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Thema: Ich bin so unzureichend.
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03.09.2015, 21:37Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
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03.09.2015, 21:45Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Danke fuer die Antwort.
Mich interessiert der letzte Satz. Inwiefern ist das nicht angenehm? (Wenn ich's mit mir vergleiche: Ich bin schon immer recht froh ueber jedes Fuzerl geistige Gesundheit..)
Beim Bestaunen kann ich's mir vorstellen. Da sind die anderen quasi in der Situation, in der du gerne waerst - unter anderem jetzt?
Ich frug ja deswegen, weil - das liegt auf der Hand - du ohne Erfahrung garnicht hier mitschreiben koenntest. Dein Post hat vielen hier stark zugesagt und somit vermutlich geholfen (auch ohne dass sie grad in einer Krise stecken; faellt halt unter 'Lesen bildet').
Nein, das ging dann schon ins Philosophische. "Wenn du deine Vergangenheit aendern koenntest, wuerdest du es tun?"
Ich mach wirklich einen eigenen Thread auf, Persoenlichkeit, oder?
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03.09.2015, 22:00Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
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03.09.2015, 22:01
AW: Ich bin so unzureichend.
Ich bin auch froh über jeden Krümel Gesundheit, das meinte ich nicht.
Unangenehm ist es, sich über sich selbst zu wundern. Das Andere mich bestaunen oder beargwöhnen, ist unangenehm, aber ok, die kennen mich ja nicht so, wie ich mich kenne. Sich selbst so fremd zu betrachten, ist etwas völlig Anderes, völlig anders unangenehm.
Zu Deiner Frage: natürlich würde ich meine Vergangenheit ändern, wenn ich es könnte. Wäre ja schlimm, wenn nicht, dann hätte ich ja gar nix begriffen und gelernt.
Und ehrlich, so ein Posting schreiben zu können, ist nicht so befriedigend und toll, dass es solche Erfahrungen aufwiegen oder gar zu etwas Positivem machen könnte.
Sowas ist ja auch wirklich reine Theorie, denn niemand bekommt die Chance, sein Leben zweimal zu leben. Es muss schon alles in ein Leben passen. Darum ist es ja so wichtig, das eine Leben so gut wie möglich zu leben.
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03.09.2015, 22:02Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Mir liegt der allgemeine Fokus ein wenig zu sehr auf dem Partner. Ich denke, dass die (schlechte) Beziehung zwar zur Verzweiflung von Irma beiträgt, aber nicht ursächlich dafür ist.
Die TE schreibt selbst, dass:
- "Alle" an ihr rumkritisieren (sie beispielsweise im Job unbeliebt ist, ihre Therapeutin die Geduld verliert)
- Ihre "Löcher" (psychischen Abstürze) bereits vor der Beziehung vorhanden waren, und dies "noch viel schlimmer" als heute
Auf mich wirkt sie -trotz, oder gerade wegen ihrer massiven Selbstanklage- ziemlich passiv-aggressiv und ein wenig manipulativ. Sie bezichtigt sich zwar der Unzulänglichkeit (und ich glaube ihr auch, dass sie das wirklich so meint), aber letztlich geht die Diskussion dann doch eigentlich hauptsächlich darum, ob nicht eigentlich ihr Partner derjenige ist, der die Dinge falsch sieht und macht. Angereichert mit detaillierten Schilderungen seitens der TE. Ausserdem werden die User mit massiven Emotionen konfrontiert (Suizidgedanken), bei einer entsprechenden Reaktion (Sorge, Bitte um Rückmeldung) dann aber recht unwirsch und teilweise aggressiv abgebügelt. Änderungsbedarf wird zwar anerkannt, aber dezidiert darauf hingewiesen, dass das (viel....) Zeit brauche. Und die Meinung von Frauen... naja... interessiert sie eigentlich auch nicht wirklich...
Mir tut die TE (ebenfalls) leid, ich lese einen verzweifelten Menschen, der Hilfe benötigt. Aber ich zweifle daran, dass der TE damit geholfen wird, sie als Opfer äusserer Umstände (sei das das Elternhaus, der Partner oder eine Depression) darzustellen, und sie darin zu bestärken, dass sie selbst alles super macht. Sie schreibt: "Ich bin eine Schlampe, ich bin unorganisiert, oberflächlich, unordentlich. Ich hänge nur im Internet, so wie jetzt auch, ich Krieg nie was ordentlich in angemessener Zeit hin. Eigentlich wurstele ich nur planlos vor mich hin". Sie schreibt auch, dass viele Menschen sie (immer wieder) darauf hinweisen, dass sie was ändern müsse. Dass sie wisse, dass sie was ändern müsse, aber nicht wisse, was.
Was spricht dagegen, ernst zu nehmen, was die TE schreibt? Wieso muss das verniedlicht und verharmlost werden? Vielleicht ist sie tatsächlich unorganisiert, oberflächlich, unordentlich und kriegt nie was gebacken? Vielleicht sollte sie tatsächlich einiges in ihrer Art zu leben und in ihrem Umgang mit den Menschen ändern, um glücklich zu sein? Vielleicht jammert sie tatsächlich gern herum, ohne ihre Baustellen je in Angriff zu nehmen? Vielleicht fühlen sich Menschen von ihrer latent aggressiven und unzufriedenen Art tatsächlich abgeschreckt?
Mein Rat an die TE ist, aufzuhören, über ihre angebliche Unzulänglichkeit zu jammern. Denn eigentlich versteckt sie sich dahinter nur. Offensive Selbstanklage mindert den Druck, etwas ändern zu müssen, denn viele verwechseln Selbsteinsicht mit Besserung, beziehungsweise glauben, mit ersterer sei die Sache bereits erledigt. Ist sie aber nicht. Auch Selbstzerfleischung und Schuldgefühle bringen nichts.
Wenn es wirklich zutrifft, dass die TE in den Bereichen ein Defizit hat, so lässt sich das ändern. Es ist keine Schande, unzureichend zu sein. Jeder von uns ist unzureichend in mancher Hinsicht. Die Erkenntnis der eigenen verbesserungswürdigen Eigenschaften ist ein guter erster Schritt, aber es müssen weitere folgen, wenn wirklich eine Veränderung herbeigeführt werden soll. Eigenschaften wie Unordentlichkeit, Unorganisiertheit, im Internet rumhängen und nie was auf die Reihe kriegen lassen sich gut ändern, allenfalls mit professioneller Hilfe.
Falls es nicht zutrifft, dass die TE in diesen Bereichen unzureichend ist, dann sollte sie sich damit auseinandersetzen, weshalb sie fälschlicherweise von sich selbst behauptet, unzureichend zu sein...? Zumindest im Strangverlauf zeichnet sich schon eine gewisse Diskrepanz zwischen diesen Behauptungen und den Schilderungen, was die TE so alles tut und macht im Verlaufe der Tage, ab. Sie behauptet das eine, zeichnet dann aber ein ganz anderes Bild von sich. Ist ihre Wahrnehmung von sich selbst falsch? Oder geht es letztlich darum, subtil ihren Partner in ein schlechtes Licht zu rücken? Sich selbst als unzulänglich erklären (mit dem Unterton: So sieht mich mein Partner) und gleichzeitig dann seitenweise Beispiele von überdurchschnittlichem Einsatz in genau den Gebieten geben ist nun mal ein Widerspruch, der sich irgendwie erklären lassen muss...
So oder so: Ich rate der TE, ihren Fokus auf sich selbst zu richten und zwar schonungslos: Was hat es mit dieser empfundenen, oder behaupteten Unzulänglichkeit tatsächlich auf sich? Besteht sie wirklich? Falls ja: Wie ändere ich sie? Schritt für Schritt. Falls nein: Was sind meine Motive, mich als unzulänglich darzustellen? Was will ich damit erreichen? Was ist in Wirklichkeit mein Problem?Geändert von Inaktiver User (03.09.2015 um 22:15 Uhr)
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03.09.2015, 22:04
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03.09.2015, 22:48Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Inwiefern betrachtest du dich fremd? Hast du das Gefuehl, dir 'zuzuschauen'?
Ist da etwas unstimmig - passt nicht?
Ja klar, niemand kann zweimal leben - und auch nicht zeitreisen. Erinnert mich an meine Reaktion auf die Herumspringerei in den Terminator-Filmen ("das geeeht so niiiiichttt!")
Heisst es denn, dass du nix gelernt hast, wenn du die Vergangenheit nicht aendern wuerdest?
Was man natuerlich nicht kann. Die Vergangenheit ist eben genau das - schon passiert. An der gibt's nix zu ruetteln.
Nur an jedem Moment, der grad IST. Hier und jetzt - da kann ich ansetzen. (Und haette bloss das Gefuehl, nix kapiert zu haben, wenn ich so weiterstrudeln wuerde, wie ichs immer schon getan habe.)
An diesem Punkt bin ich aber auch nur gelandet, weil davor die Dinge passierten, wie sie passierten.
Ohne die Vergangenheit waere ich da jetzt nicht. Da waere ich nicht ich.
Wuerde ich die Vergangenheit ausradieren, wuerde ich mich ausradieren - so wie ich gerade bin.
Und ich mag mich in meiner jetzigen Inkarnation ganz gut leiden. Denn die enthaelt ziemlich viele Gluecksmomente - die ich vielleicht gerade dadurch noch mehr zu schaetzen weiss, dass ich die Kehrseite der Medaille kenne (die Gibran'schen Furchen). Ich finde den Austausch hier genussvoll - wo ich vermutlich nie gelandet waere, wenn ich nicht persoenliche Probleme aufarbeiten wuerde.
Also zumindest ein netter Nebeneffekt.
Ich glaub dir, dass es fuer dich nicht der Hauptzweck von Leiden ist, dass man hernach anderen helfen kann. Fuer manche ist es das durchaus. Andere sehen nur Plage darin. Sinn entsteht von Menschenhand.
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03.09.2015, 23:37
AW: Ich bin so unzureichend.
Nein, ich für mich bin stimmig. Mir selbst zuzusehen finde ich auch unproblematisch (eistens zumindestens
).
Aber wenn das mit dem Bestaunen und Beargwöhnen durch Andere überhand nimmt, insbesondere in engen Beziehungen, dann fange ich an, darüber nachzudenken, ob ich nicht vielleicht wirklich "seltsam", "anders" und "irgendwie falsch" bin. Das ist unangenehm, selbst wenn ich für mich meine "aktuelle Inkarnation" ebenfalls ganz gern mag.
Das schlussendliche Ergebnis meiner Andersartigkeit, also von Bestaunen und Beargwöhnen durch Andere ist oft negativ oder fühlt sich zumindestens so an: Die Menschen distanzieren sich, hinterfragen mich, grenzen sich ab, vergleichen und bewerten mich etc.
Da ich mir aber aber Nähe, Akzeptanz und Geborgenheit wünsche und gelernt habe, das man dies am einfachsten durch Selbstverleugnung bekommt, lebe ich gefährlich.
Denn zumindestens ich bin vor lauter Selbstverleugnung und letztlich vergeblicher Liebedienerei sehr unglücklich und dann krank geworden ist.
Wenn ich es also könnte, dann würde ich in meiner Vergangenheit das ändern, von dem ich heute weiss, dass es mich negativ geprägt hat und das ich seinerzeit gar nicht anders hätte verarbeiten oder nehmen können. Wie ich dann heute wäre? Keine Ahnung, ich hätte aber potentiell nicht diese Probleme und Schmerzen. Dafür vermutlich andere
Ich kann mit diesem "Was wäre (gewesen), wenn ...?" aber auch nicht so rasend viel anfangen. Ich schätze, viele Menschen lügen sich was in die Tasche, wenn sie sagen, dass sie alles genauso belassen würden. Das hört sich dann weise und abgeklärt an.
Ich steh aber auch nicht so auf "erwachsen spielen", ich versuche einfach, es im erforderlichen Maße zu sein.
Dazu gehört für mich, zu lernen, also nicht den selben Mist mehrmals zu machen bzw. zu erleiden.
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04.09.2015, 00:08Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.



Du sprichst mir aus der Seele.
Weisste, im Grunde meines Herzens weiss ich ja, dass ich gar nicht so falsch bin.Wenn ich mir überlege, wie oft ich schon auf die Schnauze gefallen bin und wieder aufgestanden.... Wenn man mich vorne rausgeschmissen hat, bin ich durch die Hintertür wieder rein.
Aber irgendwann ist man müde, man will nur seine Ruhe und dann macht man sich klein und unsichtbar und passt sich an.
Wen da nur nicht immer die Selbstzweifel wären und die tiefen Löcher, die Fluchttendenzen und die ganz dunklen Gedanken. Ich habe schon Phasen gehabt, da lief ich automatisch neben mir. Manchmal fehlen mir ganze Tage, dissoziative Amnesie nennt man das.
Wenn mein Mann sich wieder mal selbst übertrifft denke ich oft, warum macht er das nur? Kann er nicht anders? oder will er nicht? Oder, noch schlimmer, hat er recht und ich übertreibe nur? Ich weiss das eben nicht immer.
Zu dem Ferienhaus wollte ich noch was erzählen, kneif ich mir jetzt aber. Ich soll mich ja nicht beklagen und nicht so detailreich erzählen. Das ist auch ein Vorwurf, der immer wieder von meinem Mann kommt. Erzähl nicht so viel! Es geht keinen was an und keiner will es wissen und stell dich nicht immer in den Mittelpunkt und heische nach Aufmerksamkeit.
Nichts Anderes war mein Thread hier. Und deshalb beende ich das hier auch.
Tut mir leid, wenn ich euch belästigt habe. ich bedanke mich auch ganz lieb bei allen die sich Gedanken um mich gemacht haben. Ihr habt ja recht, ich muss endlich anfangen. Wenn ich nur wüsste wo. Wenn ich in die Klinik geh ist mein Job weg. Und dann stürze ich ganz ab. Denn der Job ist das Einzige, wo ich noch halbwegs Bestätigung bekomme. Auch wenn ich mit meinen Rückzugtendenzen immer wieder für Unverständnis sorge.
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04.09.2015, 00:36Inaktiver User
AW: Ich bin so unzureichend.
Verständlich! Und überlebensnotwendig - mn kann nicht dauerhaft kämpfen.
Es muss dir nicht leid tun. Es ist völlig okay, um Hilfe zu bitten. Es ist okay, sich auszukotzen.
Anfangen: Irgendwo, egal wo. Ich verstehe sogar irgendwie, dass du die Situation gerade nicht verlassen kannst. Bei aller Scheiße bietet sie eben doch auch Sicherheit. Und vermutlich hast du keine Ahnung, wohin es gehen könnte oder es erscheint so absurd und unerreichbar...
Kannst du dir einen ungestörten Rückzugsbereich schaffen (zeitlich/örtlich/beschäftigungstechnisch)? Z.B. etwas früher aufstehen, so dass du alleine bist, oder ein Zimmer oder eine Ecke, die dir "gehört"? Ein kleines Stück Zeit/Erde, wo du mit dir alleine sein kannst und nur das tust, was für dich gut ist? Mir hilft das, mich selbst nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn es gerade drunter und drüber geht.
Vielleicht hast du ja auch ganz andere Bedürfnisse... Wie könntest du dir dafür Platz im Leben schaffen?
Ich finde, du hast eine sehr eindrückliche Sprache. Vielleicht magst du einfach weiter erzählen, was dich beschäftigt?





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