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Thema: Ist Eifersucht "heilbar"?
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30.08.2015, 22:26
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
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30.08.2015, 22:28
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30.08.2015, 22:36
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
Dass ein fast "symbiotisches " Geschwisterverhältnis in der Pubertät zum Problem werden kann, erlebe ich zwar in ähnlicher Form auch bei meinen jüngsten Töchtern (keine Zwillinge, aber geringer Altersunterschied, und eigentlich entwicklungstechnisch über lange Zeit auf dem gleichen "Level". Von Außenstehenden wurden sie als Kinder oft für zweieiige Zwillinge gehalten. Sie hingen auch ständig zusammen und waren selbst durch pädagogische Maßnahmen wie getrennte Kigagruppen, getrennte Klassen ( in der Grundschulzeit) nicht zu "trennen". Selbst ähnliche Schulformen auf verschiedenen Schulen änderten bis zum Alter von 16 und fast 15 nicht viel...) aber nicht in diesem Ausmaß.
Hier ists die Jüngere, die irgendwie...sich mit allem, was zum Erwachsen werden gehört, schwerer tut. Sie ist eher...naja, sagen wir, anfällig für "Teenager-Weltschmerz" ( dieses "Traurig sein ohne erkennbaren Grund", der in der Pubertät häufig auftritt, ohne wirklich behandlungsbedürftig zu sein..) Und sie war nicht in der Lage, ihrer Schwester in einer ...angemessenen Art zu sagen, was sie eigentlich wollte. DAs war nämlich: "Ich möchte Zeit mit Dir allein verbringen. Du fehlst mir. Ich mag Deine Freunde, ich mag Deinen Freund, aber ich möchte Dich mal ganz für mich alleine." Das wurde dann aber eher "gemault und gemotzt", was die Schwester nicht verstand.
Mit "beide Damen an einen Tisch holen und Dolmetscher spielen" ließ sich das aber einigermaßen regeln. Nicht ganz; es ist immer noch schwierig, aber nicht so wie bei Euch.
Oder sagen wir- es gibt Phasen, da läuft es, dann es gibt es Phasen, da ist es furchtbar anstrengend.
Für alle Beteiligten.
Allerdings hatte ich hier bei der Jüngsten nie das Gefühl, es könnte wirklich in Richtung Depression gehen. Bei Sätzen wie "diese Scheiß Leben" würden bei mir allerdings auch die Alarmglocken klingeln.
Meine Eltern haben mich im Alter von 16 Jahren mal kurzerzeit in die Kinder- und Jugendpsychiatrie einweisen lassen- das geht als "Akutfall" genauso wie bei Erwachsenen. Sie haben kurzerhand erklärt, sie wären außerstande, die Veranwortung für mich zu übernehmen und die gesame Familie ginge aufgrund meiner Probleme mittlerweile am Stock.
Ich weiß, dass ich einige Tage lang darüber sehr, sehr böse war und mich absolut im Stich gelassen und ausgestoßen fühlte. Ungeliebt.
Es gab allerdings Gespräche mit Therapeuten und meinen Eltern und mir, die mir sehr schnell vor Augen führten, wie schlimm das Ganze auch für meine Eltern gewesen war- und das sie einfach nicht mehr weiter wussten.
Ich war nicht lange dort, ca. 14 Tage, eine ambulante Behandlung für ca. 2 Jahren ( mehr oder minder sporadisch. Ist schon ewig her, war in den 80gern, ich weiß es einfach nicht mehr genau) schloß sich an.
Das hat mir tatsächlich geholfen, aus diesem ewigen "Eifersuchts-Zurückgesetzt-Ungeliebt-Gefühl" rauszukommen. Langsam, aber stetig.
Und im Nachhinein bin ich meinen Eltern für diesen Schritt dankbar. Ich hätte mir vermutlich selbst sehr geschadet- auch, wenn ich mir niemals etwas angetan hätte, da bin ich mir bis heute sicher.
Aus dieser Erfahrung heraus würde ich, würde es einer meiner Töchter ähnlich gehen, im "Ernstfall" ähnlich handeln. So hart es für Außenstehende klingen mag.
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01.09.2015, 15:23Inaktiver User
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
Das finde ich einfach toll geschrieben.
Eine meiner Töchter hat auch solche Aussetzer.
Und meine Töchter haben alle ein sehr sehr enges Verhältnis zueinander.
Was ich einerseits sehr schön finde.
Nach meiner Trennung von ihrem Vater waren sie so eine Art verschworene Gemeinschaft.
So ganz weiß ich auch nicht was da so alles passierte.
Besagte Tochter schreibt mir mitunter schreckliche SMSs.
Ich nehme sie jetzt einfach ernst.
Als Grund für die Ausraster meiner Tochter denke ich manchmal oder meist ist: sie war das Schönste Kind was man sich vorstellen kann, Papas Liebling. Und originell und begabt.
Sie handelt immer noch aus dieser Position.
Nur haben sich die Fakten mittlerweile sehr verändert.
Ab und an kriege ich Infos, sie wäre sehr einsam. Mit mir will sie sich nicht treffen.
Ich hoffe einfach auf das Leben als solches.
Auf sie zugehen würde ich soo nicht mehr.
Das muss sie dann schon tun.
Und ansonsten gebe ich sie in Gottes Hand, ja wirklich.
Das hat in anderen Situationen auch schon geholfen.
Wenn über sie gesprochen wird beziehe ich immer Stellung für sie.
Nicht dass sie recht hat, nur, dass sie eben so ist. Datet rum und so.
Sie tut mir natürlich leid, aber, gerade das ist glaube ich verkehrt.
Ich gehe aus der Schusslinie und glaube an eine gute Entwicklung.
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01.09.2015, 19:15
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
Hallo Mary,
Leider verstehe ich jetzt kaum, worauf du hinaus möchtest.
Wieso haben sich die Fakten geändert?
Ist sie jetzt nicht mehr begabt und originell?
Wohnen alle deine Töchter beim Vater?
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01.09.2015, 19:57Inaktiver User
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
Larissa hat es schon erwaehnt - ich musste beim Lesen auch sofort an Borderline denken.
Und lehn mich mal aus dem Fenster und empfehle dir, bei der Auswahl drauf zu achten, ob Therapeut/in drauf spezialisiert ist.
(Hilft's nix, schadet's in dem Fall nix)
Du kommst sowohl sehr liebevoll als auch sehr klarsichtig rueber - ich wuensch euch nicht nur das Beste, ich bin mir sicher, dass ihr die Situation tatsaechlich meistern werdet.
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01.09.2015, 20:01
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01.09.2015, 20:03
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01.09.2015, 20:07
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
Angesichts der Familienverhältnisse und Veränderungen in der letzten Zeit, würde ich das eher ausschliessen. Eltern geschieden, Vater gründet neue Familie, ehemaliges "Papakind" lebt allerdings bei der Mutter, während die Zwillingsschwester (mit welcher Konflikte herrschen) hingegen, beim Vater lebt.
Zudem massive Konflikte mit der Schwester, die seitdem das "Problemkind" schulisch aufgeholt hat, unter einem Motivationstief leidet und scheinbar doch nicht so wirklich damit zurecht kommt, eingeholt worden zu sein.
So ganz spontan empfinde ich, dass allein all dies schon ausreichend für eine Jugendliche sein kann, um sich -womöglich gar nicht so ungerechtfertigt - zu empfinden, dass sie ein wenig vernachlässigt wird.
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01.09.2015, 20:18
AW: Ist Eifersucht "heilbar"?
Klarsicht ist es, externe Faktoren zum einen nicht erst im Laufe des Threads beiläufig zu erwähnen (Papakind, neue Familiengründung, unterschiedliche Schultypen sowie Klassen) - während der Threadtitel lautet, ob "Eifersucht" geheilt werden kann, sondern auch in der Lage zu sein, diese als sehr wahrscheinliche Ursache zu benennen.
Es wäre allerdings in der Tat mehr als gut und notwendig, einen seriösen und kompetenten Therapeuten hinzuzuziehen, nicht nur für die Tochter, sondern insbesondere auch, die Eltern.



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