Weil das einfach absolut übliche Abläufe sind in solchen Herkunftsfamilien, ums mal so simpel zu sagen.
Du hast ja selber auch schon erkannt, welche Rolle da bspws deine Schwester spielt (bzw ihr zugewiesen wurde und sie ausfüllt) wenn dich Theorie zum dem Thema interessiert, kannst du dich mal zum Thema Familien-Homöostase einlesen. Familien und auch sonstige soziale Gefüge funktionieren im Prinzip immer wie ein Mobile.
Deswegen gibts ja so mordsmäßigen Wirbel (und Druck auf den "Ausbrecher", wie seinerzeit Dich), weil du das mühsame, superkrank zusammenfabrizierte Gleichgewicht (des Schreckens!) einfach durcheinanderbringst
Ich denk, da siehst du doch die wesentlichen Punkte genau richtig für Dich. Wenn der aktuelle Job Spaß macht, aushaltbar ist und dir Zeit gibt, dann nutz das aus für deine Zwecke.
Das hat mit Stillstand (in einem negativen Sinne!) nicht das Geringste zu tun.
Wg mehr Geld für Reisen wäre nicht schlecht, gäbs evtl die Möglichkeit eines kleinen Nebenjobs? Nur zum Geldverdienen für so "Luxus-Sachen"? An den müsstest du keine großen inhaltlichen Ansprüche stellen und wer weiß, was sich da zusätzlich für Perspektiven auftun.......war jetzt aber nur so ein spontaner Gedanke.
Ja, sacken lassen ist immer gut, zumal sich hier endlich die Wolken verziehen und ein bissl die Sonne wieder rauskommt
LG
Naja
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 49
-
07.11.2015, 13:54
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
-
07.11.2015, 17:43Inaktiver User
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
Du kannst Fortbildungskosten recht unproblematisch von der Steuer absetzen. Das geht auch, wenn du schon ein Studium hast. Manchmal geht auch so eine Art "Verlustvortrag", d.h. die Kosten werden nicht am Ende des Jahres mit der Steuererklärung verrechnet, sondern laufend mit der monatlichen Lohnsteuer. Sprich mit dem Finanzamt, die können dir genau erklären, was wann zutrifft.
Ich konnte mir damals ca. 45% der Kosten für ein berufsbegleitendes Masterstudium an einer privaten Hochschule über die Steuer zurückholen. Die Studiengebühren waren monatlich zu bezahlen, und so konnte ich immer den grössten Teil aus den laufenden Gehaltseinnahmen bezahlen und ein kleines Delta aus den Ersparnissen.
Du musst halt realistisch überlegen, ob sich das amortisiert.
Mein Studium hat damals einen niedrigen 5-stelligen Euro-Betrag gekostet, der aber eben monatlich über 2,5 Jahre abbezahlt werden konnte. Ich konnte bereits auf der Hälfte des Studiums auf einen besser bezahlten Job wechseln und hatte dann ca. 2,5 Jahre nach Abschluss den break-even erreicht. Das hatte ich mir vorher aber auch schon ungefähr so ausgerechnet und gezielt nach Jobs gesucht, bei denen das Gehaltsgefüge das hergab, und habe mich bei den Gehaltsverhandlungen nicht über den Tisch ziehen lassen.Geändert von Inaktiver User (07.11.2015 um 17:56 Uhr)
-
07.11.2015, 17:45
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
Meine aktuelle Stelle hab ich ganz ohne Lebenslauf gefunden, sprich mein Chef, der kennt mich eigentlich gar nicht. *lol*
Ganz glatt ist natürlich einfacher, man folgt dem vorgezeichneten Weg. Selbst was kreieren ist schwieriger. Aber auch interessant und befriedigend.
Stimmt, das ist eine gute Idee. ich staune immer wieder mal, wie wenig aussagekräftig viele Lebensläufe sind...Vielleicht wäre da tatsächlich ein Bewerbungscheck mal angebracht um zu testen, wie der LL auf andere wirkt und was ich eventuell besser rüberbringen kann und will.
du kannst ihn ja mal schreiben "so, wie ich ihn schreiben würde, wenn's gar keine Regeln gäbe"
gruss, barbara
-
07.11.2015, 17:46
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
Nicht sehen zu dürfen, was du siehst, ist nicht das, was ich meine, wenn ich von der gemeinsamen Suche nach anderen Einschätzungen spreche. Die würde vermutlich hier ansetzen "Hätte ich an meinem letzten Arbeitsplatz die Aggressivität, die ich gespürt habe, auch wirklich sehen können..." und würde dem nachspüren, wie du Aggressivität gegen dich wahrnimmst und was du dann mit dieser Wahrnehmung tust. Zum Beispiel. Wenn man mit viel Aggressu
Was du als Diskriminierung und Vorurteile siehst, verstehe ich als sowohl wissenschaftlich sehr fundierte wie klinisch sehr anwendbare Integration (von Entwicklungen und Prozessen), die eine Anerkennung des Kraftaktes und der inneren Arbeit ist, die im Aufwachsen mit solch einer Biografie stecken, und die viel Hoffnung birgt. Das hat meiner Meinung nach nichts Abwertendes, sondern im Gegenteil sehr viel Respekt und Bestärkendes. Es ist schade, dass du das so anders wahrnimmst. "Dieses zwingende: schwere Kindheit=verschwurbelte Wahrnehmung" sind deine Worte, nicht das, was dazu heute fachlich ziemlich breiter Konsens ist.
Niemand kann von außen sagen, wie du von innen fühlst oder zu fühlen hast. Das wäre eine Art Gehirnwäsche und keine Psychotherapie, und würde dich nicht weiterbringen, potentiell sogar schädigen.
Aber das, was du beschreibst, die Schwierigkeit, Aggressivität einzuordnen und abzuwehren, die Hilflosigkeit angesichts negativer Zuschreibungen und der Anspruch, perfekt, unbeschadet, ohne Schwächen zu sein, sind doch mittlerweile deine eigenen Muster geworden und daher auch nicht so einfach loszuwerden.
Eine Therapie kann eben helfen, das eigentlich "Eigene" wiederzufinden und "fremde" und destruktive Anteile zu identifizieren und zu entmachten. Das weiß ich übrigens, weil ich es selbst erfahren habe und weil ich es mit Patienten erfahre. In diesem alten Strang habe ich auch mehr dazu geschrieben.
Aber ich wollte hier nur meine Gedanken einbringen, und ich muss das auch nicht weiterverfolgen, wenn es für dich nicht nützlich erscheint.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
-
07.11.2015, 21:53
-
07.11.2015, 21:57
-
08.11.2015, 13:41
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
erstens verstehe ich
Lustig im eigentlichen Sinne würde es aber vermutlich nicht werden, eher ziemlich shocking.
Zweitens, Gratulation, dass du da keinerlei Kontakt mehr hast. Echt
Das solltest Du unbedingt auch so beibehalten (wenn ich Dir den Rat geben darf), egal was passiert (gerne mal wird dann einer aus der Herkunftsfamilie schwerst krank, du sollst unbedingt kommen, weil liegt schon im Sterben, möchte sich aussprechen (oder ähnliches) und du kämpfst dich dorthin durch, keiner liegt im Sterben, aber es gibt die "verdiente Strafe" für dich einfach aus dem kranken Spielchen verabschieden.
Kannst Du denn damit was anfangen, also mit der Idee, die verschiedenen Beziehungsmodelle aus der Ursprungsfamilie einzeln zu betrachten (in ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch in ihren gemeinsamen Nennern (die es meistens gibt)) UND in deinem jetzigen Umfeld (alles, also Freunde, Bekannte, Job, wurscht was) nach gleichgestrickten "Modellen" zu durchforsten?
Mal jetzt als ein Beispiel:
Der Therapeut hat ja, statt dich zu unterstützen, sich im Prinzip zum Handlanger Deiner Mutter gemacht (sofern ich das richtig verstanden habe? wenn nicht bitte nochmal neu erklären)
Wer war der Handlanger (Vollstrecker, Unterstützer wie auch immer) Deiner Mutter früher in der Herkunftsfamilie?
Und WIE hat der das gemacht?
Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du ja während der Therapie immer wieder interveniert und wolltest dir das vom dem nicht überstüpeln lassen, aber er hat sich doch sehr lange gegen dich durchgesetzt.
Vermutlich hat er die gleichen Methoden angewendet, wie der Handlanger in der Herkunftsfamilie.
Und da liegen deine ganz konkreten Änderungsansatzpunkte. Da gilt (zumindest mittelfristig) einer meiner Lieblingssätze:
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
P.S: Nur um das klarzustellen, ich ziele damit in keinster Weise drauf ab, dass du die Fragen hier im Forum beantwortest, (erst recht in einer konkreten Form, die vielleicht viel zu privat ist bzw wäre) es ist nur als Anregung für dich gedacht, sowas mal gedanklich durchzuspielenGeändert von Naja (08.11.2015 um 13:46 Uhr)
-
08.11.2015, 15:20
-
08.11.2015, 17:19
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
Grundsätzlich ja. Es ist aber wohl ziemlich kompliziert

Ich meine, es ist nicht so, dass ich völlig blind durchs Leben renne und gar nicht merke, wenn mir jemand übel mitspielt. Es ist eher unglaublich nervig, weil immer wieder etwas Neues auftaucht. Oft höre ich halt wohl tatsächlich nicht gut genug auf mein Bauchgefühl. Das ist sicher noch ausbaufähig.
-
08.11.2015, 17:24
AW: Mein Leben scheint still zu stehen
Ich meine jetzige auch, daher sprach ich auch von Glück. Aber gut, wenn mich völlig blöd angestellt hätte, hätten sie mich sicher nicht behalten

Ja, gerade ist sicher einfacher. Manchmal denke ich das auch. Aber wie ich schon schrieb, es ist ja nicht nur durch "Verhinderung" so gelaufen, wie es gelaufen ist. ICh denke da steckt halt schon auch ein Stück (nicht überall) meine eigene Unangepasstheit dahinter. Oder auch Vielseitigkeit. Mal schauen. Ich wollte mir noch einmal überlegen, ob ich das nicht noch ein bißchen anders darstellen kann.




Zitieren


