Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. User Info Menu

    Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Liebes Forum,

    wenn ich im falschen Forum bin, bitte verschieben. Ich suche Rat…

    Ich bin 33 und führe ein subjektiv und objektiv glückliches Leben mit Partner, zwei kleinen Kindern, Familie, Freunden, hab ein abgeschlossenes Studium und einen guten Job (derzeit allerdings bin ich in Elternzeit). Vor meiner jetzigen Beziehung und den Kindern war ich allerdings lange Single und nach einer sehr unglücklichen Liebe lange nicht in der Lage, mich auf jemand einzulassen, obwohl ich es mir sehr gewünscht habe und meine Chancen hatte.

    Seit meiner Jugend habe ich mich immer wieder gefragt, ob ich an einer Depression leiden könnte, denn ich hatte immer wieder traurige, hoffnungslose, verzweifelte Phasen. Habe immer wieder daran gedacht, eine Therapie zu machen, habe es aber nie angepackt, auch deswegen, weil ich mir nie sicher war, ob ich nun tatsächlich krank bin, oder nur mein unglückliches Beziehungs- oder Nichtbeziehungsleben an meiner Stimmung schuld war.

    Und nun, wo ich meinen Freund und meine Kinder habe, bin ich tatsächlich glücklich und glaube nicht mehr an eine Depression, auch wenn ich immer ein melancholischer Typ bleiben werde. Aber ich habe festgestellt, dass ich tatsächlich einige ungute Charakterzüge und Verhaltensweisen habe, die mir immer noch das Leben schwer machen. Ich kenne sie, finde aber keinen Weg, sie zu ändern.

    Beispiele: ich MUSS immer und unbedingt von allen gemocht werden. Selbst, wenn ich persönlich bestimmte Leute gar nicht mag, ich versuche dennoch zwanghaft, ihnen zu gefallen. Ich tue das, indem ich mich in sie einfühle und anpasse. Das hat dazu geführt, dass ich zwar sehr beliebt bin, aber es ist auch irre anstrengend und ein Standbein meiner Beliebtheit ist eben auch die Angepasstheit und daraus resultierende Pflegeleichtigkeit. Und dann bin ich natürlich auch furchtbar harmoniesüchtig und konfliktscheu. Will es immer allen und jedem recht machen.

    Dann bin ich unglaublich streng mit mir. Habe an mich selbst viel strengere Maßstäbe, als an andere. Und ein sehr aktives schlechtes Gewissen. Lasse anderen Dinge durchgehen (und auch unter anderem, wie diese anderen mit mir umgehen), für die ich mich schnell schuldig fühle. Leider hat sich das mittlerweile auch in meine Beziehung eingeschlichen.

    Es gibt noch andere Beispiele für meine Neurosen oder wie man es nennen mag.

    Darüber weiß ich manchmal gar nicht, was ich eigentlich will, wer ich eigentlich bin. In wie weit dieses Verhalten zu mir gehört, Persönlichkeit oder eben krankhaft ist. Habe das spontane Reagieren verlernt. Alles dreht sich erst stundenlang in meinem Kopf

    So, nun weiß ich das alles, schaffe es aber nicht, dass diese Dinge vom Kopf in mein Herz und meinen Bauch gelangen sollen. Gibt es dafür praktische Anleitungen?

    Wäre eine Verhaltenstherapie etwas für mich? Wenn ja, wie kommt man an so was, telefoniert man einfach die Psychotherapeuten oder Ärzte durch, brauche ich eine Überweisung, zahlt die Krankenkasse?

    Danke für euren Rat!

  2. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Bezahlt wird eine Therapie von der Krankenkasse. Drum sollte dein erster Weg zum Arzt führen. Der wird dann feststellen, ob er dich zum Facharzt überweist. Der wird wiederum feststellen, ob du eine Therapie brauchst. Eine Liste mit entsprechenden Therapeuten findest du auf der Seite deiner Krankenkasse oder bekommst sie vom Facharzt.

    Schmerzhafte Phasen nach gescheiterten Beziehungen oder wenn man sich nach einer Beziehung sehnt sind unangenehm, sind aber meist nur depressive Verstimmungen aber noch keine Depression. Zu letzterer gehören mehrere Symptome, die gegeben sein müssen. Diese wird der Arzt mit dir abklappern.

    Grundsätzlich ist eine Therapie angebracht, wenn das subjektive Leiden groß ist. So wie ich dein Post verstanden habe, geht es dir momentan ja recht gut. Du bist glücklich mit Mann und Kindern und hast einen tollen Beruf (auch wenn du derzeit in Elternzeit bist). Die Probleme und Verhaltensweisen die du benennst, erscheinen mir aus der Ferne als für dich bisweilen nervig, aber eben auch menschlich. Niemand ist "perfekt". Sollten deine "Schwächen" dich jedoch massiv stören und eine Therapie von deinem Arzt nicht befürwortet werden, so könntest du auch über ein Coaching nachdenken oder über eine klassische Lebensberatung. Dafür brauchst du keinen Arzt sondern nur den Mut, dort anzurufen und einen Termin auszumachen.
    Geändert von beklamo (20.11.2015 um 12:06 Uhr)
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  3. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Ich empfehle Dir das Buch "Leben kann auch einfach sein! So stärken Sie ihr Selbstwertgefühl" von Stefanie Stahl
    Die Autorin gibt viele konkrete und leicht umsetzbare Ratschläge, wie man sein Selbst stärken kann. Die Stärke des Buches ist, dass man sich durch seine Lektüre viel besser selbst reflektiert. Dies unterscheidet das Buch von vielen anderen Ratgebern zu diesem Thema, die meines Erachtens zu oberflächlich ansetzen. Dabei i ist es stets leicht lesbar und von vielen anschaulichen Fallbeispielen durchzogen.
    Betrachte schwierige Situationen nicht als Zumutung, sondern als Übung oder Experiment

    Man sollte die Liebe ernst nehmen, aber nicht tragisch
    (André Maurois)

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    Bezahlt wird eine Therapie von der Krankenkasse. Drum sollte dein erster Weg zum Arzt führen. Der wird dann feststellen, ob er dich zum Facharzt überweist. Der wird wiederum feststellen, ob du eine Therapie brauchst. Eine Liste mit entsprechenden Therapeuten findest du auf der Seite deiner Krankenkasse oder bekommst sie vom Facharzt.
    Grundsätzlich kann jeder Menschen Psychotherapien machen so viel er will, z.B. zur Persönlichkeitsreifung, aus Gründen der Selbsterfahrung. Nur muss er sie selber bezahlen.

    Wenn Du eine krankenkassenfinanzierte Psychotherapie machen willst, wird dir eine psychische Störung/Diagnose nachgewiesen.

    Ein Überweisung brauchst du definitiv nicht. Ich weis auch nicht warum das immer wieder behauptet wird, es ist Blödsinn.
    Du kannst Dir selbständig einen kassenzugelassenen Psychotherapeuten suchen. Dir stehen 5 Probatorische Sitzungen zu, um den Psychotherapeuten und seine Methode kennen zu lernen und auszuprobieren. Spätestens dann musst du dich entscheiden, ob du mit diesem Menschen weiter arbeiten willst. Der Psychotherapeut stellt dann den Antrag und du unterschreibst.
    Für den Antrag muss du nur noch einen Konsularischen Bericht von einem Arzt bei bringen, das deine Probleme keine körperliche Ursache haben. Dieser Bericht ist aber nur fällig, wenn der Psychotherapeut ein psychologische Psychotherapeut und kein Ärztliche Psychotherapeut ist.

    Ich persönlich würde dir bei deiner Fragestellung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie raten.

    Grüße
    Luftpost

  5. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Zitat Zitat von linaw82 Beitrag anzeigen
    .

    Dann bin ich unglaublich streng mit mir. Habe an mich selbst viel strengere Maßstäbe, als an andere. Und ein sehr aktives schlechtes Gewissen. Lasse anderen Dinge durchgehen (und auch unter anderem, wie diese anderen mit mir umgehen), für die ich mich schnell schuldig fühle. Leider hat sich das mittlerweile auch in meine Beziehung eingeschlichen.
    Das mit der Strenge kenne ich sehr gut von mir. Ich kam da aber mit Selbstreflektion schon sehr viel weiter. Ich habe mein Augenmerk genau darauf mal gelenkt und die Strenge mir gegenüber bewusst runtergefahren auf den Level, den ich im Umgang mit anderen pflege. Ob man das kann, das hängt natürlich von vielen Faktoren ab.

    Es kann bei dir ja noch weit mehr dahinter stecken, weil du dies ja nur als ein Beispiel von mehreren Dingen aufführst. Es kommt auch darauf an, wie geübt man im Umgang mit sich selbst ist. Ich habe sehr viel in meinem Leben mit Selbsterfahrung, Therapie in klassischen und alternativen Formen etc gemacht. Daher komme ich mit Selbstcoaching, oder auch professionellem Coaching inzwischen auch bei komplexeren Themenstellungen ganz gut voran.

    Eine klassische Therapie kannst du natürlich machen, wobei ich da keine Therapieform empfehlen will. Denn die steht und fällt letztlich mit der Person des Therapeuten und dem Vertrauensverhältnis, das ihr habt. Ich habe gute Erfahrungen mit Verhaltenstherapie bei meiner letzten Therapeutin gemacht. Allerdings war die auch sehr offen dafür, dass ich alternative Methoden wie Familienstellen und Körpertherapie praktizierte.

    Das wichtigste ist dein eigener Wunsch zur Veränderung und dass du das dann aktiv angehst. Das können dann auch ganz unterschiedliche Maßnahmen sein, die sich aber gut ergänzen. Die Wartezeiten für eine klassische Therapie sind meist sehr lang, mindestens 6 Monate. Du kannst zur Überbrückung ja durchaus mal mit Selbstcoaching-Literatur anfangen.

    Evtl. reicht wirklich nur Lebensberatung, Coaching o.ä. Begleitend zu allem finde ich übrigens Achtsamkeits-und Wahrnehmungsschulung gut. Denn in unserer Wahrnehmung bewusst zu werden ist letztlich die Basis von allem. Du kannst dadurch lernen zu spüren, wann du deine Grenzen überschreitest oder überschreiten lässt, und vor allem lernst du dich nicht dafür zu verurteilen, wenn du in der Situation erstmal nichts machen kannst. Du nimmst es wahr wie es ist und akzeptierst es erstmal. Gerade in eingefahrenen Situationen ist das meist die Basis, um Veränderungen überhaupt möglich zu machen.

    Zur Achtsamkeits- Wahrnehmungsschulung gibt es mittlerweile haufenweise Literatur. praktische Übungen stecken aber auch seit jeher in allen körperorientierten Methoden drin. Progressive Muskelentspannung eignet sich hierfür sehr gut, auch alles, was viel mit dem Focus Atmung arbeitet, z.B. Yoga, oder Körperarbeit wie Feldenkrais, Tanztherapie etc.
    Geändert von Amelie63 (21.11.2015 um 10:16 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  6. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Es gibt auch noch etwas anderes, sozusagen ein Zwischenschritt zur Therapie.

    Meine Freundin, eine psychologische Psychotherapeutin (also eine Diplompsychologin mit Krankenkassenzulassung) empfiehlt manchen Leuten auch ein Selbsterfahrungsseminar, nämlich die "Heldenreise".

    Du kannst mal unter Heldenreise, Wasserburg am Inn, googlen. Es gibt nämlich mehrere Anbieter, und diese sind seriös und sehr erfahren.

    Mein Freund war auch schon dort. Dort geht es darum seine verschiedenen Persönlichkeitsanteile zu integrieren. Bei Dir wäre das der Teil, der immer von allen geliebt werden will (was ist früher passiert wenn Du den Erwartungen der Eltern nicht entsprochen hast?) und der Teil der so streng ist mit Dir.

    Man kann dort in einer intensiven knappen Woche Vieles ans Tageslicht holen und verarbeiten, setzen muss es sich dann daheim. Es gibt viele Leute die jedes Jahr ein Seminar zu einem anderen Thema dort machen.

    Vielleicht wäre so etwas auch passend für Dich. Allerdings muss man das selber bezahlen.

    Alternativ suchst Du Dir eine Therapeutin mit Krankenkassenzulassung, gehst mit Deiner Krankenkassenkarte hin und diese sagt Dir in den ersten fünf Stunden, die ja jedem zustehen, ob Du eine behandlungsbedürftige Depression hast oder nicht.

    Wenn nein, musst Du die Therapiesitzungen selber bezahlen. Es ist aber auch die Frage ob sie Dich nimmt, denn es gibt Wartelisten und Menschen, denen es sehr viel schlechter geht als Dir.

    Bei Therapeuten ohne Krankenkassenzulassung musst Du sehr auf die Qualifikation achten, und bei Heilpraktikern für Psychotherapie wäre ich sehr vorsichtig. Die mussten in ihrer Heilpraktikerprüfung lt. Gesetz nur beweisen, dass sie "der Volksgesundheit nicht schaden". Bei uns an der Volkshochschule gibt es einen Kurs für diese Prüfung.

  7. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen

    Alternativ suchst Du Dir eine Therapeutin mit Krankenkassenzulassung, gehst mit Deiner Krankenkassenkarte hin und diese sagt Dir in den ersten fünf Stunden, die ja jedem zustehen, ob Du eine behandlungsbedürftige Depression hast oder nicht.

    Wenn nein, musst Du die Therapiesitzungen selber bezahlen. Es ist aber auch die Frage ob sie Dich nimmt, denn es gibt Wartelisten und Menschen, denen es sehr viel schlechter geht als Dir.
    von dem Fall habe ich in der Praxis noch nie gehört, dass das jemand hätte nachträglich selbst bezahlen müssen. Letztlich schreiben die Therapeuten in den Antrag schon irgend eine Diagnose, die entsprechend von den KK akzeptiert wird. Deshalb würd ich mich von den Diagnosen auch nicht so beeindrucken lassen, sie haben erst einmal abrechnungstechnische Gründe.
    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    Bei Therapeuten ohne Krankenkassenzulassung musst Du sehr auf die Qualifikation achten, und bei Heilpraktikern für Psychotherapie wäre ich sehr vorsichtig. Die mussten in ihrer Heilpraktikerprüfung lt. Gesetz nur beweisen, dass sie "der Volksgesundheit nicht schaden". Bei uns an der Volkshochschule gibt es einen Kurs für diese Prüfung.
    HPs müssen aus eigener Tasche bezahlt werden (evtl gibts Zusatzversicherungen, aber ob die auch für die HP für Psychotherapie gelten, keine Ahnung.) Und ich wäre immer vorsichtig, auch zugelassene Ärzte und Therapeuten sind nicht immer fähig. Mir hat da immer wieder Mund- zu Mund-Probaganda im eigenen Bekanntenkreis geholfen, und letztlich steht und fällt, wie ich schon schrieb, die Therapie oder Beratung mit der Beziehungsqualität.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Und ich wäre immer vorsichtig, auch zugelassene Ärzte und Therapeuten sind nicht immer fähig. Mir hat da immer wieder Mund- zu Mund-Probaganda im eigenen Bekanntenkreis geholfen, und letztlich steht und fällt, wie ich schon schrieb, die Therapie oder Beratung mit der Beziehungsqualität.
    Da stimme ich Dir voll und ganz zu!

    Weiter oben hast Du mich missverstanden, ich meinte, falls der Antrag des Therapeuten auf Kostenübernahme durch die KK abgelehnt wird, müsste man die Therapie, so man sie denn noch will, selber zahlen.

    Das ist mir selber mal passiert, mir wurde gesagt ich sei zwar in einer Lebenskrise, aber psychisch völlig gesund und deshalb stünde mir keine Therapie zu.
    Kann natürlich auch sein, dass die Therapeutin das gesagt hat und den Antrag gar nicht erst abgeschickt hat.

  9. Inaktiver User

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Raratonga,
    ein Kurs an der VHS zur Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker Psychotherapie ist nur das, was er aussagt ... eine Prüfungsvorbereitung. Den Stoff für die Prüfung muss sich der Vorbereitende selbst "drauf schaffen".
    Und dieser Stoff ist nicht ohne ... die Diagnose-Kriterien nach dem ICD10 müssen sitzen, mit Rate-mal bei den Fragen bricht der Prüfling gnadenlos ein.
    Die Prüfungsvorbereitung gilt lediglich für die schriftliche Prüfung, ist diese Hürde genommen indem sie bestanden wurde, kommt die mündliche Prüfung. Rauscht man bei der mündlichen Prüfung durch, muss man die schriftliche Prüfung trotz Bestehens wiederholen, um erneut zur mündlichen Prüfung zugelassen zu werden.

  10. User Info Menu

    AW: Brauche ich eine Therapie, wenn ja, welche?

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    Das ist mir selber mal passiert, mir wurde gesagt ich sei zwar in einer Lebenskrise, aber psychisch völlig gesund und deshalb stünde mir keine Therapie zu.
    Kann natürlich auch sein, dass die Therapeutin das gesagt hat und den Antrag gar nicht erst abgeschickt hat.
    Das vermute ich auch. Denn wenn die Therapeuten jemanden behandeln wollen, dann wissen die auch, wie sie das bei der KK beantragen müssen, damit das klappt. Schwieriger wirds, wenn die letzte Therapie noch keine 2 Jahre zurück liegt, dann müssen bestimmte Kriterien vorliegen, damit eine erneute Therapie finanziert wird (z.B. veränderte Lebenssituation wie Arbeitslosigkeit oder so was) Aber das ist bei der TE ja nicht der Fall.

    Das es was mit der Schwere der Erkrankung/Störung zu tun hat, ob und wie schnell man eine Therapieplatz bekommt, kann ich zumindest aus der Stadt, in der ich zuletzt gewohnt habe, nicht bestätigen. Da hatte ich eher den Eindruck, dass sich Therapeuten gerne die leichteren Fälle (Beziehungsprobleme oder so was) oder besser behandelbaren Fälle (Angststörungen usw) rauspicken, aber Depressive nicht gerade zu den "Lieblingspatienten" gehören, da diese Fälle oft sehr - nennen wir es mal - zäh sind. Ich selbst hatte das Glück sofort in eine Lücke zu rutschen, weil bei mir Krebsverdacht im Raum stand (der sich dann nicht bestätigt hatte). Aber letztlich werden die Therapeuten da in ihrer Auswahl frei sein, denn niemand weiss schließlich, wer ihnen da alles auf den AB spricht. Und wenn sie es sich raussuchen können, dann verdienen vll schon einige lieber ihr Geld mit einer "Lebenskrise" als mit einer "Depression" um es mal etwas ketzerisch zu formulieren.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •