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    AW: Verwirrende Gefühle

    Also so ganz verstehe ich das nicht, diese Leistungen die ihr erbracht habt und den Verzicht, das habt ihr doch selber verantwortet. Oder wurdet ihr zu irgendwas verpflichtet?

    Du schreibst immer, dass ihr auf so vieles verzichten musstet. Wieso habt ihr das gemacht?

  2. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Ja wir haben das natürlich selber verantwortet.
    Es ist schwer zu erklären. Ohne Eltern wären wir zB in eine große Stadt 500 km entfernt gezogen, da mein Mann da ein sehr gutes Jobangebote hatte. Weil er sich ggü den Eltern aber verantwortlich gefühlt hat, ist er hier geblieben und hat etwas wenig Erfüllendes gearbeitet in einer Gegend die wir ansonsten nicht gewählt hätten.
    Klar hat uns dazu keiner verpflichtet außer das Verantwortungsgefühl die Eltern unterstützen zu müssen.

    Im Nachhinein könnte man nun jammern und sagen, wieso haben wir das gemacht...
    Aber das lässt sich ja nicht zurück drehen. Die Eltern haben darum gebeten bzw es auch irgendwie voraus gesetzt. Wir sind selbst schuld. Aber an dem Punkt stehen wir jetzt eben. Und ich will damit nicht hadern, tue es aber jetzt doch. Ich will mich besser fühlen, weiß aber nicht wie...

  3. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Hör auf es als etwas zu sehen, was euch aufgedrückt wurdet und ihr ein großes Opfer gebracht habt.

    Ihr seid und wart erwachsene Menschen, habt eine Entscheidung getroffen und sorry, aber damit muss man leben. Auch wenn du schreibst, du weißt, dass es eure Entscheidung war, driftest du immer wieder in eine Art Schuldzuweisung gegenüber Dritte.

    Inwiefern haben die Eltern den Unterstützung gebraucht? Gibt es einen Pflegefall?

  4. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Zitat Zitat von Kathleena Beitrag anzeigen

    Zudem wäre es einfach schön, wenn mal jemand danke sagen würde. Wenn jemand sehen würde, auf was wir bisher verzichtet haben und dass es eine schwere Zeit war. Ich will nur, dass das jemand anerkennt und mal ausspricht. Dann würde es mir bestimmt besser gehen. So tut jeder so, als ob das doch alles kein Problem war und wir jetzt alle profitieren. Nein. WIR haben dafür viel aufgegeben. Niemand sieht das anscheinend.

    seufz, ja, ist sehr oft so. nicht mal aus Egozentrismus

    "ich will nur, dass ...jemand das ausspricht": Habt ihr es je ausgesprochen? Vermutlich allenfalls angedeutet. ist normal, wer seine Taten rumposaunt, ist suspekt. Aber selbst, wer einen Dank ausspricht, kann selten in vollem Umfang ermessen, was alles damit verbunden war, welche Mühe, welcher Stress, welcher Erfindungsreichtum, welcher Verzicht....nötig waren.

    Egal, ob sich am Erbe was ändert oder nicht: wenn euch das so belastet, solltet ihr es in irgendeiner Form thematisieren. Nicht als Vorwurf. Im Rahmen eines Gespräches über die Informationsgespräches über Pläne deines Mannes vielleicht, dass der Entschluss schwierig ist, weil existenziell entscheidend.

    Dass ihr all die Jahre nichts dafür tun konntet. Vielleicht übt ihr das in Probeläufen zu zweit (oder mit guten Freunden), um wirklich den Vorwurf rauszukriegen. Damit die Eltern nicht automatisch in Abwehr- und Verteidigungsposition gehen. Und wenn es trotzdem dazu kommt: wie man das Gespräch wieder in eine gute Bahn bringt

  5. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Vielleicht übt ihr das in Probeläufen zu zweit (oder mit guten Freunden), um wirklich den Vorwurf rauszukriegen. Damit die Eltern nicht automatisch in Abwehr- und Verteidigungsposition gehen. Und wenn es trotzdem dazu kommt: wie man das Gespräch wieder in eine gute Bahn bringt
    Fände ich auch gut - das setzt aber ein Gespräch zu zweit voraus und das scheint nicht möglich oder gewünscht.

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Vielleicht war es ein Fehler, so viel aufzugeben und als Gegenleistung nichts zu erwarten. Das passiert den besten unter uns. Vielleicht hilft es, wenn du daraus lernst, z.B. besser für deine eigenen Wünsche einzustehen? Das ist allerdings ein Prozess, der vermutlich nicht von heute auf morgen durchlaufen werden kann.

  7. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Danke für eure Denkanstöße. Vielleicht sollte ich es wirklich mal bei meinem Mann ansprechen und ggf auch das Gespräch mit den Eltern suchen. Ich bin nicht gut in sowas, da mich schnell meine Gefühle übermannen und dann mit Tränen kämpfen muss. Davor habe ich Angst. Und die Eltern können einen gut mit Vorwürfen gegen die Wand reden. Jetzt am Ende war es einfach so, dass sie entschieden haben und uns vor eine Entscheidung gestellt haben.

    Ich versuche für meine Wünsche einzustehen. Damals war das nur nicht so offensichtlich in welche Richtung die Entscheidung läuft. Damals war es ein Kompromiss. Aus heutiger Sicht war es ein Fehler. Damals hatte ich zB einen guten Job (Niederlassung wurde aber geschlossen), heute kämpfe ich damit, dass es hier nur wenig Arbeitsplätze gibt...

  8. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Tja, das Wundervolle und Grauenhafte an Gefühlen ist, dass sie einfach da sind. Und damit immer Recht, immer einen Grund haben.

    Die Sache ansich:

    Ihr habt 10 Jahre auf Sommerurlaub verzichtet und die Eltern stünden nicht da, wo sie heute stehen, wenn Dein Mann nicht geholfen hätte. Dafür habt ihr aber auch [irgendwie, Du benennst es nicht] profitiert. Das war ein "Deal", und den habt ihr eben gemacht und er ist ausgeglichen.

    Deine Schwägerin hat nicht geholfen und immer nur genommen, sagst Du. Hätte sie wie Dein Mann helfen können, hätte ihre Lebenssituation das hergegeben? Und was hat sie genommen, weisst Du es und weisst Du es wirklich?

    Nun bekommt die Schwester einen für Dein Empfinden sehr hohen Anteil des elterlichen Vermögens.
    Lass mich raten: die Hälfte? Normal, oder? Zwei Kinder, zwei Hälften.

    So kommst Du also nicht weiter.

    Was Du tun kannst:
    1. Dich freuen, dass ihr euer Verantwortungsgefühl gelebt habt (ohne zu werten, ob dieses Verantwortungsgefühl nun richtig oder falsch war/ist oder es für Andere als Maßstab herzunehmen).

    2. Offen kommunizieren, in jedem Fall(!) mit Deinem Mann. Ob mit den Eltern, ich weiss es nicht. Wenn es Dir um Wertschätzung geht, was ist die wert, wenn man sie einfordern muss, um sie zu kriegen? Wenn es um Kohle geht, habt ihr eh verloren, das Verhältnis ist ja schon belastet. Sie werden sich vermutlich auf obigen Deal berufen, ehe sie zugeben, da vielleicht ungerecht gewesen zu sein.

    3. Künftig auf nichts mehr verzichten, wenn es nur in der Hoffnung geschieht, dafür irgendwann "gefühlt angemessen" entlohnt oder wertgeschätzt zu werden. Also schon mal den Sommerurlaub für nächstes Jahr planen.

    4. Die Dinge nicht vermischen. Eure jetztige bzw. zukünftige Situation ist bzw. wird, wie ihr sie gestaltet (habt). Sich heute zu überlegen oder gar zu grämen, wie gut es einem doch ginge, wenn man vor 20 Jahren dies getan oder jenes gelassen hätte, ist meist unsinnig. Und Deine Schwägerin ist nicht für eure Entscheidungen verantwortlich.

    Ginge das vielleicht so?

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Zitat Zitat von Kathleena Beitrag anzeigen
    Wie werde ich diese Gedanken wieder los?
    Kathleena
    Indem du sie zunächst erst mal zulässt, annimmst und ihnen Raum zugestehst. Sie sind ja eh da.

    Und dir dann anschließend vor Augen führst, dass das Leben einen ständigen Lernprozess darstellt, in dem man Fehler nicht gänzlich vermeiden kann. Aber man kann dafür sorgen, dass man sie nicht wiederholt.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  10. gesperrt

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    AW: Verwirrende Gefühle

    Kathleena, was ich jetzt sage, wird dir vermutlich wie eine Dreigroschenweisheit erscheinen, die du (jetzt - noch? - ) nicht, vielleicht nie wirklich annehmen kannst. Trotzdem: du weißt nicht/ihr wisst nicht, ob die Chance damals wirklich der bessere Weg gewesen wäre, ob sich alles so entwickelt hätte wie ihr euch das gewünscht hättet. Es gibt so viele Stellschrauben, so viele Abzweigungen, so viele Möglichkeiten, dass ihr die Entscheidung bereut hättet. Nicht zwingend natürlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Nur mal so aus dem Ärmel geschüttelt...Eifersucht unter Kollegen, mobbender Chef, Affären, unerträgliche Nachbarn..... und die (vielleicht gar nicht begründeten) Schuldgefühle, sich über die Erwartungen der Eltern hinwegzusetzen. oder deren Vorwürfe. oder dass diese Arbeit längst nicht so erfüllend ist wie man sich dachte.
    Man neigt gerne dazu, unerfüllte Wünsche zu verklären. Die Poesie-Album-Weisheit "Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen" hat durchaus eine reale Grundlage, zumindest ich habe das nicht nur einmal erlebt

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