Da würde ich mal davon ausgehen, dass die Person, die dich lobt, eben dieses Ding, das sie belobt, nicht kann.
Menschen neigen ja generell dazu, ihre eigenen Fähigkeiten als den Massstab für die ganze Welt zu setzen.
Wenn es dir wichtig ist, mit nachfragen? "Gestern hast du mir X gesagt und hier steht nicht-x. kannst du mir diesen Unterschied erklären?"Nun z.B. auch - nur, wenn ich dann aufgrund unserer Umstrukturierungen eine Leistungsbeurteilung anfordere, bekomme ich haargenau schriftlich fixiert die gegenteilige Rückmeldung von haargenau der gleichen Person. Auf einmal passt nichts mehr. Wie soll ich da wissen, wo ich stehe?
- oder es sein lassen, wenn's nicht so wichtig ist.
Die meisten Menschen sind nicht so subtil, um gezielt Verwirrung zu stiften. Das tägliche Schwanken der Laune und eine gewisse Doofheit würde ich eher annehmen.Bei mir löst sowas eher Verwirrung und Demotivation aus...
gruss, barbara
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Thema: paradoxe Wirkung von Lob
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23.07.2015, 10:17
AW: paradoxe Wirkung von Lob
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23.07.2015, 18:46Inaktiver User
AW: paradoxe Wirkung von Lob
Da wird ja nicht darauf eingegangen, das ist angeblich ja nur, weil man gute Bewertungen nicht aufschreibt.Wenn es dir wichtig ist, mit nachfragen? "Gestern hast du mir X gesagt und hier steht nicht-x. kannst du mir diesen Unterschied erklären?"
Aber alles ist ja soooo positiv - ich fühle mich da sehr veräppelt...ehrlich gesagt.
Das macht alles nur noch viel schlimmer.
Mir wäre es wirklich lieber, wenn man mir sagt, was ich falsch mache, als dass ich solche nichtssagende Rückmeldungen bei Nachfragen erhalte...
Und das brauch ich nicht sagen, weil sonst habe ich meinen Job los. Und woanders schauen, benötigt auch mehrere Jahre bis ich unterkomme...Geändert von Inaktiver User (23.07.2015 um 18:56 Uhr)
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24.07.2015, 09:18Inaktiver User
AW: paradoxe Wirkung von Lob
@Bonny_Lass das war überhaupt nicht am Thema vorbei - eher im Gegenteil.
Und Lob heißt für mich auch nicht vollkommen, sondern eigentlich je nachdem, wer es austeilt und wie es gemeint ist, nett gemeint oder eben auch nicht - das ist ne subjektive Erfassung aus Sicht einer anderen Person - mehr nicht. Ich lege da nicht wirklich viel Wert drauf.
Vielleicht habe ich tatsächlich einfach zu hohe Ansprüche und die meinen das alles wirklich sogar nett, auch wenn ich es eher als negative Rückmeldung auffasse. Ich muss mich wahrscheinlich wirklich langsam mal dort zusammenreißen, weil man mir meine Unzufriedenheit langsam anmerkt und die überhaupt nicht verstehen warum, weil es gibt ja nur positives über mich und die glauben wahrscheinlich sogar, dass ich woanders auch was bekommen würde und das ist evtl. sogar gerade deshalb auch nett gemeint alles -
nur ich fühl mich ein wenig merkwürdig, weil ich weiß, dass ich kaum Chancen habe und ich diejenige bin, die am ehesten gefährdet ist, wenn einer gehen muss (Sozialauswahl, etc.) und die sich z.B. auch manche Sachen nicht mehr leisten kann... wenn ich mir überspitzt gesagt anhöre, dass ich mit dem "Taschenrechner 3+5" zusammenzählen kann und das ganz toll gemacht habe, trägt das eher zu meinen Existenzängsten bei, statt sie zu beruhigen. Weil das im Umkehrschluss für mich bedeutet, dass ich nicht "Kopfrechnen" kann und es daher schon eine Leistung ist
Vielleicht sollte ich einfach mehr jammern, damit auch auffällt, dass ich viel mache. Aber ich find das alles was wir tun, subjektiv nicht viel, wieso sollte ich da jammern. Und selbst wenn wir viel zu tun haben, so ist es nun mal beim arbeiten.
Im engen Freundeskreis versteht mich auch keiner. Jeder fragt mich was ich eigentlich habe, weil es läuft doch alles toll. Ich hab manchmal den Eindruck, dass es evtl. besser ist solche Dinge mit sich selbst auszumachen, anstatt das mit anderen zu teilen. Es wird irgendwie falsch verstanden, so wie ich das alles wahrscheinlich auch falsch verstehe. Wenn ich Vorschläge höre, dann hab ich die auch durchdacht, aber keiner versteht das und das wirkt dann so, als sei ich ratschlagverweigernd.
Manchmal fühle ich mich daher wie ein Alien - als würde ich eine andere Sprache sprechen und so sehr ich mich auch bemühe mich anzupassen - ich schaff es nicht bzw. passe ich mich an, fühle ich mich unausgeglichen, weil ich gerne etwas beitragen möchte. Und wenn ich es so mache, wie bisher, bekomme ich dann nur einfach alles, was keiner will - was eigentlich jeder selbst machen könnte. Und das ist auch frustrierend.
Ich habe mir eine Lobsprache angeeignet, weil ich anfangs in der Berufswelt tatsächlich Schwierigkeiten mit Rückmeldungen hatte. Inzwischen klappt das automatisiert ganz gut - und auch an die Personen individuell angepasst. Kann keiner ne Email schreiben, find ich das super, wenn er es probiert hat.Was gibst Du denn selbst für Rückmeldungen, wenn Dir gute Arbeit anderer auffällt?
Kannst Du sonst gut "nehmen"?
Ich mag Geschenke auch nicht so gern - weiß es aber zu schätzen und nehme es dann aus Höflichkeit an, bedanke mich und bin dann auch gerührt - nur wenn es z.B. jede Woche was ist, dann setze ich da auch Grenzen und nehme es nicht an oder schenke zurück.
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24.07.2015, 09:49
AW: paradoxe Wirkung von Lob
Das kann gut sein. Deine Wahrnehmung problemorientiert Aufgaben zu übernehmen ist geschärfter als die deiner Mitarbeiter. Deine genetische Veranlagung (gepaarte dominierende Eigenschaften beider Eltern) macht es dir leicht, die Arbeiten zu übernehmen, du hast keine Schwellenangst bzw. du bist mit vollem Einsatz dabei. Das kann bei Mitarbeitern - und erst recht beim Chef, wenn er dadurch auch noch zu mehr herausgefordert wird - durchaus als Übereifer und Streberei ankommen. Sie erkennen zwar unterschwellig dein Potential, aber sie sie sind nicht bereit, sich damit auseinanderzusetzen und kanzeln das als eine Art Überheblichkeit ab, weil sie wie @Bony_Lass schreibt, selbst nicht so hinter dem "Gesamtprodukt" stehen.
Enthusiasmus beim Einzelnen wird gerade im ÖD nicht so besonders gern gesehen, da ist oft die gleichförmige Masse gefragt.
Für dich ist das Normalität und keine besondere Anstrengung wert. Für deine Kollegen stellen manche deiner Aktivitäten aber eine Herausforderung dar. Dann delegieren sie gern an dich und loben hinterher, nur, um nicht weiter damit zu tun zu haben.
Ich bin eine Frau der Tat und nicht des ewigen Diskutierens und weiß aus eigener Erfahrung, dass Aufrufe, aktiv zu werden und anzupacken, gern als Störung empfunden werden oder als Arroganz der Besserwisserei.
Hilft nur, sich zurückzunehmen, aber das fällt schwer, kann ich gut nachvollziehen.Geändert von rotlilie (24.07.2015 um 09:59 Uhr)
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24.07.2015, 14:18
AW: paradoxe Wirkung von Lob
Man kann es gar nicht oft genug sagen:
Es gibt Dinge, die einem selbst lächerlich leicht fallen, für Andere aber ein schier unlösbares Problem darstellen.
Und es gibt Menschen, die alles, worauf sie keinen Bock haben, zu einem unlösbaren Problem hochstilisieren, damit's bloß ein Anderer macht. Den loben die dann, damit der sich gut fühlt und es das nächste Mal wieder macht.
Ich nenne das "Jemand ist zum Opfer seines Erfolges geworden."
Das muss man unterscheiden lernen.
Dann ist es auch einfach, falsches von richtigem Lob zu unterscheiden.
Dass falsches Lob demotiviert, ist erziehungswissenschaftlich und psychologisch belegt und normal.
Problem ist, dass die meisten Vorgesetzten nicht in der Lage sind, Mitarbeiter zu motivieren.
"Nicht geschimpft ist genug gelobt." ist die Regel und das Maximum, was die meisten hinkriegen, ist, die Mitarbeiter nicht zu demotivieren.
Selbiges gilt auch für Kollegen, nur meinen die meistens, das wäre ok so, weil sie das ja auch nicht "können müssen".
Helfen tut da:
Überprüfe Deine eigenen Ansprüche - sind sie der Sache dienlich oder nur "Dein Zuckerli"?
Wenn es der Sache vollkommen genügt, wenn Du 75% leistest, leiste eben nur 75%.
Du hast ja immer noch die Chance, gelegentlich zu "zaubern", indem Du 85% oder 95% bringst.
Und eine Frage zu Drübernachdenken:
Wie lobst Du selbst und wofür?
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28.07.2015, 18:52Inaktiver User
AW: paradoxe Wirkung von Lob
Danke für deine Antwort Kistenkumpel.
Dein Vorschlag mit den 75% ist gut - ich denke ich muss einfach mit den "Fähigkeiten" "sparsamer haushalten"
Ich denke es kommt auch eher bei Lob aufs Gesamtbild an. Im Moment erlebe ich auch gerade den extremen Unterschied zwischen Lob, das ich annehmen kann (weil ehrliche Person - sagt auch Dinge, die mich nichts angehen oder vergreift sich mal im Ton, etc.) und Lob, das evtl. sogar auch ernst gemeint ist, aber wegen der eigenen Art/Einstellung dann trotzdem nur Worte bleiben, z.B.wenn alles ganz super ist, dann aber die Jahresbewertung kommt und es da plötzlich schriftlich viel mehr auzusetzen gibt - vorher war nur alles ausgezeichnet. Und da spüre ich eben nen großen Widerspruch. Und genau das demotiviert mich. Es würde mich weniger demotivieren, wenn ich vorher nicht die ganze Zeit super, toll, ausgezeichnet gehört hätte.
Beruflich lobe ich viel - habe mir eine Lobsprache angeeignet, aber auch schon individuell. Privat wenn mich was begeistert, das können auch "für andere Kleinigkeiten sein" - aber wenns es mich z.B. entlastet und die Person immer zu mir gekommen ist, kann das alles sein, aber ich finds toll, dass ich nicht "gebraucht" werde.



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