Ich danke Euch allen!
Vermutlich bin ich auch einfach ungeduldig und will JETZT eine Lösung, was nicht funktionieren kann, ich weiß...
Ich kriege das mit dem Studium irgendwie hin... Im Bildungsurlaub gibt es hier nichts thematisch Passendes. Vom AG freigestellt werde ich nur, wenn der AG die Notwendigkeit der Maßnahme für meine aktuelle Tätigkeit sieht - und die besteht de facto nicht, das habe ich schon vor einem Jahr probiert. Also: selbst zahlen, Freizeit opfern, evtl. bei der Steuererklärung absetzen.
Ich möchte einfach ein ZIEL haben und setze mich selbst damit unter Druck, ich weiß! Erstmal den ersten Arbeitstag im neuen Jahr angucken, vielleicht wird es ja doch nicht die totale Hölle ;-)
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Thema: Total gescheitert
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01.01.2016, 21:44
AW: Total gescheitert
Es geht immer vorwärts!
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02.01.2016, 14:11
AW: Total gescheitert
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02.01.2016, 15:52
AW: Total gescheitert
@ Marta-Agata
Danke für Dein Feedback, hast ja völlig Recht! Ich fühle mich im Moment einfach sehr klein, sehr wehrlos und eben auch wertlos. Aus dieser Position heraus an genau dieser Selbsteinschätzung zu arbeiten, fällt mir schwer. Vermutlich fiele es mir leichter, ein paar Kilo abzunehmen - die eigene Mentalität umzukrempeln --- da weiß ich nicht weiter. Ich nehme schlichtweg nur noch die negativen Urteile anderer wahr...Es geht immer vorwärts!
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02.01.2016, 16:33Inaktiver User
AW: Total gescheitert
@ Laura: falls du das noch nicht machst, könnte Tagebuch schreiben ein erster Ansatz sein. Ich habe z.B. länger ein business-Tagebuch geführt, in dem ich immer ein paar Stichpunkte eingetragen habe, z.B.: was war gut an dem Tag im Job, was war nicht so gut; was war der Auslöser des nicht-so-Guten, gäbe es Möglichkeiten, das demnächst zu vermeiden; was ist der Contingency-Plan für den Notfall etc. Mir hat die Verschriftlichung dabei geholfen, manche Dinge nicht mehr so persönlich zu nehmen. Es gibt schöne Kalendarien mit genau einer A5-Seite für jeden Tag, das war für mich das ideale Format.
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02.01.2016, 17:10
AW: Total gescheitert
Das ist eine gute Anregung! Tagebuch führe ich (wenn auch nicht sooo regelmäßig), aber das ist eher eine Abladeecke für Frust - der sich dann noch mehr einprägt. Eine Positiv/Negativliste mit entsprechenden Lösungsmöglichkeiten finde ich richtig gut. Schade, dass ich es heute nicht mehr in die Stadt schaffe. Aber gut, dass es solche Kalender jetzt zum Jahresbeginn noch gibt!
Danke für den konstruktiven Tipp!Es geht immer vorwärts!
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03.01.2016, 01:25
AW: Total gescheitert
Ich kann verstehen, dass du deinen Mann nicht verlassen möchtest, und das ehrt dich sehr, das ist das Gegenteil von Scheitern. Ich habe aber den Eindruck, dass Du sozial sehr isoliert bist. Vielleicht würde Dir ja z B eine Selbsthilfegruppe guttun. Wahrscheinlich kann in deiner unmittelbaren Umgebung niemand deine Gefühle für deinen Mann nachvollziehen
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04.01.2016, 14:06Inaktiver User
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04.01.2016, 19:06
AW: Total gescheitert
Zudem ist dieses Trotzdem-bleiben doch rein eigennützig:
Man will nicht als die dastehen, die den "armen Kranken" verlassen hat oder womöglich Schuld an seinem Suizid sein.
@Laura
Ich bin selbst psychisch krank (Depression) und hatte in den letzten 17 Jahren zwei akute Schübe, drei Langzeittherapien und eine stationäre Behandlung.
Meine erste Erkrankung trat während meiner ersten Ehe auf und die Beziehung hat kaum Schaden genommen. Meine Frau ist allerdings Profi (Krankenschwester mit Psych-Erfahrung) und wir waren uns die ganze Zeit über sicher, dass wir uns lieben. Sie konnte es fühlen und ich auch. Später haben wir uns aus anderen Gründen getrennt.
Während der zweiten Erkrankung hat sich mein damalige Freundin von mir getrennt, primär aus (berechtigter) Angst, dass ich sie in den depressiven Strudel ziehe.
Das war zwar bitter, aber letztlich richtig.
Denn wenn ich sie "angesteckt" hätte, hätte ich auch nichts mehr "von ihr gehabt" und eine Beziehung aus Mitleid hätte mich nur noch fertiger gemacht.
Zudem wäre es für mich auch nicht sehr angenehm, mit einer "emotionalen Wackelkandidatin" umgehen zu müssen.
Psychische Krankheiten sind Beziehungskiller, das ist nichts Ungewöhnliches. Es ist auch nicht verwerflich, sich von einem psychisch kranken Menschen zu trennen, wenn man den nicht mehr liebt. Es ist auch ok, sich zu trennen, obwohl man den Kranken noch liebt, wenn der Selbstschutz es gebietet.
Und wenn der Kranke sich daraufhin das Leben nimmt, dann war das allein seine Entscheidung. Du bzw. die Expartnerin trägst dafür keinerlei Verantwortung.
Zu einem selbstbestimmten Leben gehört ein selbstbestimmter Tod.
Zu Deiner Jobmalaise kann ich nicht viel sagen. Du hast halt etwas studiert, was Dich interessiert und wirst gewusst haben, dass die Jobs da nicht reich gesät sind. Aber Du wirst schon einen Platz finden, wo Du Deinen Lebensunterhalt verdienen kannst und vielleicht sogar ein bisschen Freude an dieser Arbeit haben.
Insofern sehe ich Dich absolut nullkommagarnicht total gescheitert.
Vielleicht etwas erschöpft und mutlos, aber das wird schon.
Bald werden die Tage wieder länger und die Luft wärmer.
Für das neue Jahr wünsche ich Dir Kraft, Mut und Glück!
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10.01.2016, 19:08
AW: Total gescheitert
Sorry, dass ich mich nicht gemeldet habe, aber die erste Arbeitswoche war wirklich fies... Ich habe aber mitgelesen und auch mitgedacht!
Ich denke, dass ich die Einzelprobleme vor allem auch deshalb nicht von heute lösen kann, weil ja alles irgendwie verzahnt ist.
JOB: ich lese weiterhin Stellenanzeigen und habe gestern zwei Bewerbungen geschrieben. Beide Stellen höher angesiedelt als meine aktuelle Position, beide in einem anderen Bundesland. Im einen Fall bin ich wohl absolut chancenlos, im anderen eher nicht. Ich möchte weiterhin einige Bewerbungen schreiben: wenn ich in 10% der Fälle eingeladen werde, ist das okay. Ich möchte nur sehen, ob ich noch einen Wert auf dem Arbeitsmarkt habe. Ich habe (den Vorschlag fand ich sehr gut!) angefangen, ein Arbeitstagebuch zu schreiben. Die erste Woche war Horror, weil die Feiertage über sich vieles an Arbeit angesammelt hatte und ich viele Kunden hatte. Am Mi. standen die als Gruppe auf der Matte und das war definitiv viel zu viel für mich. Die IHK ist in der Nähe meines Arbeitsplatzes, ich werde versuchen, dort einen Beratungstermin zu bekommen.
Jetzt bin ich wieder am verhassten Arbeitsort und habe den verhassten Wohnort erst am Sa. wieder an der Backe.
EHE: ich wiederhole mich, aber Ende 2014 war ich bereit, den Wohnort zu verlassen, um an den Arbeitsort zu ziehen. Eine Trennung ist für mich denkbar - ich bin nicht Mutter Theresa! - aber nur sinnvoll, wenn ich einen definitiven Cut mache und auch den Ort wechsle. Ich bin selbst psychisch nicht völlig stabil und kann vieles nachvollziehen. Seit Ende 2015 mache ich eine Psychotherapie, eben weil ich mit der Situation nicht zurechtkomme - ich bin nicht beratungsresistent 😉 ich muss einfach wieder lernen, dass ich etwas wert bin... Ein ganz bisschen zumindest...
Natürlich ist "scheitern" Definitionssache: ich habe einen Job, ich bin m.W. gesund - nur eben verdammt unglücklich. Früher hatte ich Ziele. Ich habe mehrere Jahre von Hartz IV leben müssen, da ging es mir nicht wirklich gut, aber unterm Strich deutlich besser als heute. Klingt blöd, is aber so.Es geht immer vorwärts!
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13.01.2016, 16:03
AW: Total gescheitert
Hallo!
In meinen Augen ist es nicht so, dass Du nur die negativen Urteile über Dich siehst, sondern Du bewertest sie so.
Du bist übergangen und zurückgewiesen worden und befindest Dich immer noch im Schockzustand.
Solche Karriereknicke können traumaähnliche Zustände auslösen, denn Du empfindest Dich völlig unerwartet als ganze Person herabgewürdigt.
Da ist einer, der nicht besser qualifiziert ist als Du und er bekommt diese Stelle, derer Du offenbar so sicher sein konntest, nur mit Vitamin B. Aua, das sitzt!
Bei der Schilderung Deines Problems, habe ich an der Stelle Deines Mannes einen schwarzen Fleck vor meinen Augen gesehen, als würde es den nicht geben, völlig emotionslos nahm ich die Schilderung wahr.
Und auch sonst wurde mir ganz wehmütig zumute.
Denn Du schriebst, dass Du durchaus etwas Sinnvolles für andere Menschen tust, nur für Dich nicht!
Auf welchen Säulen ist Dein Leben aufgebaut? Das sollte mehr als eine instabile Partnerschaft und ein Job sein.
Als kleiner Helfer für den Tag kannst Du Dir, sofern Du magst, in Dein Tagebuch evtl. jeden Tag 1-2 Dinge notieren, die Dir gut gelungen sind. Damit Du langsam wieder einen Blick für das Gute in Deinem Leben bekommst.
Und auch wenn Dir jetzt noch nicht nach Vorausschau ist, eine kleine Mindmap zu Zielen 2016 strukturiert Dich vielleicht etwas. Dann bist Du Dir erst einmal selbst der Halt den Du suchst.
Ich halte es in solchen Momenten mit Hans Albers: "Nach vorrrn, zurück darf kein Seemann schauen..."
Allerdings solltest Du dahin schauen wie Du es bis Ende 2014 immer wieder geschafft hast. So geht es auch diesmal, nur etwas kniffliger vielleicht! Aber drauf hast Du es ja offensichtlich!
Windweib


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