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  1. Inaktiver User

    paradoxe Wirkung von Lob

    Hallo,

    ich bin neu hier und ich hatte heute einen Gedanken, den ich nun nicht mehr losbekomme.
    Ich bin im moment etwas unsicher bzgl. meiner beruflichen Situation, evtl. reagiere ich daher auch leicht "hysterisch"....

    Ich habe den Eindurck, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich dachte eigentlich, dass ich Dinge mache, weil ich sie für mich wichtig erachte: konstruktive Vorschläge erbringen, Lösungsansätze erarbeiten etc.

    Und alle reagieren da auch toll drauf (zuverlässig, tolle Vorschläge, etc.).

    Und genau die Reaktionen rufen irgendwie noch viel mehr Frust hervor - sollte ich mich nicht freuen, dass da alles so toll ankommt?

    Ich habe das Gefühl, es läuft darauf hinaus, dass ich mich "anstrenge", viel gebe, aber am Schluss "ohne was dastehe". Und eigentlich könnte ich es gleich lassen, ich gebe mir aber Mühe, damit es mir irgedwann evtl. passen könnte (weil es mir wichtig ist). Nur wird das oft als selbstverständlich gesehen und die Leute kommen mit immer mehr - aber das ist nicht wirklich was tolles - nein das hat so was von Lakai

    Also bin ichs, die da irgendwie am Rad dreht und sich ändern muss. Klar, wenn man sich ändert, ändern die anderen evtl. die Reaktion darauf...In meinem Kopf spuckt dann jedoch immer herum, dass ich untätig zusehe, wie alles den Berg hinunter geht

    'Habt ihr vielleicht einen Rat? Oder geht es jemanden genauso? Würde mich über jede Antwort freuen.

  2. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Was wäre denn die für Dich passende Reaktion/ Art /Handlung, die bei Dir ein gutes Gefühl hervorrufen würde?

    kenzia

  3. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    danke für deine Frage. Die klingt so einfach und ist doch sehr schwer. Eine, die mich nicht wie ein Lakai fühlen lässt - wenn was leicht gelungen ist und jeder machen könnte, aber gleichzeitig keiner macht, dann fühle ich mich dadurch eher abgewertet - im Sinne von, Loben wir sie mal, weil ich habe keine Lust mich mit so nem Kleinkram zu befassen.

    Mir ist klar, wenn ich was für selbstverständlich erachte, dass das evtl. auch für andere so rüberkommt und dann führt das evtl. dazu.

    Das fühlt sich alles aus meiner Sicht so "verlogen" an, auch wenn es sicher ehrlich gemeint ist und sogar nett, etc.

    Irgendwas authentisches würde mir ein gutes Gefühl hervorbringen. So ne Einleitung fänd ich irgendwie ehrlicher: Ich weiß, keiner will es machen, ich habe auch keine Lust dazu....

    Oder Taten statt schöne Worte. Eine aktive Handlung, z.B. also wenn man mich z.B. mehr in Ruhe lässt, weil man weiß, man muss da nicht so genau hinschauen, oder eben nicht jedesmal zu mir kommen.

    Vielleicht wirke ich ja irgendwie einmischend und dann kommen die Leute eher. Vielleicht sollte ich einfach gar nichts sagen und abwarten, auch wenn es mir schwer fällt.

    Vielleicht brauch ich mich bei so nem Verhalten nicht wundern...

    Vielleicht bin ich auch nur mit der Situation überfordert und steigere mich gerade in alles zu sehr rein. Manchmal bin ich richtig gehässig
    Geändert von Inaktiver User (13.07.2015 um 20:00 Uhr)

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    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Machst du nur einen Vorschlag und sagst mal grob wie Du dir eine Lösung vorstellen könntest oder bist du ein Perfektionist, der dann gleich eine ausgearbeitete Lösung nebst genauem Plan liefert?

    Im zweiten Fall kann ich mir gut vorstellen, das es auf Dauer frustrierend ist!

    Lass die anderen Teammitglieder doch auch mal kommen.
    Bälle kann man sich zuspielen und dann stehen auch alle hinter der Lösung!

  5. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Ausgearbeitete Lösungen mach ich schon auch gern, die können dann schon oft in die Tonne wandern. Manchmal kann ich mich auch zusammenreißen und arbeite erst was aus, wenn alle etwas gesagt haben.

    Mir geht es dort nur oft zu langsam, wir reden viel Unnötiges, haben nicht viel Zeit bzw. es wird uns ja in der ursprünglichen Konstellation nicht mehr so geben (werden zusammengewürfelt) und da kommt dann zusätzlicher Frust auf, weil alle nur gegeneinander reden. Der Frust vertärkt sich sicher bei ausgearbeiteten Lösungen auch noch mehr.

    Ich habe ein wenig Angst, dass ich mich da zu sehr hineinsteigere. Im Normalfall höre ich einfach auf alles, was gejammert wird und dann arbeite ich etwas aus, weil ich gern weiter arbeiten würde. Jeder sagt ja schon die Lösung...und in Kombination sind die alle recht gut. Daher mach ich eigentlich auch gar nichts großartiges, außer das dann zusammenzuschreiben, weil alle Recht haben und wir dann endlich weiter arbeiten können und nicht gegeneinander reden.

    Ich bin sehr ungeduldig. Und ich bin schon sehr pingelig, auch bei meinen eigenen Sachen, da fällt mir oft noch Kritik ein oder wenn etwas fertig ist, dann fallen mir noch 3 Fehler auf und ich find das dann echt nicht mehr toll (von mirj)

    Das kommt evtl. dann auch noch hinzu.

  6. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Für mich klingt das danach, dass Du der Sklave Deiner Glaubenssätze bist.
    "Streng dich an", "sei perfekt" wären solche Klassiker und anhand der eigenen hohen Messlatte, kann Dir niemand die Absolution zu einer Zufriedenheit geben.
    Du wirst einen "guten inneren Kritiker" haben, der "ganze Arbeit" leistet

    Du beschreibst Dich als ungeduldig- das Gegenteil von Geduld.

    Wer in Deiner Familie ist auch so? Vater? Mutter?

    lg kenzia

  7. gesperrt

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    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Kannst du konkrete Beispiele bringen?

    also: du hast ein kniffliges, nerviges Problem bewältigt. Schön. Aber ab jetzt bist du für diesen Sch*** zuständig/wird Derartiges Dir zugeschoben

    oder: du machtst für eine Kollegenfeier Fingerfood, weil dir grade danach ist und du Zeit hast, alle sind begeistert. Jetzt sollst du auch das bitte auch für die Runde beim Chef machen und immer,wenn wichtige Kunden kommen

    ....sowas in dieser Art?

    Mich stört Lob, wenn ich meine Arbeit zwar relativ, aber nicht wirklich gut finde, sie also meinen Ansprüchen nicht genügt. Das wird mir häufig als mangelndes Selbstbewusstsein interpretiert. Ich denke dann aber nur, dass die Lober offenbar gar nicht wirklich fähig sind, (m)eine gute Arbeit zu beurteilen, dass (und weil) sie sich ohnehin mit Mittelmaß zufrieden geben
    Geändert von ilazumgeier (14.07.2015 um 07:40 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich klingt das danach, dass Du der Sklave Deiner Glaubenssätze bist.
    "Streng dich an", "sei perfekt" wären solche Klassiker und anhand der eigenen hohen Messlatte, kann Dir niemand die Absolution zu einer Zufriedenheit geben.
    Du wirst einen "guten inneren Kritiker" haben, der "ganze Arbeit" leistet

    Du beschreibst Dich als ungeduldig- das Gegenteil von Geduld.

    Wer in Deiner Familie ist auch so? Vater? Mutter?

    lg kenzia
    Kritisch also auch den eigenen Leistungen gegenüber war immer mein Vater, das habe ich sicher von ihm. Und meine Mutter war eher die Ungeduldige. Das habe ich sicher von ihr.

    Mir ist auch bewusst, dass das die Umwelt evtl. gar nicht verstehen kann, wenn ich mich bei Freunden mal ausreden möchte, etc. Da bin ich dann eher die Gehässige, was gar nicht so gemeint ist - da ich die Leute eigentlich alle mag und froh über so nette Kollegen bin. Da wirst du sicher Recht haben mit den Glaubenssätzen. Wobe ich bei dem Test, den ich mal dazu in einer Coachingrunde gemacht habe, eher streng dich an und sei hart hatte.

  9. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Kannst du konkrete Beispiele bringen?

    also: du hast ein kniffliges, nerviges Problem bewältigt. Schön. Aber ab jetzt bist du für diesen Sch*** zuständig/wird Derartiges Dir zugeschoben

    oder: du machtst für eine Kollegenfeier Fingerfood, weil dir grade danach ist und du Zeit hast, alle sind begeistert. Jetzt sollst du auch das bitte auch für die Runde beim Chef machen und immer,wenn wichtige Kunden kommen

    ....sowas in dieser Art?

    Mich stört Lob, wenn ich meine Arbeit zwar relativ, aber nicht wirklich gut finde, sie also meinen Ansprüchen nicht genügt. Das wird mir häufig als mangelndes Selbstbewusstsein interpretiert. Ich denke dann aber nur, dass die Lober offenbar gar nicht wirklich fähig sind, (m)eine gute Arbeit zu beurteilen, dass (und weil) sie sich ohnehin mit Mittelmaß zufrieden geben
    Es ist die Kombination aus beiden. Zum einen, weil ich dann alles an der Backe habe - da wehre ich mich aber dagegen, evtl. jedoch meistens zu spät. Und zweitens weil das dazugehörige Lob zu meiner Arbeit, die ich da geleistet habe, meinen Ansprüchen nicht genügt. Ich finde z.B. Fingerfood kann jeder der ein Rezept lesen kann, wenn ich dafür dann nicht nur die Arbeit aufgehalst sondern auch noch Lob erhalte, wie toll das doch ist - fühle ich mich leicht veräppelt, weil ich denke, der Lober ist nicht fähig Mittelmaß von guter Arbeit zu unterscheiden, weil er keine Ahnung hat und gleichzeitig hat er einfach nur gemerkt, dass man es auf mich abschieben kann.

    Zweiteres ist dann sicher ne gute Erkenntnis aus Sicht des Lobers und der ist dann sicher auch sehr zufrieden mit mir - ich will das aber gar nicht. Und da stößt es dann bei mir auf.
    Ich schau mir es evtl. zu lange an...bevor ich reagiere. Ich sezte meine Ungeduld wahrschienlich auch noch falsch ein

    Meine Mutter hätte das toll gefunden, weil Lob ihr wichtig ist. Der Aufwand wäre ihr auch zu viel, aber den nähme sie in Kauf. Mein Vater hätte das dann eher kritisch gesehen - kann doch jeder....evtl. bin ich da ja tatsächlich ne Kombination.
    Geändert von Inaktiver User (14.07.2015 um 08:20 Uhr)

  10. gesperrt

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    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde z.B. Fingerfood kann jeder der ein Rezept lesen kann, wenn ich dafür dann nicht nur die Arbeit aufgehalst sondern auch noch Lob erhalte, wie toll das doch ist - fühle ich mich leicht veräppelt, .
    Zwecklob, das kenne ich, und da kann ich sehr stinkig werden. Ich hab aber auch eine Weile gebraucht, bis ich souverän verweigern konnte. Manchmal ist es ja tatsächlich ernst gemeint; trotzdem eine fiese Falle. Wie wärs mit Kopfkino als Nach- und Vorbereitung? Also wo hast du gut, wo nicht nach deinerVorstellung reagiert, was würdest du im Nachhinein/beimnächsten Mal anders machen?

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