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Thema: Lebenskrise - großer Schmerz
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23.10.2015, 18:09
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
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23.10.2015, 20:35
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23.10.2015, 20:51
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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23.10.2015, 21:05
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24.10.2015, 06:09
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27.10.2015, 01:21
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Ich hatte mich jetzt extra mal ein paar Tage zurückgezogen, weil ich hoffte, dann würden sich die Gemüter mancher Poster etwas beruhigen, jedoch leider Fehlanzeige. Wirklich schade!

Ich werde jedoch noch auf die einzelnen Posts eingehen in den nächsten Tagen.Geändert von Lebenskrise (27.10.2015 um 01:44 Uhr)
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27.10.2015, 06:49Inaktiver User
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27.10.2015, 12:53
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28.10.2015, 01:44
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Hahaha kein Problem, hau‘s einfach raus!



Vielleicht sollte ich das wirklich mal tun. Ich habe bei allem was mir widerfahren ist nie so wirklich Zugang zu einer originären Wut gefunden. Ich war lange wütend auf mein Leben an sich, das so bescheiden ist in Beziehungsdingen, aber bis heue fällt es mir richtig schwer auf die Täter wütend zu sein, weil sie ja Mutter, Vater und einst geliebte Beziehungspartner waren und die Wut zu finden auf deren Verhalten ohne die Person an sich zu hassen habe ich nie so richtig hingekriegt. Außerdem ist da ja die mir sehr tief eingepflanzte Stimme, die beim Scheitern sofort zum Vorschein kommt und die sagt, dass es ja klar ist, dass es so laufen muss. D.h. die Wut, die ich als die Erwachsene haben müsste kann nicht raus, weil sie durch die Konditionierung als unangemessen eingestuft wird.Ich will nur so schnell wie möglich loswerden:
Himmel, Arsch, du hast allen Grund dazu wild durch die Gegend zu laufen und ununterbrochen SCHEIßE zu brüllen!
Haha, na ja, wenn man sich so eingehend mit einem Themengebiet beschäftigt, dann hat man irgendwann alle Literatur gelesen und da ich ja wirklich eine recht rationale Seite habe und ein Gehirn, das ganz gut strukturiert denken kann, wirkt das nach außen hin wohl dann so. Ich denke, was Du unterkühlt nennst ist diese rationale Seite, meine impulsive Seite braucht hier niemand.Du brauchst keine Therapie - ich hab eher das Gefühl, ich sollte bei dir Stunden nehmen. Du blickst zurück auf 30 Jahre andauernden - zumindest beziehungstechnischen - Mist. Und du bist klug, rational, bissig, stark. Hut ab! Vielleicht inzwischen etwas unterkühlt, aber wer solls dir verübeln?!
Das ist so schwer zu beschreiben. Als er mich letztes Jahr anschrieb war er für mich nichts als ein entfernter Bekannter, den ich vor über einem Jahrzehnt mal flüchtig über ein Familienmitglied von mir, das damals Verbindungen zu seinem Arbeitgeber hatte, kannte. So kam auch der Kontakt zustande, da er mit meinem Verwandten gesprochen hatte, sie sich über Gott und die Welt unterhalten hatten und sie dabei auch auf mich zu sprechen kamen.Ich frag total naiv, eventuell pragmatisch und bestimmt übertrieben romantisch: Gibt es denn nicht doch eine Möglichkeit, diesen Mann wieder aufzuspüren und Antworten aus ihm raus zu quetschen? Weiß er, wie essentiell wichtig er für dich war? Und jetzt der übertrieben romantische Teil: wenn du das Gefühl hattest, dass er derjenige welche ist auf den zu schon immer gewartet hast - warum zum Teufel lässt du ihn einfach gehen?! Wieso war ein späteres Zusammenleben in einer eurer beiden Heimatländer nie eine mögliche Perspektive?
Da ich 2007 das Thema Beziehungen/Männer für mich proaktiv abgeschlossen hatte und ich mich auch bewusst und absichtlich von jeglichem Kontakt mit Männern fern gehalten hatte, kam mir nicht mal in den Sinn, an irgendwas mehr als an Bekanntschaft/Freundschaft zu denken. Dass er ein Mann ist tat in dieser Konstellation erst einmal gar nichts zur Sache. Wäre er nicht ein ehemaliger Bekannter, also ein Relikt meiner Vergangenheit gewesen, dann hätte er gar keinen Kontakt zu mir aufnehmen können, da ich das sofort abgeblockt hätte, weil ich ja bewusst Kontakt zu Männern mied. Aber so ist er irgendwie unter dem Radar in mein Leben gekommen und ich hatte keinerlei Abwehrhaltung oder Bedenken und war auch absolut entspannt, weil ich ihn als Neutrum sah (und ich auch niemals auch nur im Traum damit gerechnet hätte, dass er irgendein Interesse an mir als Frau haben könnte).
Dann haben wir uns eine Weile schriftlich unterhalten, dann telefonierten wir und dann trafen wir uns öfters und haben alles Mögliche unternommen was Bekannte/Freunde eben so tun. Damals vor über 10 Jahren hatte ich nur ein paar Sätze mit ihm gewechselt, wusste also eigentlich nichts von ihm und stellte dann letztes Jahr fest, dass wir beide von der ersten Sekunde an extrem auf einer Wellenlänge waren.
Irgendwann kam mir dann mal der Gedanke, dass er genau der Mann ist, den ich mir immer für mich vorgestellt hatte. Aber irgendwie habe ich noch nicht einmal den Gedanken gehabt, das IST er sondern viel mehr DAS WÄRE ER GEWESEN (ich weiß nicht....früher als ich noch jung war, in einem anderen Leben, bevor ich Jahre zuvor mit dem Thema abgeschlossen hatte, bei anderen Rahmenbedingungen oder so ähnlich). Bzw. ich bin gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass von seiner Seite da irgendwas sein könnte. Was sicher daran liegt, dass ich mich selbst noch nie als attraktiv/interessant für einen Mann wahrgenommen habe und auch jedes Mal, wenn sich jemand für mich interessiert hat, schier aus allen Wolken gefallen bin, weil ich vom Gefühl her nicht nachvollziehen konnte warum jemand an meiner Person interessiert sein könnte (die von den Eltern zerstörte Selbstwahrnehmung/Selbstbewusstsein). Natürlich entwickelt jeder im Laufe des erwachsen werdens eine egobasierte Wahrnehmung, die über die äußeren Attribute Klarheit gibt. Hier war mir schon klar, dass Männer mich äußerlich attraktiv finden, aber vom Gefühl her hat das ja nichts mit der Person zu tun, die innen wohnt, diese Hülle habe ich mir weder ausgesucht noch hatte ich Einfluss darauf, ich halte sie nur möglichst gut in Schuss.
Bei meinen vorherigen Beziehungspartnern stellte ich nach einiger Zeit fest, dass sie auch mit mir als Person gar nicht wirklich etwas anfangen konnten, es ging mehr um die Hülle bzw. mein Wesen versuchten sie so gut als möglich zu unterdrücken, mit einer Frau mit Gehirn und Mund konnten sie nichts anfangen. Der Mann letztes Jahr war so gänzlich anders. Er korrespondierte fast ausschließlich mit meinem wahren ich, er ist jemand, der mehr sehen kann als nur die Hülle.
Es fühlte sich so anders an als alles was ich vorher je erlebt hatte. Aber das war auch verwirrend...irgendwie erlebte ich diese ganzen Monate wie in einem Traum/Zeitraffer (kennst Du das Gefühl, wenn man Geburtstag hat und die Zeit rast an einem vorbei). Wir haben auch nie über Gefühle oder das Danach (nach seinem Weggang) gesprochen. Er sagte mir nur irgendwann, dass er dieses Jahr im Sommer weg müsse, aber keiner von uns beiden hat das Thema vertieft.
Dann kam der Jahreswechsel und er sagte etwas recht Unbedarftes, von dem er dachte, es hätte mich verletzt. Ich nahm das gar nicht so wahr, weil ich damals das neue Projekt anfing, mit meinem temporären Umzug und den ganzen organisatorischen Dingen beschäftigt war. Da wir uns die ganze Zeit durch nicht täglich sprachen fiel mir nicht auf, dass er sich nicht gemeldet hatte. Ich nahm den Kontakt dann nach ein paar Tagen wieder auf und er sagte mir, dass er große Angst gehabt hätte, ich würde mich nicht mehr melden, weil er mich wohl verletzt hätte, aber er hätte mich auch nicht mit Nachfragen nerven wollen.
Als ich ihm sagte, dass dem nicht so sei, sagte er mir wie überaus froh er sei, dass ich mich wieder gemeldet hätte, und wie glücklich er sei, mit mir zusammen zu sein und dass er sein Glück oftmals gar nicht fassen könne, mit so einer tollen Frau (hier nannte er ein paar Charakterzüge und Attribute) zusammen zu sein und dass er gerade in diesem Moment erst begreift, wie sehr ihn unsere Beziehung emotional bewegt (in seiner Sprache klingt das irgendwie besser als in Deutsch :-o).
Ich war völlig überrascht, glücklich, aber auch total überrumpelt. Ich bin ja sowieso ganz schlecht darin Komplimente anzunehmen, mir ist das immer sehr peinlich, aber eine solche Fast-Liebeserklärung aus dem Nichts ohne Vorwarnung noch dazu unter den Rahmenbedingungen war für mich sehr schwierig. Ich habe ihn aus dem Affekt heraus irgendwas hingestammelt, dass ich ja wohl diejenige bin, die sich glücklich schätzen darf mit ihm zusammen zu sein und fragte ihn, ob er nicht ein wenig übertreibe mit dem ... (ich wiederholte einige der von ihm mir zugedachten Attribute und Charakterzüge). Ich war völlig überfordert.
Ich denke, er hatte - auf Grund meines Nicht-Meldens für ein paar Tage und seines schlechten Gewissens er hätte mich verletzt - die Situation, dass er sich damit auseinandersetzen musste wie es sich anfühlt, wenn wir uns trennen. Und dann kam mein Anruf und er war hörbar so happy, dass es nicht die Trennung ist, dass ihm weit mehr Emotionales entschlüpft ist als normalerweise.
Dann bekam er einen zweiten Anruf, wollte den kurz annehmen und dann wieder mit mir weiter telefonieren, da ich ihm gesagt hatte, ich hätte ein paar Fragen, die sich leichter telefonisch als schriftlich besprechen lassen, es war seine Mutter und er meinte, er hätte sie lange nicht gesprochen, das würde länger dauern. Er entschuldigte sich noch, mich jetzt so abwürgen zu müssen und sagte, er wäre sehr gespannt, was ich noch besprechen wollte.
Am nächsten Tag schrieben wir uns noch kurz, er machte einen Witz über Mütter und ihre Söhne, ich sagte, da er mich ja am Abend vorher nicht mehr habe zurückrufen können, ob er mich in den nächsten Tagen anrufen würde, manchmal sei Schriftlich doch ein etwas unpersönliches Kommunikationsmittel. Daraufhin antwortete er nichts mehr, was mir aber nicht verwunderlich erschien, da er unterwegs war und das bei SMS Kommunikation nicht unüblich ist.
Ich bin davon ausgegangen, er würde mich dann zurückrufen in den nächsten Tagen. Nach knapp einer Woche fand ich es doch seltsam (zumal wir bei dem letzten Kontakt ein Treffen vereinbart hatten, zu dem er zu mir an den temporären Wohnort am anderen Ende der Republik kommen wollte). Ich schrieb ihm erst einmal nur „???“ und erhielt auch keine Antwort.
Eine weitere Woche später schrieb ich ihm eine lange Nachricht, in der ich fragte was los sei, das es mir anfange Angst zu machen, dass er nicht antwortet. Ich fragte ihn ob ich etwas falsch gemacht habe oder ihn verärgert hätte. Er las die Nachricht sofort nachdem sie zugestellt war, antwortete aber nicht. In den nächsten zwei Wochen schrieb ich noch 3-4 Nachrichten in denen ich meine Verwunderung ausdrückte, dass er mir an dem einen Tag so nette Dinge gesagt hatte und direkt danach verschwunden ist. Auch diese Nachrichten las er sofort nach dem Eingang, aber er hat einfach nicht mehr geantwortet.
Diese ganze Beziehung ist irgendwie im Schnelltempo an mir vorbeigerauscht, ich habe Wochen bis Monate danach gebraucht, um meine Gefühle für ihn überhaupt in Gänze wahrnehmen zu können. Ich habe ihm ca. 2 Monate nach seinem Kontaktabbruch (wie ich heute weiß 1 Woche bevor er den Kontinent verlassen hat) nochmal eine Nachricht geschickt, in der ich schrieb, dass ich ihn sehr vermisse (diese hat mich sehr große Überwindung gekostet, denn hier waren die Stimmen der Vergangenheit sehr laut, die sagten „mach dich doch nicht lächerlich und schreib dem so ein Zeug, wer wird Dich schon vermissen“) und dann 3,5 Monate nach seinem Kontaktabbruch (er war dann schon weg) endlich was ich für ihn empfinde (es hat mich Wochen gekostet, das abschicken zu können, ich habe noch niemals jemanden meine Gefühle verbal oder schriftlich offenbart) und auch was es mit mir macht.
Auch diese Nachrichten hat er sehr zeitnah gelesen, aber es kam einfach nie wieder eine Antwort. Nun zwinge ich mich seit knapp 6 Monaten, nichts mehr zu schreiben und hoffe, dass es aufhört weh zu tun und ihn zu vergessen. Nur leider gelingt es mir nicht. :-( Und je länger ich darüber nachdenke, umso sicherer bin ich, dass es etwas ganz Besonderes war und dass diese Beziehung gar nichts mit den missbräuchlichen Beziehungen vorher zu tun hatte. Das tut dann aber nur noch mehr weh.
Ich weiß heute auch gar nicht warum ich nicht doch mal die paar Hundert Kilometer nach Hause gekommen bin und zu ihm gefahren bin und ihn zur Rede gestellt habe. Aber damals war ich wie paralysiert, gelähmt vor Schock und voller Angst, denn ich war mir nicht einmal sicher, ob ich überhaupt das Recht habe, eine Antwort zu verlangen. Heute sehe ich das anders und wäre er noch hier hätte ich ihm längst einen Besuch abgestattet, aber diese Möglichkeit habe ich nicht. Und ich werde es mir wahrscheinlich nie verzeihen, dass ich so ängstlich war.
Damals als er verschwand habe ich meinen drei langjährigen Freundinnen erzählt was passiert ist. Alle drei haben reagiert, indem sie mir erklärten, ich solle doch nicht so rumheulen, es sei doch nicht möglich, dass mich das so mitnimmt. Meine Erklärung, dass es eine besondere Beziehung war und dass diese sehr viel mehr Einfluss auf mich hatte als alle anderen vorher zusammen wurde mit einem Hinweis auf die Kürze der Zeit vom Tisch gewischt. Ich durfte mir dann Belehrungen anhören, dass ich falsch fühlen würde, dass niemand außer mir nach so kurzer Zeit das so schlimm finden würde, dass ich Unmögliches verlangen würde, weil ich darum bat, den Brief abzugeben, dass ich mich wieder melden könne, wenn ich wieder normal sei, dass sie nicht gedenken über so ein Ar....ch überhaupt zu reden etc. Eine Negierung meiner Befindlichkeiten auf der ganzen Linie.
Wenn ich das nur wüsste....!Hat er selbst nen „Schlag“ und war mit den anbahnenden Gefühlen und der daraus folgenden schwierigen Situation der Trennung überfordert?
Ach das mit dem verliebt sein ist ja ok, das ist ja bei den meisten am Anfang so. Getroffen hat mich, dass sie im ersten Gespräch als ich ihr erzählte, dass er verschwunden sei, meinte, sie weigere sich, mit mir überhaupt über ihn zu sprechen und sie erwarte von mir, dass ich ihn einfach vergesse und kein weiteres Aufhebens darum mache. Ich habe dann in den Monaten nochmal versucht, ihr klar zu machen, dass es weniger um ihn als Person geht sondern um mich und was diese neue Erfahrung mit mir gemacht hat. Sie hat alles sofort abgeblockt und im Keim erstickt. Jetzt jedoch wo es mit ihrem neuen Schwarm die ersten Problemchen gibt wollte sie mit mir natürlich sofort darüber sprechen....!Achso, und: Freundin 1 und 2 hätte ich auch abgeschossen. Bei der dritten kanns sein, dass das wieder wird und sie momentan nur einfach das Verliebtheitsein genießen möchte. Wäre egoistisch - aber manchmal muss man das auch sein, oder?
Mein Bauch sagt, dass wir uns von Anfang an perfekt verstanden haben, es gab keine verbalen Missverständnisse, wir waren extrem auf einer Wellenlänge, auch das sich einander zuwenden emotional verlief synchron. Mein Bauch sagt, dass er genauso starke Gefühle für mich hatte wie ich für ihn.
Jedoch ist die Auswahl an Firmen, Jobs, Weiterbildungen und Umschulungen ja nahezu unbeschränkt was man bei Beziehungen keinesfalls sagen kann. Darüber hinaus ist der Job ein reines Sachthema, dort muss einem niemand lieben, akzeptieren reicht völlig, mehr ist im Job gar nicht gefragt oder nötig (Frauen machen ja oft den Fehler auf die Arbeit zu gehen, um gemocht zu werden!). Ein Vergleich von Job und Beziehung ist daher absurd.
Das verstehe ich nicht. Was meinst Du mit potentiellen Kandidaten eine Chance gibt, einen kennenzulernen?andersrum kann man natürlich für eine Beziehung sehr viel tun, angefangen schon damit, dass man potentiellen Kandidaten überhaupt die Chance gibt, einen kennenzulernen, idealerweise „nebenbei“, während man etwas tut, was einem Spass macht, und in dem man sich auf das konzentriert, was man zu geben hat, statt auf das, was einem fehlt. Hier scheint bei dir noch die Überzeugung zu herrschen, die du erwähnt hast: Freunde sucht man sich nicht, sondern man erkennt sie.
Ich bin ja beruflich ständig in anderen Firmen unterwegs und lerne dabei zwangsläufig sehr viele Männer kennen, aber was hat das mit Beziehung zu tun? In meinem Privatleben habe ich nur Kontakt zu Männern von Freundinnen/Bekannten/Kolleginnen und meine männlichen Verwandten. Wo sollen die potentiellen Kandidaten denn sein? Ich weiß auch nicht was Du meinst mit auf das zu konzentrieren was man zu geben hat und nicht was einem fehlt? Ich laufe doch nicht durchs Leben und suche etwas oder jemanden! Ich suche nie, habe nie gesucht.
Bei mir herrscht nicht noch die Überzeugung, dass man Freunde erkennt und nicht sucht, sondern mittlerweile. Früher dachte ich wirklich noch, man könne mit vielen Menschen befreundet sein. Mittlerweile weiß ich, dass das nicht geht. Es geht nur mit Menschen, die man einfach erkennt. Glücklicherweise, denn damit erspare ich mir viele Mühen und Versuche, Dinge passend zu machen, die nicht passen. Bei den richtigen Menschen passt alles von Anfang an.
Was meinst Du damit?Es gibt ja auch nicht nur die Alternativen „aus der Wahrnehmung streichen“ oder „etwas unbedingt haben wollen, was mir fehlt“. Sondern auch noch „mich in Situationen begeben, wo Dinge passieren können, auch wenn das heißt, dass ich aus meiner Komfortzone muss und ich Unsicherheit fühle“.
Mir ist Gewalt erspart geblieben??? Geschenkt, dass sie sch... waren?Aber du hattest doch mehrfahc Beziehungen?
Dass sie geendet sind - das dürfte auch bei jeder Frau so sein, die wie hierzulande üblich serielle Monogamie lebt.
Und dass sie vielleicht sch... waren - geschenkt. Auch das ist nicht unüblich, sonst wäre es ja nicht zu ener Trennung gekommen. Dir scheint aber erspart geblieben zu sein, was ich hier schon oft bei anderen gelesen habe, z.B. Gewalt.
Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, dass jemand mit einer offenen, neugierigen und positiven Einstellung dauerhaft ohne jeden Erfolg auf der Beziehungsebene ist. Dennoch scheint es bei dir so zu sein - wobei „ohne jeden Erfolg“ würde ich ja nicht sagen, da du ja Beziehungen hattest.
Ich habe in den drei Beziehungen, die ich in 30 Jahren hatte, massivste emotionale und psychische Gewalt gegen mich erlebt!!! Sorry, aber hier wird klar, dass Du hier schreibst wie der Blinde von der Farbe. Und falls das im Jahre 2015 immer noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein scheint wiederhole ich es gerne: Emotionale/Psychische Gewalt ist mindestens gleichranging zerstörend wie körperliche Gewalt! Und um das Bild völlig klar zu machen: stell Dir eine Frau vor, die von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde und dann hatte sie drei Beziehungen in 30 Jahren, in denen sie auch sexuell missbraucht wurde. Würdest Du dieser Frau das gleiche sagen wie mir? Nein? Genau das tust Du aber!
Deine Analogie hinkt hinten und vorne. Um bei der Linsensuppe zu bleiben: es war nicht so, dass ich als Kind keine Linsensuppe mochte, sondern dass die Eltern wussten, dass die Linsensuppe das Kind quasi verstümmeln wird, dass es bei dem Kind irreparable Schäden an der Seele anrichtet und trotz des Wissens gab es in dieser Familie nichts anderes als Linsensuppe. Meine Eltern misshandelten mich vorsätzlich und nahmen billigend in Kauf, dass ich dabei drauf gehe. Sie sagten quasi: "Du stirbst an Linsensuppe, tja Pech, Du kriegst aber nichts anderes, dann musst Du eben sterben!" Und heute will ich keine Linsensuppe mehr, denn heute will ich einfach keine Gewalt mehr, egal in welcher Verkleidung sie daher kommt! Und der von Dir vorgeschlagene Perspektivwechsel würde in dieser Analogie dann Wechsel von psychischer zu physischer Gewalt bedeuten. Nein danke, keine Gewalt mehr, egal welcher Couleur!Ich sehe halt einen hungrigen Menschen, der sehr unter dem Hunger leidet, der aber etwas essen will, was es in dieser Umgebung nicht oder fast nicht gibt, und dem evtl. geholfen sein könnte, wenn er mal die Perspektive wechselt, rational statt emotional an die Dnge rangeht, nicht sich mit Händen und Füßen gegen alles wehrt, was Linsen heßt oder so riecht, sondern anderen Rezepten udn Varianten eine Chance gibt.
Aber wahrscheinlich muss man dann einfach mit den Schultern zucken und sagen "ok, deine Entscheidung. Dann musst du halt verhungern, ich respektiere das."
Vielen Dank für diese Sätze. Zwischendurch habe ich ja schon manchmal das Gefühl, ich spräche Chinesisch, weil manche mich mit aller Gewalt missverstehen wollen, aber dann kommt so ein Post und ich weiß, dass ich mich doch sehr klar ausdrücke, denn bei Dir ist exakt alles so angekommen wie ich es ausdrücken wollte.
Schon sehr aufschlussreich wie Du mit zweierlei Maß misst. Bei Opfern körperlicher Gewalt ist Deine Antwort der Weiße Ring, eine Organisation, die die Opfer und deren Auswirkung der erlittenen Gewalt sehr ernst nimmt und sich für ihre Belange einsetzt. Opfern emotionaler/psychischer Gewalt (= mich) fragst Du, ob sie nicht evtl. ein wenig überspannt sind und alles falsch verstanden haben bzw. gar noch selbst schuld sind (klassische Täter-Opfer-Umkehr durch Hinweis auf Übersensibilität und permanente Schuldzuweisung für das Verhalten anderer). Auch an dieser Stelle wiederhole ich es gerne: psychische und physische Gewalt sind gleichrangig und haben verheerende Auswirkungen auf die Betroffenen.
Wenn es nicht so abwertend wäre, müsste ich Dir fast noch dankbar sein für Deine Herabsetzung meiner Person, denn nur durch Deine massiv aggressiven Aussagen sage ich hier das allererste Mal in meinem Leben laut und öffentlich: ich bin ein Gewaltopfer!
Landläufig nennt man es Trauerarbeit und Reflektion. Wenn Du es jammern nennen möchtest, völlig ok, wie hypokrit wäre es, wenn ausgerechnet ich anderen ihre Meinung oder Befindlichkeit absprechen wollte. Jedoch werde ich das auch weiterhin tun, wenn es mir hilft - und das tut es - auch ohne Deine Zustimmung.Hier alles erklären und niederschreiben, eben bisschen jammern und Dir Zustimmung holen?
Wie kommst Du nur darauf? Ich spreche nie mit Menschen, die ich nicht wirklich schon sehr gut kenne = mehrere Jahre, über meine Vergangenheit. Keiner der Männer hat davon überhaupt etwas gewusst. Ich strahle laut Aussagen der Männer Freude, Leichtigkeit, Offenheit, Vertrauenswürdigkeit, Spaß und Unabhängigkeit (genau das Gegenteil von bedürftig) aus, keiner musste mich je für irgendwas entschädigen. Und das ist leider auch das Problem, denn die Männer in den missbräuchlichen Beziehungen haben mich gewählt, weil ich stark bin und ihre Probleme neben meinen eigenen noch mit lösen sollten obwohl sie alle zu Anfang stark wirkten und ich das nicht erkannte. Manchmal denke ich, ich sollte viel eher mal bedürftig wirken, dann würden sich schwache Menschen von mir nicht mehr angezogen fühlen.
Ich war mehr als mein halbes Erwachsenenleben ohne Mann (im übrigen viele Jahre länger als jeder andere, den ich kenne!) und nie unglücklich. Nur jetzt durch die erste Beziehung, die so anders war als alles vorher dagewesene, ist mir klar geworden, was alles hätte sein können, und das vermisse ich nun. Ich habe nie einen Mann gesucht oder war unglücklich ohne. Aber jetzt sage ich das erste Mal in meinem Leben: "Ich hätte gerne eine Beziehung, Familie und Kinder gehabt!" Was ist daran nun so schlimm? Ich bin nicht bedürftig, ich äußere ein Bedürfnis, das ist ein eminenter Unterschied.Niemand hat gesagt, dass sie den Fokus vom Glücklichsein wollen wegnehmen soll. Im Gegenteil.
Ich finde nur die Haltung "ich möchte glücklich sein, dazu brauche ich aber einen Mann, den hab ich nicht, daher bin ich unglücklich" eine nicht hilfreiche Haltung ist.
Sondern das heißt zu signalisieren "hier bin ich, das bin ich, das mag ich, und das habe ich zu geben".
Dazu muss man sich aber klarmachen, was man zu geben hat, was positiv ist im eigenen Leben, das man sich selbst hat mit allen Stärken etc.
Der Beweis, dass diese These nicht stimmt ist ja, dass dieser Mann mir letztes Jahr ins Leben getragen wurde ohne mein Zutun und obwohl ich viele Jahre lang den privaten Kontakt zu Männern gemieden habe.Denn wenn man ein Leben führt, in dem keine Männer vorkommen oder man keine kennenlernt, und daran festhält, dann wird man auch weiterhin keine Männer kennenlernen.
Nein, das halte ich für völlig unsinnig. Wenn ich über mein Gehalt nachdenke orientiere ich mich auch nicht an denen, die am wenigsten verdienen. Meiner Meinung nach muss man sich immer nach oben oder vorne orientieren, nie nach unten.Ich finde dieses Vergleichen unselig, dieses "aber die anderen hatten alle (glückliche) Beziehungen und ich nicht". Aber wenn man schon vergleichen will, dann doch bitte auch mit all den vielen, die auch die eine oder andere Ar...karte gezogen haben.
Ich frage mich wie Du darauf kommst. Ich spreche, wenn überhaupt, nur mit Leuten darüber, die ich schon mehrere Jahre kenne. Kein Partner hat je versucht, mir bei irgendwas zu helfen, weil ja gar keiner darüber Bescheid wusste!
Interessanterweise ist das was Du als ironisch süffisant geschrieben hast, sogar einen Gedanken wert. Ich habe bisher niemals die Vergangenheit mit meinen Eltern oder die missbräuchlichen Beziehungen bei meinen jeweils aktuellen Partnern thematisiert. Ich habe das Feedback bekommen, dass ich unbeschwert und unkompliziert bin und dass man denkt, ich könnte alles wegstecken. Ich erscheine vielleicht zu unkompliziert, weswegen die Männer und auch die Freundinnen denken, mit mir könne man es ja machen, mir mache das vielleicht gar nicht so viel aus. Sollte ich nochmal neue Leute kennenlernen müsste ich vielleicht wirklich mal versuchen über meinen Schatten zu springen und das Thema auf den Tisch zu packen (obwohl ich das ja eigentlich überhaupt nicht will). Wer das aushält, wird dann wissen, dass es ein schweres Thema in meinem Leben gibt obwohl ich so entspannt wirke.Ich kann eigentlich nur raten mit dieser Haltung sich Partner gezielt auszusuchen und bei ersten Tendenzen während der Datingphase, dass die nicht zuhören wollen und verstehen können oder mit absolut unangebrachten Veränderungsvorschlägen kommen, sofort das Ganze beenden.
So viel wie hier habe ich noch nie darüber gesprochen. Es ist auch leichter, weil es anonym ist und ich derzeit eben in akuter Trauerphase bin.Geändert von Lebenskrise (28.10.2015 um 02:02 Uhr)
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28.10.2015, 02:11
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Das wäre schön! Ich hätte gerne mal jemanden mit leichtem Helfersyndrom (zu viel ist da ja auch total nervig!). Leider zog ich durch meine Stärke, die die Männer fühlten, immer nur schwächere Partner an, die von mir Helfersyndrom erhofften, dass aber nicht vorhanden ist. Ich wollte immer einen Mann auf Augenhöhe, ich bins leid Mutti, Babysitter oder Kindermädchen spielen zu müssen für die Männer. Dieser Mann war der erste auf Augenhöhe, er löste seine Dinge selbst ohne sie mir aufzudrücken. Da er kein Wort von meinem missbräuchlichen Hintergrund wusste und keinerlei Erwartungen in keiner Weise artikuliert wurden, wäre das sehr seltsam. Und selbst wenn er auf irgendwas keinen Bock mehr gehabt hätte, bleibt es immer noch ein denkbar schlechtes Verhalten seinerseits. Auch hier möchtest Du mir wieder einmal die Verantwortung für das Verhalten eines anderen Menschen zuschustern. So wie einer meiner Ex-Partner: bei der Trennung sagte er mir, er hätte mich 6 Wochen nach dem Tod meines Vaters betrogen. Und als Erklärung gab er an, er hätte mich ja betrügen müssen, schließlich hätte ich mich volle 6 Wochen nur noch um die Beerdigung und um meine Mutter gekümmert und daher sei ich ja selbst schuld daran.
Ich habe keine Ahnung welcher Film bei Dir abläuft, jedoch hat nichts davon mit mir zu tun. Wer hat Dich denn so verletzt, dass Du diese ganze Häme und den Hohn über mich ausgießen musst? Und warum genau sollte ich eine Beziehung wollen in der mein Partner und ich mich ändern und anpassen müssten? Entweder die Menschen passen zusammen oder man lässt es besser, ich würde nie eine Beziehung wollen wo etwas passend gemacht werden muss nur um eine Beziehung zu haben. Wo genau hast Du den Rückschluss her, dass ich gut auszusehen scheine? Und was hat Aussehen mit Beziehung zu tun?Ich würde mich an Stelle der TE einfach damit abfinden, dass ich aufgrund der Kindheit so bin und dass das eben zum Scheitern verurteilt ist aber immerhin scheint sie gut auszusehen und da gibt es immer jemand Neues der Gas gibt in der Anfangszeit. Das würde ich einfach genießen und den Gedanken an eine langfristige Partnerschaft, wo sie sich ggf, ändern und anpassen müsste einfach mal fallen lassen.
Vielen Dank für den gesamten Beitrag, ich hätte es nicht besser formulieren können.
Ich lasse all Deine Angriffe, Anschuldigungen, Häme, Ignoranz, Impertinenz und Unterstellungen über mich ergehen. Aber uns beiden ist ja sonnenklar, dass das mit mir nicht mehr im Mindesten etwas zu tun hat. Du arbeitest irgendwelche Trigger hier an mir ab, entweder weil Du selbst ein Gewaltopfer bist oder weil Du die Position meines Gegenübers des Musters innehast oder einfach nur weil Dich deine ach so krampfige, klammernde Freundin nervt oder Du einen schlechten Tag hast. Auf jeden Fall diene ich Dir hier nur noch als einzige Projektionsfläche, Deinen ganzen Zorn auf Dich und die Welt loszuwerden. Ich hoffe, Du fühlst Dich jetzt besser! Ernst nehmen kann ich Dich nunmehr leider nicht mehr, weil Du nur noch Rumpelstilzchen spielst und das sogar ohne dass ich irgendwas dazu sage.
Und das Rumpelstilzchen wütet weiter. Ich finde es sehr bezeichnend, dass ich beim Lesen Deiner Zeilen bildlich meinen Vater vor Augen habe, der mich - sobald eine Schulnote schlechter als 2 war - angeschrien hat: "Wenn Du zu blöde bist, dann mach so weiter, wirst Du schon sehen wohin das führt, dann gehst Du halt bald auf die Sonderschule und putzt später Klos!" Sein Verhalten resultierte aus seiner absoluten Hilflosigkeit und Angst. Woher kommt es bei Dir?
Es geht mir mitnichten um Zustimmung, aber um Respekt. Und Du benimmst Dich mir gegenüber höchst respektlos. Hättest Du gelernt, Deine abweichende Meinung respektvoll zu vermitteln, könnte man auch mit Dir in Dialog treten. So schlägst Du nur wild um Dich und versuchst mich auf allen Ebenen zu treffen als Bestrafung, weil ich nicht gleich nach Deinem ersten Post mich Dir zu Füßen geworfen habe und Dich als Heilsbringer anerkannt habe. Und ich bin weiterhin der Meinung, dass - wenn Du von Therapie, die Du ja immer vehement als das Supermittel empfiehlst - Ahnung hättest - müsstest Du mir gegenüber nicht so übergriffig werden. Zumindest bist Du für das Thema Therapie der schlechtest denkbare Botschafter.
Ja, da bin ich mir sehr sicher, wie Du ja jetzt detailliert weißt. Das ist schön, dass Du uns Deine Einschätzung mitteilst, jedoch bin ich anderer Meinung, auch wenn das wieder ein "netter" Versuch ist, mir Deine Befindlichkeit aufzudrücken.
Es ging mir mitnichten um die Menge der Posts sondern um den verletzenden und beleidigenden Tonfall und Inhalt der Posts vorher!Geändert von Lebenskrise (28.10.2015 um 02:31 Uhr)



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Das wäre eine entzückende Alternative! Sehr befreiend und vor allem mal vom Kopf weg hin zum Bauch!
Weisser Ring?

