Das zum einen und zum anderen glaube ich, dass die "Entwurzelung" im Kindesalter sein Übriges getan hat. Es ist meines Erachtens öfter zu beobachten, dass sich Menschen, die lange an einem heimatfremden Ort wohnen, sich früher oder später zu ihren Wurzeln rückbesinnen.
Zudem denke ich, dass es einfach eine Mentalitätssache ist, an welchen Orten man sich heimisch und angekommen fühlt oder nicht. Mich wundert, dass du den, Waldheilerin, den Geruch des Wassers vermisst - in Hamburg ist doch eigentlich viel Wasser? Ich glaube, wie hier auch schon geschrieben wurde, dass die Großstadt vor allem überhaupt nichts für dich ist.
Vielleicht solltet ihr echt über einen Wochendsitz an der Müritz nachdenken?
Ich gehöre übrigens auch zu den Leuten wie Aeryn-Sun, die mit ihrer alten Heimat mehr oder weniger bewusst abgeschlossen hat. 25 Jahre war ich dort, als ich, weil meine Eltern ebenfalls wegzogen, vor 5 Jahren endgültig Abschied nehmen musste, war das sehr, sehr schmerzhaft für mich. Aber ich habe meine neue Heimat gefunden, in der ich mich erstaunlicherweise viel wohler fühle... ich liebe die Häuser, die Landschaften, etc. dabei war meine alte Heimat nicht hässlich. Das heißt nicht, dass ich meine Wurzeln vergesse. Aber dort ist nicht mehr "Zuhause".
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Ergebnis 31 bis 38 von 38
Thema: Heimweh
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21.10.2015, 22:23
AW: Heimweh
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22.10.2015, 08:10
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22.10.2015, 08:18
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22.10.2015, 08:26
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22.10.2015, 08:32
AW: Heimweh
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22.10.2015, 13:32
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26.10.2015, 11:55Inaktiver User
AW: Heimweh
Bei mir ist das anders.
Man kann gut in 2 (oder gar 3) Welten leben, wenn man sich bewusst macht, dass diese sich ständig verändern und man selbst sich mit.... Ich habe jetzt - nach 50 (!!!) Jahren, alte Freunde in den USA wiedergefunden. Wie oft hatte ich mir vorgestellt, wie sie jetzt wohl aussehen mögen, was aus ihnen geworden ist.
Es ist toll - sie sind mir immer noch sympathisch und ich ihnen, man erkennt sogar noch eine gewisse Ähnlichkeit....und wir können miteinander reden, als hätten wir uns gestern das letzte Mal gesehen.
Und dennoch...die Stimmung ist ganz anders. Sie sind ganz anders!
Es ist nicht das, was es war.
An die Stätten von früher zurück zu gehen, das empfinde ich als großen Gewinn - es ist mein Leben...ich gestatte mir, auch mal sentimental zu sein ...wohlwissend, dass das, was ich suche, nicht mehr da ist.
Wer nämlich nicht das Elternhaus/die Schule, die alten Freunde meint - sondern das Lebensgefühl von damals.. kann man eigentlich nur verlieren. Das gibt es nicht mehr..leider.
Selbst unsere Erinnerungen sind oft..mit dem goldenen Pinsel gemahlt und nicht authentisch.
Es hilft einem ins hier und jetzt zurück, wenn man sich "früher" mal wieder ansieht..wie bei dem Waldspaziergang in meiner alten Heimat.
Erst dachte ich verklärt an meine Familie...und dann fiel mir die Situation ein, wie mein Vater mit mir schimpfte und mich an Handgelenk hinter sich her zog, weil ich ihm nicht schnell genug war...
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29.10.2015, 06:21Inaktiver User
AW: Heimweh
Wenn das Heimweh aber zu stark ist oder ich nur für die Zeiten in denen ich zu Besuch bin leben würde hätte das für mich Konsequenzen.
Mich kann man zum Beispiel nicht so verpflanzen. Ich brauche das Lebensgefühl meiner Heimatstadt.
Dafür hab ich schon ne Menge Lehrgeld gezahlt.
Aber lieber mal wieder von neu anfangen als sich ewig so an der falschen Stelle fühlen.



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