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28.12.2015, 20:24
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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28.12.2015, 20:40
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Ich fühle mich alleine gelassen in der Beziehung ja, was die Planung angeht. Unser Ziel war und ist wieder zurück in das Ausland zu gehen und uns etwas aufbauen.
Mir fehlt sein Einsatz.
Und in der gleichen Sekunde denke ich mitfühlend, naaajaaaa, es ist für ihn ja genauso schwer. Fremdes Land, spricht die Landessprache nicht, Freundin will nun auch, dass er sich einen Job sucht.
Reduziere ich es auf das Wesentliche: Er will von Zuhause aus wetten und an seinen literarischen Werken basteln. Mir wird das in unserer jetzigen Situation zu viel aufeinandersitzen. Und ich bin mir nicht so sicher, ob mir das für die Zukunft gefällt. Was, wenn. Ja, wenn Familienplanung? Urlaub? Umziehen? Ist dafür dann Geld für UNS da? von meiner und seiner Seite aus?
Er kann übrigens nur über seine Kreditkarte Geld zum Wetten verwenden. Er macht das Wetten offensichtlich nicht so risikofreudig (wie sein Bruder), aber es ist ein Zeiträuber.
Meine Jobsituation im Ausland wäre etwas besser. Aber: ich möchte erst mit dem Visa tatsächlich ins Ausland, wenn ich einen Job habe. Ich sehe ja schon, wie das hier ist. Und ganz so risikofreudig bin ich nicht mehr, was er weiß."Du kannst nicht verlieren, wenn du nicht aufgibst!"
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28.12.2015, 20:45Inaktiver User
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Mein Posting hatte sich mit Deiner Antwort überschnitten

Ja, das würde ich auch auf jeden Fall tun, denn es hört sich etwas hanebüchen an und nicht sehr strukturiert.
Wie möchte er hier in Deutschland sein Leben finanzieren, wenn er nicht weiß, was er an Verdienst hat? Das kann nicht funktionieren. Krankenversicherung, Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Kleidung, Mobilität, Internet/Telefon... das alles will bezahlt werden (und da sind noch keine Vergnügungen oder Alterssicherungen eingeplant), dafür muss er wissen, wie viel er überhaupt pro Monat ausgeben kann. Ich kann mir Online-Wetten schwerlich als Fundament für solche regelmäßigen Kosten vorstellen.
Und muss er nicht, um sich hier längerfristig aufhalten zu dürfen, bestimmte Dinge nachweisen?
Ja, das kommt mir bekannt vor. Eine Freundin hat eine Beziehung wegen einer ähnlichen Einstellung ihres Expartners beendet. Der hatte immer viele Worte, Luftschlösser und blumige Pläne, aber umgesetzt wurde so gut wie nichts, insbesondere nicht sein Studienabschluss. Und immer gab es in seinen Augen unangreifbare Gründe für seine Inaktivität.
Dein Freund ist noch nicht lange in Deutschland, vielleicht bremst ihn zurzeit noch der Kulturschock aus. Er muss sich in dem für ihn fremden Land erst einmal zurechtfinden. Aber sobald sich eine "Wer will, findet Wege - wer nicht will, findet Gründe"-Haltung abzeichnet, würde ich ihm die gelbe und notfalls auch die rote Karte zeigen.
Je mehr das einreißt, desto schwieriger wird es, den Kurs später zu ändern.
Macht er einen Deutschkurs? Das wäre in seiner Situation das Allererste, was ich in Angriff nehmen würde.
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28.12.2015, 21:08Inaktiver User
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Wäre es denn möglich, auch für Dich, dass er jetzt schon ins Ausland zurückgeht? Meinst Du er fühlt sich hier wohl und will sich hier integrieren? Wie siehst Du das, kannst Du das jetzt klären oder brauchst Du erst wieder mehr Stärke? Darf ich mal fragen von wo er kommt? In manchen Ländern spielen die jungen Männer, wenn sie in der Krise sind, da greift dann aber schon die Familie ein. Habt Ihr Kontakt zu seiner Familie?
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28.12.2015, 21:23
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Vielleicht könntest Du das auch völlig anders sehen:
Du achtest ihn, wenn Du ihm zutraust, seinen Weg auch ohne Herberge bei Deiner Mutter zu schaffen.
Das, was Du jetzt machst, ist ihn aus der Verantwortung zu nehmen und ihn sinnbildlich von seinem Sprung in eine eigene Berufsfähigkeit und von der Möglichkeit, sich in seinem Leben zu beweisen abzuhalten, indem Du dieses Verhalten untermauerst. Damit traust Du es ihm nicht zu, es selbst zu organisieren. Es ist in einer gewissen Weise respektlos ihm gegenüber.
Wie steht er vor Dir da? Er ist abhängig von Dir, er kann nicht "Manns genug" sein, es selbst und ohne Deine Hilfe zu schaffen.
Überleg Dir das mal von dieser Warte aus.
Liebe Grüße
Zio
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28.12.2015, 22:54
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
@lillytown: als Europäer muss er nur hier gemeldet sein. Versicherung hat er keine und will auch kein Geld dafür ausgeben. Ja, er hat jetzt körperliche Probleme und Schmerz scheint ein guter Motivator zu sein (wieso muss das bei manchen Männer erst so weit kommen
) Ich helfe ihm, eine Versicherung zu finden. Mein Angebot war stets da, jetzt fühlt er sich bereit dazu.
Er lebt unglaublich sparsam. Alles wird billig gekauft. Ich wollte die Nebenkosten bezahlen, für die Zeit, die wir bei anderen wohnen. Dafür reicht sein Wettgeld, sagt er.
Es wäre schön, würde er einen Deutschkurs machen oder mit seinem Bruder zum Fussball gehen. Er möchte dafür kein Geld ausgeben. Schade, ich hätte ihm gewünscht, dass er Kontakte knüpft und ihm mein Hilfe angeboten. So bleibt es, bei meinen Freunden, mit denen er gut auskommt. Allerdings wohnen meine Freunde berufs- und studien- und heimatbedingt in der Republik verteilt.
Der Kulturschock ist für ihn da und wir lachen oder reden darüber. Er hat meine Unterstützung (momentan habe ich ja auch die Zeit), aber ich weiss, dass er sich etwas in Deutschland auskennt und es nicht komplett Neuland für ihn ist. Allerdings ist es nicht sein Wahlheimat, das kann ich verstehen und mir tut das leid. Umso mutiger, finde ich seine Entscheidung, unseretwegen hier her zu kommen, was ich ihm sage.
@shortmessage: ich habe ihm angeboten, dass er Reisen gehen kann (das mag er sehr gerne). Oder er eben zurück geht und ich nachkomme. Der Haken, das Visum ist auf unsere Beziehung bezogen, was gewisse Anforderungen, wie gemeinsam wohnen, mit sich bringt. Sollte es doch möglich sein, hat das Ausland einen fetten Zeitunterschied, ob unsere Liebe dafür (noch) stark genug ist? Er will zudem bei mir sein. Ich fühle mich geschmeichelt und habe ihn ebenso gerne um mich, nur nicht soooo intensiv, wie jetzt.
@zio: Interessanter Ansatz. Ich habe mir dazu Gedanken gemacht, ob ich ihn in seinem Freigeist nicht sogar blockiere, eben mit MEINER Vorstellung und MEINEN Wünschen. Er hat sich vor mehreren Jahren dazu entschlossen, keinen 08/15 Job mehr zu machen und genau das zu tun, was und wie er will. Das Wetten stand schon länger für ihn im Raum, jetzt hat er Zeit dazu. Generell möchte ich ihn unterstützen, keine Frage, da bin ich sehr tolerant. Allerdings sehe ich, dass er seit Jahren an seiner Selbstverwirklichung mehr oder weniger erfolgreich arbeitet (er ist übrigens nicht 100% glücklich mit seiner Situation des Geldverdienens, hat aber kein Plan B). Jetzt mit Partnerin und gemeinsamen Plänen und momentaner Arbeitslosigkeit meinerseits sieht das eben etwas verschärfter aus. Bleibt er bei mir, weil er kein Plan B hat
Ich empfinde nicht, dass ich ihn aus der Verantwortung herausnehme, aber ich werde sicherlich mein Handeln unter die Lupe nehme. Ich empfinde eher die Last auf meinen SChultern, Dinge zu organisieren, die er auch hinbekommen kann (einkaufen gehen, Informationen über das Visa zu bekommen, einen Flug für sich organisieren).
Versteh mich nicht falsch, er ist mir „Manns genug“ und gerne helfe ich ihm in kulturellen Situationen, die ihm fremd sind.
Er ist Europäer, hatte lange Zeit eine deutsche Freundin vor mir und sein Bruder lebt hier ebenfalls, bei dem man für Männerrunden vorbeischauen kann. Sein Heimatland und Familie ist ebenso gut und günstig zu erreichen.
Nur möchte ich mich aus der Rolle befreien, dass er passiv-bequem bevorzugt und ich den Laden schmeiße. Dafür reicht meine Energie glaube ich nicht aus. Ich traue ihm seine Selbstständigkeit zu und ermutige ihn zum Beispiel durch die genannte Exceltabelle eine Übersicht zu bekommen, bin aber etwas skeptisch gegenüber seiner Herangehensweise, besonders im Bezug auf unsere Zukunft. Meine Skepsis kann natürlich auch durch meine Stimmung kommen.
Es ist sehr schwer, den Spagat zu machen. Ich bin frustriert durch meine Arbeitslosigkeit und Bemühungen. Auch will ich nicht von der Arbeitsagentur hören, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit an meinem gebärfähigen Alter liegt
Gebt mir echte Tipps! Was kann ich besser machen? Hier mehr Informationen? Da weniger Wischi-Waschi-Text?
Hinzu kommt Herausforderung N°2 Beziehung während der Arbeitslosigkeit mit einem ausländischen Mann, der sich selbstständig machen möchte. Ich helfe ihm bei kulturellen Dingen, biete ihm Freiraum für Familie, Freunde und Hobbies.
Und Herausforderung 3: wir beide zurück in unser Wahlland.
Danke für eure Antworten. Ich sehe einige Ansätze, die ich verfolgen möchte.
Glaubt ihr denn, dass man Entscheidungen in solchen Situation so treffen kann, dass sie einen weiterbringen oder klammert man an Strohhalmen, die einknicken können?
PS: bitte entschuldigt, wenn meine Texte so lange sind. Mein Kopf ist voll mit Gedanken und alles scheint so kompliziert und chaotisch. Ich musste das einfach mal rauslassen
"Du kannst nicht verlieren, wenn du nicht aufgibst!"
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28.12.2015, 23:14
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Hallo Amilu,
Ich wünsche dir erstmal Kraft und genug Energie, um in dieser Situation für dich klar zu denken und nach vorn zu schauen.
Leider kenne ich mich mit Ausland nicht wirklich aus.. Aber was deine Beziehung zu ihm angeht:
Liebst du ihn denn?
Ich meine, es fiel schon der Gedanke einer Trennung und auf der anderen Seite klingt es, als willst du ihn gern bei dir haben aber eben nicht mit seiner aktuellen "Motivation". Immerhin ist er mit dir ausgewandert nach Dtld, das macht man nicht einfach so mal schnell. Andererseits belastet er dich natürlich mit den Wetten und der Couchaitzerei, vielleicht würde ja ein klärendes Gespräch helfen, in dem ihr euch eire Vorstellungen, wünsche und Umsetzungsideen preisgebt.
Liebe Grüße,
Elli
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28.12.2015, 23:20
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
was zur Versicherung: er ist verpflichtet sich in Deutschland zu versichern. Tut er das nicht und es kommt raus, muss er nachzahlen, mit einem fetten Säumniszuschlag.
Mich verwundert ein bisschen, dass ihr beide ein bisschen planlos an euer Leben geht.
Länder wechseln, ohne Plan, ohne Job, ohne Wohnung, ist ein gewagtes Lebenskonzept.
In dir wird wahrscheinlich der Wunsch nach Stabilität und Normalität wachsen.
Dieses unsichere Leben ist sicher ein täglicher Stressfaktor.
Vielleicht fängst du an auf dich zu schauen und nicht auf euch. Versuche dein Leben in Ordnung zu bringen und eventuell siehst du dann klarer. Akutell bremst er dich nur.
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29.12.2015, 00:43Inaktiver User
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
Mir stellt sich nur eine einzige Frage:
Bist du gerne seine Mutti?
Du bist seine Wirtin, seine Stütze, seine Lebensorganisatorin, seine Gesellschafterin - seine Mutti, die sich kümmert, rackert, Verständnis hat, Wärme spendet, tröstet, aufbaut, bespaßt.
Ich sehe, zumindest in deiner Beschreibung, keinerlei Partnerschaft.
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29.12.2015, 06:52
AW: Da bin ich also nun, im tiefen dunklen Tal
er HAT einen Job. Wenn auch einen ungewöhnlichen. Aber, nehm ich mal an, der ähnlich viel Geld bringt wie irgendwas Anderes, das er mit seinem Handicap (keine Deutschkenntnisse!) jetzt wohl finden könnte. wie hast du gesagt "ist ja nur für ein Jahr", und womöglich zählt er darauf, später wieder mal was Vernünftiges zu tun. - ich hab mal am Rande Online-Poker mitgekriegt; soviel ich weiss, kann man mit Fleiss und Disziplin dabei schon etwas Geld verdienen, aber das ist dann ARBEIT! - da muss man wirklich ständig präsent sein, ein Job als Angestellter scheint mir daneben deutlich leichter und easier zu sein.
Ist er denn so grundsätzlich glücklich in Deutschland? Dass er sich ein Einkommen sucht, das er im stillen Kämmerlein generieren kann, scheint mir nicht danach auszusehen... Ich glaube nicht an eine Spielsucht sondern eher an eine Überforderung, im Ausland zu sein, in einer fremden Umgebung. Er meint wohl, er falle am wenigsten zur Last, wenn er sich möglichst still hält und immerhin sich selbst finanziert; aber extreme Sparsamkeit finde ich, zum Beispiel, nicht sehr lustig, auch wenn es sicher besser ist als Schulden ohne Ende anzuhäufen.
und "Selbstverwirklichung" würde ich das, was er tut, auch nicht nennen. Eher "Notlösung".
@Wohnen bei der Mutter: es gibt Zeiten, da kann und soll man sich Stolz nicht leisten. Es ist kein Versagen, bei Umbrüchen wieder mal nach Hause zurück zu kehren. Die Motivation, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, ist ja sicher da, du suchst ja nach einer Arbeit - also freue dich darüber, eine unterstützende Familie zu haben, und gräme dich nicht. :-)
und sorge für dich; klar bist du erschöpft, da war ja auch viel! Geh es ruhig an, sorge für die wichtigen Dinge zuerst, mach dich nicht verrückt. Das Leben geht weiter, und irgend eine Lösung findet sich immer. :-)
gruss, barbara



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