Liebe Piratenbraut,
meine Güte, wie habe ich mich in deinem Beitrag wiedererkannt! Allerdings zum Glück momentan ohne das Gefühl der Verzweiflung – wobei mich das hin und wieder in meinem Leben auch schon beschlichen hat – und sicher auch wieder wird. Das gehört irgendwie dazu.
Beruflich, beziehungstechnisch, hobbymäßig, freundschaftlich – ich scheine nie anzukommen. Witzigerweise wirke ich auf andere komplett angekommen, weil ich für sie immer total im Moment und komplett bei der Sache erscheine, aber da scheiden sich Eigen- und Fremdwahrnehmung, bzw. das Eigenwissen.
Shortmessages Youtube-Link finde ich da sehr gut. Zumindest auf mich trifft er voll und ganz zu. Ich bin ein Scanner und vielbegabt. Hans Dampf in allen Gassen auf allen Hochzeiten tanzend. Und immer wieder total verliebt (nicht nur in Menschen) – zumindest so lange, bis es zur Routine und Gewohnheit wird. Meistens ist das übrigens nach zwei Jahren der Fall.
Und weisst du was, Piratenbraut, das ist gut so! Wenn du dich nicht komplett unglücklich machen willst, dann erhalte dir diese Vielseitigkeit, zelebriere sie, probiere dich immer wieder aufs neue an den abstrusesten Dingen aus! Und genieße jede Sekunde davon. Bis es irgendwann vorbei ist. Und dann such dir was neues (wobei einen das neue meistens schon längst angesprungen hat).
Ich habe die "schreckliche" 40 gerade hinter mir. Und irgendwie fühle ich mich erleichtert. Insbesondere das Familie- und Kinder-Thema hat mich gelegentlich schier zur Verzweiflung gebracht. Aber ich kenne mich lange genug, um zu wissen, dass mich so ein kleines Wesen auch langweilen wird. Ungeachtet dessen, was so manche Mutter in meinem Umfeld sagt. Ich kenne diese Mütter auch lange genug, um zu wissen, dass ich anders bin als sie. Also habe ich beschlossen, mich nur mit Dingen und Menschen einzulassen, die damit umgehen können, wenn ich sie nach zwei Jahren gelangweilt in der Ecke liegen lasse.
Vielleicht ist das nicht erwachsen, aber ich bin inzwischen felsenfest überzeugt, dass Erwachsensein überbewertet wird. Sei du selbst und mach dein Ding, ach nee, deine Dinge! Immer aufs Neue!
P.S. In meinem Flur hängen zwei Postkarten: Die eine zeigt einen roten, gewundenen Faden mit der Bemerkung "Roter Faden zum Ausschneiden", die andere ziert ein Zitat von Kurt Tucholsky: " Entspanne dich. lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön." Zwischen beiden Extremen pendele ich jeden Tag. Und es ist so schön, sich nicht auf eines festzulegen.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 47
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10.12.2015, 21:11Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
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10.12.2015, 21:15
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Wenn du einem Mann mehr gibst, als er dir, dann KANN die Beziehung nicht funktionieren. Denn: Wie soll ein Mann motiviert sein, dir etwas zu geben.
Du wirkst auf mich unempfänglich. Wie im Märchen "Der Fischer und seine Frau". Die ständig nörgelnde Ilsebil.
Du verheizt alles Gute, was dir geschenkt wird.
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10.12.2015, 22:44Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Vom Ansatz her ging mir das genauso, wenn sich die Verzweiflung auch in Grenzen gehalten hat, da ich mich nie ernsthaft als Mutter gesehen habe. Bei mir war immer der Angstreflex da: was ist, wenn ich am Tag der Geburt in einem falschen Leben aufwache? Mir das Muttersein absolut keinen Spass macht und ich trotzdem 18 Jahre "gefangen" bin? Mein Baby am Ende nicht liebenswert finde? Das wollte ich lieber nicht ausprobieren. Zumal ich mit den mit Elternschaft verbundenen emotionalen Höhen und Tiefen sicher nicht gut umgehen könnte.
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10.12.2015, 23:10
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Elternschaft halte ich für völlig überbewertet und instinktgesteuert. Rational betrachtet - warum sollte man sich diesen Stress antun? Es ist ja jetzt nicht so, dass alle alten Eltern geborgen in einer liebevollen Großfamilie ihren Lebensabend verbringen. Auch sie sitzen einsam im Altenheim, wenn sie Pech haben. Dann die Frage, ob durchgewachte Nächte, Kinderkrankheiten, Elternabende, Urlaube während der Schulferien, ständiges Wünsche erfüllen, Essen kochen, Schulprobleme, Nachhilfestunden und Elterntaxi das alles wert sind?
Ich denke, du leidest auch ein wenig an einer Midlife Crisis. Das ging mir mit 40 auch so. Dieses "Wars das schon?", hat mich damals total angenervt.
Man muss einfach etwas finden, was einen total ausfüllt. Das kann der Beruf sein, aber oft ist es der eben nicht. Schwierig ist es, wenn man mehr Intelligenz hat, als es der Posten erfordert. Das passiert eher lernfaulen Leuten leider ziemlich oft. Dann ödet der Job an und man fühlt sich wie in einer Falle, aus der es kein Entrinnen gibt. Oft hat man dann so einen superfleißigen, aber eher dümmeren Menschen als Vorgesetzten, dem es an jeglicher Kreativität fehlt. Das ist schwer zu ertragen, besonders wenn er seinen Fleiß als Maßstab betrachtet.
Eine Selbstständigkeit kann ein Ausweg daraus sein.
Davon abgesehen kann man sich mit schönen Hobbys austoben. Die Auswahl ist doch sehr groß. Und vielleicht kann man eins auch später zum Beruf machen.
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11.12.2015, 00:12Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
im hier und jetzt kann so ein kind viel freude mit sich bringen. es ist schön, so zu lieben.
für die te wär es vielleicht grad richtig, ein kind zu haben, denn kinder verändern sich ja ständig. die situation wechselt sozusagen von selbst - da müsste die te nicht dauernd das weiter suchen.
@piratenbraut: ich kann dich teilweise verstehen. irgendwie finde ich gar nicht so schlimm, was du da schilderst. ich würde nicht so viel darüber nachdenken, wie du stetiger werden kannst. interessanter finde ich die frage, was suchst.
welche sehnsucht zieht dich immer wieder fort?
welche art von erfüllung suchst du?
was du über die von dir so wahrgenommenen schieflagen in deinen beziehungen schreibst, klingt merkwürdig berechnend.
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11.12.2015, 00:39
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Nein.
Höchstens hadere ich mit dem Tod. Den find ich scheisse, und ich hoffe, der lässt sich noch Zeit! Ich muss noch so schrecklch viel erledigen!!
Wie kommst du denn auf sowas wie Kind, Mann, Haus, Karriere? Ist das deins? Suchst du den perfekten Piraten? Freibeuter?
Du hast doch das Glück, hier und jetzt zu wählen.
Ich z.B. hab kein Haus, keinen Ehemann, keine Kinder, keine Karriere ..... aber mache klasse Filme und hab einen super Freund!
Was ist deine Wahl?
see you on be friends online!
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11.12.2015, 06:17Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Mein Eindruck ist nicht, dass zu dieser Thematik besonders gelitten wird!
Ist das richtig?
Ich glaube, wenn es tatsächlich um eine Persönlichkeits- Art geht, dann gibt einfach einiges zu betrachten.
1. ist es wirklich eine Persönlichkeit oder eine Flucht, die aus den tiefsten Tiefen kommt?
Genau das kann das Gefühl von "ich bin nicht richtig" aufbringen, denn dann lebt man tatsächlich nicht sein Eigenes sondern "Übernommenes". Sowas aufzutrennen halte ich für wichtig.
2. erinnert mich das auch an diesen archetypischen Mars-Anteil, den wir alle in uns haben und der einfach in manchen Menschen größer ist.
Dieser Anteil ist "jemand", der in die Welt bringt- wie der Frühling (dem diese Kraft zugeordnet ist)- es geht um den Anfang, um die Energie etwas in Bewegung zu bringen- wunderbar für Forscher- Pionieren gehört diese Art- es geht um diese Energie, die ein Anfang benötigt.
Reizvoll ist das Pflanzen- aber nicht mehr die Ernte........und tatsächlich ist dann das Ernten auch eine andere Energie. Auch das Erhalten durch Gießen und Pflegen bis zur Ernte, ist eine andere Energie.
Wollte das mal einbringen, denn in die Richtung erscheint mir diese Art von Euch
Es ist diese Widder-Kraft und wer die hat, ist für DEN Teil perfekt, der genau diese Energie benötigt!
Und evtl wäre eine Radix-Aufklärung durch den Geburtstag- ORt dann auch mal interessant.
Jedoch wird kein Mensch NUR daraus bestehen.........also bleibt die Frage, wie sehr akzeptiere ich mich so wie ich bin bzw was habe ich noch in mir um das dann ein wenig zu loten........-sofern es nicht nur eine Flucht darstellt!?
lg kenzia
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11.12.2015, 06:31
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Erinnert mich an den Pioniergeist. Da gibt es ja auch oft das Problem, dass Pioniere großartiges schaffen, z.B. eine Firmengründung, aber sich eher untauglich dabei herausstellen, wenn es darum geht, diese zu führen und dauerhaft zu etablieren. Die Konflikte entstehen dann, wenn sie diese Aufgaben nicht abgeben können.
Zitat von Inaktiver User
Aber ob das hier in die Richtung geht? Egal ob "Pioniere" oder "Scannertypen", die mögen oft wechseln, ziehen aber phasenweise doch was durch. Es gibt also auch noch Unterschiede, ob ich was immer wieder vollende oder ständig abbreche und weiterziehe. Letzteres kann auch irgend ein Vermeidungsverhalten sein, warum auch immer.
Etwas nachdenklich geworden bin ich bei der Sache:
Grundsätzlich ist es ein bekanntes Phänomen, dass sich nach ca 2 Jahren eine Stufe des Alltags einschleicht, die zu dieser Lustlosigkeit führen kann. Spätestens ab da stellt sich halt die Frage, will ich aktiv meine Beziehung gestalten oder mach ich nach bekanntem Muster weiter? Ist ähnlich wie mit dem Training, ich kann mich mit meinem Alltagsverhalten auch auf den Beinen halten, gute Muskeln krieg ich aber nur durchs aktive Training.
Zitat von piratenbraut_XS
Du kannst natürlich alle 2 Jahre den Mann austauschen, das ist eine Frage der Präverenzen, oder wie es RWL sagte, deine Wahl. Das kann man sicher auch mit Scannertyp und sonst was schönreden, wenn es sich dann auch schön anfühlt, ist es ja ok. Aber tut es das?
Vieles liegt bekanntlich ja auch irgendwo in der Mitte, also auch die Fähigkeit und Willigkeit sich auf etwas mal kontinuierlicher einzulassen. Sowohl die Leute, die sich völlig in etwas verhakeln und dann eng im Geist werden, als auch die "Schmetterlinge", die ständig herumflattern, leben sicher einen Teil davon aufgrund ihrer Persönlichkeit, aber sind sie noch in einer gemäßigten gesunden "Mitte" oder kommen andere Themen dazu, die sie in einen Vermeidungs- und Verdrängungsmodus bringen? Letztlich muss das jeder für sich rausfinden, einfach aufgrund seines Leidensdrucks.
Kategorien finde ich da nur immer etwas verführerisch um zu sagen: "ja ich bin so ein Typ. Punkt. Wenn man sich damit wohl fühlt, ist das ja ok, aber dann brauch ich keine Kategorien, sondern dann kann ich auch einfach so zu mir stehen.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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11.12.2015, 07:10Inaktiver User
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
Nun- jeder möchte das Gefühl von "ich bin normal - ich gehöre dazu" und man muss schon mit einem wirklich guten Selbstwertgefühl ausgestattet sein um "einfach so zu mir stehen".
Noch dazu ist das Selbstwertgefühl keine konstante Größe sondern steht auch immer im WEchselspiel mit der Umwelt. Wer sich also nicht konform verhält- gehört nicht mehr so dazu und das weiß er selbst als Erster
Eine Erklärung zu finden für seine Individualität- kann dann sehr hilfreich sein- also eine Orientierung.
Schwierig finde ich, wenn sich mit so einer Orientierung in eine Überheblichkeit geflüchtet wird- den das tut dem Unterbewusstsein nicht gut.
Sowas sollte einer inneren Ruhe dienen- nicht mehr und nicht weniger
lg kenzia
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11.12.2015, 07:12
AW: Immer die gleiche Leier? Nie erwachsen werden? Wie komme ich weiter?
"Pionier" und "Scannertyp" ist doch kein Gegensatz. Gerade neugierige Menschen sind gut geeignet als Pioniere, weil flexibel, kreativ und fähig, mit wenig was zu machen. und der typische Pionier ist ja grad der Mensch, der sich gern vielfältigen Herausforderungen stellt...
Bei dem bin ich auch etwas nachdenklich. Im Film heisst es, dass der typisch Scanner zB eine Arbeit vollständig lebt, und bis ins Kleinste kennen lernt - bevor die Langeweile kommt.Du kannst natürlich alle 2 Jahre den Mann austauschen, das ist eine Frage der Präverenzen, oder wie es RWL sagte, deine Wahl. Das kann man sicher auch mit Scannertyp und sonst was schönreden, wenn es sich dann auch schön anfühlt, ist es ja ok. Aber tut es das?
Andere Menschen kann man aber nicht so "vollständig durchleben und kennen", auch jene, die man sehr gut kennt nicht, auch nach vielen Jahren nicht. Da kann man sich schon fragen, ob die grössere Nähe einer langfristigen Beziehung gemieden werden soll durch das dauernde "zurück an den Start", und ja, darin sehe ich durchaus etwas, das mich unreif, kindlich dünkt.
ich bin ja auch so ein Scanner. Den Satz "das kannst du doch nicht alles machen!" hab ich auch schon mehrfach gehört.^^Vieles liegt bekanntlich ja auch irgendwo in der Mitte, also auch die Fähigkeit und Willigkeit sich auf etwas mal kontinuierlicher einzulassen.
Doch, ich kann. Für mich ist das "eine Stunde pro Woche"-Modell sehr gut: ich kann eine Menge Dinge (ungefähr) einmal wöchentlich machen, und das dann aber mit Beständigkeit und über viele Jahre hinweg, mit Spass und Freude an all diesen Dingen.
Ich hab da auch Dinge gefunden, die sich so schnell nicht erschöpfen, bzw die ein Leben lang immer Neues bringen können; eine anspruchsvolle Kampfkunst, eine anspruchsvolle Therapierichtung, Kunst sowieso (ein Fass ohne Boden!), et cetera. Inklusive auch stabile Beziehungen, die mir nicht langweilig werden, und nicht überdrüssig... aber auch hier: ich seh eigentlich niemanden täglich, aber ich sehe eine Menge Leute regelmässig.
gruss, barbara
Sowohl die Leute, die sich völlig in etwas verhakeln und dann eng im Geist werden, als auch die "Schmetterlinge", die ständig herumflattern, leben sicher einen Teil davon aufgrund ihrer Persönlichkeit, aber sind sie noch in einer gemäßigten gesunden "Mitte" oder kommen andere Themen dazu, die sie in einen Vermeidungs- und Verdrängungsmodus bringen? Letztlich muss das jeder für sich rausfinden, einfach aufgrund seines Leidensdrucks.
Kategorien finde ich da nur immer etwas verführerisch um zu sagen: "ja ich bin so ein Typ. Punkt. Wenn man sich damit wohl fühlt, ist das ja ok, aber dann brauch ich keine Kategorien, sondern dann kann ich auch einfach so zu mir stehen.[/QUOTE]


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