Mich beschäftigt eine vielleicht etwas seltsame Frage, die ich gern mit euch diskutieren möchte.
Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit im Leben, die Werte wie Treue, Ehrlichkeit, Fairness und eben Anstand belohnt? Gibt es ein wie auch immer geartetes Prinzip, das nach Ausgleich zwischen gut und böse strebt?
Ich möchte zwar dran glauben, aber das Leben scheint anders zu funktionieren. Da wird Betrug und gewissenloses Ausleben der eigenen Lust belohnt, da "sche..ßt der Teufel immer auf den größten Haufen", die
dreistesten Betrüger sind hochangesehen und beliebt, gesund und erfreuen sich ihres skrupellosen Lebens. Die ehrlichen sind doch allzuhäufig die Dummen.
Da frage ich mich, welchen Grund gibt es, auf das eigene Gewissen zu hören und rechtschaffen durchs Leben zu gehen, wenn es doch offensichtlich ist, dass Egoismus und Betrug einen weiterbringen?
Oder gibt es eben doch einen Ausgleich wie uns alle Märchen, Fabeln, Dramen und die Lebenserfahrung weismachen wollen und am Ende wird der Böse bestraft und der Gute belohnt?
Wenn wir noch etwas ausholen wollen, könnte man auch Analogien aus der Naturwissenschaft bemühen. Osmose zum Beispiel: da gibt es das Bestreben zwischen höher und niedriger konzentrierten Flüssigkeiten einen Ausgleich zu schaffen. Oder energetische Unterschiede haben das Bestreben sich auszugleichen, ähnlich wie Temperatur- oder Luftdruckunterschiede.
Vielleicht gibt es ja auch ein ähnliches Prinzip, was nach einem Ausgleich zwischen gut und böse strebt, eine Art Strafe für Bosheit und einen Lohn für Anstand und Fairness, um nicht Güte zu sagen?
Was denkt ihr? Spinnerei oder Lebensprinzip? Ich bin gespannt!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 91
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19.08.2015, 12:35
Ausgleich zwischen gut und böse?
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19.08.2015, 12:57Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Hallo Salea,
ich kann Deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen, denn auch ich frage mich das manchmal.
Man kann in der Tat den Eindruck bekommen, sei es nun in der Politik, im öffentlichen oder Privatleben, dass die Aussage bezüglich Teufels Haufen nur allzu oft stimmt.
Und dass es die kleinen, im Großen und Ganzen rechtschaffenden Leute sind, die oft hinten runterfallen.
Das ist aber für mich kein Grund bzw Anlass zu denken, "nach mir die Sintflut", oder rücksichtslos und egoistisch durchs Leben zu gehen und mich auch noch wohl dabei zu fühlen, nur weil andere es so halten.
Niemand ist frei von Fehlern, und auch ich habe schon welche begangen. Es waren auch welche dabei, bei denen ich mir hinterher die Frage gestellt hat, ob sich das irgendwann in meinem Leben rächen würde.
Aber ich fühle mich wesentlich besser, wenn ich so durchs Leben gehe, dass ich das Gefühl habe, mich einigermaßen anständig und rücksichtsvoll zu verhalten.
Ganz gleich, was Andere tun.
Ob nun jeder irgendwann das bekommt, was er "verdient", und wer auch immer welchen Maßstab dabei anlegt... darüber kann man sicher bis in alle Ewigkeit nachgrübeln, ohne es je wirklich zu erfahren.
LG,
VerwirrtesHerz
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19.08.2015, 13:01
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Erst wenn einem richtig bewußt geworden ist,dass man nichts mitnehmen kann wenn man über den regenbogen gegangen ist,erst dann versteht man,dass es wichtig ist als Mensch etwas Gutes anderen gegenüber zu hinterlassen. Ich sag immer ich vertraue dem Universum weil meine Erfahrung die ist,dass Menschen welche sich mir gegenüber böse verhalten haben immer eine "Rechnung" bekommen haben.Darauf kann ich mich bis heute verlassen.
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19.08.2015, 13:02Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Wer sollte diese Rechnung stellen?
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19.08.2015, 13:08Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Gibt es nicht.Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit im Leben, die Werte wie Treue, Ehrlichkeit, Fairness und eben Anstand belohnt? Gibt es ein wie auch immer geartetes Prinzip, das nach Ausgleich zwischen gut und böse strebt?
Und weil es das im Leben und in der Welt nicht gibt, die Menschen aber mit der Tatsache, dass Gerechtigkeit bzw. Ausgleich in der Welt nicht existiert, haben sie die Religionen erfunden, die diese "Rechnung" in ein Jenseits oder in ein nächstes Leben verlagert.
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19.08.2015, 13:29
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Ich glaube auch nicht, dass es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Es gibt vielmehr eine große Ungerechtigkeit. Wenn ich also versuche, gut und gerecht zu leben (denken, reden, handeln), dann habe ich dafür eine innere Motivation. Wenn ich so denken wollte, würde ich mir vielleicht denken, dass es für meine eigene Seele gut ist. Jedenfalls habe ich ein gutes Lebensgefühl dabei :-)
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19.08.2015, 13:32Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Genau so - weil jeder für sich selbst verantwortlich ist. Und jeder mit sich abmacht was für ihn geht oder nicht.
Wenn ich morgens in den Spiegel sehen kann ohne mich zu ekeln vor dem was ich getan habe, ist alles gut.
Was andere tun oder nicht tun spielt dabei keine Rolle.
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19.08.2015, 13:38
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Erst einmal möchte man ja ein gutes Gefühl haben, wenn man morgens in den Spiegel schaut - das ist doch schon einmal eine "Belohnung".
Ich denke auch nicht, dass es ein Prinzip wie die Osmose gibt, die immer die ausgleichende Gerechtigkeit ist.
Aber ich habe doch schon oft beobachtet und erlebt, dass durchaus etwas zu uns zurückkommt, wenn wir "rechtschaffen", nett, hilfsbereit und anderen zugewandt durchs Leben gehen - und dass umgekehrt so manchem, der sich "oben auf" wähnte, die Dinge drastisch vor die Füße gefallen sind.
Natürlich kann es sein, dass ich schon sehr vielen geholfen habe und keiner ist da, wenn ich Hilfe brauche - aber unkorreliert ist das nicht. So als Beispiel.
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19.08.2015, 14:40
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
diese "dreistesten Buerger" sind nicht boese (moralische "boese"?), sie handeln aus ihrer Sicht verantwortungsvoll, tun alles um sich und ihre Liebsten, Familie abzusichern, schaffen Arbeitsplaetze und zahlen Steuern die wiederum der Allgemeinheit zugute kommen. Oft sind sie charismatisch, grosszuegig (oftmals spendend) und erfreuen sich grosser Beliebtheit.
"Skrupellos", soll heissen fehlende Solidaritaet, auf Kosten anderer?
Empathie funktioniert als Kontrollinstrument in unserer neokapitalistischen Gesellschaft leider nicht da die kausale Kette, die zeigen wuerde dass das Handeln der "Boesen/Egoistischen" echte Nachteile fuer reale Menschen mit sich bringt, verschleiert ist (da "anonyme Masse").
Die Frage nach einem Ausgleich der "Gerechtigkeit" von gutem und boesem Handeln scheitert schon an der Definition des Guten und Boesen (solange sich keine klar/direkt benachteiligten Personen nachweisen lassen und sich alle an die Gesetze halten bzw. diese im noch annehmbaren Bereich "dehnen"..., also keine Verurteilung, Sanktion erfolgt).
Der "Gute" selbst handelt auch aus egoistischen Motiven, damit er mit sich und seinem Seelenleben im Reinen ist und er setzt dieses selbstbezogene Denken ueber andere Prinzipien die z.B. der "Boese" im Sinne hat (Leidenschaft fuer das eigene Talent, Produkt, Freude am Erfolg, Sicherung der finanziellen Sicherheit der Familie, der Gemeinde, der Gesellschaft und weiteres mehr), also selbstloses Einsetzen fuer andere (solange es eben nicht direkt andere schaedigt).
Strafe folgt fuer den "Boesen" dann im Undank als Lohn und Neid der anderen / "Guten" ...
Ich finde fuer den Ausgleich sollte die Finanzbesteuerung besser genutzt werden. Hoehere Steuern fuer die Reichen (als Betrafung bzw. vielmehr gerechte Umverteilung von den Boesen /Egoistischen /Betrueger / Gesetzesnischenausnutzer etc. zu den "rechtschaffenen", also denen die kein Interesse (oder kein Koennen) daran haben ihr Leben nach den neokapitalistischen Grundsaetzen auszurichten). Leider wird dies nur unzureichend umgesetzt von der Politik.Oder gibt es eben doch einen Ausgleich wie uns alle Märchen, Fabeln, Dramen und die Lebenserfahrung weismachen wollen und am Ende wird der Böse bestraft und der Gute belohnt?
Wenn wir noch etwas ausholen wollen, könnte man auch Analogien aus der Naturwissenschaft bemühen. Osmose zum Beispiel: da gibt es das Bestreben zwischen höher und niedriger konzentrierten Flüssigkeiten einen Ausgleich zu schaffen. Oder energetische Unterschiede haben das Bestreben sich auszugleichen, ähnlich wie Temperatur- oder Luftdruckunterschiede.
Vielleicht gibt es ja auch ein ähnliches Prinzip, was nach einem Ausgleich zwischen gut und böse strebt, eine Art Strafe für Bosheit und einen Lohn für Anstand und Fairness, um nicht Güte zu sagen?
Was denkt ihr? Spinnerei oder Lebensprinzip? Ich bin gespannt!
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19.08.2015, 16:08
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Nicht mal natürliche Prozesse haben Gerechtigkeitswesen. Das Brauchbare überlebt das Unbrauchbare selektiert sich selbst in der Natur. Auch mit Veränderungen in den Artenvielfalt. Ich glaube Gerechtigkeit besteht nur in der menschlichen Vorstellungskraft
und Wunschdenken und in der menschlichen Sprache und für sein persönliches Lebenskonzept und pers. Beweggründen kann man ja ab und an diese Gerechtigkeit mit einbauen damit man z. B. kein schlechtes Gewissen einem anderen Menschen gegenüber haben muss.
(Auch Toleranz und Toleranzwerte sind Begriffe die fehlerhaft sind immer wieder mit einem Für und Gegen einhergehen. Wobei hier ein größeres Spielfeld eingenommen werden kann und nicht gleich so "vernichtend" sondern auch "aufbauend" sein kann.
Vor allem wer soll den Maßstab für eine übergeordnete und ausgleichende Gerechtigkeit ansetzen. Hier muss man sich wahrscheinlich im Detail und auch mit ethischen Grundsätzen auseinandersetzen.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee


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