimmen ...
Das soll jetzt natürlich keine Empfehlung für soziale Isolation sein. Aber erst,
wenn Du es selbst gut mit Dir aushältst, dann sinkt gleichzeitig die Erwartung
an die "Bringschuld" Deiner Bekanntschaften und Freundschaften. Und es nimmt
den Druck aus den Begegnungen - ganz einfach deshalb, weil Du ihn selbst nicht
mehr empfindest.
Ich kenne das, was @animosa schrieb, ebenfalls ... bei auftretenden Problemen
ist oft keiner mehr da, der zuhört oder hilft. Nicht schön, aber auch das ist das
Leben. Gerade deshalb ist es von unschätzbarem Wert, wenn man sich auf sich
selbst stützen und verlassen kann. Meine Mutter hat mir diese Art emotionaler
Autarkie vorgelebt, und ich bin ihr unendlich dankbar dafür.


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