@ MartaAgata
Genau, bis dahin war alles chic, denn ich war sozusagen die ungekrönte Königin, deren Autogrammkarten der Vorgesetzte persönlich verteilt... Sicher muss ich an meiner Einstellung etwas ändern, denn von heute auf morgen finde ich definitiv nichts. Eine gewisse Zeit muss ich das also ohnehin irgendwie aushalten.
@ rodrigue
Schon klar, ich laufe nicht völlig planlos durchs Leben ;-) zusammen mit dem, was ich eben schrieb, lautet der "Plan", dass ich erstmal einerseits versuchen muss, die Situation auszuhalten, gleichzeitig aber eine bessere Position in einem anderen Bundesland suche. Ich bin dann dennoch an der Schnittstelle, dass mein Selbstvertrauen Limbo unter einem Teppich tanzt. Ich fühle mich, salopp formuliert, klein und häßlich - und wer sollte mich denn überhaupt einstellen wollen? 😢
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Thema: Total gescheitert
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01.01.2016, 17:40
AW: Total gescheitert
Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 17:56Inaktiver User
AW: Total gescheitert
Heisst das, dass du habilitiert bist? Falls nein und "nur" mit Promotion kann ich das Argument "überqualifiziert" nämlich nicht nachvollziehen.
Ich finde, du siehst die Welt recht negativ und hast dich irgendwie in die Opferecke gestellt
: der Job ist "böse", weil jemand anders dir die begehrte Aufstiegsposition weggeschnappt hat ( was dir in jedem anderen Job auch hätte passieren können, denn meist schlägt Vitamin B die tatsächliche Qualifizierung um Längen); die Beziehung ist "böse", weil du nicht davon loskommst etc.
Positiv ist aber doch, dass du grundsätzlich beruflich etabliert bist und jetzt alle Zeit der Welt hast, dich auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen. Mag sein, dass das nicht von heute auf morgen geht (such dazu doch mal im Forum "Rund um die Bewerbung" nach einem Strang mit dem Titel "Bin ich doch keine Gute?" - die Beharrlichkeit dieser TE könnte dir vielleicht als Inspiration dienen). Aber mit Attributen wie "überqualifiziert" und "zu alt" baust du dir mentale Scheuklappen, die dich am Ende auch nicht weiterbringen.
Was die Beziehung angeht: klar sollte man als Paar füreinander einstehen, aber wenn du das Gefühl hast, alles Menschenmögliche getan zu haben, und es trotzdem nicht "voran" geht, ist da irgendwann auch einfach mal Feierabend. Schlussendlich ist dein Partner auch für sich selbst verantwortlich, krank oder nicht.Geändert von Inaktiver User (01.01.2016 um 18:03 Uhr)
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01.01.2016, 18:05
AW: Total gescheitert
@ Aeryn Sun
Das WEISS ich rational auch, aber das FÜHLE ich nicht. Und da kann mir mein Vorgesetzter auch hundertmal sagen, ich sei gut - ich GLAUBE und FÜHLE es nicht. Klar siegt Vitamin B, klar hab ich das rational kapiert. Dennoch kriege ich die Ratio nicht in meine Gefühle.
Und: dann bin ich Deiner Definition nach tatsächlich überqualifiziert, weil nicht "nur" promoviert...
Ich sehe mich nicht im engeren Sinn als Opfer, oder besser: ich bin das Opfer meiner selbst, weil ich aus meiner emotionalen Selbstwertfalle nicht herausfinde. Insofern stimmt das mit der Opferrolle...Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 18:14Inaktiver User
AW: Total gescheitert
Das Kürzel "PD" für Privatdozent sehe ich häufig bei Geschäftsführern kleiner bis mittlerer Firmen. Da scheint es kein Zeichen für Überqualifizierung zu sein. Wenn du dir das grundsätzlich vorstellen kannst, würde ich a) einen Crashkurs in BWL oder einen Geschäftsführerkurs bei der IHK machen und b) proaktiv mit ein paar seriösen executive search-Firmen Kontakt aufnehmen. Man muss nämlich nicht immer warten, bis man vom Headhunter "gefunden" wird. Es gibt in fast alken Bundesländern z.B diverse landeseigene GmbHs, die ihren Frauenanteil in der Führungsetage erhöhen sollen/müssen. Wenn du dir das vorstellen kannst, würde ich dir empfehlen, gezielt in diese Richtung zu suchen. Ich kenne das Feld ein bisschen (bin keine Headhunterin!), wenn du magst, können wir uns per PN austauschen.
Ein weiterer Punkt wäre das Arbeiten an Vitamin B. Wie ist es um dein berufliches Netzwerk bestellt? Gibt es vllt. ehemalige Kollegen, die dir Tips über bald freiwerdende Stellen geben können? Könnte es sich vielleicht lohnen, dein Netzwerk gezielt zu erweitern?
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01.01.2016, 18:39
AW: Total gescheitert
@ Aery Sun
Ich bin im ÖD, da läuft alles über Ausschreibungen und/oder Vitamin B. Über frei werdende Stellen informieren entsprechende Portale, was in meinem Bundesland läuft, durchblicke ich gut. Regional ist mein Netzwerk ziemlich gut, ich werde auch fachlich geschätzt - überregional ist es schwierig, Kontakte zu knüpfen. Einen Crashkurs BWL erstrebe ich schon länger. Aktuell fehlt mir wg. der (politisch bedingten) Arbeitsbelastung die Zeit, ich denke, dass ich das ab März/April umsetzen könnte. Evtl. als Fernstudium, weil es in meinem Bundesland nur wenige Angebote gibt, d.h. kein Ballungszentrum weit und breit, nur Landschaft ;-) Hättest Du einen Tipp, wie und wo so etwas geht? Die IHK wäre eine Möglichkeit, wenn ich das recht verstehe?Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 18:53Inaktiver User
AW: Total gescheitert
Die IHK bietet primär diese GmbH-Geschäftsführerkurse an. Für Crashkurse in BWL/Business Administration fallen mir spontan die Haufe-Akademie sowie die TÜV-Akademie ein, ils könnte das auch haben; manche Fachhochschulen bieten auch so was an. Es gibt entweder ein- oder zweiwöchige Blockkurse, oder das ganze ist ein mehrere Teile a 2 Tage aufgeteilt. Für ein berufsbegleitendes Master-Studium musst du mindestens 1,5 Jahre rechnen (eher zwei). Dafür beschäftigt man sich aber auch intensiver mit der Materie.
Was das überregionale Netzwerk angeht: könntest du nicht in einem überregionalen thematischen Fachverband mitarbeiten?
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01.01.2016, 19:38
AW: Total gescheitert
@ Aeryn Sun,
Habe inzwischen auch ein wenig recherchiert und einen berufsbegleitenden Studiengang in der Landeshauptstadt gefunden, der auch eher auf den ÖD zugeschnitten ist, das muss ich in Ruhe anschauen. Wegen der weiten Fahrstrecken in einem Flächenland müsste ich schauen, ob das geht. Evtl. bietet auch die Uni an meinem Wohnort was.
Thematische und überregionale Fachverbände kenne ich aus Unizeiten, aber die helfen mir nicht. Ansonsten ist alles auf Landesebene ausgerichtet, und da kenn ich alle(s). Alle Stellen besetzt, alle erst in diversen Jahren freiwerdend... Wenn da nicht jemand vorzeitig ausscheidet, passiert nix mehr, was für mich interessant ist :-(Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 19:58
AW: Total gescheitert
Oh nein, als du gestern nacht angekündigt hast, ein Thema zu eröffnen, dachte ich nicht, es unter einem solchen Titel zu finden!! Du bist vll. in einer Krise, aber gescheitert? Wirklich, mach dich doch nicht so runter, sei mal etwas liebevoller mit dir selbst. Musste mal gesagt werden!!
Klar, du musst was ändern. Schwierig bei dir finde ich, dass es keine Konstante gibt, dass sozusagen alles Sch... ist. Beruflich hast du schon ganz gute Tipps gekriegt. Die Beziehung...scheint nicht mehr zu retten, oder doch? Wie schätzt du das denn ein?
VG
Sabina
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01.01.2016, 20:08
AW: Total gescheitert
@ Sabina
Okay, für viele ist "scheitern" vielleicht etwas anderes (schlimmeres), aber ich bin schon an einem toten Punkt angekommen, weil so gar nichts Positives mehr passiert. Ich denke, dass doch die meisten Menschen irgendetwas haben, das ihnen Halt gibt. Bei mir war das bis vor einem guten Jahr der Job - und das funktioniert eben nicht mehr. Natürlich habe ich immerhin einen Job, aber der macht mich eigentlich nur noch unglücklich. Und ich kann eben nicht "in den Schoß" einer Familie fliehen, die mich irgendwie bestätigt. Da is' halt nix...Es geht immer vorwärts!
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01.01.2016, 21:21Inaktiver User
AW: Total gescheitert
Vllt. gibt es in deinem Bundesland Bildungsurlaub? Ansonsten kenne ich das Modell der Stundenreduzierung. In der freien Wirtschaft ist es dagegen üblich, dass der AN für die Fortbildungszeit freigestellt wird, sich aber dann auf x Jahre verpflichtet.
Wenn das Studium erst mal eine Weile dauert, kann in der Zwischenzeit ja auch viel passieren, z.B. durch Erkrankung des Stelleninhabers. Manchmal haben auch Regierungswechsel einen Effekt. Wenn du das Thema "Fortbildung mit anschliessendem Wechsel innerhalb deines Bundeslands" als Langzeitprojekt sehen könntest, stehen die Chancen doch gar nicht so schlecht.


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