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Thema: Ich bin so unzureichend.
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04.09.2015, 00:42Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
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04.09.2015, 00:48
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04.09.2015, 00:49Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Weiterschreiben! Wer schreibt, der bleibt! Nützt doch nix, langsam immer unsichtbarer zu werden. Zumeist wird man eh nur unscheinbar und grau - und hat die anderen erst recht am Hacken. Ich finde es gut, dass du noch wütend werden kannst und dich wehrst. Und nicht nur ich!
Deine Worte, die deine Gefühle sehr gut transportieren, zeigen wieviel Wumms dahinter sitzt. Was du schriebst kommt nicht nur als Worte an, sondern auch als Emotion!
Nochmal zu deiner Frage, wo du anfangen könntest:
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04.09.2015, 07:29Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Irma- es muss sich doch wirklich gut anfühlen, wie viel Empathie Dir hier entgegen gebracht wird!
Ich muss Arelias Beitrag wirklich zustimmen- hier wird soviel über alles drumrum geschrieben und auch, wenn die Empathie wirklich wichtig ist, besteht die Gefahr den Zustand eher zu zementieren als aufzulockern und den Focus auf eine Lösung zu legen.
Hier wurde nun sogar schon Depression "attestiert"......wow
Also wenn ich richtig lese, dann hat die TE davon nichts erwähnt (oder hab ich was überlesen?).....von einer Diagnose, die so gestellt worden ist.
Weil hier Schreiber ähnliche Situationen hatten und dann Depressionen, muss sich absolut NICHT mit der TE decken.
Die Möglichkeit besteht- wie bei jedem, der schlecht drauf ist und passende Symptome aufzählt- aber so eine Pseudodiagnose lässt doch die TE noch unfähiger erscheinen.
Ich finde sowas ehrlich gesagt fahrlässig- sowas hier wie ein Faktum hinzustellen.
Diese Fluchttendenzen kenne ich durchaus auch- wenn man nicht da sein will, wo es einem nicht gut geht dann geht man eben weg-- das ist doch total natürlich!
Das findet man in der NAtur und wird auch der Mensch an sich machen.
In einer sehr schwierigen Phase meines Lebens habe ich genau dasselbe getan und halte das für absolut folgerichtig-- alles andere als "unnormal"
Ich selber glaube, Du Irma solltest Dich wirklich zu einer anderen Therapeutin begeben und mal richtig Deine Geschichte aufarbeiten.
Du bist wie Du bist aus Deiner Geschichte und wenn die schwer genug war, dann begleiten den MEnschen nunmal psychische Löcher im Leben.....herrje, das ist dann auch einfach NUR normal!
Wie sollte denn aus einem Menschen, der sehr viel mitgemacht hat ein MEnsch werden, der luftig, locker, unbelastet und innerlich stabil ist?? DAS wäre unnormal!
Hier wurde geschrieben, der Mann sei Ursache für die Löcher-- und da möchte ich mal deutlich einhaken, denn dass ist mal ganz sicher NICHT so!
Die Ur-sache für die Löcher der TE liegen IN der TE selbst drin und dieser Partner schafft nur sämtliche Knöpfe zu drücken.
Die Arbeit liegt darin, dass Du aufhörst die Welt um Dich herum als Wert-Messer zu nehmen.
Nicht andere entscheiden über Deinen Wert!
Dieser Weg- den eigenen Wert zu erkennen- der braucht seine Zeit und dazu wirst Du vermutlich professionelle Hilfe benötigen.
Schwierig ist immer, dass im Laufe der LEbensjahre dieser Zustand soo bekannt- soo vertraut ist, dass man zwar leidet aber das aufzugeben kann als Preis erscheinen, der zu groß ist.
Genau DAS macht es dann schwer den WEg dort heraus zu finden......obwohl man leidet......
Genau deshalb muss es manchmal total extrem im Leiden werden damit man den Weg wagt- den Weg heraus aus den alten Wegen auf Neue.
Ob Du schon an dem Punkt bist Irma......ich weiß es nicht.......
Mein Eindruck ist, dass es Dir sehr schlecht geht aber DER Punkt zur Veränderung doch noch nicht erreicht.
Jaja......der MEnsch kann schon erstaunlich viel aushalten.......eine Qualtität, die man sich sehr genau ansehen sollte, denn iin DIESER liegt ja auch die Kraft, Ausdauer und Fähigkeit einen neuen Weg zu gehen.
alles Gute für Dich
kenzia
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04.09.2015, 09:35
AW: Ich bin so unzureichend.
Falls du Altairas Beitrag meintest, stimme ich zu. Er hat ziemlich treffend zu Wort gebracht, was auch ich schon zu Anbeginn dieses Threads andeutete.
Persönlich möchte ich mich hier nicht weiter beteiligen, weil mein Verständnis für Menschen, die Suizidankündigungen verbalisieren (insbesondere in einem Kontext, in welchem auch andere gefährdet werden könnten), sich in Grenzen hält.
Ich rate dringend zu psychotherapeutischer Hilfe - es wird gewiss auch möglich sein, den Therapeuten zu wechseln.
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04.09.2015, 10:36Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Diese Aussage ist für mich genau dieses Passiv-Aggressive, auf das Userin Altaira hingewiesen hat. Entweder du berichtest davon, weil du es mitteilen möchtest, oder du sparst es dir, verzichtest dann aber darauf, darauf hinzuweisen, dass es noch etwas Erwähnenswertes gibt.
Ansonsten finde ich, hat es Altaira absolut auf den Punkt gebracht. In ihrem Posting steht eigentlich alles drin, was dir helfen könnte.
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04.09.2015, 11:43Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Wenn du mit Fremd-Wahrnehmung beginnst, empfindest du dich also als fremd. Das sollte ja nicht ueberraschen.
Selbstverleugnung ist sicher der beste Weg, um Akzeptanz, Liebe, Naehe und Geborgenheit nicht zu bekommen.
Denn welches Selbst bietet man dem anderen dann an, das geliebt und akzeptiert werden kann? Welche Naehe soll entstehen, wenn der Andere nicht an den Kern ruehren darf? Und wie soll man geborgen sein, wenn man sich selbst schon in so einen Panzer huellt. Ist ja redundant.
Du hast gespuert, dass das im Grunde falsch ist, ungluecklich macht, und letztendlich krank. Das ist gut, so grausam es klingt. Denn es gab nur zwei Moeglichkeiten: weitermachen wie bisher und jaehrlich groessere Summen an Energie investieren, um die Scharade aufrechtzuerhalten (wobei moeglicherweise irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem die Versteinerung automatisiert wird - dann brauchst du eine ebenso riesige Summe, um diese Muster wieder aufzubrechen).
Oder die Kiste krachen zu lassen. Etwas, das sich ja auch Irma schon wuenscht. Fast schon buchstaeblich. Kostet ebenfalls Energie. Aber, wie's so schoen heisst - You have to spend money to make money. (Ich mag diese materiellen Vergleiche nicht rasend, aber sie zeigen halt das Prinzip gut auf *g*)
Die Frage nach dem Vergangenheit-Entsorgen ist muessig. Aber die Antworten darauf zeigen, wie man mit der Vergangenheit umgeht.
Legitim, die Stuecke rausfischen zu wollen, die weh getan haben. Geht dank Quantenphysik nicht. Und wie du sagst, dann waeren halt andere Baustellen. (Immerhin: eine Leistung, identifizieren zu koennen, was falsch gelaufen ist. Manche koennen auch das nicht und verwenden, siehe oben, massive Kraft darauf, sich das Narrativ guenstig hinzubiegen.)
Darauf zu bestehen, dass einem genau das gleiche widerfaehrt, hat was Masochistisches an sich. Man muss sich die Baustellen ja nicht wuenschen. Die kommen eh von allein; Hauptsache, man man kann damit umgehen.
Zu sagen: Naja, toll war's nicht, aber schau, was es mir gebracht hat, ist der pragmatischste Zugang. Den fahre ich. In all meiner Weisheit und Abgeklaertheit (I wish..)
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04.09.2015, 11:48
AW: Ich bin so unzureichend.
Tja, da dieser Vorwurf ja an mich gerichtet ist, wenn auch passiv-aggressiv:
Depressionen sind leichter zu erkennen, als viele Menschen wahrhaben wollen.
Als "informierter und interessierter Patient" und Mensch mit wacher Wahrnehmung erlaube ich mir gelegentlich eine solche Ferndiagnose. Auch, weil ich weiss, dass dieses Forum fachlich kompetent moderiert wird.
Zudem gibt es sehr unterschiedliche Schweregrade dieser Erkrankung.
Insofern sage ich mal:
Das Entscheidende ist nicht, dass meine Diagnose stimmt, sondern dass die TE den Rat, den andere und ich ihr geben, erwägt:
1. Offen mit ihrer Therapeutin zu sprechen und ggf. eine andere Therapeutin aufzusuchen.
2. Sich bei gravierenden autoaggressiven Gedanken in eine schützende Umgebung zu retten
3. An der Erkenntnis zu arbeiten, was ihr gut tut und was nicht, was sie selbst zum Besseren für sich ändern kann, was sie als unabänderlich akzeptieren lernen muss oder hinter sich lassen kann.
@irma_
Ich verstehe, dass Du deinen Job als stabilisierendes Strukturelement behalten möchtest. Würde ich auch versuchen bzw. habe ich gemacht - also eine schwere akute Depression hindurch gearbeitet.
Aber vielleicht kannst Du mit einem Vorgesetzten, evtl. uch Kolleginnen, kurz über Deine persönliche Situation sprechen, damit Deine Rückzüge nicht mehr so "seltsam" wirken. Dabei reicht es oft, "nur" Deine schwierige Ehesituation oder (Wieder?)Einstiegesschwierigkeiten im Job zu kommunizieren.
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04.09.2015, 13:07Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Irmengunde, eigentlich find ich den Catch 22 ja fast witzig.
Weil einerseits willst du - brauchst du - suchst du Hilfe. Und kriegst sie hier in allen moeglichen Erscheinungsformen. Von virtuellem Kopfstreicheln bis handfestesten Anleitungen (bitte der Thread hier gehoert ausgedruckt und eingerahmt). Und sogar die pikierten Posts sind noch irgendeine Art von Zuwendung, gell?
Und andererseits laeuft's darauf hinaus, die anderen User dazu aufzureizen versuchen, dass sie einen endlich massregeln und kritisieren - so wie man es halt von den Eltern gewohnt ist. Immer weiter, immer wieder, in dem altbekannten Spiel, zuerst ein bisserl Zuckerbrot, dann die Peitsche, rinse and repeat?
Wobei ich in deiner Beziehung das Zuckerbrot mit der Lupe suchen muesste (dem Mann ist offenbar die Rolle des Bestrafers zugefallen, was ihn allerdings nicht weniger unsympathisch macht) und hier im Forum die Peitsche ebenso. Wenn sich manche Posts vielleicht unangenehm lesen, liegt das wohl weniger an intendierter Grausamkeit oder auch nur unabsichtlicher Grobheit als daran, dass deine Problematik einerseits einen starken Hilfewuensch ausloest, der irgendwann moeglicherweise in Hilflosigkeit umschlaegt, wenn er immer wieder an eine Mauer stoesst (das Phaenomen ist weder neu noch selten) - und andererseits unter anderem bei mir Befremden entsteht, wenn nach dem voellig legitimen Ausweinen die Forderung nach Bestrafung kommt. Fuer grossteils frei erfundene Vergehen (weder ist das Auskotzen ein Verbrechen, noch die Sprache, in der es passiert, noch der Zustand, aus dem das alles kommt). Und auch das, was als Massregelung gesehen werden will, muss sich so hingebogen werden, dass es ins Schema passt (notfalls liest man etwas solange, bis es wie Kritik klingt).
Das hat was davon, dass du Drehbuecher verteilst, und wir moegen jetzt bitteschoen die Parts uebernehmen, die du uns zuteilst. Notfalls mit Einfluesterungen a la "das wollte ich jetzt noch schreiben, aber ich tu's nicht, weil sonst bin ich wieder die Bloede/Boese/Zuviel-Erzaehlende".
Darauf ist dann anzuspringen - in der Bandbreite von Haendehalten, Gut-Zureden, massenhaft Ratschlaegen bis hin zu Indignation (die im uebrigen immer noch ziemliche Einsichten liefert und wenn nicht, dann zumindest den Beweis, dass da Leute sind, die sich aktiv mit deiner Situation beschaeftigen). Und 'Schimpfen' waere schlimm, aber eben was, das du kennst.
Damit ist die Zuwendung abgedeckt.
Wuerden wir auf Drohungen von Rueckzug oder gar Selbstmord nicht reagieren, wuerde das deine Angst bestaetigen, dass du nix wert bist. (Die Reaktionen, die tatsaechlich kamen, hast du auf ungeduldige, unrealistische Erwartungshaltungen reduziert.)
Wie gesagt, Catch 22.
Ich glaub's dir schon, dass du so nimmer weiter machen kannst.
Und dass du verstehst, dass du wurschtelst. Das siehst und schreibst du ja selber.
Und dass es gleichzeitig schwierig ist, an was anderes zu glauben, als das Bild von der Schlampe, die nix kann und nix weiterbringt.
Dabei ist schon allein das eine ungeheure Leistung, sowas aufrechtzuerhalten. Vielleicht nicht mehr als das ganze geistige Haus mal einkrachen zu lassen. Mitsamt Job, mitsamt Beziehung. Aber, wie ich glaube, auch nicht weniger.
Ob es dein Weg ist, weisst nur du. Rentierhalterins Ratschlag erscheint mir auch sehr gut - sich allmaehlich Platz zu verschaffen.
Dazwischen gibt es eine Bandbreite an Moeglichkeiten. Dazu gehoert wohl auch das Weiterwurschteln. Bis der Leidensdruck wirklich gross genug ist - allerdings erinnert mich das an einen Dampfkochtopf. Oder bis in alle Ewigkeit.
Der beste Ratschlag, den ich in meinem Leben je bekommen habe, war:
Scheiss einmal drauf und schau was passiert.
Und das kam bitteschoen von einem Zen-Meister
Geändert von Inaktiver User (04.09.2015 um 18:37 Uhr)
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04.09.2015, 13:21Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Dass die Diagnose nicht gestellt wurde, heisst ja nicht, dass es nicht moeglicherweise so ist.
Nicht jedes Problem wird diagnostiziert. Und nicht jede Diagnose ist richtig oder umfassend genug.
Ich bekam die Diagnose uebrigens auch mal und war bass erstaunt. Denn eigentlich wurde ich auf Angststoerung und Panikattacken behandelt und haette mich selber nie als depressiv eingeschaetzt. Unter einer Depression hatte ich mir was ganz Anderes vorgestellt. Die Psychologin erklaerte mir, dass die Diagnose aufgrund meiner umfassenden negativen Gedankenspiralen zustandekam. Und diesbezueglich hatte ich beim Lesen des Threads schon ein starkes Deja-Vu...



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