Hallo,
ein interessantes Thema. Ja, ich würde meine Vergangenheit gerne ändern. Meine Ehe ist schief gegangen. Nach fast 20 Jahren kam die Trennung. Heute denke ich, wenn ich (viel) früher wach geworden wäre, nicht vieles einfach hingenommen hätte, wäre unsere Ehe glücklicher gewesen und hätte vielleicht auch Bestand gehabt.
Auf der anderen Seite habe ich mich durch die Trennung positiv verändert. Bin im Grunde (fast) ein anderer Mensch geworden, viel offener, mutiger. Ich war damals so verdammt schüchtern.
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04.09.2015, 11:05Inaktiver User
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
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04.09.2015, 11:09
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Da geb ich Dir grundsätzlich Recht!
Allerdings ist es deutlicher leichter und auch möglicher!, Weichen in jungen Jahren zu legen, als später bestimmte Abschlüsse nachzuholen, um dann bestimmte Studiengänge danach zu belegen
Erst recht wenn man z.B alleinerziehend ist und erstmal sehen muß, dass Geld reinkommt
Später dann mit Mitte 50 -zwischen Neuanfang und irgendwie beruflich gesehen nicht soo lang vor der Rente nochmal die Zeit für eine Ausbildung (sofern überhaupt möglich s.o) herzugeben...ist m.E echt schwerEs wird Zeit für eine neue Signatur
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04.09.2015, 12:03
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Ich bin ja auch so Eine... genau 10 Jahre älter, aber ähnlich zuversichtlich zurück und in die Welt schauend.
Eine mit glücklicher Kindheit, mit dem Gefühl, buchstäblich ALLES im Leben erreichen zu können.
In meinem Leben gab es ein sehr einschneidendes Erlebnis, das war der Mauerfall, den ich mit 16/17 Jahren auf östlicher Seite erlebte.
DAS war lebensentscheidend und ich bin dankbar und demütig, dass es dazu kam und mir ein Leben mit all der Freiheit für Entscheidungen ermöglicht hat.
Alle beruflichen und persönlichen Entscheidungen sind NACH der Wende andere gewesen, als sie VOR der Wende gewesen wären.
Meinen Traumberuf hätte ich aus politischen Gründen in der DDR gar nicht erlernen können.
Ich habe sehr früh den Menschen fürs Leben gefunden und wurde sehr rasch mit drei Kindern beglückt. Und Letzteres ist nur halb so ironisch gemeint, wie es sich liest, denn es ist ein großes Glück, Kindern beim Aufwachsen zuzusehen.
Ich habe dadurch auch sehr Vieles nicht erlebt.
Keine weiten Reisen in exotische Länder, keine Rucksacktour nach Peru, kein Wandern auf der Panamerica, nicht mit dem Fahrrad in die Mongolei....
Mein Mann und ich haben in letzter Zeit oft über unsere Hochzeit vor fast 20 Jahren gesprochen.
Die würde ich im Nachhinein ein wenig größer feiern. Da waren wir sehr bescheiden...aus guten Gründen.
Ansonsten bereue ich nichts.
Ich bin mit meinem Leben fast durchweg im Reinen.
Wollte ich etwas ändern?
Nö, das wäre undankbar dem Schicksal gegenüber.
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04.09.2015, 12:22Inaktiver User
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Ändern wollen - ganz klar nein! Aber ich muss zugeben, dass ich neugierig wäre, könnte ich ein "Was-wäre-gewesen-wenn"-Szenario betrachten. Manche Entscheidungen sind einfach irreversibel, und manchmal wüsste ich gern, wo ich gelandet und welche Art Mensch ich wäre, wenn ich mich an einigen Weggabelungen anders entschieden hätte. Das hat wenig mit Bereuen zu tun - dafür neige ich als grundoptimistische Natur wahrscheinlich zu stark dazu, mir so manche offensichtliche Fehlentscheidung nachträglich "schön" zu reden bzw die guten Seiten darin zu entdecken und zu zelebrieren - und ist eher eine Gedankenspielerei.
Die besten Dinge meines Lebens kamen ohnehin einfach so des Weges, ohne dass ich sie geplant hätte. Und ich habe es gern, wenn nicht alles durchgetaktet ist, sondern immer auch dem Zufall eine Lücke gelassen wird. Manchmal denke ich, das Leben lebt eher mich als andersherum, aber mir gefällt es so.
Halt! - eines doch: Ich wünschte, ich hätte nie angefangen zu rauchen! Das ist einfach nur doof und überflüssig, und beim besten Willen nicht schönzureden.
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04.09.2015, 12:23
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Interessantes Thema, danke fürs reinstellen
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An meinem Leben würde ich nichts ändern, zumindest nicht retrospektiv gesehen. Allerdings habe ich gerade vor Kurzem eine wichtige Änderung eingeleitet, weil ich erkannt habe, an einer Weggabelung den "falsche" Weg genommen zu haben. Im Sinne von "heute würde ich anders entscheiden". Wenn immer mir solche Erkentnisse kommen, freue ich mich darüber und ändere es bei der nächsten Gelegenheit aus der Klarheit heraus, dass ich jetzt weiß, was ich möchte.
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04.09.2015, 13:08
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
:)
Das glaube ich gern, es war ein für Deutschland großer Schritt und Veränderung.In meinem Leben gab es ein sehr einschneidendes Erlebnis, das war der Mauerfall, den ich mit 16/17 Jahren auf östlicher Seite erlebte.
DAS war lebensentscheidend und ich bin dankbar und demütig, dass es dazu kam und mir ein Leben mit all der Freiheit für Entscheidungen ermöglicht hat.
Ich denke, das wird zum Teil auch sehr überbewertet oder idealisiert. Ich habe Ähnliches hinter mir (bzw. bin so, auch aufgewachsen).Ich habe dadurch auch sehr Vieles nicht erlebt.
Keine weiten Reisen in exotische Länder, keine Rucksacktour nach Peru, kein Wandern auf der Panamerica, nicht mit dem Fahrrad in die Mongolei....
Dafür hast du ein sehr schönes Familienleben, und zudem spricht ja nichts dagegen, solches später zu erleben, alsbald die Kinder aus dem Haus sind.
Kann ich verstehen - zumal man, nur einmal heiratet. Aber auf 20 Jahre zurückblicken zu können, ist bestimmt wunderbarMein Mann und ich haben in letzter Zeit oft über unsere Hochzeit vor fast 20 Jahren gesprochen.
Die würde ich im Nachhinein ein wenig größer feiern. Da waren wir sehr bescheiden...aus guten Gründen.
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04.09.2015, 13:16Inaktiver User
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Würde ich etwas ändern wollen? Bedeutet das nicht automatisch, ich bin mit dem, was ist, nicht zufrieden und hätte DAS gerne anders?
Ich bin zufrieden mit dem, was jetzt ist. Aber es war ein harter Weg da hin. Oft stand ich mir selbst im Weg (und tu es heute auch immer wieder mal). Weil ich so war, wie ich war... damit es "besser" wurde, musste ich mühsam mich selbst ändern.
Es gab tatsächlich etwas in meinem Leben, das ich "ändern" würde. Ich würde meine Mutter nicht nach Deutschland ziehen lassen, als ich 1,5 Jahre alt war und mich zurück lassen. Diese frühe Erfahrung hat mich so sehr geprägt und meine ganzen Beziehungen stark beeinflusst - egal, ob es da um Freunde, Partner oder meine eigenen Kinder ging, die ich ganz anders behandelt habe und dadurch wahrscheinlich oft auch "behindert" habe, unabhängiger zu werden.
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04.09.2015, 13:24
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Ganz klar "Nein", obwohl einiges schwer war. Aber würde ich rückwirkend etwas ändern, wäre ich heute logischerweise nicht die, die ich jetzt bin. Und ich mag mich so wie ich bin. Ich weiß ja nicht, wie sich meine Persönlichkeit mit einer anderen Vergangenheit entwickelt hätte.
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04.09.2015, 13:26
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Oja, das würde ich auch gerne rückgängig machen.
Ich würde mir einiges aus der Vergangenheit gerne anders wünschen, wenn ich jetzt aber mal nur das betrachte was ich selbst beeinflussen konnte und selbst entschieden habe, würde ich heute definitiv einen anderen Beruf ergreifen, das war der größte Fehler überhaupt. Zudem würde ich in jungen Jahren mehr ins Ausland reisen und erst später ein Haus bauen! Vermutlich hätte ich dann aber nicht meinen Mann kennen gelernt und das würde ich wiederum nicht ändern wollen. Von daher... Keine Ahnung wie mein Leben dann ausgesehen hätte. Also ist es so wie es ist vielleicht doch richtig.
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04.09.2015, 14:39Inaktiver User
AW: Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?
Es ist schon alles gut, so wie es ist. Denn es ist ja -meine- Vergangenheit, in der ich stets das zu jedem Zeitpunkt machte, was moeglich war.
Nur - richtig akademisch studieren - das tat ich nie. Und dieser Fehler in meiner Berufswahl tut mir manchmal durchaus noch weh. Vor allem, wenn ich mehr und mehr erlebe, wie wenig Substanz manch' der Studierten haben, aber dennoch eben ganz andere Karrieremoeglichkeiten.
Doch sei's drum, und ich kann das durchaus noch fuer mich nachholen, auch wenn ich es beruflich nicht mehr nutzen kann.
Und meinem Kind haette ich gerne einen Teil von mir erspart, der so im Mangel war und deshalb oft nicht wirklich verbindlich praesent.
Doch auch das - hat sich veraendert. Es ist nie zu spaet fuer eine glueckliche Kindheit - und seit ich meine nun veraendert habe, kann ich endlich auch Zufriedenheit und Grosszuegigkeit weitergeben.
Ich mag den Strang.


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