liebe Bricom,
mich stört seit längerer Zeit die Selbstverständlichkeit mit der Gefallen, die auch mit Arbeit verbunden sind in meinem Umfeld wahrgenommen werden, ja sogar bei normalem "hab keine Zeit" gar als Angriff oder als "du bis ein Egoist (O-TON)" gewertet werden.
Ich suche einen neuen Umgang mit der Situation, da es vorrangig um meine Familie geht, die ich bisher noch nicht auf eine einsame Insel verbannen möchte.
Bestimmte berufliche Fähigkeiten sind bei mir in der Familie und auch bei einigen Freunden und Bekannten zur Selbstbedienungsstelle geworden. Das merkte ich schon vor einer Weile und versuchte gegen zu steuern mit Ablenkungsmanövern "Habe leider keine Zeit, kann dir aber einen Profi nennen" oder auch mal mit knallharten Ansagen "andere bezahlen dafür, ich höre nicht mal ein Danke? " (ok ich war sauer).
Familienkindern soll ich helfen, der Tante soll ich helfen...für einen massiven Aufwand vor drei Jahren habe ich tatsächlich nie ein Danke gehört. Komme ich mit klar, aber habe wenig Lust, dass sich das einschleift.
Der schönste Witz ist: damals als ich beschloss meinen Beruf anzunehmen, habe ich zu meinem Berufsabschluss als Scherz einen Hausfrauenartikel geschenkt bekommen (das fanden dann drei Familienmitglieder zum Brüllen witzig - ich nicht). Ich habe etwas technisches studiert, passte nicht in einige Vorstellungen rein.
So: jetzt bin ich nach einer Brüll-Arie am Telefon "ich sei ein dermaßener Egoist" kurz davor, Flugtickets für meine Familie zu kaufen um sie in die Sahara zu schicken. Innerlich bin ich ernsthaft zerknittert, ich halte diese Geringschätzung und Selbstverstänlichkeit der Forderungen nicht mehr aus. Warum fällt es mir so schwer mich abzugrenzen?
Weihnachten naht! Plane ich ein Alternativweihnachten abseits von zu Hause mit Freund und ein paar anderen Freunden?
Wie kann man mit seiner eigenen Verbitterung (ja leider) über so etwas umgehen. Ich mag das flaue Gefühl im Magen überhaupt nicht.
Für jeden Tipp dankbar,
Lea
Antworten
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09.10.2015, 15:32Inaktiver User
Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
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09.10.2015, 15:37
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Sag doch einfach NEIN, wenn du nicht möchtest.
Sag JA, wenn du möchtest.
Sei ehrlich und aufrichtig und lerne die Konsequenzen des NEINsagens und JAsagens zu tragen.
Souvenir
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09.10.2015, 15:43
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Um ganz ehrlich zu sein, so ganz verstehe ich Dein Anliegen nicht.
Familienangehörige fragen Deine beruflichen Fähigkeiten ab, aber sagen nicht Danke. Wie Du schreibst hast Du Ablenkungsmanöver gestartet, die nicht gefruchtet haben.
Ich empfehle daher einfach nur mit Nein zu antworten. Nicht erklären.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.10.2015, 15:53Inaktiver User
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Danke für eure Antworten. Vielleicht war ich nicht ganz klar. Ich habe das komplette letzte Jahr nein gesagt: das Ergebnis ist:
eine Familienangehörige hetzt andere gegen mich auf und die Telefontirade mit Beschimpfungen inkl. Aufzählungen welche Postkarte ich wohin geschickt habe.
Ätzend!
Mein Anliegen ist von euch zu hören, wie ihr mit solchen Situationen umgegangen seid, welche Tipps und Ratschläge ihr habt im Umgang mit den Gefühlen danach. Das Abgrenzen hinterlässt bei mir gerade einen sehr sehr bitteren Nachgeschmack.
Mit dem kann ich nicht umgehen.
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09.10.2015, 15:59Inaktiver User
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Die Antwort kannst nur Du geben!
Was geschieht in Dir, wenn Du "nein" sagen willst?
Was sind Deine Erwartungen?
Was sind Deine ERfahrungen?
Und was macht das alles mit Dir?
klar hat es immer Gründe, wenn man sich schwer abgrenzen kann- und ganz oft hat es "mal von oben drauf geschaut" mit Angst vor Ablehnung zu tun......nur ist das zu allgemein und gehört genauer angesehen.
Dann wird es auch einfacher nein zu sagen und nicht gleich das zu bekommen, was Du doch auch erwartest- stimmts?? Gebrüll und Ablehnung
lg kenzia
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09.10.2015, 16:02Inaktiver User
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Ok- les gerade Deine weitere Antwort

Es kann
a- mit Deiner inneren Erwartung zusammen hängen.....das Du genau deren Reaktion schon erwartest
b- mit einem ganz anderen Familienproblem zusammenhängen, was sich dort seinen Weg bahnt
c- reine Sturheit des Gegenüber Dich anzuerkennen und anzunehmen.....was auch eine Vorgeschichte hat
Hast Du je offen mit ihnen geredet? Ihnen je offen gesagt, wie es Dir damit geht?
Wie war deren REaktion?
lg kenzia
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09.10.2015, 16:03
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Komplizierte Frage, zumindest für mich.
Wenn ich durch Zurückweisung eines Familienangehörigen betroffen war, so habe ich lange über meinen Fehler nachgedacht. Und eigentlich immer festgestellt, das das Ergebnis: Anfeindung oder Ignorieren, nicht verändern kann. Und irgendwann damit auch leben konnte.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.10.2015, 16:07Inaktiver User
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Dann sei auch ein "Egoist" und sage nein
Deine Familie ist es ohnehin schon gewohnt 
Ernsthaft, das ist eine ganz, ganz ungesunde Geschichte. Ausgenutzt zu werden ist letztklassig und das noch dazu von der Familie. Das tut auch weh.
Ich würde nichts mehr für die feinen Leute machen, aber ihnen vielleicht nochmal ganz klipp und klar vorrechnen, was du bisher für sie getan hast.
Viel Kraft
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09.10.2015, 16:11Inaktiver User
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
du meinst, dass sie mich sowieso ablehnen oder wie ist das gemeint?
Ich hatte es ehrlich gesagt nicht erwartet, für mich war das "ich soll mich nicht so haben, ich sei ein Egoist" ein Schlag ins Gesicht, den ich so wirklich nicht erwartet hatte, denn ich habe das Verhalten dieses Teils der Familie immer damit gerechtfertig, dass wir halt ein bisschen auf anderen Planeten wohnen, sich allerdings dennoch tolerieren könnte (wenn ich mich genügend abgrenzen kann).
b- mit einem ganz anderen Familienproblem zusammenhängen, was sich dort seinen Weg bahnt
mhmm...ich sehe soweit keins...also doch. Ach, haben Familien nicht immer Probleme
c- reine Sturheit des Gegenüber Dich anzuerkennen und anzunehmen.....was auch eine Vorgeschichte hat
ok...
Hast Du je offen mit ihnen geredet? Ihnen je offen gesagt, wie es Dir damit geht?
Wie war deren REaktion?
Ich solle nicht so sensibel sein.
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09.10.2015, 16:13
AW: Die Selbstverständlichkeit von Gefallen...
Nein sagen haben hier ja schon andere geschrieben.
Anbrüllen lassen am Telefon? Nie nie nie. Auflegen. Auf Distanz gehen. Weihnachten kann doch eine gute Übung sein.
Magst du schreiben, was für ein Beruf das ist??
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