Man fliegt ja oft immer wieder auf die gleichen Typen, weil man die eben interessant findet, die sich gut anfühlen, man sich emotional angesprochen fühlt -- und manchmal haben die alle gemeinsam, daß man mit ihnen nicht auf Dauer auskommt.
Ein Beispiel dafür, vielleicht findest du dich ja darin wieder:
Introvertierte kommen leicht mit "Schmetterlingen" zusammen, weil die leicht zugänglich sind und einem die Schwierigkeit des Kennenlernens weitgehend abnehmen, unheimlich präsent sein können, so daß man sich wirklich gesehen und wahrgenommen fühlt, und deren Leben so spannend und unkompliziert wirkt. Wenn der andere auch ein Introvertierter wäre, der obendrein das alles kann, wäre er ein Hauptgewinn -- nur leider ist er ein Schmetterling, der das alles automatisch macht, und, leider, bei jedem und nie lange.
Hast du vielleicht eine Schmetterlingssammlung?
Was macht man mit Schmetterlingen? Sich freuen, daß sie da sind, sich all ihren Freunden vorstellen lassen (dieses Muster gibt es genau so in Freundeskreisen), und gucken, ob man andere Schmetterlingssammler trifft, mit denen man vielleicht mehr gemeinsam hat. Und den Schmetterling weiterflattern lassen.
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Ergebnis 21 bis 30 von 48
Thema: Was läuft denn immer falsch?
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10.09.2015, 21:07
AW: Was läuft denn immer falsch?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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11.09.2015, 09:16
AW: Was läuft denn immer falsch?
Sehr schöner Vergleich, wildwusel
Ich glaube, das hat was. Auch bei mir selbst. Ich finde mich in der eigenen Beschreibung von Phoenix_88 wieder. Ich bin auch eher introvertiert, passiv und durchdacht. Ja, den Männern wahrscheinlich "zu langweilig". Wobei ich schon sagen kann, dass ich mich gehen/fallen lassen kann und dass man schöne und lustige Dinge mit mir erleben kann. Die Beziehungen habe ich bisher immer von mir aus beendet.
So denke ich, Phoenix, hat es bei dir und deinen Kerlen einfach noch nicht 100%-ig gepasst. Entweder es passt eben oder es passt nicht. Verstellen würde ich mich nicht, schon gar nicht für einen Kerl.
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11.09.2015, 10:39Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
Liebe ambiva, nein, ich nehme dir das ganz sicher nicht übel. Ich bin ja immerhin hier, um Meinungen von anderen zu hören

Ich glaube sogar, du könntest damit etwas Recht haben. Ich halte mich natürlich nicht selbst für langweilig, ich gebe aber zu ich mag keinen Small Talk und es fällt mir schwer mal so einfach drauf los zu plappern. Wenn mich ein Thema nicht interessiert, dann kann ich dazu nichts sagen. Ich bin auch manchmal sarkastisch und habe angeblich einen trockenen Humor
Was meine Freunde als meine liebenswerten Macken bezeichnen, ist, dass ich manchmal etwas spießig bin und mit Veränderungen oder spontanen Aktionen ganz schlecht klar komme.
Nein, so bin ich eigentlich nie...aber wie kann ich daran arbeiten? Ich kann mich ja nicht permanent verstellen. Ich versteh auch leider gar nicht, was du mit "verzauberten Tagen und Nächten" meinst, tut mir leid!
Es gibt auch viele Leute, die meine ruhige Art sehr schätzen, die gerne mit ihren Problemen zu mir kommen, einen Rat wollen, eben WEIL ich so sachlich und objektiv bin und mir ihr Vertrauen schenken, mir Dinge erzählen, die sie sonst niemandem sagen. Früher wurde ich auf Grund dessen auch oft ausgenutzt. Ich habe aber gelernt darauf zu achten, von wem etwas zurückkommt und von wem nicht.
Ja diese Männer gab es in der Tat schon in meinem Leben. Ich glaube so bin ich auch viel in Fernbeziehungen gerutscht, da habe ich schon ein Muster erkannt.
Anders als bei den meisten ist das Verliebtsein für mich nicht immer schön.
Ich merke, dass ich jemanden mag und will ihn auch gerne näher kennenlernen, aber ich komme eben mit Veränderungen nicht gut klar und auch nicht mit dem Kontrollverlust, den man erleidet, wenn man verliebt ist. Einerseits bin ich glücklich andererseits wehre ich mich aber innerlich auch dagegen und versuche zu sondieren, ob das jetzt grade ich bin, die handelt oder das 14-jährige Teeniemädchen mit der rosaroten Brille.
Wenn jemand dann von jetzt auf gleich ständig präsent ist, dann erdrückt mich das. Deswegen waren Fernbeziehungen für mich erstmal gut, weil da kann man sich ja gar nicht so oft sehen. ABER nach ein paar Monaten habe ich dann plötzlich doch den Wunsch meinen Partner öfter zu sehen und habe mich an die neue Beziehung gewöhnt und der andere möchte das dann nicht.
Auch habe ich mir öfter Männer ausgesucht, die, wie du es beschrieben hast "innerlich abgegrenzter" sind, da sie mich nicht zu Gefühlsäußerungen "zwingen", die mir ja einfach schwer fallen. Da habe ich dann "meine Ruhe".
Ich hatte aber einmal einen Partner, der wirklich sehr offen über Gefühle gesprochen hat und da ich zuletzt wieder jemanden hatte, der das überhaupt nicht konnte, kann ich jetzt für mich sagen, dass zu mir eher ein Mann passt, der seine Gefühle auch artikulieren kann, auch wenn ich mich dann teilweise bedrängt oder überfordert fühle. Aber mit der Zeit fällt es mir einfach viel leichter, wenn mich jemand da etwas kitzelt, damit ich meine Komfortzone auch mal verlasse.
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11.09.2015, 11:09Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
Liebe Wildwusel,
Danke für deine Mühe! Ich weiß nur nicht, ob ich das richtig verstanden habe. Solche Gleichnisse liegen mir nicht so...Du meinst damit, ich würde mir eher die Männer aussuchen, die mehr aus sich herausgehen, extrovertiert, viel reden, viel Aufmerksamkeit zeigen und sehr präsent sind, aber eben nur oberflächlich?
Was meinst du mit Schwierigkeit des Kennenlernes?
Männer, die sehr präsent und fordernd sind, machen mir eher Angst, da sie mich zwingen meine Komfortzone zu verlassen und ich mich dann schnell bedrängt fühle. Ich mag es lieber, wenn ich beim kennenlernen das Tempo mitbestimmen kann und sich alles etwas langsamer entwickelt.
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11.09.2015, 11:10Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
also, ich meine solche nächte, in denen die zeit stehen bleibt... nächte, in denen man einfach nicht schlafen kann und will, weil es das pure glück ist zu zweit... sommernächte, in denen man nachts um vier im hauseingang sitzt und nicht aufhören kann zu reden, weil man das glück nicht fassen kann, wie schön es ist zu zweit und mit diesem menschen, und welch großartige neue welt sich mit ihm auftut...

*schwelg-off*
das ist das, wonach ICH suche, und worauf sich bei mir dann auch eine längere bindung gründet - das ist natürlich kein alltag, aber das wissen darum, dass solche zustände möglich sind, ist das fundament dafür.
das ist aber eben nur meine art zu lieben. weder musst du sie adaptieren, noch an dir arbeiten. es ist ja auch gar nicht gesagt, dass jeder mann sowas sucht!
angst vor kontrollverlust ist vielleicht der schlüssel deiner probleme?Anders als bei den meisten ist das Verliebtsein für mich nicht immer schön.
Ich merke, dass ich jemanden mag und will ihn auch gerne näher kennenlernen, aber ich komme eben mit Veränderungen nicht gut klar und auch nicht mit dem Kontrollverlust, den man erleidet, wenn man verliebt ist. Einerseits bin ich glücklich andererseits wehre ich mich aber innerlich auch dagegen und versuche zu sondieren, ob das jetzt grade ich bin, die handelt oder das 14-jährige Teeniemädchen mit der rosaroten Brille.
konntest du ihm denn was zurückgeben? es reicht vielleicht nicht, wenn nur einer von beiden aus sich herausgeht... dann entsteht auch leicht eine dynamik, wo derjenige, der die gefühle sucht, immer offensiver wird und den anderen immer mehr verschreckt...Ich hatte aber einmal einen Partner, der wirklich sehr offen über Gefühle gesprochen hat und da ich zuletzt wieder jemanden hatte, der das überhaupt nicht konnte, kann ich jetzt für mich sagen, dass zu mir eher ein Mann passt, der seine Gefühle auch artikulieren kann, auch wenn ich mich dann teilweise bedrängt oder überfordert fühle. Aber mit der Zeit fällt es mir einfach viel leichter, wenn mich jemand da etwas kitzelt, damit ich meine Komfortzone auch mal verlasse.
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11.09.2015, 12:10Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
Schöne Erlebnisse, die nicht alltäglich waren, die gab's, aber ich habe dann mehr den Moment genossen und mich generell über das Erlebnis gefreut, aber nicht so sehr bezogen darauf, dass ich das jetzt mit DIESEM Menschen erlebe.
Das habe ich aber nur so extrem beim kennenlernen, weil dann eben die Hormone total verrückt spielen, wenn man richtig verliebt ist.
Ja das konnte ich und ich konnte es auch immer besser. Daher denke ich ja, dass ich definitiv jemanden bräuchte, der besser über Gefühle reden kann, als ich das kann, weil ich dann mitziehen kann, auch wenn's mir erstmal schwer fällt.
Mich hatte das sehr beeindruckt und ich fand das einfach stark von ihm, dass er als Mann so gefühlvoll sein konnte. Ich kannte das ja bisher nicht. Mir fällt es auch schwer Gefühle zu sprechen, aber ich versuche es.
Ich versuche es auch dann, wenn mein Partner nicht über Gefühle spricht, da ich denke, es geht ihm da ja vielleicht wie mir und er tut sich schwer und braucht einen Anstoß. Da kam dann aber nichts zurück oder kindische Bemerkungen, wie "Ich sag sowas nicht, das ist doch total albern!". Dann habe ich resigniert und mich wieder in mein Schneckenhaus zurückgezogen, da es mir dort ja eigentlich gut gefällt. Aber ich war auch verletzt darüber, dass der andere meine Mühe nicht honoriert hat.
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11.09.2015, 12:29
AW: Was läuft denn immer falsch?
Außer der Bezeichnung "Schmetterlinge" und dem metaphorisch gebrauchten "Flattern" ist das ganz konkret und wörtlich.
Introvertierte Leute sind oft nicht gut darin, Fremde anzusprechen.
Extrovertierte Leute sprechen leicht Fremde an.
Ohne, daß jemand den Anfang macht, lernt man sich nicht kennen.
Introvertierte Leute lernen also meisten extrovertierte Leute kennen.
Praktisch alle Leute wollen für Leute, die sie kennen, wichtig sein.
Wichtigkeit wird u.a. daran gemessen, wieviel Aufmerksamkeit jemand einem schenkt.
Aufmerksamkeit wird an bestimmten Signalen gemessen.
Extrovertiere senden diese Signale in hohem Maße aus.
Introvertierte in geringem.
Introvertierte interpretieren eine Masse dieser Signale als "wir stehen uns nahe, ich bin ihm wichtig".
Extrovertierte interpretieren eine geringe Menge dieser Singnale als "sie hat kein Interesse".
Du siehst, wo das hingeht?
*Wenn* meine Hypothese stimmt: Die Leute, die dir leicht fällt, kennenzulernen, weil sie dich kennenlernen, empfinden dich nicht als jemand, der Interesse an ihnen hat.
Ähnliches passiert entlang anderer Achsen. Die Vorsichtigen fliegen auf lockere Lebenskünstler, weil die das Abenteuer versprechen, und werden von ihnen in den Wahnsinn getrieben. Die Unorganisierten fliegen auf die Planvollen, weil soviel Kompetenz entspannend ist, und fühlen sich eingesperrt. Die Schüchternen mögen die Dominanten, weil die sich zwischen sie und die Welt stellen, und finden sich unterdrückt. Wenn man eine Reihe von Beziehungen hat, die alle in die Binsen gehen, sollte man sein Beutschema untersuchen.Geändert von wildwusel (11.09.2015 um 12:38 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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11.09.2015, 12:58Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
Phoenix,
ich kenne Dich nicht, und kann natürlich völlig falsch liegen, aber mir scheint, als wärest Du sehr wenig im Kontakt mit Dir selbst.
Du schreibst beispielsweise, Deine Freunde schätzen Deine "Objektivität". Nun bist Du aber ein Subjekt, ein Mensch mit einem subjektiven, individuellen Erfahrungshintergrund. Der wirkt, folgt man Deinen Beschreibungen, ein wenig scherenschnittartig - da schimmert für mich wenig Lebendigkeit, Freude, Begeisterung durch.
Beziehungen leben davon, dass Menschen sich aufeinander einlassen, und sich zeigen. Wenn man nun aber gar nicht weiß, wer man denn ist, was einen begeistert, ja möglicherweise noch nie die Erfahrung von beseelter Begeisterung machte, dann könnte es sein, dass da der Hase im Pfeffer liegt: Im Kontakt zu sich selbst, in der Fähigkeit, sich selbst zu spüren, und dem Erspürten auch folgen zu können und zu dürfen.
Ein solcher Mensch hat dann natürlich auch Probleme damit, sich in Beziehungen einzubringen, sich zu zeigen - wie soll er zeigen, was er selbst gar nicht wahrnimmt?
Vielleicht könnte es lohnend sein, das Partner-Thema tatsächlich eine Weile ad acta zu legen, und Dich erst einmal mit Dir zu befassen. Wo kommt Farbe in Dein Leben, wo Bewegung in Dein Inneres? Wofür kannst Du brennen, und wie fühlt es sich an?
Das heraus zu finden würde bedeuten, dass Du Deine Komfortzone verlassen und Dich auf Neues einlassen, Wagnisse eingehen müsstest.
Über Gefühle kann man nur wahrhaftig sprechen, wenn man auch wirklich bewegt ist - ich hatte bei Deinen Schilderungen häufig das Gefühl, dass Du zwar weisst, was in Sachen Emotion angemessen wäre, es aber eigentlich selbst gar nicht spürst, und auch Angst davor hast, etwas intensiv zu fühlen, bewegt zu sein, außer Kontrolle.
Ratio spielt in unserem Leben und Erleben eine eher untergeordnete Rolle - Deine Zeilen lesen sich für mich so, als ob Du Dir selbst über Deine vielen Überlegungen und Betrachtungen, die aber vom Empfinden irgendwie abgekoppelt scheinen, Maulkorb, Handschellen und Zwangsjacke zugleich anlegst.
Aber nur wer sich zu erkennen gibt, kann auch erkannt und so geliebt werden. Möglicherweise wenden sich diese Männer von Dir ab, weil sie gar nicht wissen, mit wem sie da tatsächlich Zeit verbringen? Das können sie gar nicht in Erfahrung bringen, wenn Du es selbst nicht spüren, und damit auch nicht leben kannst, weil Du in Deinem selbstgewählten Kontroll-Gerüst steckst, und die Dinge lieber rational betrachtest.
Wie gesagt - ich kenne Dich nicht, und kann daher nur rein subjektive Vermutungen ausgehend von dem anstellen, was Du schreibst, basierend auf dem, was Deine Worte in mir zum Klingen bringen.
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11.09.2015, 15:54Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
Klar, das ist total einleuchtend! Bei mir war's ja meistens so, dass der Kontakt über Freunde zu stande kam. Da schafft ich es manchmal ein Gespräch anzufangen oder es ergibt sich dann. Was dann passiert, ist wahrscheinlich wieder eher typisch für die Introvertierten, ich kriege dann kurze Zeit später eine Facebook Freundesanfrage von demjenigen und dann wird da erstmal ein wenig geschrieben, dann trifft man sich irgendwann. Einmal stand einer sogar einfach vor meiner Haustür ^^ Der war auch gar nicht so der extrovertierte Typ, eher still und unscheinbar, aber das hat er iwie geschafft.
Da triffst du den Nagel auf den Kopf. Aber es gibt ja zum Glück nicht nur das eine oder andere Extrem. Mir tut es gut, wenn jemand schon mal spontane Ideen hat und mich da mitzieht. Das regt mich ja an meine Komfortzone zu verlassen, wenn jemand aber zu planlos und zu chaotisch ist, dann passt es wiederum nicht.
Mit Tagträumern kann ich auch wenig anfangen. Ich finde es gibt einen Unterschied zwischen Wünschen und Träumen, ich will zB gerne mal eine Südamerikareise machen und das könnte ich auch ganz leicht machen, wenn ich das Geld dafür sparen und mir Urlaub nehme würde. Ein Ex von mir sagte mal, er würde gerne mal nach Thailand, ich meinte, oja in den Urlaub würde ich da auch gerne mal...und dann meinte er, Nein, er würde da gerne richtig leben in einer Hütte am Strand, seinen Job hier hinter sich lassen und und und...ich fand das persönlich total sinnlos darüber nachzudenken, weil das einfach unrealistisch ist, dass er das wirklich durchgezogen hätte und auch nie das Geld dafür gehabt hätte.
Das klingt sicher total fies, ich meine das gar nicht böse, ich beschreibe nur, was mir durch den Kopf geht, wenn ich sowas höre.
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11.09.2015, 21:13Inaktiver User
AW: Was läuft denn immer falsch?
@ Phoenix: vielleicht ist dein Problem, dass du zu sehr in den Kategorien "Beziehung" und " keine Beziehung" denkst und nicht offen bist für das, was dazwischen passiert, und woraus sich über die Zeit mehr entwickeln kann. Es gibt Leute, die sehen quasi in jeder Beziehung von Tag 1 an die grosse Liebe. Und bei der nächsten auch, und auch bei der übernächsten. Da wird dann immer ganz viel Erwartung auf dem anderen abgeladen, den das oft tendenziell langweilt. Viele Männer mögen das Katz-und Mausspiel; du könntest lernen, es mitzuspielen, nicht immer "verfügbar" zu sein.


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