Manchmal kann auch Verantwortungsübernahme für solch ein kleines Wesen zurück ins pralle Leben holen und einfach mal weg nur von sich selbst. Aber gut, ich will keinem ein Kind einreden. Ich verstehe auch die andere Seite und gerade wenn man beruflich sehr engagiert ist und/ oder selbständig, dann ist das auch ein Weg. Kinder sind keineswegs eine Garantie, dass man im Alter nicht allein ist sozusagen. Dafür muss man schon trotzdem selbst sorgen, genauso wie für Abwechslung im Leben. Gut ist allerdings schon, wenn diese genügend Ausdauer begleitet, so dass Projekte auch reifen können und zu Ende gebracht werden.
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11.12.2015, 07:21Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
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11.12.2015, 08:16Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Hallo Piratenbraut,
ich finde es vollkommen normal, dass man irgendwann keine Lust auf Routine im Job hat und dass sich Freundschaften verändern. Manche bleiben, manche gehen das ist so.
Kritischer finde ich die Beziehungskoponente.
Wenn der Sex gut ist, warum genau verlierst du die Lust? Gibt es einen Auslöser? Und warum bist du nach einer Weile unzufrieden, was macht dich unzufrieden oder gibt es vielleicht hier Auslöser? Speicherst du vielleicht negative Momente zu sehr im Kopf ab? Oder geht es vielleicht darum dass eine Beziehung irgendwann "ernst" wird. Hier würde ich mich den anderen anschliessen - nicht jeder braucht Haus, Garten, Kinder etc. und wenn sich zwei einig sind, kann man das Miteinander sehr abwechslungsreich gestalten und sich auch immer wieder in einander neu verlieben. (wenn man es will natürlich & wenn beide mitziehen)
Ich frage deshalb so genau, da es bei mir oft so ist, dass wenn ich mich kurz hinsetze und brutal ehrlich zu mich bin ich dann eigentlich ganz genau weiss, warum ich unzufrieden bin, auf eine Art und Weise reagiert habe oder Ähnliches. Manchmal möchte ich mich nur nicht hinsetzen und mit mir selbst "reden".
Eine Freundin von mir hat sich ganz bewusst dazu entschieden alle drei Jahre den mann zu wechseln, aus Routinegründen. Sie hat das eine ganze Weile gemacht und es war völlig ok für sie. Irgendwann hat sie dann doch den einen gefunden. Um aus der Routine auszubrechen wohnen sie mal gemeinsam, mal getrennt, ganz wie ihr grade ist.
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11.12.2015, 08:58Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Hallo Bae,
das ist echt ein toller Gedanke!
Der mich gerade sehr antickt, denn ich bin auch so jemand, den zig Sachen interessieren und der daher auch in Vieles nicht wirklich tief einsteigen kann.
Witzig....denn ich seh grad Deinen Satz und denk mir "wieso kann ich selbst nicht so denken?"- und dann kommen Gedanken auf wie " machs richtig oder lass es"....."so ist dsa nur Spielerei"- uiui...ich erkenne da bei mir weniger Freiheit zum Spiel und eine nette Perfektionshaltung......
Wobei man das nicht mal schnell ändern kann, auch das wäre ein Weg!
genau das stelle ich ja auch in Frage
lg kenzia
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11.12.2015, 10:59
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Ahoi Piratenbraut,
ich habe dies auch schon erlebt, also die abflachende Lust auf den Partner in Beziehungen. Es gibt eine Wissenschaftlerin namens Helen Fisher, auf die ich sehr sehr große Stücke halte. Sie vertritt die Meinung, dass dieser Umstand biologisch zu erklären ist: Rein evolutionär bestand früher nicht die zwingende Notwendigkeit länger mit einem Partner zusammen zu sein , als drei Jahre, das entspricht der Zeit in der möglicher Nachwuchs intensiv betreut werden muss. Frauen haben ganz Natur gemäß auch nie ein Interesse daran gehabt, mit nur einem Partner Kinder zu bekommen, natürlich wollen sie für ihre Gene auch nicht nur eine Option. Partnerhschaften und Co sind durch gesellschaftliche & ökonomische Faktoren entstanden. Nicht weil wir so wahnsinnig treu sind.
Hier ein Interview mit ihr...
Das kann jeder für sich sehen, wie er möchte. Aber rein der sexuellen Seite her, finde ich das ziemlich schlüssig...
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11.12.2015, 11:06
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Hallo!
Ach, ich bin ja so froh, dass ich Euch gefragt habe. Mit so viel Verständnis habe ich gar nicht gerechnet.
Scheinbar bin ich doch kein so verschrobener Exot
Was mich auch fasziniert hat - das es anderen auch so geht und dann kommt @ kenzia und spricht von Widder-Energie und Frühjahr und ich bin ja tatsächlich Widder und der Frühjling ist meine liebste Jahreszeit!
Es stimmt, ich gestalte sehr gerne, pflanze auch sehr gerne - und wenn es zum Pflegen und Ernten kommt, dann habe ich keine Lust mehr. Wirklich!
Es hilft mir auch, es als Wahl zu sehen, so wie @ RWL es meinte.
Da kommt dann wohl auch das Selbstbewusstsein rein - ich bin quasi die einzige in meiner Familie, die so ist. Meine Geschwister, Cousinen, und so weiter, teilweise (viel) jünger als ich, leben das traditionelle Modell.
RWL, Du bist da scheinbar sehr klar und sicher in Dir selbst - hattest keine Torschlusspanik, also sicher auch (kaum oder) keine Zweifel, Du weisst einfach wer Du bist und was Du willst.
@ ambiva - was mich aber interessiert, was ich gerne fragen will: was meinst Du mit "seltsam berechnend"? Wie meinst Du das?
@ karmesinrot - ich glaube in der Beziehungskomponente fehlt mir die Aufregung, das Neue. So wie man jedes Jahr an Weihnachten "Rapunzel" schaut und auf einmal nach zig Jahren hat man den Eindruck, man muss gar nicht mehr schauen, weil man es eh schon kennt, und kann sich dann nicht mehr aufraffen. Schrecklich, oder? Ja, es klingt nach Faulheit. Aber es ist so.
@LustUndLiebe - Deine Schilderung und Deine beiden Postkarten finde ich ganz wunderbar, vielen Dank!
Das Komische ist halt - ich mag auch Sicherheit, "Traditionen" (jedes Jahr Adventskaffee bei mir, beispielweise, sowas geht halt schlecht wenn man oft umzieht, jedes Jahr auf das gleiche Festival gehen) und ich will wirklich gerne ein kleines Haus oder eine Wohnung, die meine ist. Also Eigentum.
Aber wo? Und wie genau? Wenn ich weiss, dass ich mich FESTLEGEN muss damit - dann kommt die Panik hoch.
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11.12.2015, 11:33Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Hey Piratenbraut,
nein, überhaupt nicht schrecklich. Ich würde es auch nicht als Faulheit sehen, eher irgendwo eine Parallele mit einem Adrenalinjunkie der das neue und aufregende einfach braucht. Natürlich wird jede Beziehung irgendwann zum Alltag. Man kann dem vorbeugen und was dagegen tun, aber der Alltag bleibt und es ist harte Arbeit für beide Parnter.
Und niemand muss sich festlegen, nicht auf Zwang. Ich habe ein Haus, Familie und bin manchmal festgelegter als mir lieb ist. Wie gern würde ich manchmal ausbrechen, nochmal umziehen, etwas neues wagen..... geht aber nicht - zu festgelegt, lach.
Es ist völlig normal sich mal auf die andere Seite - auf der das Gras ja immer grüner ist - zu wünschen, meistens in dem Wissen, dass man nach einer Weile in sein naturell zurück wollen wird.
Vielleicht es einfach akzeptieren und sich Inseln für die Sicherheit schaffen. Eine kleine Eigentumswohnung zum Beispiel, in einem Ort wo du dich immer wohlfühlst oder in dem du langjährige Freunde/Familie hast. Diese könntest du zeitweise möbliert untervermieten wenn es dich in etwas Neues zieht - weisst aber du hast diesen Rückzug, deine Insel.
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11.12.2015, 12:02
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Piratenbraut,
du erwähnst es ja dein Dilemma schon in deiner Überschrift : Nie erwachsen werden!
Und wenn ich deine Zeilen lese, so lese ich die Zeilen eines Kindes, das gerne jeden Morgen ein neues Ü-Ei hätte.
Schade finde ich - wenn man Freunde wie Partner, die einem umgeben, die einem vertrauen und die einem Zeit und Aufmerksamkeit des eigenen kostbaren Leben zur Verfügung stellen - von solchen "Kindern" nicht als Menschen sondern als Gegenstand z.b dem eines Überraschungsei's" betrachtet werden.
Wow - Überraschung - kurzes Interesse - uninteressant!
LG Dorothea
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11.12.2015, 13:52
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Bei der Fragestellung musste ich an den alten Klassiker von Fritz Riemann, "Grundformen der Angst" (1961) denken. Riemann beschreibt dort vier Persönlichkeiten in ihren Ausprägungen, Beziehungen, Konflikten, mit ihren Stärken und Schwächen. Eine der Persönlichkeiten dort hat "Angst vor dem Endgültigen, Unausweichlichen, vor der Notwendigkeit und der Begrenztheit unseres Freiheitsdranges."; Riemann nennt dies auch Fliehkraft.
Was an dem Buch besonders ist und weshalb ich daran dachte, ist seine liebevolle Sichtweise nicht auf "Mangelwesen" sondern auf Persönlichkeitspole, mit ihren Herausforderungen aber auch Chancen und was sie an Bereicherung darstellen können für diejenigen selbst, aber auch für ihre Umgebung.
Insofern wären meine 2 Øre hierzu, dass es auf eine Weise "immer die gleiche Leier" ist, ja, weil man nicht ein anderer werden kann, als man ist. Das Wesen der Persönlichkeit ist eben, dass diese Züge über die Zeit stabil bleiben.
Aber das bedeutet ja nicht, dass keine Entwicklung, kein "Weiterkommen" und "erwachsen Werden" möglich sind - hier ist vielleicht eher die Frage "wie?" und "in welche Richtung"?
Das mehr erwachsene Herangehen an die eigene Art zu sein, und sei es eben auch eine mehr zentrifugale Art zu sein, wäre für mich nicht die komplette Veränderung, sondern das sich-selbst-Erkennen und Annehmen, sich Balancieren und sich im Kleinen herausfordern.
Zum Beispiel mal die Füsse stillzuhalten und abzuwarten, wie sich etwas entwickelt. Oder mal eine Reise zu verschieben , um etwas anderes fertigzumachen. Aber nur mal. Sonst aber auch, im Gegenteil, liebevoll zu dem Hobby zu sagen "ich setze dich jetzt auf Pause, denn etwas anderes ist mir gerade wichtiger als du". Mit sich ein bisschen spielen und experimentieren, aber sich auch annehmen.
Kluge, auch mal vom SchemaX leicht abweichende Entscheidungen treffen und dann ohne schlechtes Gewissen zu ihnen stehen.
Dadurch würde sich das, was dich ausmacht, immer weiter entwickeln, ohne dass du dich getrieben fühlen müsstest. Immer mehr du selbst sein, reifer werden, ohne sich zu verrennen.
Was die Beziehungen angeht: aus deiner Schilderung klingt mir das sehr unverbunden - als wenig in Kontakt, wenig kommunikativ. Mehr sich fragend als die anderen fragend, "wie geht es dir (auch mit mir)?" Da wäre ja auch eine leichte Änderung möglich - nicht dich verbiegen, aber mehr kommunizieren. Natürlich auch auf die Gefahr hin, verletzlicher zu werden.
Denn das habe ich mich beim Lesen auch gefragt: ist deine Art zu sein auch eine Möglichkeit, Abweisung und Verletzung auszuweichen?
Nachtrag, noch ein Auszug aus dem Riemann, der die Chancen und Bereicherung betont:
"...risikofreudig, unternehmungslustig, immer bereit, sich Neuem zuzuwenden; er ist elastisch, plastisch, lebendig, oft sprühend und mitreissend, lebhaft und spontan, gern improvisierend-ausprobierend. ... Er bringt alles in Bewegung, rüttelt an Traditionen und veralteten, erstarrten Dogmen und hat etwas bezwingend Suggestives...Aber gerade seine Ungeduld, seine Neugier und Unbeschwertheit von vergangenheit, lässt ihn manche Chance sehen und ergreifen, die anders Geartete nicht sehen, oder die diesen einen Halt, eine Grenze bedeuten würde. So kann er eigenwillig umd wagemutig das Leben wie ein buntes Abenteuer sehen, und der Sinn des Lebens liegt für ihn darin, es möglichst reich, intensiv und füllig zu leben."Geändert von maryquitecontrary (11.12.2015 um 14:20 Uhr) Grund: Nachtrag
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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11.12.2015, 17:53Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
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11.12.2015, 19:43Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Ich bin quasi genauso alt wie du und habe mit Anfang 30 eine Wohnung gekauft; das war einer der größten Fehler meines Lebens. Seither fühle ich mich jeden Tag wahnsinnig angebunden und auch oft erdrückt von den Eventualitäten ("Risse im Putz - Mauerschaden? Oh schxxxx, was das wieder kosten wird...."). Ich würde das nie mehr wieder so machen. Meine präferierte Variante wäre, im Berufsleben bescheiden zu wohnen und viel Geld zu verdienen, mit 55 auszusteigrn und dann das Häuschen mit dem Garten bar zu bezahlen. An einem Ort, der mir gefällt, und den ich nie mehr verlassen will. Oder als Alternative ein komfortables Luxus-Wohnmobil kaufen und den Rest meines Lebens um die Welt fahren.



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