Naja, das ist halt immer so eine Sache mit der Wahrnehmung. Ich persönlich nehme die TE anhand ihrer Beiträge nämlich nicht so wahr. Und versuche dabei so wenig wie möglich zu interpretieren sondern eben einfach am geschriebenen Wort zu bleiben (was mir umso leichter fällt, je glaubwürdiger, authentischer und in sich stimmiger jemand für mich rüberkommt.)
Und da stand, neben einer Sehnsucht in einem (ganz normalen) Ausmaß, wie sie wohl jeder hat, der gerade, warum auch immer, keinen Partner hat, doch in erster Linie, dass es ihr, in ihrem Entwicklunsgprozess, hilfreich wäre zu wissen, ob sie (dieses Mal) endlich um ihrer selbst willen und so wie sie IST, geliebt wurde, oder ob sie eventuell doch noch nicht weit genug in der Bearbeitung der alten Muster ist (welche sie bis dahin immer zielgenau zu Männern geführt hatten, die das alte Muster "bedient" haben)
Dabei hat sich, so wie sie es hier geschrieben hat, für sie immer mehr herauskristallisiert, dass ihr IHR Bauchgefühl, IHRE Wahrnehmung in der Situation (sprich während der Beziehung) die ganze Zeit gesagt haben, dass es diesmal endlich wirklich so ist und sie sich somit in ihrer sehr anstrengenden, hoch reflektierten, keinesfalls selbstmitleidg, aufmerksamkeitsheischend oder gar andere erdrückend wirkenden Verarbeitungsweise weit genug vom früheren Muster weg-entwickelt hat.
Womit sie aber "blöderweise" wieder beim Hauptproblem angekommen ist, das Menschen haben, die, wie Waltraut es so treffend zusammengefasst hat, eben aus derartig unnormalen, hochgradig dysfunktionalen und primär auf der Ver-Drehung und Ver-Rückung der Wahrnehmung des betroffenen Kindes basierenden Familien kommen.
das heißt im vorliegenden Fall (Also habe ich mich getäuscht oder war es doch so, wie ich es wahrgenommen habe) dann aber leider, und da liegt die absolut Krux des ganzen Sache., das sie zwar WEIß, dass sie das richtig seht/empfindet/fühlt/einordnet, sich das aber nicht glauben TRAUT, weil ihr ja von klein auf die Richtigkeit ihrer Wahrnehmung nicht nur in Abrede gestellt, sondern mit massiven Sanktionen belegt wurde. Und deswegen (zunächst) glaubte, die einzige Lösung dafür könne eine dieses bestätigende Aussage des Mannes sein. (Wovon sie aber ja inzwischen durchaus schon am abrücken ist, wie sie mehrfach geschrieben hat)
Plus und das ist die Doppelkrux an dem ganzen, das ja genau gegen DIE allerschlimmsten Glaubenssätze verstoßen würde, die ihr eben so unausweichlich eingebläut wurden, denn niemand kann sie so lieben wie sie ist, woran sie auch noch selbst schuld ist.
DA liegt, meiner Wahrnehmung nach, ihr Hauptproblem und nicht darin, dass sie so sehnsüchtig zuhause sitzt und diesen Mann nun doch gerne wieder hätte. Und wenn schon nicht den, dann wenisgtens einen anderen, hauptsache nicht alleine.
Viele scheinen aber letzteres zu glauben bzw es eben aus ihrer Warte, die von ihrer eigenen Situation ja ebenso mitgeprägt wird, wie die aller anderen User hier auch, als ihr Hauptproblem wahrzunehmen und richten ihre Aufmerksamkeit (in Form von Nachfragen, oder Vorschlägen) eben primär darauf.
Insofern KÖNNEN, sofern ich das richtig wahrnehme, was ja ausschließlich die TE zutreffend beurteilen kann, die Vorschläge per se nicht zum Problem passen.
das ist das eine. Das andere, was ich hier wahrnehme, und worin möglicherweise sehr viel hochexplosiver Zündstoff für die Art der Auseinandersetzung hier liegt, ist folgendes:
Einige hier schildern, sie hätte ja auch schon so ihre Probleme gehabt und Therapien gemacht und wüßten daher, dass man sich selber oft was vormache, blinde Flecken ignoriere, sich nur innerhalb seiner Kompfortzonen bewege etc pp.
wenn man jetzt hinzunimmt, dass sehr viele Therapieformen damit arbeiten, dem Klienten die Richtigkeit seiner Wahrnehmung, seiner Äußerungen erstmal absprechen bzw in Frage stellen (ich sage nur "therapeutischer Widerstand",), dann KANN auch unter diesem Aspekt hier keine sinnvolle Kommunikation zwischen gewissen Usern und der TE stattfinden.
Denn was diesen usern (vielleicht, sie sagen es zumindest, daher darf man das auch glauben) geholfen hat, KANN jemandem wie der TE nicht helfen können, jedenfalls nicht in der direkten Anwendung.
Da sie in ihrer Reflektion und Aufarbeitung ja anscheind schon sehr weit ist, hilft ihr das allenfalls indirekt, wie sie hier ja schon geschildert hat. Indem sie eben die ganzen entscheidenden Muster hier wie auf einer Theaterbühne nochmal vorgespielt bekommt und dabei quais gleichzeit Akteur, aber auch Zuschauer von außen sein kann, (was im RL ja lange nicht so leicht zu bewerkstelligen wäre)
An dem Punkt muss ich allerdings sagen, Glück gehabt, jemand der sich in einer ähnlichen Situation befände wie die TE (Also auf dem Hintergrund, den siehe oben Waltraut so bildhaft zusammengefasst hat) aber eben noch nicht so weit wäre wie die TE, wäre fix und fertig von einem Eck ins andere geflogen.
Und das ist der Punkt, wo für mich persönlich auch in einem absolut anonymen Internetforum schon ein "bischen" auch jeder Verantwortungsbewußtsein zeigen sollte. Das wäre für mich wirklich die Achtsamkeit, die so häufig genannt und so selten praktiziert wird.
@name schon vergeben: damit meine ich keinesfalls dich persönlich, ich habe nur an deinem Satz eingehakt, weil es das eben für mich auf den Punkt gebracht hat, an dem meine Gedanken ansetzen![]()
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Thema: Lebenskrise - großer Schmerz
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23.10.2015, 09:58
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
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23.10.2015, 09:59
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Ebenso wie es eine Gefahr ist, in einer Krisensituation alles wegzuwischen und zu verdrängen und so zu tun, als wäre alles paletti und super-gut, ist es - mener Meinung nach - eine Gefahr, in einer Krise alles nur negativ zu sehen, das Gute zu ignorieren oder zu bagatellisieren und sich in das Schlechte hereinzusteigern, also "alles ist schlecht, ich habe nichts, die Bilanz meines Lebens ist Sch...".
Die ersten Postings der TE lesen sich - meiner Meinung nach - etwas so.
Die späteren lassen einen gewissen Zorn erkennen, den ich teilweise okay finde, teilweise nicht, der aber besser ist, - meiner Meinung nach - als dieses Wiederholen niederschmetternder Parolen.
Daher plädiere ich für: Beides sehen. Das Schlechte sehen, anerkennen, bedauern, trauern. Aber auch das Gute sehen, anerkennen, daraus Kraft schöpfen, daran anknüpfen. Sich natürlich nicht bescheiden mit der Situation, in der einem was Essentielles fehlt. Sondern schauen, was man tun kann und will, damit es besser wird.
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23.10.2015, 10:12Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Wieso? Das macht sie doch. Sie ist die Gute, der alles Schlechte passiert und wer das nicht kapiert, hat einfach ihr nicht zugehört und sie nicht verstanden. Kann jetzt nicht sagen, ob das ein reines Intelligenzproblem ist oder Empathie einfach nur im Bereich der Minderbegabung. Das ist doch nicht so schwer zu begreifen, das fing vor 50 Jahren an mit einer schlechten Kindheit und Eltern die sie abgelehnt haben und die Männer waren auch so drauf. Sie hat einfach außergewöhnlich viel Pech gehabt, dabei wollte sie sich doch nur authentisch verhalten und seien wie sie ist.
Und ja vielleicht ist jetzt der richtige Schritt für sie einfach zu sein wie sie ist. Was soll schon mehr passieren, wie vorher auch und vielleicht gibt es ein paar Liebesgeschichtenansätze, die ihr gut tun und Hoffnung geben. Das ist immerhin etwas, wenn auch ggf. wieder bodenlos enttäuschend endend. Und ggf. ist sie auch derzeit in einer Phase wo sie sich abgrenzen muss, ggf. auch bis kaum jemand mehr übrig bleibt. Dann ist das eben so und vielleicht findet sie so zu wichtigen Erkenntnissen. Das ist eben ihr ganz eigener Weg, den sie gehen muss.
In solch einer Phase kann es einem ja auch passieren, dass sich andere angrenzen, wie der Typ, weil man ggf. etwas zu krass drauf ist oder sich zu sehr verändert und zu sehr im Negativen schwelgt, nicht jeder ist dafür so offen und will das gerade in seinem Leben haben.Geändert von Inaktiver User (23.10.2015 um 10:49 Uhr)
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23.10.2015, 14:30
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23.10.2015, 15:05Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Muss hier jemand umsonst therapeutisch arbeiten? Hat die TE gesagt, dass sie das will und wie begabt ist man eigentlich, wenn man 30 Jahre auf demselben Problem besteht festzuhängen? Dies aber nur am Rande. Ich würde zum Beispiel von niemandem einen Rat annehmen, der den Eindruck macht sich nicht mal selbst helfen zu können. Manche verstehen leider auch keine Ironie. Darüber hinaus denke ich, dass die TE nicht offen ist für eine Therapie und derzeit eher dabei ist ihr Problem zu erzählen und sich sehr stark abzugrenzen. Sie will einfach mal Zustimmung und erzählen und sonst derzeit rein gar nichts. So ist jedenfalls mein Eindruck.
Ich weiß ja nicht mal ob es hier ein Trauma ist, hochsensibel ist sie auch nicht. Sie sagt ja sie hat nichts, also, wer soll da überhaupt etwas therapieren. Es geht ja um ihre Eltern und die ganzen Typen, die eine Macke haben aber sie hat nichts, sie ist deren Opfer und das seit 30 Jahren.
Ich denke, wenn sie eben Pech hat, dann bleibt das eben so und dann würde ich mich an ihrer Stelle ggf. einfach freuen, wenn sich einer mal verliebt und man wenigstens kurz eine schöne Zeit hat bis er ggf. abhaut etc.. Ist eben so.Geändert von Inaktiver User (23.10.2015 um 15:14 Uhr)
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23.10.2015, 15:12
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23.10.2015, 16:36
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23.10.2015, 17:18Inaktiver User
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23.10.2015, 17:47Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Das finde ich jetzt doch überzogen. Ärzte können sich z.B. auch nicht selbst operieren oder sich selbst einen Zahn ziehen. Und Psychologen oder Psychiater brauchen auch regelmäßige Supervision, und zwar auch darum, weil sie sich manchmal ebenfalls nicht selbst helfen können trotz all ihres Wissens um die Seele.
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23.10.2015, 17:49Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Denke darum geht es weniger. Naja, wie auch immer, im Prinzip ist diese Geschichte hier sehr lehrreich. Jeder lernt eben auf seinem Weg und mancher dauert eben sehr lang und ist sehr quälend. Und klar benötigt man andere Menschen und deren Input, wenn man sich entwickeln will, aber manchen ist diese Möglichkeit so gut wie versperrt oder sie sind einfach sehr sehr lange in der Phase sich von allen und allem abzugrenzen bis auf jene wenige die übrig bleiben und ihnen nur zustimmen.




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