Überhaupt nicht. Oft ist es so, je mehr man etwas will, desto mehr Angst hat man davor. Und dann wird das Wollen immer stärker und die Angst immer größer, bis man überhaupt nicht mehr aus dem Quark kommt.
So mit 40 wird dann Bilanz gezogen, dann kommt das alles raus und nennt sich Midlife-Crisis.
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Ergebnis 21 bis 30 von 30
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02.10.2015, 21:09
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.10.2015, 08:40
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
Du hattest zwar noch nie einen Welpen, aber du hast schon Erfahrung mit einem Hund - sprich, du weisst, wie Hunde so sind. Wenn du nicht grad ein schwer krankes, oder traumatisiertes, oder bösartiges Tier zu dir nimmst... bist du doch gut vorbereitet.
Und was die weitere Zukunft betrifft, von wegen "vielleicht verlier ich mal den Job" und solche Dinge: dass sind die mentalen Mühlräder, die sich endlos drehen und ich finde es besser, denen kein Platz zu geben. Es könnte zwar sein, dass all diese schlimmen Dinge passieren - wer weiss schon, was in fünf oder zehn Jahren sein wird - aber da braucht es das, was Christen Gottvertrauen nennen und andere Leute womöglich Urvertrauen: sich zu sagen, irgendwie wird das schon gehen, und man wird sich um Probleme dann kümmern, wenn sie da sind, nicht früher.
Diese Einstellung hat mir auf alle Fälle über ein paar gröbere Selbstzweifel und Ängste hinweg geholfen, als ich mal arbeitslos und mit wenig Geld war. Meine Katze hat trotzdem immer ihr Futter gekriegt.
Es ist normal, solche Ängste zu haben. und auch gut und zeigt, dass du verantwortungsbewusst ist.Vor einigen Wochen dachte ich, schwanger sein zu können. Falscher Alarm, aber da kam sofort die Angst, ob ich mit Schwangerschaft/Geburt klarkomme, ob ich es schaffe, für den Rest meines Lebens eine (gute) Mutter sein zu können, ob die noch sehr frische Beziehung hält.
Andererseits: Menschen wachsen mit ihren Aufgaben, und perfekt ist niemand - und muss es auch nicht sein. Auch wenn es sein sollte, dass du als Mutter (wie alle auch!) gelegentlich übermüdet sein wirst, oder genervt, oder unfair, oder nur eine Fertigpizza in den Ofen schiebst und im Karton servierst statt ein gesundes und ausgewogenes Essen auf edlem Porzellan zu kredenzen - so what.
Menschen sind nicht perfekt und müssen es auch nicht sein. Man muss nicht alles richtig machen, es reicht, wenn man das Meiste einigermassen auf die Reihe kriegt.
Ich hab da eine Freundin, die würde dich sicher für ein, zwei Wochen aufnehmen in ihre Familie (Mann, Kinder, Hühner, Katzen...). Bunt, prall und chaotisch wirst du da kriegen, so viel du willst.Ich würde sooo gern ein buntes, vielleicht auch ein wenig chaotisches, pralles Leben führen. Mit Kindern, Hunden, Männern, Freunden und Überraschungen, die das Leben so mit sich bringt.
und auch eine gute Lektion in "nix muss perfekt sein" und "passt scho".
Und in all der bunten-chaotischen Prallheit ist sie auch an den korrekten Orten spiessig, hält Termine ein, zahlt Rechnungen, kümmert sich um Schulprobleme der Kinder und was es da noch alles so gibt an Alltagspflichten.
Keine Entscheidung kann man rückgängig machen. Du isst ein Stück Brot - das Stück Brot wird zu einem Teil deines Körpers, unwiederbringlich. Du nimmst einen Atemzug - die eingeatmete Luft wird zu einem Teil von dir, unwiderruflich.Weil ich Angst habe, eine Entscheidung zu treffen, die falsch ist und die ich nicht mehr rückgängig machen kann und mit der ich nachher klarkommen muss.
Du musst damit klarkommen. Du musst auch damit klarkommen, dass die Entscheidung "ich treffe keine Entscheidungen" unwiderrufliche, unwiederbringliche Konsequenzen mit sich bringt.
Der Trost ist: die allermeisten Entscheidungen, die man trifft, sind nicht sehr schwerwiegend, und du kannst immer wieder neue, andere Entscheidungen treffen, die dein Leben in eine neue Richtung lenken. Nicht, dass du das kopieren musst - aber ich kenne eine Menge Leute, die in ihrer Jugend teils jahrelangen Vollabsturz hingelegt haben (Drogen und so), was ja ganz bestimmt eine ganze Menge destruktiver Entscheidungen beinhaltet - und viele von denen haben sich wieder aufgerappelt und führen heute ein normales bürgerliches Leben.
Wenn dein Leben ein Supertanker ist, so sind die allermeisten Entscheidungen solche, die den Kurs nur um ein Winziges beeinflussen - und sogar sehr grosse Entscheidungen, wie Heirat, Schwangerschaft, Berufswahl etc werden den eingeschlagenen Weg nicht vollständig umkehren, sondern einfach ein bisschen eine andere Richtung geben.
Das fand ich auch einen harten Brocken: zu akzeptieren, dass das Leben unkontrollierbar ist. Zumindest die grossen, wichtigen Dinge.Ich habe unglaubliche Angst, die Kontrolle zu verlieren. Dabei ist mir klar, dass wir alle nie die volle Kontrolle haben.
Ich bin gläubig, mir hilft da Gottvertrauen. Ein Gebet à la "lieber Gott, ich tue, was immer ich tun kann - bitte halte deine schützende Hand über mich, dass es auch gut geht, was auch immer geschehen mag"
- immer dran bleibenWeiß jemand wie man das ändern kann? Oder geht`s jemandem ähnlich?
- Grenzen langsam ausweiten - immer mal was Neues tun, immer mal ein kleines Abenteuer wagen - jeden Tag. zB einen Weg gehen, der noch nie gegangen wurde, etwas Neues essen, oder ein Kleidungsstück kaufen, das man in der Form noch nie kaufte, einen Kurs besuchen... irgendwas. hauptsache neu. Das schafft gute Gewohnheiten und hilft bei den grossen Brocken.
- Körpertherapie.
Das ist in Ordnung so. Viele Dinge kommen schubweise und phasenweise - erlaube dir diese Phasen.Allerdings habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich eine ganze Zeit lang mutig bin und dann wieder gar nichts geht.
- ein Mensch trifft täglich viele Entscheidungen, die meisten davon mit geringer Tragweite. Wenn die nicht alle perfekt sind - so what. dann entscheide ich mich morgen eben anders. Ich war im Restaurant X, hab dort schlecht gegessen... dann geh ich dort eben nicht mehr hin.Meine Eltern haben mir früher immer eingetrichtert, dass ich bei einer Entscheidung bleiben muss, wenn ich sie mal getroffen habe. Das ist für mich aber eine albtraumhafte Vorstellung. Denn was ist, wenn die Entscheidung falsch war?
- "Falsch" ist relativ. Es gibt Entscheidungen, die führen zu unangenehmen Erlebnissen - aber mal gelegentlich dies oder jene unangenehme Erlebnis ist meist nicht schlimm. Ich schätze das Wetter falsch ein und friere einen Tag lang, weil ich zu leicht gekleidet war... so what, war unangenehm, doch zuhause nehm ich ein warmes Bad und gut ist.
- und last but not least: eine Entscheidung zu treffen und umzusetzen und festzupinnen ist auch ein grosses Stück Freiheit; denn egal ob das nun in jeder Hinsicht eine kluge oder dummen Entscheidung war, der Weg ist frei, es entsteht eine Dynamik im Leben, es gibt Energie, Motivation, Drive... und die Lebendigkeit und Überraschungen kommen dann schon :-)
Wenn man ein Worst-Case-Szenario aufstellt und sorgfältig durchdenkt, was es alles mit sich bringt - ist es meist deutlich weniger schlimm, als es einen die eigenen ängstlichen Stimmen weis machen wollen.Bei Dingen, dessen Verlauf/Ausgang ich nicht einschätzen kann, ist das eben was anderes.
Angenommen, du holst dir einen jungen Hund - was wär das Schlimmste? - dass er dich so überfordert (zu lebendig, zu gross, zu kräftig..), sodass du im schlimmsten Fall einen neuen Platz für ihn suchen musst.
also nichts wirklich Schlimmes. nur etwas, das ein bisschen traurig ist, mehr nicht.
Andere haben diese Ängste nicht. Ich hab mich in schwierigen Phasen gelegentlich bei meinem Liebhaber etwas ausgeheult - und der kennt diese Sorte Ängste gar nicht, der regelt das auf andere Weise - und ich hab eine ganze Menge Ängste bei einer ganzen Menge Dinge - und der rief mal aus "wenn du Angst hast, lass es doch einfach bleiben!" - äh nein. Wenn ich alles bleiben liesse, was mir Angst macht, dann würde ich aus dem Bett nicht mehr rauskommen, ich würde mich keinen Schritt auf die Strasse wagen.aber ich hab viele Ängste und wie schon jemand schrieb, andere schaffen es ja auch. Warum mache ich mir dann das Leben so schwer?
Also mach ich halt Dinge MIT der Angst. Was eigenartigerweise dazu führte, dass ich inzwischen Dinge tue, die andere Leute als "mutig" bezeichnen - die ich keine grosse Sache finde, auf alle Fälle nicht schlimmer als Dinge, die mir WIRLKLICH Angst machen, zB telefonieren.
tu sie! fang klein an, aber tu sie, und tu sie täglich :-)
Wie oben schon geschrieben, ich bin zufrieden, aber mir fehlt was zum Glück. Zur Erfüllung. Eben Dinge zu tun, die ich mir wünsche.
Ich nehme an, dass dir auf der rationalen/mentalen Ebene völlig klar ist, dass die Wahrscheinlichkeit für solche Katastrophen gering ist. nun, zumindest die, dass der Hund entführt wird.Dann würde ich mir keinen Hund anschaffen, weil ich Angst hätte, dass mich der Mann verlässt oder dass ihn jemand entführt und Lösegeld erpresst...
Gib deiner rationalen Stimme mehr Gewicht, sag dir etwas wie "Angst, ich hör dich und verstehe dich, aber auch MIT dieser Angst hol ich trotzdem einen Hund und lebe damit, dass er entführt werden könnte."
Erzähl den Unken nichts von deinen Ideen und Projekten, dann können sie auch nicht mit Bedenken kommen.Denn ich glaube von mir selbst, dass ich vieles schaffen kann, aber nur solange, wie dann wieder jemand mit Unkenrufen um die Ecke kommt.
gruss, barbaraGeändert von Bae (03.10.2015 um 08:45 Uhr)
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04.10.2015, 09:34
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
Hallo
mir geht es ähnlich, allerdings hat das mit meinem Job zu tun und nicht mit den beschriebenen Sachverhalten.
Ich handle aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus, obwohl ich weiß dass eine Veränderung nötig ist.
Servus
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04.10.2015, 10:01
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
Wenn das Sicherheitsbedürfnis den Veränderungswunsch noch überwiegt, dann fehlt einfach die Motivation zur Veränderung (und damit die Fähigkeit mit dem Risiko und ggf. "Scheitern" umgehen zu können). Dann würd ich das lieber weiter beobachten anstatt in blinden kraftraubenden Aktionismus zu verfallen. Wenn man den A... nicht hochbekommt, dann kann das durchaus auch ganz gut sein, da die Zeit noch nicht reif ist und das ganze kräftemäßig einfach noch nicht gestemmt werden könnte.
erstmal nicht handeln, aber beobachten, das ist was anderes als Passivsein. Es beinhaltet eine geistige Aktivität und Aufmerksamkeit, die vermutlich fast jedem selbst herbeigeführten Veränderungsprozess vorausgeht.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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04.10.2015, 10:02
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
ich war mal in einer ähnlichen Situation: ich war in einer Firma und wusste, das kann so nicht weitergehen. Aber mir fehlte der Mut zu kündigen, vor allem, da ich nicht die geringste Ahnung hatte, was ich denn sonst tun sollte, könnte, wollte.
Also betete ich ungefähr folgendermassen: "Liebe Schutzengeln, ich muss hier weg aber ich trau mich nicht! bitte organisiert doch, das sich weg komme." Ungefähr ein Jahr später trat der alte nette Chef definitiv in den Ruhestand, worauf ein neuer doofer Chef kam, der mich dann ein halbes Jahr später entliess. ziel erreicht!
gruss, barbara
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04.10.2015, 10:28
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
Funktioniert tatsächlich. Auch in den Varianten für sog. Nichtgläubige. Bekannt wurde die "Bestellung ans Universum", ich halte es eher mit Rilke:
hat den Vorteil, dass ich mir keinen Kopp machen muss, den Bestellschein ordentlich auszufüllen, damit ich keinen Stuß geliefert kriegForschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.
Und bei Beas Schutzengel bin ich mir nie so sicher, ob die nicht bei der Post angestellt sind und das mit der Lieferung daher in diesem Leben nicht mehr klappt 

Funktioniert aber nur, wenn die Mischung zwischen Herzenswunsch und die Grübelei loslassen stimmt. Also rein auf Willensebene kam da bei mir noch nie was gescheites dabei raus.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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04.10.2015, 10:54
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
Es hat offenbar auch im Hinsicht auf engelhafte Lieferdienste Vorteile, Schweizerin zu sein; dort klappt die Post nämlich tadellos. Es kommt nur sehr selten vor, dass eine Postkarte mehrere Jahrzehnte zur Auslieferung benötigt. und sogar dann sind die Ausländer schuld...
http://www.blick.ch/news/schweiz/zentralschweiz/diese-postkarten-waren-20-jahre-unterwegs-die-italiener-habens-versemmelt-id4015709.html
ja, das ist wichtig.Funktioniert aber nur, wenn die Mischung zwischen Herzenswunsch und die Grübelei loslassen stimmt.
Sorgfältiges Forumlieren dessen, was man will, oder auch dessen, was man nicht will, finde ich immer nützlich. der Teufel steckt meist im Detail.hat den Vorteil, dass ich mir keinen Kopp machen muss, den Bestellschein ordentlich auszufüllen, damit ich keinen Stuß geliefert krieg
gruss, barbara
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04.10.2015, 11:21
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
das dachte ich mir schon *neid*

der Teufel ist allerdings das Detailwort "nicht", denn das versteht das Universum nicht. Dazu wieder der berühmte Satz "denke nicht an einen rosa Elefanten".
Wenn ich das auf den Bestellschein schreibe, dann kriege ich garantiert den rosa Elefanten.
Negierungen können daher nur eine Vorbereitung sein, um die Bestellung auszuformulieren. Sonst lieber nicht formulieren und Fragen leben. Öffnet das Blickfeld, das ist auch ganz interessant.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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04.10.2015, 11:59
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
ja das stimmt. Wobei auch die Formulierung von Fragen so ihre Tücken hat. Auch hier gilt: man kriegt nur das beantwortet, wonach man auch fragt. Aber möglicherweise liegt der Knackpunkt der Sache gar nicht im Bereich der formulierten Frage.
Aber man kann ja immer wieder neue Fragen stellen, wenn man feststellt, dass man mit den aktuellen Fragen nicht weiter kommt. :-) Auch hier gilt: Entscheidungen kann man immer wieder neu treffen.
Nach dem Prinzip "mach jeden Fehler einmal, aber mach ihn nur einmal, wenn irgend möglich."
gruss, barbara
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18.09.2018, 15:32
AW: Angst vor Veränderung/Verantwortung - deshalb Stillstand
Lieber Gwendolin,
ich finde es grossartig, dass Du Dich mit Deinem Problem an ein Forum bzw. uns wendest.
Und das ist meines Erachtens auch der erste Schritt. Wie sagt man so schön? "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier".
Angst ist generell etwas Menschliches. So sind auch Veränderungen im Verlauf unseres Lebens ebenso normal.
Leider assoziieren wir mit dem Wort Veränderung meist etwas Negatives. Im Nachgang stellt sich oft heraus,
dass alles halb so wild war (Erinnere Dich doch z.B. mal an Deinen ersten Schultag in einer neuen Schulklasse).
Solche Erfahrungen prägen uns und lassen uns persönlich wachsen.
Neben der Tatsache, dass mir Gespräche mit Menschen, denen ich vertraue, weiterhalfen,
kann ich Dir diesen Artikel wärmstens empfehlen:
www ratgeber-lifestyle.de/beitraege/persoenlichkeitsentwicklung/angst-vor-veraenderung
Liebe Grüsse
AndyGeändert von maryquitecontrary (18.09.2018 um 17:38 Uhr) Grund: Werbelink entfernt. Bitte AGB beachten!




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