Wie oft hast Du denn Kontakt zu Deiner Mutter? Wenn das so oft ist, wie Du daran denkst ok, dann ist das mehrmals täglich und wirklich viel. Dann heißt es sich innerlich abzunabeln von Meinungen von außen, die nicht dem eigenen Lebensweg und Lebenszielen, sowie dem eigenen Inneren entsprechen und Toleranz dafür zu entwickeln. Das ist ein ganz normaler Prozess, denn jeder Mensch im Leben durchschreiten kann. Klar manche schaffen es nie und sterben noch als Mutters Tochter.
Kann man wirklich von einem Tag zum anderen in ein anderes Land gehen? Also da war nichts geplant und bekannt? Ok, dann tut es mir sehr leid. Ich hatte im Eingangspost den Eindruck, dass Du das platonisch geschildert hast, später kam eine andere Dimension dazu. Wie oft habt ihr euch überhaupt gesehen? Wie nah wart ihr euch?
Dann noch ein paar Fragen, bist Du körperlich fit? Treibst Du regelmäßig Sport, achtest Du auf Deine Ernährung, hast Du Erholungsphasen? Kannst Du noch runterfahren? Was wären jetzt die ersten Schritte, welche Du machen könntest um diese Krise ohne großen zusätzlichen Energieverlust zu überwinden?
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Thema: Lebenskrise - großer Schmerz
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19.10.2015, 06:51Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Geändert von Inaktiver User (19.10.2015 um 09:02 Uhr)
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19.10.2015, 08:20
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Ja klar sagen die "in echt " jetzt nix mehr dazu, sondern "nur noch" in ihren Gedanken, das stand doch alles in den letzten Beiträgen, darauf hab ich mich bezogen.
Ja, steht doch alles im EP. Die Sache war von vorherein auf Zeit, weil er wieder weg musste aus Deutschland, eben deswegen meine Replik an Ylli
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19.10.2015, 08:29Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Der Unterschied für mich persönlich liegt darin, dass er im Grunde keinen Hehl daraus gemacht hat, dass er Dich mag, wobei bei platonisch eben die menschlich freundschaftliche Komponenten überwiegt. Darüber hinaus wäre es ggf. möglich, dass sein Kontaktabbruch auch kulturell begründet ist? Was für ein Landsmann ist er? Weiterhin könnte er respektiert haben, dass ein Leben Eurer Liebe für Dich nicht möglich ist, weder war es das hier, auch sexuell, wenn dem so war noch schätzt er Dich ggf. so ein, dass Du ihm folgen könntest oder den Kontakt halten. Auch das und vieles mehr kann zu seinem Kontaktabbruch geführt haben. Ist denn wirklich ausgeschlossen, dass er Familie hat?
Sorry, ich habe leider dieses Wochenende nicht ganz so viel Zeit gehabt zum Lesen und nachvollziehen und war es denn nun platonisch wie im Eingangspost oder mehr wie später fast zu vermuten?Geändert von Inaktiver User (19.10.2015 um 08:55 Uhr)
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19.10.2015, 08:47
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Du hast in dieser Essenz, meiner Meinung nach zu 100% Recht.
Wie ich aber in meinem ersten Beitrag dazu schon geschrieben habe, und scheinbar gehts der TE ja genau SO, kann man manche Sachen, und wenn sie einem noch so klar sind (in der Theorie), einfach (noch) nicht umsetzen, wenn man mit einem solch rigiden, absoluten und alternativlosen Misshandlungs-(seelisch und körperlich) Abwertungs- und Verachtungssystem groß geworden ist, wie die TE.
Und, was noch schlimmer ist, man braucht bei bzw trotz eines (lebenslang) bald übergroßen Maßes an Reflexion (sich selbst und anderer), unfassbar viel länger, als andere, um auch nur an die essentiellen Punkte zu kommen, die du oben formuliert hast.
DAS würde man vielleicht sogar jedem anderen jederzeit so raten können, aber für einen selbst hat es efnach (noch) keine Gültigkeit.
Einfach weil die Abwertung zu systematisch war. Zu auswegslos. Zu perfide.
Weil einem nämlich exakt das gegenteil dessen, was du oben formulierst, in einer Perfektion eingehämmert wurde, die auch nur SEHR wenige (Eltern) an den Tag legen
Und in der Rigidität kommt das allem Anschein nach vergleichsweise so SELTEN vor, dass das wirklich kaum jemand-keiner nachvollziehen kann.
Oder kannst du wirklich, nachvollziehen, was es mit dir gemacht hätte, beispielsweise so wie Natascha Kampusch jahrelang gehalten worden zu sein (Und diese hatte, im gegensatz zur TE) vorher (hoffentlich) wenigstens noch ein weitaus normaleres Leben, in dem sie sich als Persönlichkeit (in Grundzügen) festigen konnte.
Und auch auf jemanden wie Natascha Kampusch treffen deine Erkenntnisse zu.
Hättest du ihr das, ihr helfen wollenderweise, auch so gesagt?
Das soll absolut kein Angriff auf dich sein, sondern einfach nur mal drastisch klarmachen, dass es auch bei häufig anzutreffenden "schlechten Kindheiten" wirklich nochmal ganz gravierende Unterschiede in der Art gibt, wie alternativlos jemand geschädigt wird.
Wenn jemand kein gutes Haar an dir lässt, dann hast du eben eine Glatze.
Und nicht nur etwas schütteres Haar.Geändert von Naja (19.10.2015 um 08:52 Uhr)
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19.10.2015, 10:01Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
@Naja Wow
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19.10.2015, 10:07Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Eigentlich wollte ich zu deinem Post noch einiges schreiben, aber Naja hat das viel besser auf den Punkt gebracht, also verkneife ich mir "meins".
Das hier wollte ich aber doch noch rausziehen. Ich kenne viele Menschen und das, was du beschreibst, kann ich so nicht bestätigen. Schreckliche Menschen, die geliebt werden, ja durchaus, aber wundervolle Menschen, die NICHT geliebt werden? Nein, da kenne ich keinen einzigen ehrlich gesagt. Vielleicht nicht zwangsweise in einer Partnerschaft, aber von Familie und/oder Freunden sehr wohl, denn irgendeinen Menschen gibt es immer, der sieht, dass er einen wundervollen Menschen vor sich hat. Immer. So zumindest meine Erfahrung im RL.
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19.10.2015, 10:32Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Mal zur Abwechslung einige Fragen zu deinen Anteilen:
Trotz seiner neutralen Position in deiner Gefühlswelt hast du dennoch ja irgendwann eine Entscheidung getroffen, dass er wohl doch ein Mann ist. Du hast entschieden, diesen Menschen als Mann in dein Leben zu lassen. Kannst du dich daran erinnern?
Ich frage vor allem deshalb, um dir mal diese Wie-ein-Wunder-Wahrnehmung zu nehmen. Die klingt ja sehr romantisch, aber nicht erst seit Freud wissen wir: Es gibt solche Zufälle im Leben nicht!
Wie müssen wir uns diese Nähe über mehrere Monate genau vorstellen? Über Gefühle nicht zu sprechen heißt ja nicht, dass keine emotionalen Austausche stattfinden. Wie entwickelte er sich in deinem Herzen, in deinem Bewusstsein? Und was denkst, hast du ihm bedeutet?
Das sind sehr starke Beschreibungen. Glaubst du nicht, dass er durchaus wahrgenommen haben wird - wenn auch vielleicht subtil - wie immens groß seine Rolle in deinem Leben wurde? Und mal provokant nachgeschoben: Wenn er dich wirklich gesehen und wahrgenommen hätte, weshalb dann dieser immense Schmerz, den er dir durch sein Abtauchen zufügte? Das muss er ja einprogrammiert haben. Dennoch schien es ihm offensichtlich die einzige Möglichkeit, aus deinem Leben zu verschwinden. Könntest du da eventuell eine neue Ebene des Verständnisses öffnen? Was, wenn ihm das alles eine Nummer zu groß geworden ist und er nicht über die charakterlichen Ressourcen zu verfügen meinte, dich damit zu konfrontieren?
Bei so heftigen Gefühlen für ihn gehst du gleichzeitig pragmatisch davon aus, dass das alles eine "normale Verabschiedung" wird? Sei mir nicht sauer, aber da hast du dir wohl heftig etwas vorgemacht und versuchst nun, es diesem Mann unterzuschieben. Aber ihr wart beide Teil der Beziehung und habt auch beide Anteile. Wieso konntest/wolltest du eine mögliche Zukunft mit ihm denn nicht besprechen?
Diese Konklusion des schönen Abschlusses einer schmerzhaften Lebensphase ist auch nicht etwas, das sich dieser Mann anziehen muss bzw. ihm übergestülpt werden sollte. Er war nicht nur dazu da, dass du dich gesehen fühlen konntest. Deshalb meine Frage an dich: Hast denn DU IHN auch gesehen?
Wer war er?
Wieso konntest du keinen weiteren Kontakt mit ihm aufnehmen? Eine Beziehung über mehrere Monate schließt doch auch Freunde und Familie mit ein - wenn schon nicht deine, dann seine. Wieso ist da nichts passiert? Oder war es doch eher eine Symbiose, die du mit ihm eingehen wolltest? Weil ja durch dich schon sehr früh entschieden worden ist, dass es nach der Rückversetzung von ihm auf gar keinen Fall weitergehen konnte?
So wie ich deine Beschreibungen bis hierhin lese (die sind natürlich lückenhaft...), hast du einen nicht unerheblichen Anteil daran, wieder verlassen zu werden. Das nennt man Reinszenierung, aber das weißt du ja bestimmt. Kannst du an dieser Einschätzung etwas nachempfinden oder liege ich falsch?
Zu den Freundinnen-Thema:
War das wirklich genau so: Koninzident und unerwartet trennen sich deine Freundinnen von dir? Dazu schreibst du später Folgendes:
Hier hast DU dich VON IHR losgesagt. Weil ihre Entscheidung durch dich nicht akzeptabel gewesen ist.
Diese Freundin war ganz offensichtlich vollkommen überfordert mit deiner seelischen Verfassung. Nicht alle Menschen können mit Zusammenbrüchen und Katastrophen gut umgehen. Das hast du nicht erkannt. Deine Annäherungsversuche starten mit einer Bitte um Reden (darüber). Das jedoch will sie ja nicht. Weil sie es nicht kann. Du hast ein Maß, das irgendwann voll ist. Andere auch. Selbst beste Freundinnen sind normale Menschen.
Das ist natürlich schwierig für dich, da deine Ressourcen so vollkommen erschöpft scheinen. Aber wenn dir diese Frau wichtig ist und du dich selbst zurücknehmen könntest - dann wäre eine neue Annäherung sicher möglich. Aber du kennst euch natürlich viel besser.
Warum bist du nicht in deiner Lage, den Wunsch deiner "besten Freundin" zu respektieren?
Ich hoffe, ich bin dir nicht zu nahe getreten. Aber mein Eindruck ist, dass du dich ganz gut selbst behaupten kannst
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19.10.2015, 11:28
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
hmmmm, also so richtig verständlich war die Erklärung allem anschein nach ja nicht wirklich........
Da beschreibt jemand im Detail, dass er von klein auf für ALLES verantwortlich (und schlecht!) gemacht wurde, also nicht etwa "auch Anteile" an etwas hatte, sondern komplett die alleinige Verantwortung (als Kind, von Geburt an, bereits als Strafe für seine Eltern zur Welt gekommen etc pp.), fragt sich auch penibelst sein ganzes weiteres Leben nach SEINEN Anteilen an egal welcher Situation, kommt trotz dieses an ihm begangenen Irrwitzes mal zu dem Ergebnis, er/sie habe nichts falsch gemacht, keinen Anteil an einer Situation, ist also endlich mal auf dem Weg zu dem ihm hier zugerufenen: "Wenn einer sich verhält wie ein Arsc....h ist das nicht deine Verwantortun,g sondern seine" und bups, kommt der nächste Kübel wohlmeinender "ja aber möchtest du nicht auch mal auf Deine Anteile schaun" angeschüttet...........können doch die anderen nix dazu, wenn sie mit dir überfordert sind.........
Dann muss man sogar noch das Verhalten einer absolut übergriffigen Freundin (sagt zu, den Brief einzuwerfen, tut es einfach nicht, weil sie besser weiß, was die Freundin wirklich braucht) verstehen?
Geändert von Naja (19.10.2015 um 11:33 Uhr)
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19.10.2015, 11:33Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Die TE muss gar nichts

Mir hat nie geholfen, wenn ich mich hilflos fühlen musste. Und sich selbst als Opfer der Umstände zu betrachten (so richtig die alleinige Feststellung sein mag), macht definitiv hilflos. Es geht auch nicht um Schuld, sondern darum, die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen zu können. In diese Schuhe kann man sich nur selbst stellen. Leicht ist das nicht, aber was ist schon leicht bei so einer Lebensgeschichte
Mag sein, dass das Verhalten anderer grenzwertig, übergriffig usw. ist. Aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass die Aussagen stimmen, die man daraus schließt. Und hier finde ich das zumindest sehr offensichtlich. Eine Bewertung habe ich an keiner Stelle vorgenommen. Darauf lege ich großen Wert.
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19.10.2015, 13:46
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Ich bin da ganz bei Schlaflos, weil ich diese Erfahrung für mich selbst auch gemacht habe. Wobei ich natürlich nicht repräsentativ für alle Betroffenen sprechen kann.
Aber das Negieren der eigenen Anteile habe ich jahrelang praktiziert. Mir war doch so viel Schlechtes widerfahren, wie kann da jemand noch Salz auf die Wunde streuen, indem er die eigenen Anteile hinterfragt. Meine damaligen Freundinnen taten genau das, was Lebenskrise sich von ihren Freundinnen erhofft hätte. Sie stärkten mir vermeintlich den Rücken. Indem sie mich bestärkten bei meinen stereotyp geäußerten Klagen, indem sie mir vermitteln wollten, ich hätte nichts falsch gemacht. Bis es mir irgendwann zu viel wurde, weil ich das Klagen über Jahre nicht mehr abstellen konnte und ich mich zurückzog. Aktiv, denn dass da irgendwas an meiner Überlebensstrategie hinkte, weil ich immer noch nicht aus der Schleife rauskam, merkte irgendetwas in mir dann doch mal.
Sicher, es tat im ersten Moment gut zu hören, dass man ok war. Ich war aber eben nicht ok. Nicht medizinisch gesehen, aber ich war für mich nicht ok. Meine Freundinnen und ich waren damals weder mit dem Wissen noch der LebensERfahrung ausgestattet, um das sehen zu können. Hätte mir damals jemand Gedankenanstöße z. B. in Form derer von schlaflos gegeben, sei es auch noch so vorsichtig, hätte ich auch reagiert wie einige hier. Empört, und denjenigen bezichtigt, jetzt auch wieder nur meine Muster zu bestätigen, indem er mich so angeht.
Dass da ein gerüttelt Körnchen Wahrheit dahintersteckt an diesen Gedankenanstößen, weiß ich inzwischen. Seit ich bereit war, diesen Gedanken zuzulassen und gelernt hatte, das nicht als Angriff auf mich zu werten, als Abwertung meiner Person. Sondern als Reflexion durch (in dem Fall) eine neutralen Person, die meine eingefahrene Sichtweise ganz langsam geöffnet hat.
Das hat viel mit den Glaubenssätzen zu tun, die einem erlauben, die Mauer hochzuziehen. Solange ich nicht bereit war, die Mauer aufzugeben, war jeder, der dahinter schauen wollte, ein Feind, der mir nur böses wollte.
DAS sind für mich die eigenen Anteile. Und ich kann es nur bestätigen: in einem langen Prozess, in dem ich meine eigenen Glaubenssätze aktiv bearbeitet und hinterfragt habe, hat sich auch mein Blick auf die Welt verändert.
Und es war dann nicht nur egal, dass ich (wieder mal) auf den „falschen“ Mann gesetzt hatte. Nein, ich verstand, warum ich es getan hatte. Und ich verstand, welches destruktive Muster in ALLEN Fällen dahinterstand. Gegenseitig hatten sowohl der jeweilige Mann als auch ich ein Muster bedient, das nichts damit zu tun hatte, die jeweilige Persönlichkeit zu sehen. Da war alles nur Projektion und Wunschdenken. Schwach zieht schwach an, platt formuliert.
Der „Zufall“, dass mir mit fortschreitender Therapie immer mehr Menschen begegnen, die ich einfach nur „normal“ finde, wäre zu groß. Ich glaube wirklich, die treten in mein Leben, weil sie mich vorher gar nicht gesehen haben – jetzt, wo ich langsam authentisch werde, kommen auch Menschen, die dazu passen. Und die schwachen von vorher sehe ich selber nicht mehr.
Wie gesagt, es ist meine Erfahrung, die ich hier weitergeben möchte. Aus meiner jetzigen Lebenssituation heraus.



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