Hallo Ihr Lieben!
Ohhh....da kamen ja noch einige Meinungen hinzu! Vielen Dankbevor ich auf alle eingehe, würde ich gern mal eine konkrete Situation in den Raum werfen, da ich nicht weiß, wie ich am besten damit umgehe. Ich war mit einem Mann heute abend verabredet, nachdem es letzte Woche nicht geklappt hat, er hatte auf heute verschoben, was für mich ok war. Wir hatten auch täglich ein, zwei Nachrichten ausgetauscht, so dass es eigentlichkeinen Grund gegeben hätte, an der Vereinbarung zu zweifeln. Aber irgendwie hatte ich dann doch zwischendurch gedacht - "na, mal sehen, ob das klappt am Montag" - aber bin dann wieder mit den Gedanken abgeschweift und wollte halt einfach mal nicht gleich vom "Schlimmsten" ausgehen. Soweit so gut.
Vorhin, zwei Stunden vor dem Treffen, dann die Nachricht, er müsse länger arbeiten und sich nochmals melden. Nu sitze ich hier und in mir wechselt sich ein Gefühl mit dem anderen ab, einhergehend mit Gedanken:
Ich bin traurig, aber verständnisvoll - kann ja mal passieren. Dann wieder denke ich mir - tolle Ausrede, sag doch gleich, wenn Du keine Lust mehr hast auf das Treffen. Dann wieder bin ich zornig und würde am liebsten einen "Giftpfeil" abschießen nach dem Motto "pah - mit mir nicht" und ihm ebenso wehtun - dann wieder setzt aber das schlechte Gewissen ein, dass ich ihm damit Unrecht tue und er doch länger arbeiten müsste, also nichts dafür kann. Und dann bin ich wieder traurig. Eigentlich in erster Linie traurig darüber, dass er mir nicht das Interesse entgegenbringt, was ich ihm entgegengebracht habe und vor allem, dass er mich nicht (be-)achtet. Wobei ich ja nicht weiß, ob es wahr ist oder vorgeschoben...
Mein Gefühl sagt mir, das wird nichts mehr, weder heute noch sonstwann. Aber ich hätte gerne, dass mich mein Gefühl trügt...![]()
Wie würdet Ihr reagieren? Im Moment tendiere ich einfach dahin, diese Mitteilung zu ignorieren. Ich war letzte Woche verständnisvoll, aber möchte nicht wieder die große Verständnisvolle mimen, wenn es mich eigentlich wurmt und ich enttäuscht bin. Und es kam auch kein Wort des Bedauerns, eher darüber, dass er länger arbeiten muss, als darüber, mich evtl. doch nicht treffen zu können. Ignorieren und ihn beim Wort nehmen, dass er sich nochmals meldet - was anderes kann ich eh nicht machen, oder?
Aber das ist das, was ich Anfangs meinte - ich kann mich dann nicht anderen Dingen widmen, Schönen oder Dingen, die mir gut tun, sondern ich verheddere mich in Gefühlen und Gedanken und das ist so anstrengend.![]()
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24.08.2015, 17:06Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
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24.08.2015, 18:09Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Ich habe mich jetzt - nachdem auch zwei Stunden nach seiner Ankündigung des neuerlichen Meldens und wir eigentlich für 18 Uhr verabredet waren - für die Variante "leichtes Gift mit Sarkasmus und der Konsequenz des Endes des Kennenlernens" entschieden.
Es ist ein Dilemma - wenn ich mein Gefühl und meinen Ärger/Enttäuschung ernst nehme und entsprechend agiere kann es sein, dass ich hinterher da sitze und mich mit Schuldgefühlen belade, weil ich einem Menschen Unrecht getan habe. Ein geschickter, mir nicht sehr zugewandter Mensch könnte das sogar noch ausnutzen und mich so sehr gut kontrollieren. (wie z. B. mein Ex, der mich lange Zeit betrog und das Ganze trotz Fakten bis zuletzt abstritt)
Wenn ich das Gefühl und den Ärger/Enttäuschung runterschlucke und versuche, dem Ganzen mit dem Verstand beizukommen, kann ich es in mir nicht auflösen und ich hadere mit mir und zweifele an meiner Wahrnehmung...es ist irgendwie im Moment eine Krux für mich.
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24.08.2015, 18:23Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
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24.08.2015, 18:23Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Ich verstehe Dich total gut,
allein Dein Themen-Titel hat mich bei Strang-Eröffnung veranlaßt, ihn sofort zu abonnieren.
Aber darf ich Dir aus meiner Erfahrung was raten:
Warte noch etwas ab - indem Du JETZT noch gar nicht reagierst und erst mal schaust, ob bzw. was da noch von ihm kommt.
Warum ich das rate:
Ich habe mal in einer für mich sehr wichtigen Sache lange abgewartet, aber dann für meine Verhältnisse relativ "hart" reagiert.
Von der anderen Seite kam dann gar nichts mehr
- und bis heute (1 Jahr her) mache ich mir Vorwürfe, daß ich nicht ruhiger reagiert habe und quäle mich, ob ich es nicht "versaut" habe,
- (obwohl das natürlich letztlich objektiv gesehen Unsinn ist)
Ich frage mich heute noch, ob alles anders gekommen wäre, wenn ich "entspannter" reagiert hätte.
Jetzt kann ich das nicht mehr auflösen- aber um in Deinem Thema zu bleiben, ich werde dazu nun anscheinend nie mehr "die Wahrheit erfahren" und verstehen können, warum das alles so gelaufen ist.
Wenn Du da nur halbwegs so tickst wie ich, wirst Du Dir diese Frage sonst vielleicht auch noch lange stellen, und Dir wie ich den eigentlich nicht passenden Schuh anziehen, den Kontakt aktiv abgebrochen zu haben.
Obwohl es natürlich objektiv das einzig Richtige ist-
aber ich schätze, dafür muß man anders sein als wir.

Wir lernen das gerade erst.
Höre einfach in Dich rein, wie es sich am passendsten für Dich anfühlt.
Alles Gute.
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24.08.2015, 18:23Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
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Geändert von Inaktiver User (24.08.2015 um 18:25 Uhr) Grund: gelöscht wegen Gefahr zu grob zu sein
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24.08.2015, 18:24Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Doppel-Post, Technikfehler
Geändert von Inaktiver User (24.08.2015 um 18:29 Uhr)
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24.08.2015, 19:28Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Hallo Sternenfliegerin - einen schönen Namen hast Du Dir ausgesucht

Hast Du denn versucht, nochmals Kontakt aufzunehmen und die Sache zu klären oder hat der/diejenige den Kontakt dann abgeblockt? Ich bin zum Glück in dieser Geschichte noch ganz am Anfang gewesen, so dass es sicher noch kein wirklicher Verlust ist - aber das Thema ploppt natürlich auch hier wieder hoch. Du hast lange gewartet - das fällt mir (allgemein) wirklich schwer, warten
ich schieß dann auch die Pfeilchen los ohne Rücksicht auf Verluste... aber im Nachgang muss ich sagen, habe ich es mir dadurch noch nicht mit wirklich wichtigen Menschen versaut. Eher hat es diejenigen getroffen, die sowieso - im Nachgang - kein Verlust waren, aber so etwas sieht man irgendwie erst nach viel zeitlichem Abstand... und ich wünsche Dir so sehr, dass Du "Deine Geschichte" auch beiseite legen kannst und vielleicht mit der Sicherheit, dass - wenn es zwischen Euch gepasst hätte - Du nichts hättest falsch machen können. Oder zumindest es die Möglichkeit gegeben hätte, das zu klären. Ist schwer. Aber loslassen ist auch nicht mein Steckenpferd, von demher mein Rat eventuell etwas deplatziert... 
Aber ja, lass es uns zusammen lernen. Das Leben und Fließen und (zudenSternen)fliegen.
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24.08.2015, 19:29Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Hallo MaryausTexas - ich habe Deine Worte auch gelesen und Du sorgst Dich zu unrecht. Du warst für mich nicht zu grob. Du hast ja Recht, dass man sich mit so einem Mist das Leben nicht unnötig schwer machen sollte - und manchmal sind die harten Worte die, die treffen.
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24.08.2015, 19:47Inaktiver User
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Hallo Zio - auch Dir herzlichen Dank! Ich habe den letzten Satz bewusst mal aufgegriffen, da ich das wohl erstmal bei mir hinterfragen müsste. Ja - ich kenne Ambivalenz auch bei mir. Und ich kenne mich auch sehr...hm...wankelmütig. Aber ich versuche mein Bestes, diese Schwankungen innerhalb mir selber auszugleichen und sie nicht dem anderen "anzutun". Aaaaaaaber - vielleicht wäre das manchmal besser? Authentischer? Und wenn ich es selbst bei mir zulassen würde, dieses mal-nicht-100%-Ehrlichkeit-demonstrieren-wollen...könnte ich dann - wenn ich mit mir selbst entspannter und toleranter umginge, das dem Anderen auch zugestehen? Wenn ich jemandem sage, ich liebe ihn, dann muss das für mich quasi immer so sein. In jedem Moment. Ansonsten zweifele ich selbst enorm - obwohl es vielleicht normal ist, dass Liebe auch mal nicht spürbar ist. Aber in meinen Augen "darf" das nicht sein. Und dann darf dieser Moment auch beim anderen nicht sein. Hat aber vielleicht auch was mit Verlustangst, Selbstwert etc. zu tun... hm...
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25.08.2015, 00:43
AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit
Wenn's letztes Mal nicht geklappt hat, ist das ein legitimer Anlaß, sich zu wundern, ob es nächstes Mal klappt. Selbst bei extrem zuverlässigen Leuten ziehen sich Situationen, die die Zeitplanung durcheinander bringen, oft über länger als ein oder zwei Tage. Sinnvoll, sich ein bißchen darauf vorzubereiten, daß der Schnupfen nicht weg ist, die Katze immer noch krank, die Kollegen immer noch im Urlaub...
Was ist mit dem Gefühl, "Brauch ich den? Kann ich damit klarkommen, daß er eine Planungsniete ist, oder nervt der mehr, als er mir guttut?" Oder dem Gefühl, "Gefällt es mir, daß er engagiert im Job ist, oder habe ich keine Lust, immer hinter seinem Chef die zweite Geige zu spielen?" Du überlegst, ob die Aktionen, zu denen dein Ärger dich veranlaßt, gerechtfertigt sind, oder ob du den Ärger runterschlucken solltest -- du kannst den Ärger aber auch behalten und *keine* Aktionen machen, die du unwürdig findest und von denen du selber weißt, daß sie nichts besser machen.
Man kann mit einem vollkommen gerechtfertigten Verhalten eines anderen Menschen nicht klarkommen. Da ist nichts schlechtes bei. Es ist nicht nötig, sein Verhalten erst als ungerechtfertigt zu definineren, ehe man sagen kann, "gefällt mir nicht". Dann landest du nämlich genau da, daß du selber ein schlechtes Gefühl dabei hast, ihn ins Unrecht zu setzen.
Überleg dir, was willst du von ihm ? (Zuverlässigkeit). Wie kriegst du die? (Sag ihm, daß es dir wichtig ist, und was es für dich bedeutet). Und wenn du sie nicht kriegst? (Enscheidest du entweder, daß er Charakterzüge hat, die es wert sind, dafür Kompromisse zu machen, oder daß er es nicht wert ist.)
Das bringt dir vielleicht mehr Erfolg und Seelenruhe, als zu grübeln, wer jetzt welches Recht hat oder nicht.
(Ich habe auch die Tendenz, unheimlich cool und relaxed wirken zu wollen und nichts übelzunehmen, denn eine Meinung zu haben wäre kleinlich und spießig und überhaupt. Und dann ist es von einer Sekunde zur nächsten zuviel, und ich werfe mit Tellern. Seit ich mehr darauf gucke, ob eine Situation für mich aktzeptabel ist oder nicht, anstatt zu überlegen, ob es uncool ist, genervt zu sein, ist das viel besser geworden mit den Tellern.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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