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  1. Moderation

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Liebe Pastille,

    auch von meiner Seite ein paar Gedanken zu dem, was du hier schilderst. Ich arbeite beruflich mit dysfunktionalen Familien und den inneren Mustern, die dies bei den Kindern (und ehemaligen Kindern) hervorbringt, und mit der Veränderung dessen. Aus dieser Perspektive heraus schreibe ich was dazu.

    Ich versuche, das thematisch zu strukturieren.

    1. Beziehungserfahrungen und innere Muster.

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Daher nur kurz zur Vorgeschichte meines Leidens: ICh komme aus einer regelrecht verwahrlosten Familie, wurde von selbiger zeitlebens absolut mies behandelt.Vermutlich kann man das schon seelische Misshandlung nennen, was da abging (ständiges Abwerten, zusammenbrüllen wegen nichts, kontrollieren...)...

    ...Meine Familie ...überhäufte mich mit Gehässigkeiten .... Mich haben diese Ausbrüche immer unheimlich getroffen, ich war teilweise völlig durcheinander, habe nicht im Geringsten begriffen, was mit meiner Familie los ist und warum in aller Welt sie mich so hassen. Inzwischen habe ich den Kontakt abgebrochen. Jede Grenzsetzung hat ins Leere geführt, die Aggressionen wurden nur immer subtiler, ich konnte irgendwann einfach nicht mehr...



    Die Therapie [...]Ich hatte aber ieher so einen Druck, unbedingt stundenlang über die jahrelangen verbalen Quälereien meiner Mutter reden zu müssen, kam damit aber nicht durch.

    ... die Einschätzung meiner Mutter, dass ich kaltblütig und gestört sei...

    ...Jedoch sind die emotionalen Probleme geblieben. Ich kann weder mit den Geschehnissen zwischen meiner Mutter und noch weniger mit dieser Therapie und was das mit mir und meinem Leben gemacht hat, abschließen.

    ...Ich dachte immer, ich sei aufgrund meiner Kindheit beziehungsbehindert und müsse daher solange rackern, bis ich es eben mit dem anderen hinbekomme. Ich schäme mich, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin.

    Ich habe immer noch emotionale "Systemabstürze" . In bestimmten Situationen, wenn zB jemand unvermittelt losbrüllt, oder jemand versucht, mich sozial auszugrenzen, fühle ich mich völlig hilflos und ausgeliefert und werde panisch. ...


    ... Jedesmal kommen all die Erinnerungen an frühere gezielte Ausgrenzaktionen meiner Mutter und der Schmerz ist jedesmal riesig.

    Ich habe immer noch Probleme, zu begreifen, dass das, was passiert ist, wirklich passiert ist.

    ... Ein großer Teil meiner Motivation und Lebensfreude ist verschwunden. Und ich tue mich schwer, noch einmal eine Therapie anzufangen. Ich komme mir vor wie eine Verrückte, die nie normal wird leben können - und damit ist irgendwie eine Prophezeihung meiner Mutter wahr geworden.

    Und ich kann keinen Psychokram mehr hören. Seit ich Ohren habe, werde ich mit den selbsterfundenen Scheißdiagnosen meiner Mutter vollgedröhnt, alles dreht sich immer nur um die Frage, wer gerade wie gestört ist...

    Du schilderst ein Großwerden in einer Familie mit emotionaler Misshandlung (auch anderen Formen?). Du schilderst, dass du von klein auf Destruktivität und Haß ausgesetzt worden bist. Es klingt so, als sei mindestens eins deiner Elternteile schwer (persönlichkeits)gestört gewesen und als hättest du in deiner Familie in einem extrem polarisierten (gut-böse) Familiengefüge die Rolle des "bösen" Kindes zugewiesen bekommen.


    Kleine Kinder brauchen den Blick und die Beziehung von ihren Eltern um gesehen, gespiegelt und benannt zu werden. Sie "werden" dadurch, dass sie in Beziehung sind. Du bist in vorwiegend hasserfüllter Weise gesehen und gespiegelt worden. Als kleines Kind hattest du wenig Möglichkeit zu begreifen, dass deine Eltern gestört waren, du musstest notwendig ihre Sicht und Spiegelung zumindest teilweise annehmen, um überleben zu können. Kleine Kinder können nicht wissen, dass in der Familie alles ver-rückt ist und dass es nicht an ihnen liegt, sie beziehen vieles auf sich und glauben, es müsse so sein.

    Aber solche Beziehungserfahrung stecken kleine Kinder nicht einfach so weg. Sie müssen sie leider annehmen und integrieren, um sich entwickeln zu können, und so wird auch ein Teil der Destruktivität ein Teil von ihnen.

    Diese Erfahrungen sind so verstörend und unerträglich, dass sie als traumatisch verlebt und verarbeitet werden. Das heisst, sie leben fortan eine Art Eigenleben und können durch ähnliche neue Szenen und Erfahrungen wieder so lebendig werden, als geschähe es gerade jetzt wieder. das entspricht den "Systemabstürzen" von denen du erzählst, und auch der Unfähigkeit, es "einfach" hinter sich zu lassen. Diese traumatischen Erinnerungen sind nicht im normalen Gedächtnis gespeichert und unterliegen auch keiner Kontrolle. Dazu später mehr unter dem Punkt Therapie.


    Das vermutlich schlimmste an den Erfahrungen ist das Erlebnis von Ausgeliefertsein und Kontrollverlust. Daher beginnen Kinder allmählich, Strategien zu entwickeln, um die Kontrolle wenigstens teilweise zu erlangen.

    Sich aktiv in die negativen Zuschreibungen zu begeben, so "böse" zu werden, wie man angeblich ohnehin ist, kann eine Strategie sein. Aktiv zu versuchen, Konflikte in der Familie zu provozieren, damit man wenigstens selbst bestimmen kann, wann sie geschehen, ist eine verwandte Strategie. Eine andere Strategie kann sein, zu versuchen, das Elternteil durch Umsorgen und Beeltern so zu stabilisieren, dass es weniger aggressiv und destruktiv ist.

    Eine weitere/zusätzliche Strategie ist die Dissoziation, das Abkoppeln von Bewusstsein, das den Schmerz fern und blaß sein läßt und Raum für zum Beispiel Konzentration in der Schule schafft. Wenn du bildungsmäßig so erfolgreich bist (und das bist du ja), dann spricht das dafür, dass du zum Teil so funktioniert hast.


    Das alles sind Überlebensstrategien, und sie sind eine große Leistung. Aber sie fordern auch ihren Preis, nämlich, dass man teilweise so wird wie das, worin man aufwächst.


    Daher kommen kaum Menschen ohne "Schäden" aus dieser Art von Biografie. In meinem Fach würden wir vermutlich von einer desorganisierten Bindung sprechen, von komplexer Traumatisierung, und von intrinsischen Mustern oder "inneren Arbeitsmodellen" (internal working models), wie Beziehungen funktionieren. Da diese ersten Erfahrungen der Blueprint für das sind, was wir von Beziehungen erwarten, werden unsere Beziehungen erst mal nicht "gesund".

    Und da Menschen mit so einer Biofragie ihre Einschätzungen und Bewertungen dessen, was zwischen Menschen geschieht, auf der Grundlage ver-rückter Karten und Kompasse vornehmen, sind sie auf eine Weise wirklich "beziehungsbehindert" (deine Worte, ich würde es nicht so sagen) - Gott sei Dank nicht für immer und alle Zeit!! Es ist veränderbar, aber erst mal ist es so.


    Insofern ergeben sich auch im späteren Leben wieder ähnliche Muster, und es ist ganz schwer bis unmöglich herauszufinden, was zuerst war, die Henne oder das Ei, war ich zuerst in dem Muster und die Beziehung entwickelte sich danach, oder hatte der andere ein destruktives Muster, in das ich mich gefügt habe, oder (schrecklicher Gedanke) suche ich mir aktiv diejenigen Menschen, mit denen ich alte Muster beleben kann, finde ich am Ende gar nur solche Menschen, ziehe ich sie an? - wie gesagt, wie soll man mit seiner integrierten Angst, seinem Schmerz, seiner eigenen Destruktivität und seiner Bereitschaft, abzukoppeln oder in tiefen Schmerz zu fallen, das denn beurteilen oder gar verändern können?


    Da komme ich zu Punkt 2. Therapie


    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    ... habe eine Therapie angefangen, da es mir ja aufgrund der Vorgeschichte und der Verhältnisse am Arbeitsplatz sehr schlecht ging.

    Hier ging wieder etwas schief. Auch wenn ich weiß, dass ich daran nicht unschuldig bin, bringt mir dieses wissen irgendwie gar nichts. Ich hatte halt die felsenfeste Überzeugung, an meinem Arbeitsplatz angebrüllt und beleidigt zu werden, weil ich mich irgendwie unbemerkt komisch verhalten hatte. ICh wollte also lernen, nicht mehr komisch und seltsam zu sein und keine doofen Fehler zu machen, um nicht angebrüllt zu werden.

    Die Therapie hat mich in dieser Haltung bestärkt, es ging lange Zeit darum, ob und wann ich eventuell unfreundlich gewesen war und darum, dass ich mir die üblen Zustände an meinem Arbeitsplatz eingeredet habe. Ich hatte aber ieher so einen Druck, unbedingt stundenlang über die jahrelangen verbalen Quälereien meiner Mutter reden zu müssen, kam damit aber nicht durch.

    Weiter sollte ich unbedingt meine akademische Laufbahn aufgeben, da sie von meinen Eltern aufgedrückt sei. Dies war DAS Streitthema in der Therapie. ICh wollte das natürlich nicht, nachdem ich so darum gekämpft hatte. Ich wäre auch nie auf den Gedanken gekommen, die Therapie abzubrechen. Ich kam mir immer schwächer und gestörter vor, irgendwie hat es sich fortgesetzt, dass anscheinend alles, was ich wollte, krankhaft und egozentrisch sein sollte. Nach 4 JAhren war ich so am Ende, dass ich die Therapie abbrach, ohne davon überzeugt zu sein. Ich schämte mich, glaubte versagt zu haben und versank in Selbstzweifeln, weil ich glaubte, die Einschätzung meiner Mutter, dass ich kaltblütig und gestört sei, sei nun amtlich besiegelt....

    ...Jedoch sind die emotionalen Probleme geblieben. Ich kann weder mit den Geschehnissen zwischen meiner Mutter und noch weniger mit dieser Therapie und was das mit mir und meinem Leben gemacht hat, abschließen. Es bleiben zu viele offene Fragen. Kann man eine destruktive Beziehung mit einem Therapeuten haben, ohne dass dieser es merkt? Warum konnte ich nicht anders handeln? Ich habe erst viel später erfahren, dass ich in vielen Fällen viel früher hätte gehen müssen. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen!
    Ich dachte immer, ich sei aufgrund meiner Kindheit beziehungsbehindert und müsse daher solange rackern, bis ich es eben mit dem anderen hinbekomme. Ich schäme mich, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin

    .... Dass diese Therapie mein Leben verschlechtert hat. ... aber diese Therapie hat mein Leben irgendwie negativ beeinflusst und ich komme nicht mehr davon los. Ein großer Teil meiner Motivation und Lebensfreude ist verschwunden. Und ich tue mich schwer, noch einmal eine Therapie anzufangen. Ich komme mir vor wie eine Verrückte, die nie normal wird leben können...
    Und ich kann keinen Psychokram mehr hören....

    Ich schreibe natürlich Psychokram, aber nichts von Eigenanteil und Selbstreflexion, daher hoffe ich, du magst es lesen.


    Wenn man von dem ausgeht, was ich oben dargestellt habe, wie kann man diese inneren Muster und diese traumatischen Erfahrungen verändern, wie kann man sein Leben normalisieren?


    Die Psychotherapie, die man dazu braucht, muss eine Traumaperspektive haben und sich mit Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörungen auskennen (ob du nun diagnostisch auch so eingeordnet werden könntest und ob das sinnvoll wäre, kann ich überhaupt nicht wissen und ist hier auch nicht wichtig - aber deine Biografie bewegt sich schon vor dem Hintergrund von Schäden durch mindestens mal die Pathologie in deiner Familie).

    Komplexe Traumatisierung wäre sicher ein hilfreiches Stichwort. Ich erwähne diese diagnostischen Begriffe nicht, um dir ein Label aufzukleben, ich kann so fernvirtuell gar nicht viel meinen. Ich erwähne sie als möglicherweise hilfreich zum Verstehen dessen, was schwierig ist.


    Und eine solche Psychotherapie müsste zum Ziel haben, dir bei der Integration deiner Erfahrungen zu helfen.


    Das würde mehrere Ebenen betreffen. Die Anerkennung dessen, was war (du sagst "Ich habe immer noch Probleme, zu begreifen, dass das, was passiert ist, wirklich passiert ist"), und das Aushalten des Schmerzes zusammen mit dem Therapeuten. Das sind neue Beziehungserfahrungen, die ganz wesentlich sind als Grundlage neuer, gesunder Muster (Hilfe zu bekommen, es wert zu sein, ein anderer verläßt dich nicht, wenn es wehtut usw.). Die Integration traumatischer Erinnerungen und die Ent-Schreckung dieser Erinnerungen, damit sie einen Platz in deinem Gedächtnis bekommen, aber ihr Eigenleben verlieren. Also traumatherrapeutische Elemente. Die gemeinsame Suche nach neuen, anderen Erklärungen und Einschätzungen dessen, was du aktuell in Beziehungen erlebst. Auch in der Beziehung zum Therapeuten. So dass du neue Muster, Karten, Kompasse entwickelst.


    Es gibt Therapeuten und Kliniken, die das anbieten. Als Beispiel verlinke ich ein entsprechendes Konzept. Es gibt auch verwandte Konzepte, ich kann auch gar nicht wissen, on stationär und/oder ambulant passen würde, aber du solltest, wenn du noch einmal eine Therapie beginnst (wozu ich dir vermutlich raten würde), ganz sicher sein, dass dein(e) Behandler weiss/wissen, was gefordert ist und es kann/können.

    So viel erst mal von mir. Gruß, Mary
    Geändert von maryquitecontrary (06.11.2015 um 10:37 Uhr)
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Hallo Pastille,

    ich bin gerade im dritten Studium und will es nächstes Jahr abschließen.
    Ich finde es toll, wie Du unter diesen Bedingungen Dein Studium abgeschlossen hast.
    Aber eine Frage bleibt für mich, um die Situation richtig einzuschätzen: Welche Fachrichtung war es denn?

    Es gibt Fachrichtungen, da gehört die Promotion einfach dazu und ohne Promotion ist man ein "Niemand", bei anderen ist sie relativ selten. Ohne eine Promotion kann man dort jederzeit am Arbeitsplatz bestehen.

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was die Jobsituation angeht, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: wegbewegen oder weiterqualifizierten. Im Zeitaltern von Online-Kursen und lebenslangem Lernen ist es so leicht wie nie zuvor, weitere Qualifikationen zu erwerben, und auch dann, wenn der Geldbeutel schmal ist, findet sich etwas. Könntest du dir denn vorstellen, eine Fortbildung zu machen, und wenn ja, hättest du ein fachliches Ziel vor Augen?
    Danke für den Tipp mit den Online-Kursen, da werde ich mich einmal schlau machen. Auf die Idee wäre ich noch gar nicht gekommen. Ich hatte bisher nur nach ganz normalen Fortbildungen - die halt leider bisweilen sehr teuer sind - und Finanzierungsmöglichkeiten geschaut. Leider gibt es wohl für meinen Fall laut einer Berufsberatung bei der ich war (kein AA), keine finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten.


    Wobei in der aktuellen Situation wohl wegbewegen das Wichtigste wäre. Allerdings glaube ich, dass es mit Weiterbildung einfacher wird, da ich wohl nicht ganz in dem Bereich bleiben kann, in dem ich jetzt arbeite.

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es gibt Leute, die sind bereit, zweite Chancen zu geben. Eine Erklärung wie "ich war in der Zeit von 2007 - 2014 mit schwerwiegenden persönlichen/familiären Problemen konfrontiert, aber die existieren nicht mehr und ich will jetzt alle meine Energie auf den Beruf konzentrieren" könnte helfen. Also einerseits ehrlich sein, andererseits keine Details erzählen.
    Das kann ich mal im Hinterkopf behalten. Ehrlich sein ohne Details zu erzählen klingt gut. Allerdings habe ich die Befürchtung, erst gar nicht bis in ein Vorstellungsgespräch zu kommen. Da liegen in meinem Bereich oft bis zu 200 Bewerbungen um eine Stelle auf dem Tisch. Ich befürchte,darunter ist wohl meist einer, der eine vergleichbare Qualifikation aber einen glatteren Lebenslauf mitbringt. Daher glaube ich auch, ich muss etwas für meine Qualifikation tun, wenn ich mich aus meinem Bereich wegbewegen will.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Was heisst "wieder" scheitern? Du hast immerhin ein Studium gegen eine Menge Widerstände durchgezogen, das muss dir erst einer mal nachmachen!
    Das mit dem Studium kann ich ganz langsam auch als Erfolg sehen. Mit Scheitern meine ich das, was danach kam: Ich stand definitiv gut genug da, um erfolgreich weiter machen zu können. Und was mache ich??? Ich lasse mir einreden, dass meine Tätigkeit und meine Ziele falsch sind und ende auf Hartz 4 und letztendlich in einem furchtbaren Job, den ich auch ohne Schulabschluss hätte machen können.
    Ich glaube, ich bin nur mit unheimlich viel Glück da heraus gekommen.

    Davor habe ich Angst, dass es wieder so läuft...
    Geändert von pastille (06.11.2015 um 21:28 Uhr)

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Du schilderst ein Großwerden in einer Familie mit emotionaler Misshandlung (auch anderen Formen?). Du schilderst, dass du von klein auf Destruktivität und Haß ausgesetzt worden bist. Es klingt so, als sei mindestens eins deiner Elternteile schwer (persönlichkeits)gestört gewesen und als hättest du in deiner Familie in einem extrem polarisierten (gut-böse) Familiengefüge die Rolle des "bösen" Kindes zugewiesen bekommen.
    Liebe Mary,

    Haß trifft es ziemlich gut. Ich schätze die Situation so ein, dass meine Mutter den gesamten Frust aus ihrer eigenen Lebensgeschichte an mir ausgelassen hat. Ich war insofern "böse", als ich alle positiven Eigenschaften ihrer verhassten Schwester angedichtet bekommen habe. Mit diesen positiven Eigenschaften hat die Schwester (in den Vorstellungen meiner Mutter) ihr die schmerzlich entbehrte Zuneigung der Eltern "weggenommen".

    Dies begreift meine Mutter als zielgerichtete Böswilligkeit (auch bei mir - ich habe ihr die Zuneigung meines Vaters weggenommen) und "wehrt" sich dementsprechend. Indem sich meine Mutter mir gegenüber so zerstörerisch verhält, stellt sie in ihren Augen lediglich Gerechtigkeit her. Sie meint, mir nur das wegzunehmen, was ich ohnehin zuviel habe und was andere entbehren. Zusätzlich hat sie mir halt das Gestörtenetikett angeheftet.

    Meine Schwester ist als "schwarzes Schaf" der Liebling. Das ist ernsthaft so. Rebellion, Schulversagen, Opfer-sein und sich massiv daneben benehmen gelten in der Welt meiner Mutter als ausgemachte Stärken. Das ist wohl tatsächlich ver-rückt! Bloß wo ich das so lebe, verstehe ich nicht so recht

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Die Anerkennung dessen, was war (du sagst "Ich habe immer noch Probleme, zu begreifen, dass das, was passiert ist, wirklich passiert ist")
    Mit nicht-begreifen können meine ich die berufliche Situation in der ich gelandet bin. Mir war damals klar, dass meine Mutter mein Fortkommen oft sabotiert hat. Daher war meine große Hoffnung an eine Therapie, dass sie mir helfen würde, an diesem wichtigen Punkt in meinem Leben (Übergang zwischen Uni und Beruf), nicht zu scheitern. Mir stehen da vor allem viele Ängste im Weg und ich schlage daher oft Wege ein, die nicht so gut für mich sind, die sich aber „sicher“ anfühlen.

    Daß aber diese Therapie genau das Gegenteil dessen, was ich wollte, bewirkt hat, dass also ein Schaden entstanden ist und ich jetzt mit realen Konsequenzen dieser Episode leben muß, das ist oft unbegreiflich und unwirklich. Wie ein Verrat. Der, der helfen sollte, solidarisiert sich mit meiner Mutter und fördert das Scheitern - und hat Erfolg damit. Ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken kann.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    ....Die gemeinsame Suche nach neuen, anderen Erklärungen und Einschätzungen dessen, was du aktuell in Beziehungen erlebst.
    GAnz ehrlich: Das klingt ganz furchtbar.
    Anders einschätzen klingt für mich nach: Ich darf nicht sehen, was ich sehe. Das ist doch genau das, was so schlimm war. Hätte ich an meinem letzten Arbeitsplatz die Aggressivität, die ich gespürt habe, auch wirklich sehen können und wäre ich imstande gewesen, es emotional auszuhalten, dass man mich dort wirklich nicht wollte und brauchte, dass man mir leere Versprechungen gemacht hatte, ich hätte schnellstmöglich wutschnaubend gekündigt. Das wäre sicherlich die bessere Lösung gewesen.

    Dieses zwingende: schwere Kindheit=verschwurbelte Wahrnehmung empfinde ich ehrlich als diskriminierend. Es wirkt bei mir oft wie eine selbsterfüllende Prophezeihung und lässt mich in Beziehungsfragen überanspruchsvoll und überselbstkritisch werden. Ich stehe regelrecht unter einem Zwang, perfekte Beziehungen haben zu müssen, um dieses „wissenschaftlich untermauerte Vorurteil" zu entkräften. Das ist einfach nur anstrengend.

    Und für den Fall, daß ich im Heute massiven verbalen Angriffen ausgesetzt sein sollte, bekomme ich in einer Vielzahl der Fälle erst einmal zu hören, dass ich eine verschobene Wahrnehmung haben muß. Das verzögert jede sinnvolle Handlung in so einer Situation, trägt damit zur Eskalation bei und belastet das ohnehin geplagte Selbstvertrauen zusätzlich. Und es zwingt mich dazu, allein und ohne Unterstützung von außen für mich einstehen zu müssen, wo ich ganz gerne mal Rückhalt hätte.
    Geändert von pastille (06.11.2015 um 21:30 Uhr) Grund: Zitat angepasst

  6. gesperrt

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Das kann ich mal im Hinterkopf behalten. Ehrlich sein ohne Details zu erzählen klingt gut. Allerdings habe ich die Befürchtung, erst gar nicht bis in ein Vorstellungsgespräch zu kommen. Da liegen in meinem Bereich oft bis zu 200 Bewerbungen um eine Stelle auf dem Tisch.
    Geh persönlich hin, wenn immer du kannst. Drücke es der verantwortlichen Person selbst in die Hand. Mach mit allen etwas netten Small Talk. Bleib in Erinnerung. Sag, dass du die Stelle wirklich gern möchtest und du sicher bist, einen guten Job zu machen.


    Ich befürchte,darunter ist wohl meist einer, der eine vergleichbare Qualifikation aber einen glatteren Lebenslauf mitbringt.
    Was nur dann ein Vorteil ist, wenn die relevanten Personen auch glatte Lebensläufe wollen.

    Ich stand definitiv gut genug da, um erfolgreich weiter machen zu können. Und was mache ich??? Ich lasse mir einreden, dass meine Tätigkeit und meine Ziele falsch sind und ende auf Hartz 4 und letztendlich in einem furchtbaren Job, den ich auch ohne Schulabschluss hätte machen können.
    Ich glaube, ich bin nur mit unheimlich viel Glück da heraus gekommen.
    nein, du bist das letzte Mal mit Wille, Entschlossenheit, Fleiss und Arbeit rausgekommen. Und es spricht nichts dagegen, dieses Rezept wieder anzuwenden.

    Du erlebst jetzt einen temporären Rückschlag und kein komplettes Scheitern. Bloss eine holprige Zeit. Aber du kannst dich da auch rausarbeiten.

    Davor habe ich Angst, dass es wieder so läuft...
    Hier würde ich jetzt auf das Sprichwort hinweisen, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Du hast durch dein Studium schon einmal bewiesen, dass du grosse lange Projekte auf die Reihe kriegst - du kannst das wieder. Dass man nach dem Erreichen von grossen Zielen erst mal einen Durchhänger hat, ist normal und kein Grund zur Sorge. Jetzt einfach die Ärmel hochkrempeln, einen Plan machen, und loslegen. Das klappt schon, da bin ich mir sicher :-)

    gruss, barbara

  7. gesperrt

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Hallo Pastille!

    Hab eben deinen Thread entdeckt und mir geht dazu einiges durch den Kopf, vielleicht kannst du damit ja was anfangen.

    Nach meinem Eindruck erkennst du deine Situation, auch rückblickend, sehr gut und sehr zutreffend. Gerade dieses Wahrnehmung ver-rücken ist ja ein zentraler Bestandteil solcher "Erziehungsmethoden", und sie wirken sich auf das betroffene Kind umso massiver (im Sinne von tiefgreifend und nachhaltig wirken) aus, umso weniger Korrektive es um dich rum gibt (bzw. gab) Damit meine ich Menschen, die dich (und deine Wahrnnehmung) nicht ver-rücken, dich nicht manipulieren oder sonstwie benutzen, die dich um deiner selbst willen mögen und zwar so wie du bist.

    Je weniger solche Menschen es gibt, desto verstrickter wird das alles. Zum Beispiel kann es dann sein, dass du eine nette Oma (Opa, Tante, Cousine guter Freund der Familie o.ä.) hattest, (er/sie erschien dir nett, weil sie dich nicht in der Weise abgewertet hat/ haben wie die Mutter) Du wendest dich (damals, aber evtl auch heute noch) zu, vertraust, derjenige lebt mit dir aber lediglich andere destruktive Muster aus, das merkst du aber erstmal nicht, weil das Verhalten (im Vergleich zum schlimmsten, dem der Mutter!) regelrecht paradisisch wirkt, während du schon wieder vor den nächsten Karren gespannt bist.

    Das führt im Laufe der Zeit dazu, dass du eben nicht nur auf ein bestimmtes Muster schauen müsstest, nach dem du dir zukünftig deine Freunde NICHT mehr aussuchst (sowie dein sonstiges Umfeld, Beruf u.ä.) sondern nach den jeweils verschiedenen.

    Dazu noch der Hinweis, wenn du da mal deine Kindheit diesbezüglich revue passieren lässt, der auffälligste Böse ist oft gar nicht der, der dir am nachhaltigsten geschadet hat (weil der schon als Kind SO krass "daneben" war, dass du dir bereits damals gedacht hast, dass das nicht stimmen kann, jedenfalls nicht so übertrieben, wie der das darstellt). Oft ist der "deutliche Böse" auch "nur" das Handpüppchen eines wesentlich destruktiveren Strippenziehers.

    Was Dir in der Therapie passiert ist, hast du m.E. exakt zutreffend analysiert. Es gibt sehr viele schlechte Therapeuten UND auch viele schlechte Therapiekonzepte. Konzepte, die mit dem sog. Therapeutischen Widerstand arbeiten sind absolut ungeeignet und stark kontraproduktiv für Menschen, die aus, wie von dir geschildert, dysfunktionalen Familien stammen, denn sie setzen daran an, dass du ja nur deswegen gegen die Ansicht des Therapeuten rebellierst, WEIL er/sie recht hat. (was auch dann gilt, wenn er Mist erzählt)

    Dabei ist es, um endlich positiv voranzukommen, fundamental wichtig, sich endlich trauen zu trauen, der eigenen Wahrnehmung zu trauen.

    So wie du schreibst, das fühlt sich für dich schlecht an, das möchtest du nicht umdeuten müssen, nur weil Menschen mit schlechter Kindheit (angeblich) eine verschwurbelte Wahrnehmung haben.

    Lieber im Moment kein (neuer) Therapeut, als noch ein schlechter, denn du hast ja noch genug damit zu tun, den, sorry, ich sags mal so direkt, Mist zu verarbeiten, den dir der letzte angezettelt hat (den du ihn anzetteln hast lassen, WEIL du berechtigterweise darauf vertraut hast, der meint und macht es gut).

    Als gute Richtschnur, wenn du doch auf einen stößt oder dir suchen willst, ein Therapeut der unbedingt recht haben will (weil er recht haben muss, um sich selbst zu bestätigen) ist nix, raus zur Tür. Außerdem gibt es leider leider, auch gute Therapeuten, aber eben schlechte Methoden, NLP z.B kann verheerenden Auswirkungen haben, ebenso wie EMDR (gerne angewendet in der Traumatherapie), ist alles auch gar nicht in wirklichen Langzeitstudien erforscht und da gibt es immer wieder neue Methoden, die als das (neueste und jetzt aber wirklich) Gelbe vom Ei angepriesen werden und letzlich halbgar sind (und superteuer noch dazu)

    Du meinst, dein Leben steht still. Nach außen wirkt das gar nicht so, (auf mich zumindest) manchmal steht auch außen alles eher still, weil sich innerlich so viel tut. Das ist gar nicht unbedingt schlecht, weil wenn man grade nicht so recht weiß, wo man langlaufen und wo man hin will, ist es besser, lieber noch zu warten und sich das genau zu überlegen, bevor man den nächsten (gravierend nachteiligen ) Weg einschlägt. Und dass du das nicht (nochmal) willst, nach dem ersten groben Fehler ist doch absolut vernünftig.

    Was Lebensläufe betrifft, nach meiner Erfahrung ist es sehr wichtig, WIE einer sich und seinen Lebenslauf verkauft, und gar nicht so wichtig, wie der Lebenslauf nun genau (verlaufen) ist.

    Ganz primitiv gesagt, so lange es sich für dich wie ein Mega-Stachel im Fleisch anfühlt, was da erstmal so schief gelaufen ist (und noch dazu im Prinzip von dir unverschuldet (weil getrieben von sehr destruktiven Mustern kombiniert mit einem unfähigen Fachmann (Therapeut)) wird dir das auch jeder Personaler anmerken und genau darin rumstochern.

    Vielleicht könntest du aber genau diesen Punkt ja auch nutzen, um deinerseits besser zu selektieren, ob das für DICH gut ist, also die neue Stelle, oder ob du wieder nur bei Leuten mit für dich schlechten Mustern landest.

    Dazu muss man (und sollte man auch keinesfalls) bestimmt keine Details auspacken, sondern vielleicht ganz grob runtergebrochen den Standpunkt beziehen, da hab ich einen groben Fehler gemacht, den ich einige Zeit auch ausgebadet habe, aber shit happens, ich lerne draus und machs jetzt besser. DAS muss man dann aber auch emotional transportieren können.

    Deswegen stehst du vielleicht grade noch still, weil du das noch nicht kannst. Und deswegen ist es im Grunde sogar von Vorteil, wenn jetzt nicht vorwärts stürmst. Du könntest im Grunde auch hergehen, dich bei Stellen bewerben, die du nicht unbedingt willst (Du also keinen Druck hast im Hinterkopf) und genau diese Strategie üben. Und selber zuschauen, was passiert und draus lernen und für dich Schlüsse ziehen.

    Sich wo bewerben und sich vorzustellen bedeutet ja nix anderes, als sich selber zu verkaufen, sich selber an den Mann zu bringen. Wenn du dich nicht toll findest und du dich nicht geeignet findest, und du Zweifel an dir hast, wie willst du da dein Gegenüber überzeugen? Damit landest du aber sehr wahrscheinlich in einem Job, in dem sie so jemanden brauchen können, nämlich jemanden, von dem man gleich merkt, der taugt zum Sündenbock, der legt sich krumm wie wild nur für Anerkennung etc. pp.

    Örgs, das wird ja immer mehr hier, ich hoffe, du kannst damit was anfangen?

    Was ich auf jeden Fall sehr wichtig finde ist, den Blick zurück zuzulassen und zwar genau SO LANGE wie du das meinst, haben willst und brauchst. Und dir auch erlauben, darüber traurig und wütend zu sein, denn das hattest du alles ja schließlich nicht verdient.

    Wichtig dabei ist, meiner Meinung nach, aber vor allem das, dass man dabei versucht, die Gesprächs- und Verhaltensmuster rauszufinden, die da immer wieder ablaufen. Um dann in den entsprechenden Situationen ab jetzt und zukünftig anders handeln zu können.

    Dabei muss man aber sehr geduldig mit sich sein. Also vom Erkennen bis zum endlich rundrum anders umsetzen können wird dauern und, und das ist daran auch nicht so der Brüller, führt u.U (sehr wahrscheinlich sogar). dazu, dass dir noch der eine oder andere soziale Kontakt wegbricht (und zwar weil er bis jetzt ja nur deswegen funktioniert hat, weil du die negativen Muster des anderen mitgespielt hast) Da tun sich oft hinter den vermeintlich nettesten Fassaden die schlimmsten Abgründe auf.

    Was ich von dir aber beim Lesen wahrnehme ist, dass Du eine trotz der erlittenen Misshandlungen sehr starke Basis in dir hast. Und auf dieser Basis wirst du auch immer weiter vorwärts kommen.

    Den kleinsten Kopf würde ich mir da (im Moment!) um Rente o.ä. machen, wer weiß, wie lange dieses Rentensystem überhaupt noch steht. Und, deine potentielle Rente wird ja umso schlechter ausfallen, je länger du noch in der falschen Spur läufst (Will sagen, je mehr Fehler du noch aus Angst vor wenig Rente machst) und umso besser, je sicherer du endlich für dich richtige Wege gehst.

    Dabei aber wie eben beschrieben, Eile mit Weile und dich immer mehr auf dein Bauchgefühl fokussieren.

    LG

    Naja
    Geändert von Naja (07.11.2015 um 11:30 Uhr)

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Was nur dann ein Vorteil ist, wenn die relevanten Personen auch glatte Lebensläufe wollen.
    Da ist etwas dran. Wobei ich immer wieder von der Notwendigkeit dieser glatten Lebensläufe höre. Allerdings können das auch die Ängste anderer sein. So völlig glatt paßt glaube ich auch gar nicht zu mir, so angepasst bin ich dann doch nicht

    Für mich wirkt mein LL einfach luschig. So als käme ich dabei nicht richtig rüber. Mein Arbeitsstil ist nämlich eigentlich gar nicht so, dass ich irgendwie langatmig und umständlich wäre, sondern ich bin eher pragmatisch und zupackend. Kann aber auch sein, dass ich mich falsch einschätze. Vielleicht wäre da tatsächlich ein Bewerbungscheck mal angebracht um zu testen, wie der LL auf andere wirkt und was ich eventuell besser rüberbringen kann und will.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Jetzt einfach die Ärmel hochkrempeln, einen Plan machen, und loslegen. Das klappt schon, da bin ich mir sicher :-)
    Dein Wort in Gottes Ohr

  9. gesperrt

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von pastille Beitrag anzeigen
    Für mich wirkt mein LL einfach luschig. So als käme ich dabei nicht richtig rüber. Mein Arbeitsstil ist nämlich eigentlich gar nicht so, dass ich irgendwie langatmig und umständlich wäre, sondern ich bin eher pragmatisch und zupackend. Kann aber auch sein, dass ich mich falsch einschätze.
    Oder, und das glaube ich eher, dass du dich richtig einschätzt, aber falsch darstellst

    Hier mal ein ganz konkreter Tip:

    Schreib mal, nur zum üben, eine Bewerbung im Telegramstil unter dem Aspekt:

    Ich suche: (und da ist der erste Punkt, aslo das was du haben willst)

    Ich biete:

    Und versuche das auf die absoluten Basics runterzubrechen (ohne dafür Beweise antreten zu wollen, im Sinne von diese deine Fähigkeiten bereits im Anschreiben mit Beweisen (aus deiner bisherigen Vita) belegen zu wollen.

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    AW: Mein Leben scheint still zu stehen

    Zitat Zitat von Naja Beitrag anzeigen
    Je weniger solche Menschen es gibt, desto verstrickter wird das alles. Zum Beispiel kann es dann sein, dass du eine nette Oma (Opa, Tante, Cousine guter Freund der Familie o.ä.) hattest, (er/sie erschien dir nett, weil sie dich nicht in der Weise abgewertet hat/ haben wie die Mutter) Du wendest dich (damals, aber evtl auch heute noch) zu, vertraust, derjenige lebt mit dir aber lediglich andere destruktive Muster aus, das merkst du aber erstmal nicht, weil das Verhalten (im Vergleich zum schlimmsten, dem der Mutter!) regelrecht paradisisch wirkt, während du schon wieder vor den nächsten Karren gespannt bist.
    Liebe Naja,

    wie kommst Du eigentlich auf diesen Zusammenhang?

    Tatsächlich ist es mir schon passiert, dass ich genau auf diese Art vom Regen in die Traufe gekommen bin.

    Du meinst, dein Leben steht still. Nach außen wirkt das gar nicht so, (auf mich zumindest) manchmal steht auch außen alles eher still, weil sich innerlich so viel tut. Das ist gar nicht unbedingt schlecht, weil wenn man grade nicht so recht weiß, wo man langlaufen und wo man hin will, ist es besser, lieber noch zu warten und sich das genau zu überlegen, bevor man den nächsten (gravierend nachteiligen ) Weg einschlägt. Und dass du das nicht (nochmal) willst, nach dem ersten groben Fehler ist doch absolut vernünftig.

    (...)

    Ganz primitiv gesagt, so lange es sich für dich wie ein Mega-Stachel im Fleisch anfühlt, was da erstmal so schief gelaufen ist (und noch dazu im Prinzip von dir unverschuldet (weil getrieben von sehr destruktiven Mustern kombiniert mit einem unfähigen Fachmann (Therapeut)) wird dir das auch jeder Personaler anmerken und genau darin rumstochern.
    Also um ganz ehrlich zu sein bin ich schon ein bißchen ambivalent, was den Jobwechsel betrifft. Einerseits möchte ich noch eine Weile so weiter wie bisher ohne gravierende Veränderungen. Ich habe zum ersten Mal im Leben viel Zeit für mich selbst. Andererseits hätte ich finanziell gerne mehr Bewegungsspielraum. Vor allem zum Reisen.

    Inhaltlich macht mir das, was ich jetzt mache, Spaß. Auch etwas NEues, was wohl tatsächlich Zeit braucht, um sich in die richtige Richtung zu entwickeln.
    Allerdings scheinen sich die Dinge momentan nicht so zu entwickeln, wie erhofft, so dass ich nach etwas Neuem schauen muss. Sonst sitze ich nämlich mit befristetem Vertrag eines Tages dort, wo ich nicht mehr hin will.

    Aber genau diese Aktionen betrachte ich schon auch als problematisch. Eben weil ich dann kopflos und aus der Not heraus Entscheidungen treffe und mir eigentlich wie so oft Zeit fehlt. Ein wichtiger Punkt in diesem schrecklichen Job, in dem ich zwischenzeitlich landete, war eben genau das, dass die Verhältnisse ausbeuterisch waren. Im jetzigen sind allerdings die sozialen Verhältnisse auch noch nicht so, wie ich sie mir wünschen würde. Auch ein Grund, zumindest einmal auszuloten, ob und was alternativ machbar wäre.

    Soviel erst einmal. Den Rest muß ich auch erst einmal sacken lassen

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