Ich nehme aus dem Silvester-Strang die Anregung mit, hier einen Strang zu eröffnen, weil ich mich (nicht nur, weil heute Neujahr ist!) total neu sortieren muss, kurz: weil mein Selbstwertgefühl gerade völlig im Keller ist. Gründe hierfür gibt es genug:
A) Mein Privatleben ist schon seit Jahren eine Großbaustelle, weil sie Ehe eigentlich keine mehr ist, ich meinen kranken Mann aber auch nicht so einfach verlassen kann (darf? will?). Einen Ausgleich habe ich in all dieser Zeit immer im Job gehabt, d.h. dort gab es Erfolge und Anerkennung. Trotz diverser Niederlagen (Arbeitslosigkeit nach stets befristeten Verträgen) habe ich mich immer wieder aufgerappelt und bin neu durchgestartet. Dieses Muster funktioniert seit Ende 2014 nicht mehr...
B) ich bekam bis zu diesem Zeitpunkt Ende 2014 stets allerpositivste Rückmeldungen, war die beste Mitarbeiterin in der Firma, bekam Verantwortung übertragen. Da ich bis dahin immer gependelt bin, wollte ich endlich Nägel mit Köpfen machen, meine doppelte Haushaltsführung beenden, definitiv an den Arbeitsort ziehen. Als ich mich nach einem weiteren Karriereschritt erkundigte (nach all den positiven Rückmeldungen), hieß es sinngemäß: Nein, Sie nicht! Das habe ich zunächst geschluckt, aber die Entscheidung hat das ganze letzte Jahr so sehr an mir genagt, dass ich völlig am Boden bin. Da zugleich die reale Arbeitsbelastung zugenommen hat (äußere Umstände), ist mein Arbeitsumfeld (nicht eigentlich die Tätigkeit) mit nun so zuwider, dass ich keinerlei Lust habe, dort übermorgen wieder anzutreten. Mein Selbstwertgefühl ist völlig im Keller und ich mache mich unbewusst im Team sehr klein (so die Rückmeldung von Außenstehenden). Entsprechend leidet meine Arbeitsleistung zumindest teilweise.
Ich habe nun eigentlich keine Lust auf gar nichts und kann mich auch zu nichts aufraffen. Ich gebe Geld für Dinge aus, die mir dann doch keinen Spaß machen, "lebe" an zwei Orten, die mir gleichermaßen unsympathisch sind, bin nirgends zuhause und kann diese Situation auch nicht ändern. Einen neuen Job würde ich nur sehr schwer finden (zu alt, außerdem völlig überqualifiziert), ich müsste auf jeden Fall das Bundesland wechseln... Da ich keine Rückzugsmöglichkeit im Privatleben habe, ist die Situation für mich sehrsehr verfahren...
Tja, wer jetzt einen Vorschlag hat, darf den gern äußern...
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Ergebnis 1 bis 10 von 45
Thema: Total gescheitert
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01.01.2016, 12:52
Total gescheitert
Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 12:55Inaktiver User
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01.01.2016, 12:59
AW: Total gescheitert
Stimmt dein Gedanke, du seist zu alt und zu überqualifiziert für einen Wechsel wirklich?
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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01.01.2016, 13:15
AW: Total gescheitert
Hm, ob die Ehe an der (psychischen) Krankheit gescheitert ist, weiß ich wirklich nicht. Vielleicht wäre auch so alles den Bach runtergegangen... Aber dann wäre eine Trennung etwas einfacher.
Für den Jobwechsel "zu alt" bin ich vielleicht nicht, aber überqualifiziert auf jeden Fall! Es gibt mein Tätigkeitsprofil auch eher selten, bevor ich die Arbeit aufnahm, war ich mehrere Jahre arbeitslos und bekam trotz vieler Bewerbungen Absagen. Wenn ich meine realen Qualifikationen "unterschlage", habe ich deutliche Lücken im Lebenslauf. Und ich müsste tatsächlich das Bundesland wechseln, weil hier in den nächsten Jahren nichts vakant werden wird...Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 13:20Inaktiver User
AW: Total gescheitert
Warum wäre eine Trennung dann einfacher? Weil du glaubst, dass du deinen kranken Mann nicht allein lassen kannst? Wie sieht dein Mann denn eure Ehe? Weiß er, wie unglücklich du bist?
Ich kann dir versichern, dass es möglich ist, seinen psychisch erkrankten Menschen zu verlassen. Das eröffnet im besten Fall auch ihm neue Wege.
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01.01.2016, 14:03Inaktiver User
AW: Total gescheitert
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01.01.2016, 14:36
AW: Total gescheitert
Was die Krankheit meines Mannes angeht: ohne diese wäre eine Trennung einfacher, weil ich nicht weiß, wie er das verkraften würde. Ich weiß nicht, ob er merkt, dass ich unglücklich bin... Wir reden nicht wirklich miteinander, auch nicht über neutrale Sachthemen. Dass ich noch ein "Zweitleben" am anderen Ort habe, interessiert ihn überhaupt nicht...
Was meine Qualifikation angeht, halte ich mich nur aus Gründen der Anonymität etwas zurück... Ich wollte ursprünglich an einer Hochschule Karriere machen und habe alle erforderlichen Abschlüsse. Leider gibt's in meinem Fachbereich nur 2-3 Stellen bundesweit im Jahr, da habe ich beschlossen, an anderer Stelle etwas Sicheres zu suchen. Das hat vor ein paar Jahren dann geklappt - ich hoffe, dass das etwas präziser war!?Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 14:47Inaktiver User
AW: Total gescheitert
Wie der andere die Trennung verkraften wird, weiß man auch bei einem gesunden Partner vorher nicht. Und man kann einen kranken Menschen auch noch hilfloser machen, wenn man ihm abspricht, mit schwierigen Situationen umzugehen.
Ich habe immer noch nicht verstanden, was dich wirklich bei deinem Mann hält. Worin, wenn ich fragen darf, besteht eure Beziehung? Pflegst du ihn? Das wäre eine Aufgabe, die auch ein anderer Mensch übernehmen könnte. Ist dein Mann in ärztlicher Behandlung? Wenn ja, ist es die bestmögliche? Gibt es die Möglichkeit, dass anderswo für ihn gesorgt wird? Gibt es finanzielle Gründe, ihn nicht zu verlassen? Hast du Angst, er tut sich etwas an, wenn du ihn verlässt?Ich weiß nicht, ob er merkt, dass ich unglücklich bin... Wir reden nicht wirklich miteinander, auch nicht über neutrale Sachthemen.
Ich weiß nicht, um welche Krankheit es sich handelt, ich muss es auch nicht wissen. Aber ich weiß, dass keine Krankheit der Welt ein hinreichender Grund ist, bei jemandem zu bleiben, mit dem man nicht mehr leben kann, den man nicht mehr liebt, mit dem man nicht redet. Und erst recht nicht ist die Krankheit eines anderen Menschen, und sei es der Nächste, eine Ausrede dafür, das eigene Leben vor die Wand zu fahren.
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01.01.2016, 14:50
AW: Total gescheitert
Liebe Laura, "total gescheitert" bist Du ganz sicher nicht!
Auch wenn Du gerade vielleicht dieser Meinung bist. Du kannst eine Menge, hast allerhand erreicht, und ich glaube, eigentlich weißt Du das auch, oder? Trotzdem, manchmal fühlt sich alles Mist an!
Wie es scheint, hat das neue Jahr ein paar Baustellen für Dich vorbereitet. Du magst die Orte nicht, an denen Du lebst, Dir gefällt Deine Ehe nicht, und Du möchtest nicht zurück in Deine Arbeit - und außerdem fühlst Du Dich vermutlich ein bisschen allein und zuwenig gewertschätzt.
Ein gutes neues Jahr wünsche ich Dir! Welche Baustelle lässt sich denn zuerst bearbeiten?
PS: Ich bin gespannt, wie Du am 31. Dezember auf das Jahr 2016 zurückblicken wirst. Zufrieden über alles, was Du geschafft und erlebt hast, vermute ich.
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01.01.2016, 15:18
AW: Total gescheitert
Eine Trennung von meinem Mann fällt mir einerseits schwer, weil ich wirklich fürchte, dass er sich etwas antut (damit hat er in der Vergangenheit gedroht), dann aber auch, weil die Auflösung des einen Haushalts ja bedeuten müsste (?), dass ich mich definitiv am Arbeitsort niederlassen müsste - was mir aus den benannten Gründen schwerfällt, denn dieser andere Ort ist ja auch negativ besetzt (Job).
Ich war Ende 2014 ja genau an dieser Stelle so weit, mich zu trennen, um am Arbeitsort neu zu starten! Da erfuhr ich dann aber, dass ich beruflich keine Perspektive habe, was mich sehrsehr mitgenommen hat.
Über Silvester 2016 mag ich noch nicht nachdenken... Ich habe nicht so schrecklich viele Alternativen: mich an den alten Job mit allen negativen Seiten gewöhnen und das Thema Karriere streichen... Ganz woanders an einem Dritten Ort noch einmal völlig neu starten... Oder schlichtweg kündigen, um mittelfristig wieder Hartz IV zu beziehen? Alles irgendwie doof!
Natürlich habe ich ein paar Sachen erreicht und, nüchtern betrachtet, habe einen sinnvollen und unbefristeten Job, mit dem ich auch etwas Nützliches bewirke, leider aber nichts für mich... Ich muss noch 15 Jahre arbeiten und befinde mich in einer finsteren Sackgasse.Es geht immer vorwärts!


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