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Ergebnis 11 bis 20 von 45
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03.12.2015, 10:47
AW: Erwachsensein, Halt finden, Stabilität
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03.12.2015, 10:50
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03.12.2015, 18:32Inaktiver User
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03.12.2015, 19:46Inaktiver User
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03.12.2015, 20:00Inaktiver User
AW: Erwachsensein, Halt finden, Stabilität
Ich bin auch bekennende Tagträumerin.

Das verleiht mir manchmal sogar Stabilität. Wenn ich nachts aufwache und ans Büro denke, oder wenn ich im Stau stehe, oder wenn der Zug sich verspätet - knipse ich mich einfach in einen Traum rein. Und während andere Gedankenkarussel fahren oder ins Lenkrad beißen, nehme ich als Filmstar den Oscar entgegen oder ahle mich in der Karibiksonne mit einem Adonis oder was auch immer. Kostet nichts, tut keinem weh, hat keine Kalorien.
Dann und wann merke ich einem Traum an, was meinem Leben gerade fehlt. Aber dann bereue ich nicht, dass ich nicht Filmstar geworden bin, sondern schaue, dass ich mal wieder eine Portion Glamour tanken kann, mit einem neuen Kleid in eine Premiere oder so.
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03.12.2015, 21:25
AW: Erwachsensein, Halt finden, Stabilität
Susia, warum willst du anders werden?
Stört dich etwas an dir, oder findest du, dich sollte etwas stören?
Kenn ich. Kennt, glaube ich, jeder. Man kriegt ja was, für die Energie, die man in sein Leben steckt, also steckt man recht viel rein und hat keine so riesigen Reserven, und manchmal ist man am Ende eines Tages oder einer Woche völlig platt, weil man sich übernommen hat. In echten Krisen stellt man sich ganz schnell auf die geänderten Umstände ein und schiebt die Energie ins notwendige, aber gerade der Kleinkram (und die Dauerzustände) erwischen einen doch immer wieder.
Vielleicht macht denen das Spaß, was sie tun, und sie ziehen da Energie raus, anstatt welche zu verbraten. Oder sie sind einfach von sanguinem Temperament. Oder die können Stille nicht gut ab. Oder sie sind es ihrem Selbstbild schuldig, so aufzutreten. Ist ja schön für sie, muß man selber aber nicht machen, wenn es einem nichts gibt. Das ist kein Wettbewerb, und wenn es einer wäre, wäre das nicht die Siegbedingung.
Und: "gefestigt" ist immer eine Momentaufnahme. Gefestigt ist man so lange, wie man weiß, was als nächtes sinnvoll zu tun ist. Oder glaubt, es zu wissen. Zweifel und Ratlosigkeit fressen das "gefestigt". Nach meiner Erfahrung kann man um so länger gefestigt wirken, je länger man noch Ideen hat, was man sinnvoll machen kann.
Warum?
Du kannst natürlich lernen, gefestigter zu wirken. Das ist ein Gestus. Aber du machst dich damit anfälliger gegenüber Zweifeln, weil du im gleichen Moment wo die kommen, auch an deinem Gestus zweifelst. Andererseits, als die Person angesehen zu werden, die immer cool und stark ist, kann einem helfen, miese Situationen durchzustehen, weil man das Selbstvertrauen hat -- oder sich nicht traut, dabei erwischt zu werden, es nicht zu haben. Aber warum willst du das?
Ist das etwas, daß du in deinem Leben brauchst?
Das klingt doch eigentlich nach einer guten Art, daran gewöhnt zu bleiben, daß das Leben viel Unerwartetes bringt, und einen komplett überraschen kann. Wenn du das nicht wertest, sondern erforschst, ist das eine Quelle von Stabilität, wenn die Welt anfängt zu wackeln. Sich in andere Menschen und Welten und Leben zu denken braucht ja auch eine gewisse emotionale Energie, die du in der Hinterhand hast, wenn du sie mal brauchst.
Was tust du denn dann? Stellst du dir vor, du machst es richtig und jeder mag dich? Oder stellst du dir vor, du bist der geheime König der Welt machst den Fehler nur, damit dir dein Rang nicht zu Kopf steigt? Oder stellst du dir das schlimmste vor, was aus dem Fehler erwachsen kann und bist dann erleichtert, daß es das nicht tut? Oder liegst du in Gedanken einfach in der Südsee am Stand und läßt die Wellen rauschen?
Da müssen andere Leute Kurse für belegen!
Wenn du bemerkst, daß deine Gedanken und Tagträume und Grübeleien dich runterziehen, mach dir bessere. Klingt zu einfach, ist nicht einfach, aber mit ein bißchen Übung kann man das machen, mit der Gewohnheit, sich in andere Situationen zu denken, hat man sein Handwerkszeug ja schon dabei.Geändert von wildwusel (03.12.2015 um 21:49 Uhr) Grund: Tippfehler in Quote tags sind doof.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.12.2015, 22:07
AW: Erwachsensein, Halt finden, Stabilität
Ich hab bedeutend mehr Ideen und Träume, als ich je umsetzen kann, es gibt so viel interessante Dinge, da muss ich Prioritäten setzen.
Das heisst aber auch, dass ich nicht jeden Traum realisieren muss. nur die zwei, drei Grössten und Wichtigsten. Und die andern darf ich einfach als emotionale Schoggicreme geniessen.
gruss, barbara
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04.12.2015, 06:04Inaktiver User
AW: Erwachsensein, Halt finden, Stabilität
Hallo TE,
wie ist denn Deine Position, in dem Moment, wo Du die anderen Menschen beobachtest und das so fest stellst?
Bist Du dann im Gespräch mit ihnen oder betrachtest Du nur mit Abstand andere beim Reagieren?
Wenn Du im Gespräch bist- was ist dann das Thema?
Wenn Du im Gespräch bist- wie nah oder fern bist Du dem Gegenüber dann?
Wenn Du im Gespräch bist- wie offen bist DU in dem Moment?
wir haben alle auch eine weiche Seite in uns- sie muss nur zum Klingen gebracht werden und dazu braucht es den Zugang, die Verbindung und auch die Bereitschaft (die wiederum dann kommen kann, wenn der andere Verbindung aufnehmen kann).
Es hat also ganz maßgeblich damit zu tun, wie wir auf die Menschen zugehen um zu erkennen, dass alle Weichheit besitzen und oft gerade in Härte und Ablehnung, der Wunsch nach Weichheit ganz besonders vorhanden ist.
lg kenzia
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04.12.2015, 15:51
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04.12.2015, 15:52
AW: Erwachsensein, Halt finden, Stabilität
Das glaube ich auch. Aber irgendwie scheine ich - momentan - bei manchen Gedanken "festzustecken", d.h. ich komm und komm nicht davon los ...
Es sind keine gravierenden Vorfälle, eher "die Geister der Vergangengeit", die immer wieder rufen - und denen ich (zu) gerne zuhöre.
Hm.Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.



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