Da stimme ich zu, es hört sich für mich eher nach der Beschreibung einer Borderline-Narzissin an.
Hier ein Erklärungsversuch angelehnt an Sam Vaknin: Was bei Borderlinern relativ oft passiert, sie binden sich bzw. verlieben sich als Borderliner, werden von dem Partner abhängig, die Verlustängste sind so groß, dass Missbrauch hingenommen wird, aus Angst verlassen zu werden. Aus dieser traumatischen Erfahrung heraus bildet der Borderliner eine äußere Schutzschicht innerhalb seiner Persönlichkeitsstruktur, die eines Narzissten. Aus Angst wieder verletzt zu werden kommuniziert der Borderliner nur noch durch dieses Falsche Selbst des Narzissten mit der Außenwelt.
Was es dann trotzdem geben kann, ist das, was mir höchstwahrscheinlich widerfahren ist, dass sich der Borderliner als Borderliner verliebt, dann irgendeine Kleinigkeit total fehlinterpretiert, die Verlustängste setzen ein und er nimmt wieder die Persönlichkeit des Narzissten an, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Klar kann man echte von unechten Gefühlen unterscheiden, das Problem bei Borderline-Narzissten ist, man hat es mit mehreren bruchstückhaften Persönlichkeiten GLEICHZEITIG zu tun. Keine dieser "falschen" Persönlichkeiten ist vollständig ausgebildet, der narzisstische Borderliner wechselt deshalb unbewusst zwischen den jeweiligen Persönlichkeiten hin und her und zwar ständig. So flippt der "durchgeknallte" Borderliner manchmal aus Verlustängsten und/oder Eifersucht aus und veranstaltet totales Chaos, setzt dann aber die Persönlichkeit des Narzissten wieder auf, um sich dafür nicht verantwortlich fühlen zu müssen, denn diese "Parallelpersönlichkeit" ist im Gegensatz zum Borderliner zu keiner Empathie und damit Einsicht in das eigene Handeln fähig. Es ist von außen aus gesehen immer ein Fall einer multiplen Persönlichkeit, einer dissoziative Identitätsstörung.
Der einen Persönlichkeit ist eben nicht bewusst, was die andere zuvor angerichtet hat. Diese Taten sind tatsächlich kein Bestandteil der eigenen Wahrnehmung. Teile persönlicher Biografie werden einfach ausgeblendet, bzw. die Vergangenheit beliebig umgeschrieben.
Genau das lässt die Therapieversuche scheitern. Die Aufmerksamkeitsspane gegenüber nicht erwünschten Emotionen ist so gering, dass eine Einsicht bzw. Verständnis gar nicht erst erfolgen können.
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Thema: Weiblicher Narzissmus
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18.07.2015, 13:36Inaktiver User
AW: Weiblicher Narzissmus
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18.07.2015, 13:50Inaktiver User
AW: Weiblicher Narzissmus
Ja, aber du kannst dich therapieren (lassen). Und das würde ich dir in deinem Fall auch dringend ans Herz lesen. Du liest dich absolut verletzt und bist noch viel zu viel bei ihr. Das bringt dich nicht weiter. Dein vieles Theoretisieren und Analysieren ihrer Persönlichkeit hält dich davon ab, dich mit deinem Schmerz auseinanderzusetzen und raubt dir viel zu viel Energie. Du hast vermutlich sowieso einen langen schmerzhaften Auseinandersetzungsprozess vor dir, für den ich dir viel Kraft wünsche.
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18.07.2015, 14:03Inaktiver User
AW: Weiblicher Narzissmus
Durch zuvor erfolgte Aufarbeitung, Einsicht, Verständnis, oft ist auch Konfrontation (wichtig) geht das, ja.
Ohne diese Einsicht und Aufarbeitung ist es aber meiner Meinung nach aber eher so, dass grundsätzlich eine "Immunität" gegen den Missbrauch entsteht, und zwar in der Form, dass der Missbrauch NICHT objektiv als solcher wahrgenommen wird.
Da gibt es z.B. den Komplementärnarzissten, der immer wieder diesen Zustand herbeiführen möchte, weil er nur durch einen Primärnarzissten leben kann. Sie reden sich selbst ein den Narzissten retten zu müssen und kontrollieren zu können. Es ist eine Illusion. Solche, meist weibliche Komplementärnarzissten fühlen sich nur und ausschließlich in einer Beziehung zu einem Narzissten lebendig. Sie leben durch den Narzissten in ihrem Leben, fast schon als Teil seines Körpers. Wenn sie gleichzeitig Borderliner sind, überwiegen die Verlustängste durch den Narzissten, so dass oft die schizoid-paranoide "Lösung" gewählt wird und die Beziehung zu dem Narzissten weitgehend in der Fantasie, abseits jeder Realität stattfindet.
"Feine Antennen" entwickeln, wie gesagt, nach der Aufarbeitung ja, vorher eher nein, jedenfalls nicht parallel zu einer stabilen, eigenständigen Persönlichkeit. Denn führe Dir die Ausgangssituation vor Augen: Das kleine Kind, was gerade dabei ist die eigene Persönlichkeit zu entwickeln, wird emotional, psychisch und/oder körperlich missbraucht, wie soll diese fragile, aufkeimende Persönlichkeit denn Deiner Meinung nach in diesem Stadium der Entwicklung die Antennen entwickeln, soll es sich da schon bewusst machen können, dass sie eigenen Eltern gestörte Persönlichkeiten sind, die zu keiner echten Elternliebe fähig sind? Und mit diesem Bewusstsein 24h am Tag, 356 Tage im Jahr, 18 Jahre lang aufwachsen, bis es die Eltern verlassen kann? Verstehst Du, was ich damit sagen möchte, das geht nicht. Was dann sehr oft passiert ist, dass das Kind ein falsches Selbst entwickelt, was parallel zu dem echten existiert, um sich genau davor zu beschützen. Nur genau diese frühkindliche Überlebensstrategie wird diesem Menschen im weiteren Verlauf des Lebens dann zum Verhängnis.
"Meine" Borderline-Narzisstin hat ein 5-jähriges Mädchen tief in sich drin, welches man zur eigenständigen, erwachsenen Persönlichkeit erst "erziehen" müsste, weil sie aber selbst kein Zugang hat zu diesem hinter mehreren Schichten verstecktem Teil ihrer Persönlichkeitsstruktur ist jede Therapie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie kann leider nicht bewusst entscheiden, welche Persönlichkeit das Ruder übernehmen sollte, sondern entscheidet instinktiv innerhalb der erlernten Verhaltensmuster.
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18.07.2015, 14:05
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18.07.2015, 14:05Inaktiver User
AW: Weiblicher Narzissmus
Gibt es eigentlich schon einen Fachbegriff für den Zwang, sich ständig mit dem Thema Narzissmus zu beschäftigen?
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18.07.2015, 14:08Inaktiver User
AW: Weiblicher Narzissmus
Die Frage, die ich mir stelle ist: Warum der/die (oder hab ich etwas überlesen?) TE an etwas festhält bzw. sich überbordende Gedanken um jemanden macht, der ihn versucht, kaputt zu machen?
Wir können uns - denke ich - darüber im Klaren sein, dass eine offenbar derart multiple Persönlichkeitsstörung von einem Laien nie gänzlich "begriffen" wird. Wäre für die Therapeuten schon eine Herausforderung
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Deshalb auch mein Rat (anschließend an den Beitrag von Mutabor2015): Kümmer Dich um Dich!
Oder unterliegst Du dem Trugschluss, die betreffende Person "heilen" zu können?
Diese gehört m.E. in eine Langzeittherapie mit Gabe entsprechender Medikamente (bei evtl. früheren Abbrüchen sogar in eine geschlossene Einrichtung, schon aus Selbstschutz). Soweit mir bekannt, neigen Borderline-Erkrankte auch zu Eigenverletzungen etc.
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18.07.2015, 14:10
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18.07.2015, 14:13
AW: Weiblicher Narzissmus
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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18.07.2015, 14:14Inaktiver User
AW: Weiblicher Narzissmus
Nö, denke nicht, oder?
Macht doch mal Vorschläge!
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18.07.2015, 14:16



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