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  1. Inaktiver User

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Das ist sicherlich ein weites Feld und da dem Menschen die mannigfachsten Möglichkeiten zur Verfügung stehen, liegt es an jedem selbst, welche er zum Ausdruck bringt. Da reichts schon in den Extremen vom Mörder (böse) bis zum virtuosen Musiker (gut)

    Die Feinschattierungen auszuloten, dürfte der Quadratur des Kreises gleichkommen .

    Und was die jeweiligen Gesellschaftsformen angehen, in denen die Menschheit lebt, sind die Gesetze zum einen sicherlich ein Regulativ, damit keine Anarchie ausbricht , aber letztlich kommt die Menschheit aus der alten Pyramide nicht heraus, die da lautet: Unten die Bauern, dann die gehobene Bürgerschicht, dann der Adel und der Klerus und ganz oben der Souverän . Sie sind sicherlich austauschbar und heißen heute Malocher/Ärzte/Rechtsanwälte etc./Kirche vielleicht noch und dann Kanzler + Ministerentourage und nach wie vor wird von unten nach oben gescheffelt.

    Sicherlich haust der Malocher nicht mehr im letzten Kellerloch und hat ärztliche Versorgung, aber die Stimmen werden lauter, wonach die Schere immer weiter zwischen arm und reich auseinanderdriftet.

    In diesem "System" gilt es, sich zurecht zu finden und zu überleben. Der überwiegenden Masse gelingt es durch redliche (ehrliche) Arbeit, einigen nur durch "Beschiss", wobei Letzteren sicherlich der Hammer des Gesetzes gewünscht wird.

    Das ureigene persönliche Niveau, mit dem man das Leben meistern will, liegt bei jedem selbst, wobei eine gesunde Portion Egoismus noch niemandem geschadet hat.

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    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Zitat Zitat von Salea Beitrag anzeigen
    Da frage ich mich, welchen Grund gibt es, auf das eigene Gewissen zu hören und rechtschaffen durchs Leben zu gehen, wenn es doch offensichtlich ist, dass Egoismus und Betrug einen weiterbringen?
    Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen, dass man hierbei Selbstachtung bewahrt, zum anderen, dass man mit Egoismus und Betrug nicht weit im Leben kommt.

    Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit im Leben, die Werte wie Treue, Ehrlichkeit, Fairness und eben Anstand belohnt? Gibt es ein wie auch immer geartetes Prinzip, das nach Ausgleich zwischen gut und böse strebt?
    Davon bin ich überzeugt, ja. Wenn auch vielleicht nicht in dem Sinne, als dass einem selbst "Gerechtigkeit" widerfährt. Ich glaube aber ganz fest daran, dass es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, sowohl in der Natur, als auch unter den Menschen. Dass muss nicht zwingend im religiösen oder spirituellen Sinne sein, und ich persönlich glaube auch nicht an "Rache" oder "Strafe"- das Leben ist hier sehr viel kreativer.

    Es gibt mehr Schönes, als Schlechtes auf der Welt; und für jeden Menschen der "Böses" tut gibt es Menschen, die Gutes tun.

  3. Inaktiver User

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Zitat Zitat von Salea Beitrag anzeigen

    Vielleicht gibt es ja auch ein ähnliches Prinzip, was nach einem Ausgleich zwischen gut und böse strebt, eine Art Strafe für Bosheit und einen Lohn für Anstand und Fairness, um nicht Güte zu sagen?

    Was denkt ihr? Spinnerei oder Lebensprinzip? Ich bin gespannt!

    ich denke, dass es im großen und ganzen eine ausgleichende gerechtigkeit insofern gibt, als die menschheit sich bei schrankenlosem egoismus in ein ungleichgewicht und letztlich ihren untergang bewegt.

    im kleinen gibt es diese gerechtigkeit nicht, und weil dieser gedanke kaum auszuhalten ist, hat der mensch die religion erfunden und phantasiert sich so den entsprechenden überbau zusammen...

  4. Inaktiver User

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich denke, dass es im großen und ganzen eine ausgleichende gerechtigkeit insofern gibt, als die menschheit sich bei schrankenlosem egoismus in ein ungleichgewicht und letztlich ihren untergang bewegt.
    Die Menschheit ist schon im Untergang begriffen . Der kollektive schrankenlose Egoismus ist in Vollendung beim modernen Menschen angekommen, er leugnet es jedoch beharrlich! Dies - wohl gemerkt - in der Masse gesehen. Weil wir alle heizen müssen, um nen warmen A... zu haben, wir Nahrung brauchen etc. pp.

    Ob es letztlich die "Feinheiten" im Umgang rausreißen, bleibt fraglich.

    An eine "Gerechtigkeit" glaube ich nicht, es sei denn, ich stehe eines Tages doch vor Gottes Türe (oder wo auch immer) und das große Buch meines Lebens wird aufgeschlagen und es werden mir meine Unzulänglichkeiten auf Erden vorgehalten

    Die Krux des Menschen ist sein Gehirn. Keines ist - sofern ich mich recht entsinne (Bio., äh schon etwas her) mit einer Großhirnrinde versehen. Wir sind zB. die einzige "Spezies", die vom eigenen Tod weiß. Und da liegt m.E. der Hase im Pfeffer . Was wir uns so vorgaukeln können und als Wahrheit betrachten ... tse, tse, tse!

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    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Menschheit ist schon im Untergang begriffen . Der kollektive schrankenlose Egoismus ist in Vollendung beim modernen Menschen angekommen, er leugnet es jedoch beharrlich! Dies - wohl gemerkt - in der Masse gesehen. Weil wir alle heizen müssen, um nen warmen A... zu haben, wir Nahrung brauchen etc. pp.
    Das ist eine ziemlich negative Sicht. Die Menschheit befindet sich noch in ihren Kinderschuhen, und es wird Zeit brauchen, bis dass sie einen Umgang mit den rasanten technologischen und industriellen Neuerungen findet. Vieles entwickelt sich allerdings in eine sehr gute und nachhaltige Richtung - solche katastrophischen Endzeitszenarien würde ich daher nicht zeichnen.

    Der Mensch ist auch nicht egoistisch, sondern sozial und kollektiv veranlagt, das erklärt auch zivilisatorische Errungenschaften.

    Die Krux des Menschen ist sein Gehirn. Keines ist - sofern ich mich recht entsinne (Bio., äh schon etwas her) mit einer Großhirnrinde versehen. Wir sind zB. die einzige "Spezies", die vom eigenen Tod weiß. Und da liegt m.E. der Hase im Pfeffer . Was wir uns so vorgaukeln können und als Wahrheit betrachten ... tse, tse, tse!
    Mit einer Großhirnrinde sind nicht nur Menschen versehen. Wir sind laut Kenntnisstand allerdings die einzige Spezies, die mit Imagination arbeiten kann und basierend darauf in der Lage ist, strategisch zu kooperieren.

  6. Inaktiver User

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Zitat Zitat von Sojourner Beitrag anzeigen
    Das ist eine ziemlich negative Sicht. Die Menschheit befindet sich noch in ihren Kinderschuhen, und es wird Zeit brauchen, bis dass sie einen Umgang mit den rasanten technologischen und industriellen Neuerungen findet. Vieles entwickelt sich allerdings in eine sehr gute und nachhaltige Richtung - solche katastrophischen Endzeitszenarien würde ich daher nicht zeichnen.
    Und das sehe ich als eine sehr verklärte Sicht .

    Die Menschheit steht vor der größten Völkerwanderung, die sie je mitgemacht hat (die Spitze des Eisbergs ist erst angekratzt). Ganze Landstriche und Kontinente veröden, durch Plattrodung und fehlender Infrastruktur. Die Kriege nehmen und nehmen kein Ende.

    Und - mit Verlaub - da willst Du mir weismachen, dass die rasante technologische und industrielle Neuerung das rausreißt?

    Wenn die Menschheit es nicht schafft, Frieden auf Erden zu halten, miteinander - über Religionen etc. hinweg, gleichberechtigt miteinander klarzukommen und den Hunger in den Griff zu kriegen, geht das Ganze auf ein finales Ende zu.

    Da nutzt uns in unserer "wohltemperierten" Gesellschaft die beste Technologie nix .

  7. Inaktiver User

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Und dann hab ich nochmal nachgelesen, bezüglich Neocortex.
    Also es ist schon so, dass unsere Großhirnrinde mehr ermöglicht, als einigen Tierarten und der Schlüssel liegt im Gradualismus. Der Mensch hat im Verlauf der Evolution eben eine andere "Abbiegung" genommen, als die Tierwelt und ist mit dieser überhaupt nicht (mehr) vergleichbar.

    Darum geht der Mensch ja auch so mit der Natur um, wie es ihm gefällt und merkt nicht, dass er den Ast bald abgesägt hat, auf dem er sitzt!

  8. User Info Menu

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Zitat Zitat von Salea Beitrag anzeigen
    (...) Da frage ich mich, welchen Grund gibt es, auf das eigene Gewissen zu hören und rechtschaffen durchs Leben zu gehen, wenn es doch offensichtlich ist, dass Egoismus und Betrug einen weiterbringen?(...)
    Leider sehe ich das auch so, dass es keine ausgleichende Gerechtigkeit oder eine Fairness des Lebens gibt, die VON AUßEN auf den Menschen einwirkt und ihn schon zu seinen Lebzeiten für erlittene Ungerechtigkeit entschädigt. Manchmal kann das zwar passieren, aber ziemlich oft eben nicht.

    Aber das ist in meinen Augen nicht alles, bzw. nur die eine Seite der Medaille.

    Der Vater der Geschwister Scholl soll nach dem (Todes-)Urteilsspruch durch Freisler in den Saal gerufen haben (und bevor man ihn mit Gewalt aus dem Saal beförderte und einige Tage später die ganze Familie in Sippenhaft nahm), dass es auch noch eine andere Gerechtigkeit gäbe.

    Das glaube ich aus tiefstem Herzen auch. Und zwar aus mehreren Gründen:

    1. .. im mystischen Sinne, dass ich nicht unbedingt Gerechtigkeit im Jenseits erwarte für hier erlittene Ungerechtigkeit (auch wenn das schön wäre), sondern dass die erlittene Ungerechtigkeit schon in dem Moment gerechtfertigt ist, in dem Moment mir VON INNEN her klar ist und ich es "weiß", dass ich selbst im Recht bin (und durch mitfühlende Mitmenschen bestätigt wird).

    2. .... im soziologischen Sinne, dass wir nicht nur als Individuen existieren, sondern auch in der Gemeinschaft. Und dass diese Gemeinschaft es braucht, dass (manchmal) Einzelne Ungerechtigkeit erfahren, damit die Gemeinschaft weiterleben oder vor sich selbst gerechtfertigt werden kann. Siehe z.B. die Geschwister Scholl. Wenn sie nicht den Mut gehabt hätten, sich aufzulehnen, im vollen Bewusstsein des Risikos, das sie eingingen, hätte "die Gerechtigkeit an sich", nach der die Menschen sich sehnen, da sie Grundlage von Vertrauen und Wachstum ist, keine "Verteidiger" gefunden.

    3. .... und damit überleite ich zu einem existentiellen Sinn, nämlich dem, dass für mich die Grundlage des Lebens in den "hellen Begriffen" liegt, wie Liebe, Vertrauen, Hoffnung, Gerechtigkeit, und so weiter, die für die Existenz des Menschen unabdingbar sind, denn Leben und Wachstum sind nur auf der Basis dieser Begriffe möglich, aber nicht auf der Basis von den "dunklen Begriffen" wie Hass, Misstrauen, Hoffnungslosigkeit, Ungerechtigkeit. (Auch wenn es paradoxerweise und anscheinend oft Katastrophen braucht, bevor das Leben wieder in Richtung "Helligkeit" seinen Lauf nimmt).

    Deshalb ist es *für mich* unabdingbar - auch wenn ich selbst Ungerechtigkeit erfahre - auf diesem Weg weiterzugehen und selbst nach Gerechtigkeit, und zwar für mich und für andere, zu streben, auch wenn ich im Sinne von allen Freislern dieser Welt erfolglos sein sollte. (Sorry für den etwas pathetisch geratenen Schluss.)
    Geändert von bruennette_2 (19.08.2015 um 18:29 Uhr)

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    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Bruenette, vielen Dank erstmal für Deinen Beitrag.

    Dies hier verstehe ich nicht:


    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    1. .. im mystischen Sinne, dass ich nicht unbedingt Gerechtigkeit im Jenseits erwarte für hier erlittene Ungerechtigkeit (auch wenn das schön wäre), sondern dass die erlittene Ungerechtigkeit schon in dem Moment gerechtfertigt ist, in dem Moment mir VON INNEN her klar ist und ich es "weiß", dass ich selbst im Recht bin (und durch mitfühlende Mitmenschen bestätigt wird).

    Nehmen wir an, Du wirst Opfer eines Raubüberfalls, der Täter verletzt Dich so, dass Du für den Rest Deines Lebens im Rollstuhl sitzt. Inwiefern wäre diese erlittene Ungerechtigkeit durch Dein Wissen gerechtfertigt, dass Du im Recht bist?

  10. Inaktiver User

    AW: Ausgleich zwischen gut und böse?

    Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit im Leben, die Werte wie Treue, Ehrlichkeit, Fairness und eben Anstand belohnt? Gibt es ein wie auch immer geartetes Prinzip, das nach Ausgleich zwischen gut und böse strebt?

    Ich mache mir über Gerechtigkeit keine Gedanken d.h. es ist für mich und mein Leben nicht relevant.

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