Entschuldige bitte, aber in deinem Eingangspost und einigen danach hast du doch noch selbst zur Debatte gestellt, ob er dich nur benutzt hat oder wie sein Verhalten zu bewerten ist. (Erst später bist du zu der Bewertung/Vermutung gekommen, dass er wohl kein Ar...ch ist. )
Dann kannst du aber bitte diese Überlegungen auch nicht anderen vorwerfen.
[das Positive: Gesundheit, Resilienz und Beruf]
Das ist gut, in einem/einigen deiner anfänglichen Posts klang es nämlich sehr anders, irgendwas mit dem Tenor "ich habe nichts"Das ist mir durchaus bewusst.
Ist nur das etwas wert, was "vom Himmel fällt"? Also wäre z.B. eine Beziehung nichts oder weniger wert, wenn man für sie hat arbeiten und kämpfen müssen?Das ist nämlich der Teil, der mich immer hat überleben lassen. Du sagst, andere hätten z.B. keinen Job, wo alles gut läuft. Jedoch ist das bei mir ja auch nicht vom Himmel gefallen, ich arbeite seit knapp 30 Jahren jeden Tag dafür und gleichzeitig an mir und meinem Leben.
Ich sehe es eher so: wenn es gut ist, ist es gut, egal, ob ich gekämpft hab dafür oder nicht.
Andere arbeiten übrigens auch an einer beruflichen Laufbahn, überhaupt daran, mal längerfristig berufstätig zu sein, und dennoch klappt es nicht. Das ist also kein Argument.
Glaub ich dir gerne.Dennoch würde ich sehr gerne einen Gutteil des Joberfolges abgeben, wenn etwas mehr menschliche Geborgenheit in meinem Leben einziehen würde. Denn der Joberfolg spricht nicht mit mir abends, hält mich nicht im Arm und kann keine Wärme geben.
Und so wird es jedem gehen, dem etwas fehlt: dass er gerne etwas von dem, was er hat, abgeben würde, um das Fehlende zu bekommen.
Das ändert aber kein Jota daran, dass du etwas hast, was anderen fehlt, sogar etwas sehr Wichtiges.
Die Gesundheit finde ich hier übrigens noch viel wichtiger als den Job - denn ohne Gesundheit kannst du weder Beziehung, noch Job, noch sonstwas wirklich genießen, vielleicht irgendwann gar nichts mehr genießen.
Das ist dann deine Entscheidung, wenn du das tust. Je nach Vergleichsgruppe wird man immer eine Möglichkeit finden, schlecht dazustehen.Und klar, geht es mir ungleich besser als einem Flüchtling aus Syrien, dennoch vergleich ich mich mit Frauen meines Alters, in Deutschland geboren.
Muss man? ich finde nicht. Ich halte im Gegenteil viel davon, sich eher auf das zu konzentrieren, was man hat und was man geben kann, als auf das, was einem fehlt. Es macht zufriedener und erleichtert auch alles, was mit anderen Menschen zu tun hat, ganz ungemein.Und hier ist das, was ich glücklicherweise habe, nicht allein das was mich zufrieden macht, es fehlt ein fundamentaler Teil. Jedoch ist das Benennen dessen was man sich wünscht mitnichten mit Undankbarkeit für das was man hat zu verwechseln, sondern der Wegweiser wo man seine Aufmerksamkeit hinwenden muss.
Nachtrag: Beim nochmaligen Lesen ist mir das Wort "Anspruch" durch den Kopf gegangen.
Was du schreibst in deiner Antwort klingt für mich wie:
Auf bestimmte Dinge habe ich Anspruch - deutsche Frauen in meinem Alter haben dies und das, daher hab ich einen Anspruch, das auch zu haben, bzw. das "Recht" unglücklich zu sein, dass ich weniger habe/zu haben scheine als sie.
Oder
Auf beruflichen Erfolg hab ich Anspruch, denn ich arbeite ja seit vielen Jahren hart dafür.
Und das, worauf man einen Anspruch hat, darüber muss/darf man nicht dankbar sein.
Ich denke seit langem nicht mehr, dass ich einen Anspruch auf irgendwas habe - ich bin kein besserer Mensch oder habe etwas besseres verdient als die Syrerin, die mit ihrem Kind durchnässt durch den Schlamm watet und nicht weiß, wie es für sie weitergeht und was mit dem Rest ihrer Familie ist.
Und ja, natürlich hab ich was getan für das, was ich im Leben Positives habe. Aber andere tun auch was, genauso viel oder mehr, und haben es nicht.
Daher bin ich dankbar und ein Stück weit auch demütig.
Das ist meine Überlebensstrategie. Würde ich mich auf das Negative auch noch konzentriere, würde ich das nicht überleben.
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Thema: Lebenskrise - großer Schmerz
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21.10.2015, 08:36
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Geändert von agathe13 (21.10.2015 um 08:48 Uhr)
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21.10.2015, 08:41Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Ja, das es eine Metapher sein sollte, konnte ich mir noch zusammen reimen, aber ich verstehe beim besten Willen nicht, was sie damit eigentlich sagen will... Kann ich das nochmal für einfach gestrickte Menschen haben, bitte? 
Nun ja, jeder hat im menschlichen Miteinander einen Anteil. Auffällig - was mir hier auffällt ist eher, dass genau die Menschen ein großes Problem mit "Widerworten" haben, die Lebenskrise genau die Verhaltensmuster zumuten, unter denen sie schon in ihrer Kindheit gelitten hat und von denen sie sich heute erfolgreich abgrenzt.
Mal ein ganz anderes Beispiel, völlig OT, aber vielleicht hilft es trotzdem:
Eine entfernte Bekannte hat sich / wurde (weiß ich nicht mehr) getrennt. Eine sehr resolute Person, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen ließ. Allen gegenüber hat sie steif und fest behauptet, sie würde dem Kind gegenüber kein einziges schlechtes Wort über den Vater fallen lassen. Das Kind wurde aber immer auffälliger, verschüchterter und "komisch", wollte den Vater nicht mehr sehen. Immer mal wieder telefonierte eine Freundin mit besagter Bekannter, die in wüster Manier Beschimpfungen und Beschwerden über den Vater vom Stapel ließ. Irgendwann hörte die Freundin das Kind im Hintergrund spielen und sagte der Bekannten, dass das Kind ja wohl alles mitbekommt, wenn es spielt, während sie telefoniert. Die Bekannte leugnet noch heute, dass sie jemals in Gegenwart des Kindes ein schlechtes Wort hat fallen lassen (obwohl eine neutrale Person das Gegenteil bezeugen kann), das Verhalten des Kindes spricht für sich und wenn man es fragen würde, würde es möglicherweise sagen, dass es nur Schlechtes über seinen Vater gehört hat.
Einige Poster hier kommen mir vor wie diese Bekannte, die - trotz objektiver, erwiesenermaßen anderer Umstände - leugnet, etwas falsch gemacht zu haben, während die TE wie dieses Kind ist, was die Situation anders empfindet, aber von allen Seiten gesagt bekommt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Deine Mutter spricht nicht schlecht über deinen Vater. Das bildest du dir nur ein und/oder du bist selbst Schuld, dass deine Mutter schlecht über deinen Vater spricht, du hättest ja nicht bei ihr spielen müssen.
So kommt mir das vor, ehrlich gesagt. Die Realität ist klar, objektiv, faktisch vorgegeben. Aber trotzdem wird diese Realtität gebogen so weit es nur geht, damit das Ergebnis rauskommt, was sein SOLLTE. Das ist aber weit entfernt, von dem was tatsächlich IST.
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21.10.2015, 08:54
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Was tatsächlich ist, weißt doch du genausowenig.
Es sei denn, du wärest dabei gewesen - aber auch dann bist du ein Mensch mit subjektivem Empfinden und subjektiven Erinnerungen, wie jeder Mensch, die Threaderöffnerin eingeschlossen. Und daher ist es mit der Objektivität wohl nicht so weit her.
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21.10.2015, 09:08Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Die TE ist doch dabei gewesen. Trotzdem wird ihr permanent unterstellt, dass SIE diejenige ist, die etwas falsch gemacht hat. Beispiel Brief und Freundin.
Fakt: Die Freundin wurde um einen Gefallen gebeten, sie hat zugesagt und sich dann nicht daran gehalten.
Hier wird aber darüber diskutiert, ob nicht irgendetwas im Verhalten der TE dazu beigetragen haben könnte, dass die Freundin sich so verhalten hat und selbst wenn das nicht der Fall gewesen wäre, dann war es trotzdem "Schuld" der TE, denn dann war es schon zu viel verlangt, dass sie überhaupt gefragt hat. Die TE hätte also die Belastungsfähigkeit eines anderen Menschen zutreffend einschätzen müssen, hätte sich fehlerfrei verhalten müssen, damit es zu dieser Situation nicht gekommen wäre, während es der Freundin im Gegenzug nicht zuzumuten war, einfach "Nein" zu sagen, wenn sie denn nicht gewollt hätte.
Tut mir leid, aber für mich ist das exakt das Verhalten der Eltern der TE. Da ist was falsch gelaufen, DU bist schuld. Egal wie sehr man das an den Haaren herbeiziehen muss und wie blödsinnig diese Aussage unterm Strich ist. Hauptsache, das, was nicht sein kann - ein anderer ist "schuld" - ist auch nicht. Man muss es nur lange genug drehen und wenden und biegen und dann passt das auch wieder.
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21.10.2015, 09:14Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Manchmal ist es ein großes Glück Schuld durch Selbstverantwortung und loslassen zu ersetzen. Ich kenne niemanden den dieser Schuldgedanke glücklich gemacht hat.
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21.10.2015, 09:22
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
In Bezug auf die eigenen Dinge ist man doch erst recht nicht objektiv.
In einem meiner Postings hatte ich versucht klarzumachen, dass "Fragen nach den eigenen Anteilen" etwas anderes ist als "jemandem Schuld geben". Ist wohl nicht angekommen.Trotzdem wird ihr permanent unterstellt, dass SIE diejenige ist, die etwas falsch gemacht hat.
Die Tatsache, dass die Eltern der TE ihr nichts geglaubt haben, führt doch noch lange nicht dazu, dass wir hier jetzt alles glauben und nichts mehr fragen/meinen/vermuten dürfen? Und da hier viele Leute sind, fragt/meint/vermutet jeder etwas anderes.Tut mir leid, aber für mich ist das exakt das Verhalten der Eltern der TE. Da ist was falsch gelaufen, DU bist schuld. Egal wie sehr man das an den Haaren herbeiziehen muss und wie blödsinnig diese Aussage unterm Strich ist. Hauptsache, das, was nicht sein kann - ein anderer ist "schuld" - ist auch nicht. Man muss es nur lange genug drehen und wenden und biegen und dann passt das auch wieder.
Die Dinge, die hier angeführt werden, die werden halt auch diskutiert - und da muss sich niemand (mehr als im Namen der Netiquette sowieso geboten) zurücknehmen, nur weil die Eltern der TE da vieles verbockt haben.
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21.10.2015, 09:24
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
@Denise 71: man könnte Dein Beispiel aber genauso umdrehen... Vielleicht ist die von der TE empfundene Realität nicht die, wie sie die anderen mitbekommen?
Ich glaube, hier drehen wir uns im Kreis. Ich möchte hier niemandem Schuld einreden bzw. Schuld anlasten. Schuld ist sowieso ein blödes Ding! Hilft niemandem weiter...
Ich denke, das @Lebenskrise nach vorne schauen MUSS und diesen Bekannten/liebenden Mann/ Freund oder was er auch war, leider abhaken muss.
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21.10.2015, 09:42Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
@all: Ersetzt "Schuld" durch was auch immer. Für hilfreich halte ich das auch nicht, aber das ist das, was ich hier bei manchen Posts empfinde.
Nein, aber man kennt zumindest die Fakten und wenn die geschildert werden, sollte man die zumindest so als gegeben annehmen. Ansonsten können wir hier doch gar nicht diskutieren, wenn alles in Spekulationen abdriftet und/oder alles als "so war das gar nicht" abgetan wird, um es mal überspitzt zu formulieren.
Ich hatte jetzt keine Lust, nach anderen Worten zu suchen, aber anhand des Beispiels mit der Freundin und dem Brief - wo genau waren da die Anteile der TE? Sie hat eine FREUNDIN um einen Gefallen gebeten. Diese hatte die Chance zuzusagen oder abzulehnen. Sie hat zugesagt, hat es dann aber nicht gemacht. Die TE hätte das vorab erahnen und gar nicht fragen sollen. Ich persönlich habe ein Problem mit mir nahestenden Menschen, die für mich entscheiden und/oder für mich denken. Ich weiß sehr wohl selbst am besten, was ich möchte und was nicht. Die TE hat das einzig richtige getan: Sie hat gefragt und nach der Antwort gehandelt. Trotzdem soll sie nach ihren eigenen Anteilen suchen. Wo denn?
Das hast du meiner Meinung nach falsch verstanden. Liebe TE, berichtige mich, falls ICH das falsch sehe:
Die Eltern haben der TE nicht "nichts geglaubt", sondern sie haben ihr vordiktiert wie sie zu fühlen hat. Einfaches Beispiel:
- Heute gibt es Linsensuppe.
- Ich mag keine Linsensuppe.
- Doch, du magst Linsensuppe.
Über den Fakt - es gibt Linsensuppe - gibt es gar keine Diskussion, aber über das Empfinden der TE. Sie mag die Suppe nicht und nicht nur, dass man sie zwingt, die Suppe zu essen, obwohl sie sie nicht mag, es wird ihr gleichzeitig erzählt, dass sie Linsensuppe sehr wohl mag.
So empfinde ich die Postings hier. Die TE schildert, dass es Linsensuppe gab. Sie mag keine Linsensuppe. Hier gibt es aber einige, die versuchen ihr einzureden, dass sie Linsensuppe sehr wohl mag oder zumindest schauen muss, wo ihr Anteil ist, dass sie Linsenuppe nicht mag.
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21.10.2015, 09:47Inaktiver User
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
Wo genau bleibt denn Spielraum, das anders zu empfinden? Immer noch Beispiel Freundin und Brief. Ich finde, da gibt es gar keine Möglichkeit, das umzudrehen ohne die Realität zu verändern und damit eben nicht mehr bei der Realität zu bleiben.
Ja, Schuld ist überflüssig.
Am Ende läuft es darauf hinaus, aber ich hätte ihr schon gewünscht, dass sie für sich von diesem Mann ein Feedback bekommen hätte, was ihr hilft, ihren Weg einzuordnen.
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21.10.2015, 09:57
AW: Lebenskrise - großer Schmerz
[Objektivität]
Zum Thema "Fakten" bitte ich dich, dich mal über die Qualität von Zeugenaussagen zu informieren.
Da sind Leute sich ganz sicher, woran sie sich erinnern. Und dann war alles doch ganz anders.
Aber natürlich bringt es wenig, wenn wir das Faktengerüst auch noch in Zweifel ziehen statt nur die Bewertungen.
Meiner Erinnnerung nach wurden die Rückfragen aber hauptsächlich zu den Bewertungen gestellt, nicht zum Faktengerüst.
Genau. Man glaubt ihr nicht, dass sie die Linsensuppe nicht mag.Die Tatsache, dass die Eltern der TE ihr nichts geglaubt haben, führt doch noch lange nicht dazu, dass wir hier jetzt alles glauben und nichts mehr fragen/meinen/vermuten dürfen?
Das hast du meiner Meinung nach falsch verstanden. Liebe TE, berichtige mich, falls ICH das falsch sehe:
Die Eltern haben der TE nicht "nichts geglaubt", sondern sie haben ihr vordiktiert wie sie zu fühlen hat. Einfaches Beispiel:
- Heute gibt es Linsensuppe.
- Ich mag keine Linsensuppe.
- Doch, du magst Linsensuppe.
Über den Fakt - es gibt Linsensuppe - gibt es gar keine Diskussion, aber über das Empfinden der TE. Sie mag die Suppe nicht und nicht nur, dass man sie zwingt, die Suppe zu essen, obwohl sie sie nicht mag, es wird ihr gleichzeitig erzählt, dass sie Linsensuppe sehr wohl mag.
Wenn sie über ihre Schwierigkeiten etwas leckeres zu essen zu finden diskutieren will, in einer Umgebung, in der es viel Linsensuppe gibt, finde ich es absolut okay, z.b. letzteres zu fragen. Oder zu klären, ob sie mit Linsensuppe das gleiche meint wie ich, weil es ja verschiedene Rezepte gibt. Dass vielleicht ihre Eltern ähnlich vorgegangen sind, verbietet mir nicht, meine Überlegungen zu schildern und meine Fragen zu stellen. Wenn das ein zu sensibeles Thema ist, dann darf man das nicht zur Diskussion stellen.So empfinde ich die Postings hier. Die TE schildert, dass es Linsensuppe gab. Sie mag keine Linsensuppe. Hier gibt es aber einige, die versuchen ihr einzureden, dass sie Linsensuppe sehr wohl mag oder zumindest schauen muss, wo ihr Anteil ist, dass sie Linsenuppe nicht mag.




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