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  1. Moderation

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    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Eifersucht ist erst heilbar, wenn der Betroffene erkennt, daß er sich das Leben zur Hölle macht, und anfängt, an seinen Unsicherheiten und seiner Unfähgikeit, mit Ambivalenz und Unvorhersehbarkeit umzugehen, zu arbeiten -- notfalls mit einem Therapeuten. Oder wenn in seinem Leben auf einmal alles auf links gekrempelt wird und er sich einfach ändert.

    Als Außenstehender kann man nur sagen, "Das ist Eifersucht. Das ist eine Marotte, wie eine Phobie. Es ist keine Reaktion auf eine reale Situation. Es ist nicht mal dann eine Reaktion auf eine reale Situation, wenn eine solche besteht. Aber es ist eine todsichere Methode, dafür zu sorgen, daß nie irgend etwas in Ordnung sein wird in deinem Leben und deinen Beziehungen. Und da es eine Marotte ist, kannst nur du selber es ändern." Oder ähnlich. Bestenfalls wird ihm bewußt, daß das Problem in seiner Kontrolle liegt, aber nicht da, wo er angenommen hat. Schlimmstenfalls hilft es nichts. Weiter reinziehen solltest du dich nicht lassen.

    Es könnte auch irgendwann der Moment sein, wo du dem Menschen sagen mußt, "Ich kann mit deinem ständigen Bedürfnis nach Bestätigung, deiner Unsicherheit und deinen Unterstellungen nicht mehr umgehen", und den Kontakt abbrechen.
    Geändert von wildwusel (27.08.2015 um 09:45 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Es könnte auch irgendwann der Moment sein, wo du dem Menschen sagen mußt, "Ich kann mit deinem ständigen Bedürfnis nach Bestätigung, deiner Unsicherheit und deinen Unterstellungen nicht mehr umgehen", und den Kontakt abbrechen.
    Das ganze ist nur insofern schwierig, da die Person, um die es geht, mein Kind ist, welches demnächst erst volljährig wird und noch ein Weilchen davon entfernt ist, auf eigenen Füßen stehen zu können, ich da also sowohl praktisch als auch moralisch verantwortlich bin.

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    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Oh, das ist natürlich schwierig. Meinst Du nicht, Du kannst ihn/sie überreden mit Dir zu einer Familienberatungsstelle zu gehen?
    Also nicht sagen "mit Dir stimmt etwas nicht, das muss sich mal ein Psychiater ansehen", sondern "wollen wir nicht mal schauen, ob uns jemand helfen kann, aus dieser Situation herauszukommen?".

  4. Moderation

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    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ganze ist nur insofern schwierig, da die Person, um die es geht, mein Kind ist, welches demnächst erst volljährig wird und noch ein Weilchen davon entfernt ist, auf eigenen Füßen stehen zu können, ich da also sowohl praktisch als auch moralisch verantwortlich bin.
    Dann ist ja noch Hoffnung, daß er auf dich hört und sich noch ändern kann. Erstens können Teenies noch viel leichter umlernen als Erwachsene, und zweitens bist du als Muttereher in der Position, dir den Jungen mal in Ruhe beiseite zu nehmen und zu sagen, "dein Verhalten bringt dich in Teufels Küche, ändere es" als als Bekannte.

    Natürlich ist "nicht weiter reinziehen" dann nicht möglich. Du bist mittendrin. Und du kannst nicht so leicht auf "Wende dich an einen Profi" verweisen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Im Gegensatz zu Wildwusel glaube ich nicht, dass die Beiden das alleine noch hinkriegen.

    Daisys Kind sieht sich wahrscheinlich in der Rolle des ewig Benachteiligten, Ungeliebten. Diese Teenager rutschen dann auch mal ganz leicht ins Depressive..

    Nur weil die Mutter jetzt sagt "Du bist auf dem Holzweg und machst Dir Probleme" ändert sich das nicht, bzw. sie hat es ja auch bereits probiert.
    Aber einer neutralen, objektiven Person (Familienberatung als 1. Anlaufstelle) wird er/sie eher Glauben schenken. Missverständnisse lassen sich evtl. ohne Schuldzuweisungen aufklären...

  6. Inaktiver User

    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Das Problem ist nur, ich bin inzwischen echt rat- und hilflos. Ich war jetzt zwei Wochen mit meinem Partner alleine im Urlaub und kaum bin ich wieder da, merke ich, wie sehr mich (und alle anderen auch) diese Situation niederdrückt.
    Der Teenager ist übrigens meine Tochter. Sie hat einen älteren Bruder, der seit zwei Jahren nicht mehr zuhause wohnt, sich aber trotzdem sehr liebevoll um sie kümmert, sie oft mitnimmt, wenn er weggeht, ihr seine Wohnung überlässt, wenn sie mit ihren Freundinnen was machen möchte etc. Und den sie trotzdem immer wieder beschuldigt, sie links liegen zu lassen. Der Teenager hat auch eine Zwillingsschwester, die seit Jahren immer wieder für sie in die Bresche springt, sich mit uns Erwachsenen anlegt, um ihre Schwester zu verteidigen, die aber vor einem knappen Jahr zu ihrem Vater gezogen ist, weil sie den Stress nicht mehr ausgehalten hat. Der Teenager ist "eigentlich" ein sehr lieber, hilfsbereiter junger Mensch, der aber immer häufiger - inzwischen eigentlich mehrmals wöchentlich - Ausraster hat, weil... in erster Linie die Geschwister ihr nicht den "nötigen Respekt" zollen (was bei diesem Verhalten auch immer schwieriger wird, sich das ganze also immer mehr in Richtung selbsterfüllende Prophezeiung entwickelt). Und dann gibt es Streit, Geschrei, Handgreiflichkeiten, bis zu Drohungen, sich etwas anzutun, um dieses "beschissene Leben" zu beenden. Auslöser sind aber immer wieder ähnliche Situationen, in erster Linie, wenn ihre Geschwister sie vermeintlich nicht beachten oder ihr Aufmerksamkeit anderer Personen wegnehmen.

    In der ersten Ferienwoche eskalierte die Situation so dermaßen, dass wir überlegt haben, sie zwangsweise in eine Klinik zu bringen (ja, in solchen Situationen habe ich tatsächlich Angst, dass sie sich etwas antun könnte). Aber ich scheue mich vor so einem einschneidenden Schritt.

    Natürlich frage ich mich, wo wir Außenstehenden etwas tun könnten, damit es nicht zu solchen Situationen kommt? Aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass es ein ernsthaftes Problem dieses Kindes ist. Welches im übrigen kein still in sich gekehrter oder schüchterner Teenager ist, sondern viele Kontakte hat, schulisch ein Jahr übersprungen hat, da also auch kein "Versager". Die Ausraster wirken für uns Außenstehende so erschreckend und oft wie aus heiterem Himmel. Im Grunde sind wir, sowohl als Eltern als auch als Geschwister überfordert. Ich merke nur, dass dieses Verhalten eine äußerst ungute Atmosphäre erzeugt, wir alle auf der Hut sind und jeder immer mehr Situationen aus dem Weg geht, die potentielle Konflikte auslösen könnten. Im Endeffekt isoliert sich mein Kind immer mehr und hat dann erst recht einen "Grund" frustriert zu sein und zu toben. Im Grunde ein Teufelskreis 😔

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    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Wie alt ist sie? Könnte das Jungendamt da helfen?
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  8. Inaktiver User

    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Wie alt ist sie? Könnte das Jungendamt da helfen?
    Sie wird in ein paar Wochen 18 und beim Jugendamt waren wir schon und hatten ein paar Gespräche mit einer sehr netten Frau. Meine Tochter meinte aber, das würde ihr nicht weiterhelfen. Wir wissen daher gar nicht mehr, an wen wir uns überhaupt noch wenden können.
    Geändert von Inaktiver User (27.08.2015 um 11:19 Uhr) Grund: Ergänzung

  9. Moderation

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    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Hm, wieso denke ich bei Eifersucht automatisch an Jungs/Männer?

    Die Frage ist, was hast du schon versucht, hast du den Eindruck, daß du noch Optionen hast, oder ist es besser, das mal auf neue Füße zu stellen und aus der Hand zu geben. Wenn sie droht, sich etwas anzutun, wäre das bei Erwachsenen der "in die Klink, jetzt"-Trigger. Ich wüßte leider nicht, wohin man sich da wenden könnte, wenn es um ein Kind geht, aber da weiß bestimmt jemand anders hier etwas zu. Aber: Für ein Kind oder einen Teenie gilt eben das "der Anstoß zur Veränderung muß in innen kommen" nur eingschränkt. Bis etwa 25, und auf jeden Fall bis 18, lernt man noch anders.

    Es sieht so aus, als wäret ihr alle zu tief drin, um das noch selber zu lösen. Wenn du noch Hoffnung siehst, würde ich dem maximal noch eine Change geben, und dokumentieren, was sich tatsächlich tut, damit nicht nicht die Hoffnung dir eine Verbesserung vormacht, wo keine ist.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. User Info Menu

    AW: Ist Eifersucht "heilbar"?

    Liebe Daisy,

    ich finde, Ihr solltet Euch dringend Hilfe holen. Natürlich möchte ich Dich nicht beunruhigen, aber hier könnte sich schon ein echtes psychisches Problem abzeichnen. Sowas macht sich häufig in diesem Alter bemerkbar.

    Wie Du es schilderst, erinnert es mich an eine junge Verwandte mit Borderline. Wenn ich es richtig verstanden habe, konnte diese Mädchen nicht mehr den Unterschied zwischen Ihrer Gedankenwelt (alle sind gegen mich) und der Realität erkennen.
    Teilweise gab es aus heiterem Himmel streit, weil sie dachte, die Mutter hätte das und das (ungerechte) gesagt, obwohl diese gar nichts gesagt hatte. Es spielte sich alles nur in ihren Gedanken ab.

    Aber das muss es natürlich absolut nicht sein. Es gibt da ja etliche andere, harmlosere Möglichkeiten.

    Deshalb nochmal: könntest Du sie denn gar nicht dazu bewegen, mal zu einer Beratungsstelle zu gehen?

    Nicht das Jugendamt, sondern z.B. Familienberatung der Caritas etc.

    Noch besser wäre natürlich direkt einen Termin bei einer Psychologin zu machen, die auf Kinder/Jugendliche spezialisiert ist. Bei uns hat die Kinderärztin damals mal ganz kurzfristig für einen Termin gesorgt.
    Geändert von Larissa68 (27.08.2015 um 11:32 Uhr)

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