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  1. Inaktiver User

    Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Hallo liebe BriCom,

    mich beschäftigt meine Sichtweise auf Beziehungen gerade sehr. Ich habe ein sehr pessimistisches Bild von partnerschaftlichen Beziehungen.
    In meinem Kopf kleben Grundannahmen fest, die mir mehr schaden, als nützen und die ich los werden will.
    Z.B. gibt es da:

    1. Wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, würde jeder seinen Partner betrügen.
    2. Wenn Kinder/Haus/Hund/Vollzeitjob erstmal da sind, geht es mit dem Sexleben bergab. Über kurz oder lang führt das u.a. wegen Punkt 1 zum Ende der Beziehung.
    3. Menschen sind nicht für dauerhafte Beziehungen gemacht.
    4. Egal wie schön/klug/witzig man ist, der Partner wird sich trotzdem über kurz oder lang auch für andere Personen interessieren.

    Das seltsame ist: Ich bin Mitte 20, meine Eltern führen immer noch eine sehr zufriedene Ehe und ich bin seit 2,5 Jahren in einer wirklich glücklichen Beziehung.
    Die einzig schlechte Erfahrung, die ich bisher in einer Beziehung gemacht hab, war mit 17. Ich wurde einmalig betrogen. Er hat es sofort gestanden und wir waren danach noch 2 Jahre zusammen, in denen wir sehr intensiv über diesen Vorfall gesprochen haben, bis es für mich erledigt war und ich verzeihen konnte. Inzwischen bin ich völlig über diese Erfahrung hinweg und mit dem Mann nach wie vor eng befreundet.

    Nun habe ich also einen Partner, der wunderbar ist und so, wie ich mir "den für immer" vorstelle. Und trotzdem kommt mir meine eigene fatalistische Sichtweise immer wieder in die Quere, weil sie unnötig Angst schürt.

    Wie kann ich lernen, eine positivere Sicht auf das Ganze zu bekommen?
    Hat jemand einen Rat?

    Vielen Dank!
    Elice

  2. User Info Menu

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    1. Wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, würde jeder seinen Partner betrügen.
    2. Wenn Kinder/Haus/Hund/Vollzeitjob erstmal da sind, geht es mit dem Sexleben bergab. Über kurz oder lang führt das u.a. wegen Punkt 1 zum Ende der Beziehung.
    3. Menschen sind nicht für dauerhafte Beziehungen gemacht.
    4. Egal wie schön/klug/witzig man ist, der Partner wird sich trotzdem über kurz oder lang auch für andere Personen interessieren.


    Elice

    Hallo Elice,

    ich finde die 4 Punkte gar nicht so fatalistisch, weil ich selbst aus meinen vielen Erfahrungen berichten kann, dass es so sein kann, wie du es aufzählst.
    Kann - muss nicht!

    Mir selber ist es lieber, wenn ich weiss, was auf mich zukommen könnte ...
    muss nicht, aber kann!

    Ansonsten bleibt "eigentlich" nur "Vertrauen ins Leben" ...mehr nicht!
    Aber auch nicht weniger.

    Lieben Gruss

    Lyanna

  3. Inaktiver User

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    elice, ich finde deine punkte gar nicht so fatalistisch, sondern eher realistisch.

    mir fällt aber auf, dass du sie sehr negativ, fast aggressiv formulierst. finde ich jedenfalls. und ich frage mich, wieso?

    könnte es sein, dass dein unterbewusstsein alarm schlägt, weil dein scheinbar perfektes leben doch nicht so perfekt ist? weil dein mann doch nicht so traumhaft ist? weil die idee, mit ihm den rest deines lebens zu teilen, sich wie eine endstation anfühlt?

  4. User Info Menu

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Glückwunsch!
    Ich vermute, du gehörst zu denjenigen, die über kurz oder lang für sich begreifen werden,
    dass "glückliche Beziehung führen" nicht wirklich das lebenserfüllnde Prinzip per se ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    weil die idee, mit ihm den rest deines lebens zu teilen, sich wie eine endstation anfühlt?
    Eben dies.
    Vielleicht ist Fremdgehen oder Schluß nicht deine Angst, sondern viel mehr das Gefühl des Stillstandes. Der fehlenden Herausforderung.
    Du bist jung, du hast "alles" auf diesem Gebiet "erreicht" und fragst dich insgeheim - was kann denn überhaupt noch folgen?
    Im Prinzip zählst du die Varianten auf und ja, über kurz oder lang, kommt auch die Interesse an anderen ins Spiel. Ist so. (Wie man das dann gestaltet ist dann eine neue Sache und kann auch abenteuerlich werden. Hängt von Reife und Bereitschaft ab.)
    Dann siehst du zu deinen Eltern auf. Und siehst - eine zufriedene Ehe. Über X Jahre.
    Endstation.
    Aber willst du die Erfahrung, das Leben deiner Eltern wiederholen? Ich weiß es nicht.
    Ich schätze dir wird irgendwann mal das Abenteuer in der Liebe fehlen.
    Sich mit verschiedenen Menschen neu und unterschiedlich selbst entdecken, durch sie die Welt entdecken. Riskieren, verlieren, ausprobieren, sich treiben lassen und bekommen - leben.
    Ohne vorgegebenen Ergebnissen.

    Kannst du was damit anfangen?

    Kaori
    Geändert von KaoriNight (12.11.2015 um 05:22 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    mir fällt aber auf, dass du sie sehr negativ, fast aggressiv formulierst. finde ich jedenfalls. und ich frage mich, wieso?
    Ich gebe hierzu meine eigene Vermutung ab, weil ich es ähnlich empfand und noch tue.
    Die Aggressivität rührte bei mir daher, dass man globalgesellschaftlich das so nicht aussprechen/denken "darf". Und demnach nicht offen damit lebt.
    Eigentlich liegt es auf der Hand. Eigentlich sind die Erfahrungswerte überall ähnlich.
    Eigentlich ist's doch klar...
    Und dennoch tun "alle" so, als wäre dies nicht der Fall.
    Man spricht nicht darüber in der Klarheit, in der es aber rein empirisch vorkommt.
    Beobachtung und Behauptung (und die darauf folgende Lebenseinstellung) divergieren.
    Und so fühlt man sich, als dürfte man etwas nicht so sehen wie es aber eigentlich doch IST.
    Daher die Selbstbetitelung der eigenen Sicht als fatalistisch.
    Weil im Vergleich zur Einstellung anderer dieses Bild tatsächlich als fatalistisch gilt.
    Obwohl es eigentlich der Realität entspricht.
    Es ist das Unausgesprochene, das Wunschdenken, die Angst anderer - die einen selbst in ein Denkkorsett zwingen, obwohl einem klar ist, wie es läuft..
    So wars bei mir jedenfalls.

    Kaori
    Geändert von KaoriNight (12.11.2015 um 05:24 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Er hat es sofort gestanden und wir waren danach noch 2 Jahre zusammen, in denen wir sehr intensiv über diesen Vorfall gesprochen haben, bis es für mich erledigt war und ich verzeihen konnte. Inzwischen bin ich völlig über diese Erfahrung hinweg und mit dem Mann nach wie vor eng befreundet.
    Nur mal gefragt: das von mir fett markierte glaubst Du tatsächlich?

    lg kenzia

  7. User Info Menu

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Hallo Elice,

    Ein spannendes Thema hast du da angesprochen... Ich stehe vor ähnlichen Fragen. Und meine Tendenz geht gerade in die Richtung: Akzeptieren. Ja, wenn zwei Menschen lange ein Paar sind, dann werden da Herausforderungen auftauchen. Und dann eben die Frage: Wie kann ich gut damit umgehen? Statt zu sagen: Das wird niemals schwierig werden!

    Wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, würde jeder seinen Partner betrügen.
    Das geht ein bisschen in die Richtung: Wenn du das Richtige bietest ist jeder Mensch käuflich. Ja, bestimmt. Es lassen sich garantiert für JEDEN Menschen Gelegenheiten bauen, die dieser nicht ausschlagen würde. Wobei es bestimmt Menschen gibt die häufiger eine Gelegenheit erkennen und andere denen das (fast) nie passiert, weil da extrem viele Zufälle zusammen kommen müssten...

    Wenn Kinder/Haus/Hund/Vollzeitjob erstmal da sind, geht es mit dem Sexleben bergab. Über kurz oder lang führt das u.a. wegen Punkt 1 zum Ende der Beziehung.
    Über Kinder kann ich nix sagen. Haus/Hund/Vollzeitjob haben wir. Und der Sex macht immer noch Spaß

    3. Menschen sind nicht für dauerhafte Beziehungen gemacht.
    Ich weiß nicht, ob Menschen für irgendwas "gemacht" sind. Was ich glaube: Verliebt sein geht von selber. Da sind Menschen körperlich super dafür prädistiniert. Ist einfach nur schön und von Hormonen getragen. Ab einem bestimmten Punkt "passiert" Beziehung dann leider nicht mehr automatisch. Da kommt dann eine bewusste Entscheidung ins Spiel: Ja, ich möchte mit diesem Menschen länger zusammen sein. Und ich bin bereit Arbeit und Zeit zu investieren. Mir ist klar, dass es wunderbare Zeiten geben wird und Zeiten die eher anstrengend sind. Wenn Jemand nicht bereit ist das zu akzeptieren und immer Schmetterlinge will, dann wird schwierig mit der dauerhaften Beziehung glaube ich. Aber ist ja auch eine Entscheidung. Ich will immer Leidenschaft und Hormone. Und ich bin bereit mich dafür immer wieder zu trennen und immer wieder auf eine neue Person einzulassen...

    Egal wie schön/klug/witzig man ist, der Partner wird sich trotzdem über kurz oder lang auch für andere Personen interessieren.
    Sehe ich genauso. Die Welt ist voller spannender Menschen. Und natürlich bin ich nicht die einzige interessante Frau auf diesem Planten. Genauso wie mein Partner nicht der einzige spannende Mann ist. Aber das muss uns ja nicht davon abhalten uns füreinander zu entscheiden. (Und wieweit "diese Person interessiert mich auch" gehen darf... da sind wir seit Monaten in harten und anstrengenden Verhandlungen/Gesprächen/Diskussionen)
    Geändert von Yadira (12.11.2015 um 11:17 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    1. Wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, würde jeder seinen Partner betrügen.
    2. Wenn Kinder/Haus/Hund/Vollzeitjob erstmal da sind, geht es mit dem Sexleben bergab. Über kurz oder lang führt das u.a. wegen Punkt 1 zum Ende der Beziehung.
    3. Menschen sind nicht für dauerhafte Beziehungen gemacht.
    4. Egal wie schön/klug/witzig man ist, der Partner wird sich trotzdem über kurz oder lang auch für andere Personen interessieren.
    Wie wäre es mit umformulieren?

    1. Die meisten Menschen begehren dann und wann jemanden sexuell, der nicht der eigene Partner ist. Das ist nichts Schlimmes, man muss es nicht persönlich nehmen, sondern muss gemeinsam verabreden, wie man damit umgeht.

    2. Eine gemeinsame, erfüllende Sexualität zu erhalten, ist ein zentrales Element einer Beziehung, für das beide Partner verantwortlich sind.

    3. Die Natur legt Beziehungen erstmal nur auf ein paar Jahre aus - zur Fortpflanzung und Brutpflege. Es ist etwas Wunderbares, wenn Menschen auch darüber hinaus in Liebe zusammenleben.

    4. Mein Partner muss mir nicht alles sein, und ich muss meinem Partner nicht alles sein. Aber wir sind darauf bedacht, uns gegenseitig dennoch etwas Besonderes zu sein.

  9. Inaktiver User

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    Ich finde es übrigens gut, wenn man lebenslange Ehe und sexuelle Treue nicht als naturgegeben und selbstverständlich ansieht.

  10. User Info Menu

    AW: Was tun gegen fatalistisches Beziehungsbild?

    1. Die meisten Menschen begehren dann und wann jemanden sexuell, der nicht der eigene Partner ist. Das ist nichts Schlimmes, man muss es nicht persönlich nehmen, sondern muss gemeinsam verabreden, wie man damit umgeht.

    2. Eine gemeinsame, erfüllende Sexualität zu erhalten, ist ein zentrales Element einer Beziehung, für das beide Partner verantwortlich sind.

    3. Die Natur legt Beziehungen erstmal nur auf ein paar Jahre aus - zur Fortpflanzung und Brutpflege. Es ist etwas Wunderbares, wenn Menschen auch darüber hinaus in Liebe zusammenleben.

    4. Mein Partner muss mir nicht alles sein, und ich muss meinem Partner nicht alles sein. Aber wir sind darauf bedacht, uns gegenseitig dennoch etwas Besonderes zu sein.
    Cariad, wie schön!

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