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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Theoretisch ja. Ich frage mich aber halt eben, warum ich es nicht kann. Nicht loslassen kann, was mir offensichtlich nichts bringt außer Verdruß, Bauchschmerzen und letztlich Schuldgefühle... das ist ja das, was mich selbst zum Verzweifeln bringt.
    Eine mögliche Erklärung, weshab du nicht Loslassen kannst, weil du vielleicht eine Reinszinierung des Traumas benötigst, habe ich dir in dem Anfangsteil meines Beitrags genannt.

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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Zitat Zitat von Ella969 Beitrag anzeigen
    Für mich ist wichtig, dass ich mir selbst gestatte, die Wahrheit wissen zu wollen. Vorbehaltlos. Schonungslos. ABER auch den anderen gestatte natürlich zu flunkern oder sogar sich selbst zu belügen. Es hat nichts mit mir zu tun, wenn jemand den Weg des geringeren Widerstandes geht und lieber eine Lüge gebraucht als sich der Wahrheit zu stellen. Das sagt nur über diese Person was aus und nicht über mich oder über unsere Beziehung.

  3. Moderation

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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Aus der Beobachtung heraus, wann ich Leuten was vom Pferd erzähle, überlege ich mir, wenn ich merke, daß jemand mich anlügt, ob ich seine Grenzen verletzt habe (indem ich etwas gefragt habe, was mich seiner Ansicht nach nichts angeht), oder ihm Anlaß gebe, meine Reaktion auf die Wahrheit zu fürchten. Zu Lügen ist zuallererst mal intellektueller und emotionaler Aufwand, den man sich für die Person macht, die man anlügt, das tut man nicht, wenn es nichts zu gewinnen oder zu verlieren gibt. Ist natürlich viel Gerate und Unsicherheit, aber es kommen schon ein paar brauchbare Erkenntnisse dabei zusammen.

    Ansonsten halte ich Wahrheit für ein problematisches Konzept, und ein unbedingtes Verlangen nach Wahrheit als eine gute Motivation des Helden einer klassichen Tragödie. (Ein *bedingtes* Verlangen nach Wahrheit, um z.B. richtige Entscheidungen zu treffen, ist dagegen sehr brauchbar.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Zitat Zitat von Ella969 Beitrag anzeigen
    Ich bohre auch nicht nach, durchlöchere keinen mit Fragen, sondern habe "lediglich" ein Problem damit, wenn mein Gegenüber mir nicht glaubwürdig erscheint.
    Hallo Ella, danke auch Dir für Deine Gedanken. Nur kurz, da ich momentan nicht viel Zeit habe: wie gehst Du mit diesem Problem um, dass Du dann hast? Was macht das mit Dir? Nimmst Du es zur Kenntnis, zuckst kurz mit den Schultern und gehst einfach weiter und vergisst den kurzen Moment des "unglaubigwürdig-erscheinens"? Oder ist es, wie Du vorher schriebst, dass Du dann für Dich schlussfolgerst, dass die Unwahrheit nichts mit Dir zu tun hat, sondern einzig und allein mit dem Gegenüber, der so den Weg des geringsten Widerstandes geht?

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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    wie gehst Du mit diesem Problem um, dass Du dann hast?
    Ich versuche so gut es geht bei mir zu bleiben, anstatt mich mit dem anderen zu befassen. Ich erkenne, dass mein Bedürfnis nach Glaubwürdigkeit verletzt wurde, schaue mir an, was das bei mir auslöst und kümmere mich drum. Ab dem ersten Moment der Wahrnehmung entziehe ich meine Aufmerksamkeit dem anderen und "entlasse" ihn in Dankbarkeit, dass er mich meinem thema wieder näher gebracht hat . Das verbuche ich unter "ich übernehme Verantwortung für alles, was in mir ist".

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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Liebe Gugerschecken!

    Was ist die Wahrheit?



    Gibt es eine objektive Wahrheit in zwischenmenschlichen Beziehungen überhaupt oder existieren nur subjektive Wahrheiten?

    Ist Dir das noch nie passiert, dass Du Dich heute anders fühlst als Du es vielleicht gestern getan hast? Und aus dieser Empfindung heraus eine scheinbar unverrückbare Tatsache anders gesehen hast?

    Die Wahrheit ist veränderbar und subjektiv.

    Wenn es Dir gutgeht und Du denkst z.B. an Deine Kindheit, so wird es Sequenzen geben, die Du wesentlich positiver bewertest als an Tagen, an denen es Dir schlechtgeht.

    Nicht einmal die Vergangenheit ist "wahr". Es gibt das Phänomen, dass eine Erinnerung sich mehr verändert, je öfter man daran denkt, sie hervorholt. Und in welche Richtung sie sich verändert hängt davon ab, wie man sich gerade fühlt bzw. welcher Anteil der Erinnerung gerade getriggert wird.

    Wenn Dir Dein Gegenüber etwas erzählt, so wird das für ihn SEINE Wahrheit sein, wenn auch nur im Moment - genauso, wie Du Dinge einen Tag etwas gelassener und den anderen Tag wieder in einem anderen Licht empfinden kannst.

    Wie wäre es, wenn Du Dein Bauchgefühl ernstnimmst aber nicht in einem kategorischen Sinn, sondern in einem toleranteren?

    Dein Gegenüber ist auch ein Mensch.

    Mit Fehlern, mit Schwächen, mit schwankendem Empfinden. Das Gegenüber, das auch "seine" Wahrheit einmal so und einmal anders schildern darf, je nach Gefühlslage.

    Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, diese Ambivalenz einmal selbst bei sich zu beobachten, zu entdecken - und sie dann anderen Menschen auch zuzugestehen.

    Liebe Grüße
    Zio

  7. gesperrt

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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Meine Erfahrung mit der Wahrheit, bei Frauen:

    Worte = Lügen, Luftschlösser
    Taten = Wahrheit, Realität

    z.B.:

    "suche einen lieben ehrlichen Mann"
    sie pudert mit einem A... nach 2 Dates

    Ich schaue mir seitdem nur noch Taten an, die vor meinem Auge stattfinden.

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    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    LiebeR Gugerschecke,

    Ich versteh's, denn ich bin genau so. Man merkt deutlich, dass etwas nicht stimmt und möchte doch sicher sein, bevor man scharf schiesst.

    Leider tut die Wahrheitsfindung und manchmal auch das Ergebnis fürchterlich weh. Vor allem, wenn man einen „Freund“ entsorgt. Mich tröstet etwas, dass ich auf diese Weise nur sehr selten über den Tisch gezogen werde.

    Im Moment habe ich den Eindruck, dass ich kaum mehr angelogen werde, es sei denn, bei übler Nachrede oder in eigentlichen Kriminalfällen, wie ehelicher Gewalt.


    Ich glaube kaum, dass Du anders kannst. Vielleicht helfen diese Fragen:

    - Muss ich das wissen?

    - Ist es wichtig?

    - Ist es Ansichtssache und glaubt der/die Andere es mittlerweile wirklich selbst?

    - Läuft es auf ein in Beton gegossenes Vorurteil hinaus?

    - Ist es eine durchsichtige Standard-Lüge, die so wie so niemand glaubt, wie „keine Zeit“ im Gegensatz zu „jetzt gerade keine Zeit, wann passt es?“

    - Soll ich echt hinters Licht geführt werden?


    Man sagt ja, dass die Deutschen jeden Tag gegen 200 mal lügen. (So, so, sagt man das?) Das können nicht alles wirkliche schlimme, echte Lügen sein. Muttu filtern!

    Auf jeden Fall sollte man/frau es nicht auf die Spitze treiben, und verkrampft nach der kaum existierenden absoluten Wahrheit suchen.


    In meiner Familie (Isa, die Söhne Isaak und Isus sowie ich selbst) war Vertrauen ein sehr wichtiger Wert. Jetzt wo Jede und Jeder ihrer/seiner Wege geht, gibt es ja kaum mehr Gelegenheit zum Lügen. Um das Vertrauen nicht zu zerstören, haben wir vor bals 30 Jahren das Schwören etabliert:

    - Wenn jemand einen Unsinn erzählt hat (meistens ich, aus Jux und Tollerei) kam die knallharte Frage: „Schwörst Du?“ Wenn ich dann ohne sehr sichtbar gekreuzte Finger geschworen habe, war es das, und sonst haben alle gelacht. Ebenso bin ich meinen damals noch Kindern gegenüber verfahren. Eigentlich war es mein Ziel, diese unsäglichen Diskussionen darüber, ob ein Kind die Wahrheit sagt oder nicht, im Keim zu ersticken, was auch gelang.

    - Als Umgehungslösung haben wir akzeptiert, dass jemand vielleicht noch nicht darüber sprechen wollte. Das Signal dafür war: „Es ist noch nicht spruchreif.“ und nicht: „Es ist nichts.“ , wenn man genau merkt, dass da etwas ist.

    - Oder man bezeichnete etwas als „geheim“ oder als „privat“. Je nach Situation war das in Ordnung oder nicht.

    - Vor allen wir Erwachsenen haben stufengerecht, aber sehr offen informiert. Die Kinder mit Ihrem feinen Instinkt merken es ja doch.

    Mit der Zeit war es kaum mehr ein Thema, ob jemand die Wahrheit sagt. Allerdings hielten sich Alle, auch unsere sehr besonderen Kinder, eisern an Abmachungen. Man stritt sich vorher oder nickte, und so war es dann. Deshalb erhielten sie auch Freiheiten, von denen Andere nur träumen konnten.


    Google: umgang mit lügen zeigt einige viel versprechende Texte zum Thema. Ich habe sie aber noch (?) nicht gelesen.


    Grüsse Isambard

  9. Inaktiver User

    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Aus der Beobachtung heraus, wann ich Leuten was vom Pferd erzähle, überlege ich mir, wenn ich merke, daß jemand mich anlügt, ob ich seine Grenzen verletzt habe (indem ich etwas gefragt habe, was mich seiner Ansicht nach nichts angeht), oder ihm Anlaß gebe, meine Reaktion auf die Wahrheit zu fürchten. Zu Lügen ist zuallererst mal intellektueller und emotionaler Aufwand, den man sich für die Person macht, die man anlügt, das tut man nicht, wenn es nichts zu gewinnen oder zu verlieren gibt. Ist natürlich viel Gerate und Unsicherheit, aber es kommen schon ein paar brauchbare Erkenntnisse dabei zusammen.

    Ansonsten halte ich Wahrheit für ein problematisches Konzept, und ein unbedingtes Verlangen nach Wahrheit als eine gute Motivation des Helden einer klassichen Tragödie. (Ein *bedingtes* Verlangen nach Wahrheit, um z.B. richtige Entscheidungen zu treffen, ist dagegen sehr brauchbar.)
    Ich finde auch wunderbar was du schreibst wie du es beschreibst.
    Letzten Endes ist es aber deine Sicht - und vor allem dein Charakter.

    Sprich: das was du brauchst.

    Ich zum Beispiel hatte mal eine sehr, sehr intensive Beziehung.
    So intensiv würde ich heute nicht mehr leben wollen.

    Aber, auch nicht so wie du.
    Man muss eben das finden was man braucht und dann ist es gut.

    Für mich ist Glaubwürdigkeit auch wichtig.
    Aber, im großen Bogen.
    Wann stört mich die vermeintliche Unehrlichkeit meines Gegenübers? Wenn ich mich benutzt und kontrolliert fühle.
    Da gibt es genug Menschen die so unterwegs sind.

    Ich finde es wichtig zu wissen was man will.
    Eine Liebesbeziehung sollte für mich auch eine gewisse Intensität haben.
    Männer die rumeiern gefallen mir nicht.

    Ich werde zunehmend deutlicher.
    Und je deutlicher ich werde desto weniger Angst hab ich keinen mehr abzukriegen oder nicht den zu finden der es ist.

    Das kann man Mut nennen oder wählerisch oder zickig.
    Mutig gefällt mir aber ehrlich gesagt am besten.....

  10. Inaktiver User

    AW: Die "Sucht" nach der Wahrheit

    Hallo,

    es geht um diese Suche nach Wahrheit und ich stimme wildwusel zu- es geht um die Bestätigung von Ablehnung.
    Das, was gefunden werden soll ist die Bestätigung der eigenen Ablehnung. Etwas, was man erwartet.

    Dazu kommt Orientierungslosigkeit, denn wenn nicht ganz klar und deutlich diese Ablehnung sichtbar wird bleibt eine Grauzone mit der derjenige nichts anfangen kann.
    Es fehlt Halt, Stabilität und das führt zu Angst, die - und nun kommen wir zur Kontrolle- man minimieren möchte und nicht spüren.......was grundsätzlich ja jedem so geht

    In jungen Jahren war ich auch so!
    Wenn Gefühle mir gegenüber unklar wurden- ob bei Freundinnen oder Freunden- dann habe ich in Gesprächen regelrecht seziert bis ich das gehört habe, was ich hören wollte.
    Und das funktioniert, denn jeder, der so unterwegs ist wird alles Gesprochene immer weiter auseinander nehmen, bis der Gegenüber ganz entwaffnet (und vermutlich überfordert und genervt) nur noch zustimmt, dass es "nix ist".

    Diese Zwischentöne- dieses Verstehen ohne direkte Ansprache- kann in so einem Zustand nur als Grauzone verstanden werden. Es braucht diesen ganz klaren Schnitt als wenn ein scharfes Messer schneidet.
    Tatsächlich habe ich mich wohl gefühlt, wenn ich eine ganz klare Absage erhalten habe- das war dann wie ein Wendepunkt und in mir konnte etwas aufgerissenes wieder zuheilen....

    Mit der ARbeit an mir selbst ist dann das an Verhalten auch gegangen.......es war mir aber auch niemals so bewusst wie nun der TE
    Es hat nicht mit Wahrheit oder nicht zu tun......darum geht es gar nicht.
    Sondern einzig mit sich selbst.
    Und mit logischen Gedanken kommt man dem auch nicht bei- dafür werden wir doch viel zu sehr von unserem Innersten geleitet.

    Mit der Fragestellung hier wurde doch schon ein guter Schritt begangen- man nimmt bewusst wahr und will ändern. DAs ist ein guter Anfang
    Schau auf Dich- beschäftige Dich mit Dir und nehme Dir evtl auch professionelle Hilfe auf diesem Weg.
    Hier geht es um eine intensive Muster-Wiederholung und die darf nun durchbrohen werden

    lg kenzia

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