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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Liebe Naja,

    wie kommst Du eigentlich auf diesen Zusammenhang?

    Tatsächlich ist es mir schon passiert, dass ich genau auf diese Art vom Regen in die Traufe gekommen bin.
    Weil das einfach absolut übliche Abläufe sind in solchen Herkunftsfamilien, ums mal so simpel zu sagen.

    Du hast ja selber auch schon erkannt, welche Rolle da bspws deine Schwester spielt (bzw ihr zugewiesen wurde und sie ausfüllt) wenn dich Theorie zum dem Thema interessiert, kannst du dich mal zum Thema Familien-Homöostase einlesen. Familien und auch sonstige soziale Gefüge funktionieren im Prinzip immer wie ein Mobile.
    Deswegen gibts ja so mordsmäßigen Wirbel (und Druck auf den "Ausbrecher", wie seinerzeit Dich), weil du das mühsame, superkrank zusammenfabrizierte Gleichgewicht (des Schreckens!) einfach durcheinanderbringst

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen

    Einerseits möchte ich noch eine Weile so weiter wie bisher ohne gravierende Veränderungen. Ich habe zum ersten Mal im Leben viel Zeit für mich selbst. Andererseits hätte ich finanziell gerne mehr Bewegungsspielraum. Vor allem zum Reisen. ............

    Inhaltlich macht mir das, was ich jetzt mache, Spaß. .......

    ......... Eben weil ich dann kopflos und aus der Not heraus Entscheidungen treffe und mir eigentlich wie so oft Zeit..........

    Auch ein Grund, zumindest einmal auszuloten, ob und was alternativ machbar wäre.

    Soviel erst einmal. Den Rest muß ich auch erst einmal sacken lassen
    Ich denk, da siehst du doch die wesentlichen Punkte genau richtig für Dich. Wenn der aktuelle Job Spaß macht, aushaltbar ist und dir Zeit gibt, dann nutz das aus für deine Zwecke.
    Das hat mit Stillstand (in einem negativen Sinne!) nicht das Geringste zu tun.

    Wg mehr Geld für Reisen wäre nicht schlecht, gäbs evtl die Möglichkeit eines kleinen Nebenjobs? Nur zum Geldverdienen für so "Luxus-Sachen"? An den müsstest du keine großen inhaltlichen Ansprüche stellen und wer weiß, was sich da zusätzlich für Perspektiven auftun.......war jetzt aber nur so ein spontaner Gedanke.

    Ja, sacken lassen ist immer gut, zumal sich hier endlich die Wolken verziehen und ein bissl die Sonne wieder rauskommt

    LG

    Naja

  2. Inaktiver User

    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Danke für den Tipp mit den Online-Kursen, da werde ich mich einmal schlau machen. Auf die Idee wäre ich noch gar nicht gekommen. Ich hatte bisher nur nach ganz normalen Fortbildungen - die halt leider bisweilen sehr teuer sind - und Finanzierungsmöglichkeiten geschaut. Leider gibt es wohl für meinen Fall laut einer Berufsberatung bei der ich war (kein AA), keine finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten.


    Wobei in der aktuellen Situation wohl wegbewegen das Wichtigste wäre. Allerdings glaube ich, dass es mit Weiterbildung einfacher wird, da ich wohl nicht ganz in dem Bereich bleiben kann, in dem ich jetzt arbeite.
    Du kannst Fortbildungskosten recht unproblematisch von der Steuer absetzen. Das geht auch, wenn du schon ein Studium hast. Manchmal geht auch so eine Art "Verlustvortrag", d.h. die Kosten werden nicht am Ende des Jahres mit der Steuererklärung verrechnet, sondern laufend mit der monatlichen Lohnsteuer. Sprich mit dem Finanzamt, die können dir genau erklären, was wann zutrifft.

    Ich konnte mir damals ca. 45% der Kosten für ein berufsbegleitendes Masterstudium an einer privaten Hochschule über die Steuer zurückholen. Die Studiengebühren waren monatlich zu bezahlen, und so konnte ich immer den grössten Teil aus den laufenden Gehaltseinnahmen bezahlen und ein kleines Delta aus den Ersparnissen.

    Du musst halt realistisch überlegen, ob sich das amortisiert.

    Mein Studium hat damals einen niedrigen 5-stelligen Euro-Betrag gekostet, der aber eben monatlich über 2,5 Jahre abbezahlt werden konnte. Ich konnte bereits auf der Hälfte des Studiums auf einen besser bezahlten Job wechseln und hatte dann ca. 2,5 Jahre nach Abschluss den break-even erreicht. Das hatte ich mir vorher aber auch schon ungefähr so ausgerechnet und gezielt nach Jobs gesucht, bei denen das Gehaltsgefüge das hergab, und habe mich bei den Gehaltsverhandlungen nicht über den Tisch ziehen lassen.
    Geändert von Inaktiver User (07.11.2015 um 17:56 Uhr)

  3. gesperrt

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Da ist etwas dran. Wobei ich immer wieder von der Notwendigkeit dieser glatten Lebensläufe höre. Allerdings können das auch die Ängste anderer sein. So völlig glatt paßt glaube ich auch gar nicht zu mir, so angepasst bin ich dann doch nicht
    Meine aktuelle Stelle hab ich ganz ohne Lebenslauf gefunden, sprich mein Chef, der kennt mich eigentlich gar nicht. *lol*

    Ganz glatt ist natürlich einfacher, man folgt dem vorgezeichneten Weg. Selbst was kreieren ist schwieriger. Aber auch interessant und befriedigend.

    Vielleicht wäre da tatsächlich ein Bewerbungscheck mal angebracht um zu testen, wie der LL auf andere wirkt und was ich eventuell besser rüberbringen kann und will.
    Stimmt, das ist eine gute Idee. ich staune immer wieder mal, wie wenig aussagekräftig viele Lebensläufe sind...

    du kannst ihn ja mal schreiben "so, wie ich ihn schreiben würde, wenn's gar keine Regeln gäbe"

    gruss, barbara

  4. Moderation

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    GAnz ehrlich: Das klingt ganz furchtbar.
    Anders einschätzen klingt für mich nach: Ich darf nicht sehen, was ich sehe. Das ist doch genau das, was so schlimm war. Hätte ich an meinem letzten Arbeitsplatz die Aggressivität, die ich gespürt habe, auch wirklich sehen können und wäre ich imstande gewesen, es emotional auszuhalten, dass man mich dort wirklich nicht wollte und brauchte, dass man mir leere Versprechungen gemacht hatte, ich hätte schnellstmöglich wutschnaubend gekündigt. Das wäre sicherlich die bessere Lösung gewesen.

    Dieses zwingende: schwere Kindheit=verschwurbelte Wahrnehmung empfinde ich ehrlich als diskriminierend. Es wirkt bei mir oft wie eine selbsterfüllende Prophezeihung und lässt mich in Beziehungsfragen überanspruchsvoll und überselbstkritisch werden. Ich stehe regelrecht unter einem Zwang, perfekte Beziehungen haben zu müssen, um dieses „wissenschaftlich untermauerte Vorurteil" zu entkräften. Das ist einfach nur anstrengend.

    Und für den Fall, daß ich im Heute massiven verbalen Angriffen ausgesetzt sein sollte, bekomme ich in einer Vielzahl der Fälle erst einmal zu hören, dass ich eine verschobene Wahrnehmung haben muß. Das verzögert jede sinnvolle Handlung in so einer Situation, trägt damit zur Eskalation bei und belastet das ohnehin geplagte Selbstvertrauen zusätzlich. Und es zwingt mich dazu, allein und ohne Unterstützung von außen für mich einstehen zu müssen, wo ich ganz gerne mal Rückhalt hätte.

    Nicht sehen zu dürfen, was du siehst, ist nicht das, was ich meine, wenn ich von der gemeinsamen Suche nach anderen Einschätzungen spreche. Die würde vermutlich hier ansetzen "Hätte ich an meinem letzten Arbeitsplatz die Aggressivität, die ich gespürt habe, auch wirklich sehen können..." und würde dem nachspüren, wie du Aggressivität gegen dich wahrnimmst und was du dann mit dieser Wahrnehmung tust. Zum Beispiel. Wenn man mit viel Aggressu


    Was du als Diskriminierung und Vorurteile siehst, verstehe ich als sowohl wissenschaftlich sehr fundierte wie klinisch sehr anwendbare Integration (von Entwicklungen und Prozessen), die eine Anerkennung des Kraftaktes und der inneren Arbeit ist, die im Aufwachsen mit solch einer Biografie stecken, und die viel Hoffnung birgt. Das hat meiner Meinung nach nichts Abwertendes, sondern im Gegenteil sehr viel Respekt und Bestärkendes. Es ist schade, dass du das so anders wahrnimmst. "Dieses zwingende: schwere Kindheit=verschwurbelte Wahrnehmung" sind deine Worte, nicht das, was dazu heute fachlich ziemlich breiter Konsens ist.


    Niemand kann von außen sagen, wie du von innen fühlst oder zu fühlen hast. Das wäre eine Art Gehirnwäsche und keine Psychotherapie, und würde dich nicht weiterbringen, potentiell sogar schädigen.


    Aber das, was du beschreibst, die Schwierigkeit, Aggressivität einzuordnen und abzuwehren, die Hilflosigkeit angesichts negativer Zuschreibungen und der Anspruch, perfekt, unbeschadet, ohne Schwächen zu sein, sind doch mittlerweile deine eigenen Muster geworden und daher auch nicht so einfach loszuwerden.

    Eine Therapie kann eben helfen, das eigentlich "Eigene" wiederzufinden und "fremde" und destruktive Anteile zu identifizieren und zu entmachten. Das weiß ich übrigens, weil ich es selbst erfahren habe und weil ich es mit Patienten erfahre. In diesem alten Strang habe ich auch mehr dazu geschrieben.


    Aber ich wollte hier nur meine Gedanken einbringen, und ich muss das auch nicht weiterverfolgen, wenn es für dich nicht nützlich erscheint.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Nicht sehen zu dürfen, was du siehst, ist nicht das, was ich meine, wenn ich von der gemeinsamen Suche nach anderen Einschätzungen spreche. Die würde vermutlich hier ansetzen "Hätte ich an meinem letzten Arbeitsplatz die Aggressivität, die ich gespürt habe, auch wirklich sehen können..." und würde dem nachspüren, wie du Aggressivität gegen dich wahrnimmst und was du dann mit dieser Wahrnehmung tust. Zum Beispiel..
    Dann verstehe ich es nicht wirklich. Ich glaube, wir reden irgendwie aneinander vorbei.

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Naja Beitrag anzeigen
    Deswegen gibts ja so mordsmäßigen Wirbel (und Druck auf den "Ausbrecher", wie seinerzeit Dich), weil du das mühsame, superkrank zusammenfabrizierte Gleichgewicht (des Schreckens!) einfach durcheinanderbringst
    Da kriege ich ja glatt Lust, Mäuschen zu spielen
    Ich habe ja keinen Kontakt mehr, daher habe ich auch keine Ahnung, was meine Familie ohne mich so treibt.

  7. gesperrt

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Da kriege ich ja glatt Lust, Mäuschen zu spielen
    Ich habe ja keinen Kontakt mehr, daher habe ich auch keine Ahnung, was meine Familie ohne mich so treibt.
    erstens verstehe ich Lustig im eigentlichen Sinne würde es aber vermutlich nicht werden, eher ziemlich shocking.

    Zweitens, Gratulation, dass du da keinerlei Kontakt mehr hast. Echt
    Das solltest Du unbedingt auch so beibehalten (wenn ich Dir den Rat geben darf), egal was passiert (gerne mal wird dann einer aus der Herkunftsfamilie schwerst krank, du sollst unbedingt kommen, weil liegt schon im Sterben, möchte sich aussprechen (oder ähnliches) und du kämpfst dich dorthin durch, keiner liegt im Sterben, aber es gibt die "verdiente Strafe" für dich einfach aus dem kranken Spielchen verabschieden.

    Kannst Du denn damit was anfangen, also mit der Idee, die verschiedenen Beziehungsmodelle aus der Ursprungsfamilie einzeln zu betrachten (in ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch in ihren gemeinsamen Nennern (die es meistens gibt)) UND in deinem jetzigen Umfeld (alles, also Freunde, Bekannte, Job, wurscht was) nach gleichgestrickten "Modellen" zu durchforsten?

    Mal jetzt als ein Beispiel:

    Der Therapeut hat ja, statt dich zu unterstützen, sich im Prinzip zum Handlanger Deiner Mutter gemacht (sofern ich das richtig verstanden habe? wenn nicht bitte nochmal neu erklären)

    Wer war der Handlanger (Vollstrecker, Unterstützer wie auch immer) Deiner Mutter früher in der Herkunftsfamilie?

    Und WIE hat der das gemacht?

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du ja während der Therapie immer wieder interveniert und wolltest dir das vom dem nicht überstüpeln lassen, aber er hat sich doch sehr lange gegen dich durchgesetzt.

    Vermutlich hat er die gleichen Methoden angewendet, wie der Handlanger in der Herkunftsfamilie.

    Und da liegen deine ganz konkreten Änderungsansatzpunkte. Da gilt (zumindest mittelfristig) einer meiner Lieblingssätze:

    Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

    P.S: Nur um das klarzustellen, ich ziele damit in keinster Weise drauf ab, dass du die Fragen hier im Forum beantwortest, (erst recht in einer konkreten Form, die vielleicht viel zu privat ist bzw wäre) es ist nur als Anregung für dich gedacht, sowas mal gedanklich durchzuspielen
    Geändert von Naja (08.11.2015 um 13:46 Uhr)

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du kannst Fortbildungskosten recht unproblematisch von der Steuer absetzen. Das geht auch, wenn du schon ein Studium hast. Manchmal geht auch so eine Art "Verlustvortrag", d.h. die Kosten werden nicht am Ende des Jahres mit der Steuererklärung verrechnet, sondern laufend mit der monatlichen Lohnsteuer. Sprich mit dem Finanzamt, die können dir genau erklären, was wann zutrifft.
    das klingt interessant, da werde ich mich zusätzlich noch einmal schlau machen - vielleicht tut sich da ja auch noch eine Möglichkeit auf.

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Naja Beitrag anzeigen

    Kannst Du denn damit was anfangen, also mit der Idee, die verschiedenen Beziehungsmodelle aus der Ursprungsfamilie einzeln zu betrachten (in ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch in ihren gemeinsamen Nennern (die es meistens gibt)) UND in deinem jetzigen Umfeld (alles, also Freunde, Bekannte, Job, wurscht was) nach gleichgestrickten "Modellen" zu durchforsten?
    Grundsätzlich ja. Es ist aber wohl ziemlich kompliziert

    Ich meine, es ist nicht so, dass ich völlig blind durchs Leben renne und gar nicht merke, wenn mir jemand übel mitspielt. Es ist eher unglaublich nervig, weil immer wieder etwas Neues auftaucht. Oft höre ich halt wohl tatsächlich nicht gut genug auf mein Bauchgefühl. Das ist sicher noch ausbaufähig.

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Meine aktuelle Stelle hab ich ganz ohne Lebenslauf gefunden, sprich mein Chef, der kennt mich eigentlich gar nicht. *lol*

    Ganz glatt ist natürlich einfacher, man folgt dem vorgezeichneten Weg. Selbst was kreieren ist schwieriger. Aber auch interessant und befriedigend.
    Ich meine jetzige auch, daher sprach ich auch von Glück. Aber gut, wenn mich völlig blöd angestellt hätte, hätten sie mich sicher nicht behalten

    Ja, gerade ist sicher einfacher. Manchmal denke ich das auch. Aber wie ich schon schrieb, es ist ja nicht nur durch "Verhinderung" so gelaufen, wie es gelaufen ist. ICh denke da steckt halt schon auch ein Stück (nicht überall) meine eigene Unangepasstheit dahinter. Oder auch Vielseitigkeit. Mal schauen. Ich wollte mir noch einmal überlegen, ob ich das nicht noch ein bißchen anders darstellen kann.

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