Gerechtigkeit gibt es gar nicht.
Was soll das sein?
Ist es gerecht zu gewinnen, reich und schön zu sein? Bestimmt nicht.
Aber, es ist immer ungerecht arm und hässlich und vermeintlich chancenlos zu sein.
Ehrlich gesagt, ich habe sehr viele Nachteile im Leben in kauf genommen um so zu leben wie ich es für richtig halt bzw. um nicht das tun zu müssen was ich für falsch halte.
Leicht war es nicht - vor allem die Folgen.
Als eine Art Lohn sehe ich heute: ich bin zufrieden, aber nicht so im Sinne von satt sondern so auf ne überirdische Art.
Es tut ja auch was mit einem ob ich zum Beispiel meine, ich muss beim Mobbing mitmachen oder immer rücksichtslos sein.
Ich meine ausdrücklich nicht blöde zu sein.
So a la der liebe Gott wird's schon richten oder ich arbeite schlechtes Karma ab.
Oder ich bin einfach zu feige zu kämpfen oder für ne eigene Meinung.
Es muss schon was Bewusstes sein.
Meiner Meinung nach ist der Mensch von haus aus feige, ich ganz besonders und Mut ist ja nur die Überwindung von Angst.
Jeder muss und sollte da aber seine Nische finden. Und nicht an allen Fronten kämpfen wollen, wie die Petra Kelly zum Beispiel.
Mal zurück zum Thema: ich bin manchmal richtig schockiert wie unzufrieden manche Menschen sind denen es an nichts mangelt. Aber eine wirkliche Antwort hab ich auch nicht. Auf keinen Fall darf man denken, ich war und bin immer so gut, nun bleib ich gesund und werde alt und alle lieben mich.....
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 91
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19.08.2015, 19:20Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
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19.08.2015, 19:26
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Ja, ich denke das gibt es. Aber nicht in Form von göttlicher Gerechtigkeit oder einem ausgleichenden Schicksal, sondern ganz profan:
In der Psychologie gibt es ganz spannende Erkenntnisse zur Glücksforschung. Es ist erwiesen, dass Menschen, die gerade einem anderen Menschen geholfen haben, freundlich waren, hilfsbereit, einen höheren Glückslevel haben, als die, die das nicht tun. Es wurde nachgewiesen, dass es glücklicher macht, etwas zu verschenken, als selbst ein Geschenk zu bekommen! Und Glücklichsein ist das allerbeste Gesundheitsrezept überhaupt. Senkt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem und kann somit vor vielerlei Krankheiten bewahren.
Verbiestere, rücksichtslose und egoistische Menschen sind also nicht nur unglücklicher, sondern auch anfälliger für Krankheiten.
Also: ausgleichende Gerechtigkeit!
Eine Ausnahme sind übrigens Psychopathen; denen fehlt irgendwas im Gehirn (das wurde im MRT festgestellt), sodass diese Menschen keine Empathie empfinden können und somit fies, eklig und trotzdem strunzgesund sein können. Da hilft als ausgleichende Gerechtigkeit nur noch die Hoffnung, sie mögen irgendwann von einer Dachlatte erschlagen werden.
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19.08.2015, 19:32
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
@bruennette: deinen Punkt Nr. 3 sehe ich auch so.
Ich glaube schon auch, dass das "Helle", was man lebt und anderen entgegenbringt, einem teilweise widergespiegelt wird - insofern "hat" man auch selbst konkret etwas davon. Aber ich empfinde mich auch als mehr im Fluss, in der Balance mit der Welt, wenn ich wie oben beschrieben lebe. (Es mag so gesehen eine religiöse Perspektive sein.)
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19.08.2015, 19:36
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Unter anderem fehlt Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung ("Psychopathen") die Fähigkeit, durch Kontakt mit anderen Menschen Glück zu empfinden. Ihr Belohnungszentrum im Gehirn bleibt dabei "kalt". Von außen betrachtet, nicht beneidenswert - das "Helle", von dem Bruennette schreibt, bleibt ihnen verschlossen.
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19.08.2015, 19:47
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19.08.2015, 19:55
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Ich habe vor einiger Zeit einen Vortrag angeschaut von einem Mann, der in seiner Jugend bei einem Unfall so schwer verletzt wurde, dass er auch noch als Erwachsener an den Spätfolgen zu kämpfen hatte, nicht nur in physischer Hinsicht. Viele Menschen, denen "Ungerechtes" widerfahren ist, begeben sich auf eine Sinnsuche und/oder erhoffen sich Gerechtigkeit, suchen Frieden mit ihrem Schicksal.
Beeindruckend sind oftmals Überlebende schwerer Katastrophen, Kriegen/Gefangenschaft oder Krankheiten - ihr tiefes Wissen und Verlangen um Gerechtigkeit sowie Sinnhaftigkeit ermöglichte ihnen Resilienz, pro-aktives Handeln - und nicht selten betrachteten sie das ihnen Widerfahrene als wichtigen, kraftgebenden Teil ihrer Identität.
Es gibt gewiss auch Menschen, die an Schicksalen brechen - andere, die an ihnen wachsen.
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19.08.2015, 20:43
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19.08.2015, 21:03Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?
Es ist ja nun nicht so, dass ich wie ein Trauerkloß durch die Welt gehe
. Ich erfreue mich an vielen Dingen, bin selbst kein streitbarer Mensch, halte mich für vollkommen normal und stehe für Schwächere ein, sofern es in meinen Möglichkeiten und in meiner Macht steht. Weiterhin halte ich mich für eine gute Staatsbürgerin, gehe artig arbeiten, drücke meine Abgaben ab
, gehe zu jeder Wahl, zahle meine Miete pünktlich, trenne meinen Müll
und versuche ansonsten meine "Zeitspanne" auf diesem wunderschönen Planeten so angenehm, wie nur irgend möglich, zu gestalten.
Aber ich bin auch Realistin und sehe, was auf unserem Planeten und vor allen Dingen mit den Menschen los ist und es sieht m.E. nicht grad rosig aus.
Die Menschheit wird immer anfälliger und die psychischen Erkrankungen nehmen rasant zu (selbst von den Krankenkassen wurden schon Brandberichte veröffentlich), das Leben schlechthin wird von vielen Menschen als anstrengend empfunden und in unzähligen Strängen hier können wir lesen, was bei vielen so los ist und wie sie versuchen, sich emotional über Wasser zu halten, um nicht unterzugehen.
Und natürlich versucht der Mensch, in seiner Umgebung und mit seinen charakterlichen Mitteln das Leben so gut wie nur irgend möglich zu leben, aber viele fallen durch's sog. Raster und stehen am Rand der Gesellschaft und kommen da auch nicht mehr heraus.
Ich will mich nicht an Einzelheiten hochziehen, sondern betrachte das Große/Ganze und mich beschleicht eher das Gefühl, dass der Mensch zum Einzelkämpfer wird mit gelegentlichen mehr oder weniger tiefen/flachen Sozialkontakten. Ob das als "Umbruch" in der Menschheit bezeichnet werden kann, vermag ich nicht zu sagen.
Für unsere errungene Bequemlichkeit durch die Industrialisierung (nebst technologischem Fortschritt) bin ich aber der Meinung haben wir einen hohen Preis gezahlt und werden noch weiter zahlen, weil der Mensch sich letztlich selbst überflüssig macht. Es werden wenige davon profitieren und wie es seinerzeit gewesen ist: Landbevölkerung zog immer mehr in die Städte, um sich dort billig zu verdingen für ein vermeintlich besseres Leben ... wird es irgendwann so kommen, dass einige wenige hochtechnisiert in ihren Häusern hockt, wohingegen die breite Masse wieder verelenden wird, weil es entweder für jeden nicht vorgesehen ist und/oder von der breiten Masse schlicht nicht zu bezahlen ist.
Und ... sicher ...., es gibt viele schöne Beispiele für tolle, bemerkenswerte Menschen, aber es sind und bleiben Ausnahmen!
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19.08.2015, 21:10
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19.08.2015, 21:14Inaktiver User
AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

Und deshalb sehe ich auch im Moment unsere Flüchtlings- und Asylpolitik für vollkommen verfehlt. Gerade die Menschen aus den Krisen- und Kriegsgebieten sind traumatisiert und stehen völlig neben sich. Statt hier aber Unterstützung zu geben, werden die Menschen eingepfercht in irgendwelche Turnhallen etc.
Und wie ich soeben der Tagesschau entnehmen musste, sagt unser Innenminister, dass die Qualität der Unterkünfte nach unten geschraubt werden müsse, weil man der Flut nicht mehr Herr wird.
Wir können uns also so langsam darauf einstellen, dass in Parkanlagen Zeltstädte entstehen, die sommers wie winters durchgängig belegt sein werden!
800.000 sind allein für dieses Jahr anvisiert! Tendenz weiter steigend! Nur mal so zum Nachdenken Lütens!


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