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  1. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Ich befürchte sogar, dass das von den Kollegen Ernst und nett gemeint ist. Ich glaub die schätzen wirklich meine "Fähigkeiten".

    Aber ich habe ein Problem damit, dass das von ihnen als selbstverständlich gesehen wird. Obwohl ich vieles selbst als selbstverständlich sehe. Ich finde die meisten Sachen sind ein Ding von Übung und Zeit. Mehr nicht. Daher kann vieles jeder, wenn er sich nur mal damit befasst. Deshalb spring ich grundsätzlich auch nicht vor Freude in die Luft, wenn einer glaubt, ich kann das jetzt besonders gut und daher soll ich das machen. Anfangs schon, inzwischen sehe ich das jedoch kritischer...

    Einerseits bin ich schon froh, wenn es sich um ne Aufgabe handelt die ich kann und manchmal habe ich auch dne Eindruck, dass ich das wirklich am besten kann (aber nicht weil ich so talentiert bin, sondern wegen Zeit, Übung etc.) Deshalb möchte ich trotzdem nicht das Dauerabo gebucht haben.

    Daher bin ich gerade dabei manche Sachen bewusst den anderen zurückzuspielen.

    Privat hatte ich das auch ne Weile mit manchen Leuten so. Inzwischen klappt das da auch so gut. Jetzt hat es sich halt auf die Arbeit verlagert...


    Kopfkino ist ne gute Idee - vor allem, auch bewusster reagieren und nicht immer automatisch, nur weil ich viel zu tun habe...

    Ich bin nicht nur selbstkritisch, sondern mit anderen bin ich genauso kritisch - nur äußere ich das nicht immer. Daher fällts mir auch schwer so n Maß zu finden, was ok ist und war überhaupt nicht mehr geht.
    Geändert von Inaktiver User (15.07.2015 um 06:56 Uhr)

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    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Naja, wir haben auch so Kollegen, die alles schneller und besser können (bzw. sich das einbilden). Obwohl sie´s nicht direkt sagen, merkt man die Einstellung irgendwie. Wenn ich was mache, kommt dann schon mal die Frage: "Aha, warum hast du das so gemacht und nicht so und so?" - so gaaanz ruhig, verständnisvoll, als redet man mit einem kleinen Kind... Da geht's auch um Dinge, die eigentlich jeder kann. Aber betreffende Kollegen sind halt der Meinung, sie können´s besser - naja, dann sollen sie´s doch lieber selber machen...

    Kommt eben immer darauf an, wie es bei den Kollegen ankommt. Kritik an Kollegen kommt nie gut. Vielleicht kommt deine Art einfach falsch an bei den Kollegen?

    Ansonsten gibt es eben Menschen, die sehr geschickt darin sind, unliebsame Aufgaben weg zu delegieren. So ne Kollegin habe ich auch´, "Ach marylin, machst du das? Du weißst doch, ich kann das nicht!" Nee, mach ich nicht. Wenn sie´s nicht kann, kann sie eben den Job nicht machen. fertig. Sag ich ihr natürlich nicht ins Gesicht... aber dem Abteilungsleiter, der letztendlich die Aufgaben verteilt...

    Wenn mich jemand wegen simpler Aufgabenerfüllung lobt, würde ich mich aber auch veralbert vorkommen!
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  3. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Hallo marylin,
    danke für deine Antwort.

    Hm, ich würde sagen, dass ich eher behaupte, dass ich etwas nicht kann, als dass ich das alleinige Wissen über alles verfüge.

    Es ist vermutlich schon eher ein unbewusstes Delegationsproblem, das ich unterstütze, weil ich es gerne (nicht am besten) mache und man das merkt. Aber irgendwann wird es mir dann auch zu viel. Gute Leistung ist bei uns in der neuen Abteilung auch sehr relativ - genau das führt bei mir zum Aufstoßen bei Lob.

    Wenn ich z,B. für die Vollständigkeit meiner Unterlagen gelobt werde und gleichzeitg mitbekomme, wie egal das eigentlich ist, weil ich z.B. teils unvollständige, herauskopierte Unterlagen erhalte und die auch so offiziell herausgegangen sind, dann fühle ich mich tatsächlich veralbert.

    Und damit meine ich nicht, dass da evtl. was vergessen wurde - das passiert jedem, man kann ja nicht alles wissen. Ich auch nicht. Und oft verändert sich ja einiges.
    Ich meinte damit, dass das Herauskopierte dann noch die Hyperlinks enthält, die falschen Namen der Personen, etc. Ich habe mir manchmal gedacht, dass ich doch ein paar Fehler einfügen könnte, damit mal auffällt, wie sowas wirkt. Aber inzwischen glaube ich, das ist so irrelevant. Das würde nichts ändern. Ich könnte machen was mich möchte und es wäre immer noch toll. Denn es geht ja so heraus.

  4. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    mir fällt dazu ein, dass lob ja auch eine art von distanzierung sein kann - jemandem sagen, dass er seine sache toll macht, heißt auch, mich nicht weiter damit auseinandersetzen zu müssen.

    ich könnte also jemanden loben, ohne wirklich gut zu finden, was er macht, weil ich z.b. seinen eifer übertrieben finde oder denke, er legt zu viel wert auf kleinigkeiten. aber das diskutiere ich lieber nicht, weil ich gar keine lust habe, mich damit zu befassen. für mich ist nur klar, dass ICH so nicht arbeiten will... oder kann. mit dem lob halte ich mir das vom hals...

    (ich hatte mal einen lebensabschnittsgefährten, der sich mit "du bist so klug und hast ja so recht"-loben lästige beziehungsdiskussionen vom hals hielt )

    - für was würdest du denn gerne gelobt werden, worüber würdest du dich wirklich freuen, sahnedrops?

  5. User Info Menu

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Nun, vollständige korrekte Unterlagen sollten natürlich einfach selbstverständlich sein. Und "egal" ist das ganz sicher nicht. Ich weis ja nicht, wer eure Kunden/Geschäftspartner sind, aber wenn ich mehrfach so schluderige Unterlagen bekomme, dann bearbeite ich diese einfach nicht. Falscher Name? Ist nicht für mich. Mach ich nicht. Mail mit falschen Links? Geht zurück mit Fragezeichen. Es ist eine Frage der Wertschätzung dem Geschäftspartner gegenüber.

    Auf die Ansage: Ich kann das nicht so gut, wie du" gibt's jetzt häufiger die Antwort: "Google ist dein Freund!"

    Aber vielleicht meinen deine Kollegen das Lob auch einfach ernst - vielleicht fallen denen wirklich viele Dinger schwer (auch wenn man sich´s nicht vorstellen kann). Wenn ich sehe, wie sich manche Kollegen mit den einfachsten Dingen rumplagen, frage ich mich auch manchmal, wie die zu ihrem Job gekommen sind.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  6. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    mir fällt dazu ein, dass lob ja auch eine art von distanzierung sein kann - jemandem sagen, dass er seine sache toll macht, heißt auch, mich nicht weiter damit auseinandersetzen zu müssen.

    ich könnte also jemanden loben, ohne wirklich gut zu finden, was er macht, weil ich z.b. seinen eifer übertrieben finde oder denke, er legt zu viel wert auf kleinigkeiten. aber das diskutiere ich lieber nicht, weil ich gar keine lust habe, mich damit zu befassen. für mich ist nur klar, dass ICH so nicht arbeiten will... oder kann. mit dem lob halte ich mir das vom hals...
    Das finde ich sehr interessant und das kann ich mir ehrlich gesagt z.B. bei meinem chef gut vorstellen. Er ist ziemlich genervt von meinem Eifer und findet auch viel von mir übertrieben, trotzdem kommt da häufig Lob - obwohl er jemand ist, der kaum mal was toll findet - und wenn ich dann sehe was sonst so durchgeht, wäre das tatsächlich ne gute Begründung für alles. Es kommt auch entweder Lob oder die Äußerung, dass ich nerve...

    Ich hätte lieber gar kein Lob als eines um mich vom Hals zu schaffen.
    Wenns authentisch rüber kommt, ist alles nett.

    @marylin: Wir sind öffentlicher Dienst, aber auch da empfinde ich es als wenig wertschätzend...

    Die Antwort habe ich mir lustigerweise schon angewöhnt - das kommt nicht so gut an :)

    Vielleicht bin ich aber tatsächlich ein richtig unangenehmer Kollege/Mitarbeiter, weil ich wirklich manchmal sehr eifrig und pingelig bin - zumindest bei den Aufgaben, die ich erhalte...obwohl ich mich jetzt nicht für besonders gut halte, oder für jemanden der alles kann, mir fehlt ja oft das Wissen selbst und ich muss mich erstmal einleisen....ich habe schon manchmal den Eindruck ich bin ein Querulant dort, weil ich viele Vorschläge bringe und die umsetzen möchte....

  7. User Info Menu

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Normalfall höre ich einfach auf alles, was gejammert wird und dann arbeite ich etwas aus, weil ich gern weiter arbeiten würde. Jeder sagt ja schon die Lösung...und in Kombination sind die alle recht gut. Daher mach ich eigentlich auch gar nichts großartiges, außer das dann zusammenzuschreiben, weil alle Recht haben und wir dann endlich weiter arbeiten können und nicht gegeneinander reden.
    .
    das ist aber doch eine echte Qualität! Die hat bei weitem nicht jeder.

    Nur weil einem was selbst leicht fällt, heisst das nicht automatisch, dass das nichts besonderes ist - sondern es heisst sehr oft einfach, dass einem das liegt. Für andere kann das die Hölle auf Erden sein, wenn die das machen müssten.

    so auch beim Beispiel fingerfood. Für dich mag das einfach sein, das jeder kann. Kann aber nicht jeder, denn auch dafür brauchts Organisation und Koordination und Entscheidungsfähigkeit. Und glaub mir, das hat auch bei einer solch "banalen" Geschichte schon nicht jeder.

    Vielleicht schätzt du deine Fähigkeiten selbst zu wenig und kannst deshalb Lobs nicht annehmen? ich würds auch gar nicht so hinterfragen, ob die dich nur wegloben wollen oder loben, weil sie dir mehr aufhäufen wollen, sondern ich würds einfach annehmen und meine Dinge weiter machen. (Also sich davon auch zu nichts verpflichten lassen).

    Echtes feedback hole ich mir lieber von Vorgesetzten und sage dann aber auch, um was es mir konkret geht. Aber das hängt vermutlich sehr von Branche und Firmenstruktur ab, ob und in welchem Rahmen das möglich ist.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. Inaktiver User

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Na ich weiß ja, dass du Recht hast und man sich sowieso niemals über Rückmeldung alleine definieren sollte.

    Nur Rückmeldungen - beruflich - die ich erhalte, sind eben immer sehr widersprüchlich. Ich höre immer wieder, in meinen bisherigen Stellen, Abteilungen das gleiche Lob - bestimmte Dinge wird mir gesagt, kann ich angeblich besonders gut. Ich fühle mich dabei immer unwohl, weil ich die gar nicht so toll empfinde. Und manchmal bilde ich mir dann ein, da wäre doch was dran.

    Nun z.B. auch - nur, wenn ich dann aufgrund unserer Umstrukturierungen eine Leistungsbeurteilung anfordere, bekomme ich haargenau schriftlich fixiert die gegenteilige Rückmeldung von haargenau der gleichen Person. Auf einmal passt nichts mehr. Wie soll ich da wissen, wo ich stehe?

    Ich bin vielleicht auch einfach zu inkompetent um mir meiner Inkompetenz bewusst zu sein. Aber warum dann vorhergehende positive Rückmeldung - nur damit ich die Aufgaben erledige? Oder ist mündlich - schriftlich so ein großer Unterschied, nicht dass ich noch was fordere...oder damit ich mich weiterhin anstrenge...

    Bei mir löst sowas eher Verwirrung und Demotivation aus...

  9. User Info Menu

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    danke für deine Frage. Die klingt so einfach und ist doch sehr schwer. Eine, die mich nicht wie ein Lakai fühlen lässt
    Was gibst Du denn selbst für Rückmeldungen, wenn Dir gute Arbeit anderer auffällt?

    Kannst Du sonst gut "nehmen"?

  10. User Info Menu

    AW: paradoxe Wirkung von Lob

    Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstanden habe, aber ich war auch mal in so einer ähnlichen Situation, denke ich:

    Nach dem Studium habe ich bei einem mittelständischen Unternehmen angefangen und bin da in ein Team reingekommen, das schon lange zusammen arbeitete. Da ich meinen Beruf liebe, interessiere ich mich auch für Neuerungen in dem Bereich und lese sehr viel und tausche mich bei einer Art Stammtisch mit anderen aus. Ich habe dann mal vorsichtig ein paar Vorschläge gemacht und Prozesse ausgearbeitet, wie man unsere Arbeit im Team effizienter gestalten könnte. Meine Vorschläge waren nicht sonderlich kreativ, eigentlich eher Dinge, die ich während meines Studiums in diversen Praktika bereits in anderen Unternehmen beobachtet hatte und die eigentlich so, naja, Standard, sind. Und, schwupps, war ich plötzlich dafür zuständig, das Team umzustrukturieren und neu aufzustellen. Alle waren super begeistert von meinen Ideen, wie innovativ die doch seien. Und ich dachte die ganze Zeit: "Hä? Aber sowas ist doch selbstverständlich! Das muss man doch wissen!" Und kam mir auch ein wenig veräppelt vor.

    Nach und nach habe ich aber erkannt, dass die alle gar nicht so hinter ihrem Beruf standen und sich dafür nicht so begeistern konnten wie ich und ich verstand, dass die wirklich nicht auf die Ideen gekommen sind, weil die einfach so eingefahren waren in ihren eigenen Strukturen, dass eine Sicht aus einer anderen Perspektive gar nicht mehr möglich war. Oder sie waren nicht in der Lage, Innovationen auf ihre eigene Situation zuzuschneiden. Da kamen dann immer Sachen wie "Ja, aber das ist doch eine völlig andere Branche, dazu fehlen uns die Voraussetzungen etc." und ich war dann immer diejenige, die sagte: "Aber das macht doch nichts, dann nehmen wir nur den und den Aspekt heraus und schon passt es wieder." oder "100% kann man eh nichts adaptieren, da müssen wir schon erstmal schauen, wo wir stehen und dann findet sich ein Weg." und so war es meistens. Und dann begann ich auch, das Lob und die Begeisterung für Neuerungen zu schätzen und freute mich auch über Lob, weil es tatsächlich ehrlich gemeint war.

    Aber ich habe nie angefangen, zu denken, meine Arbeit sei perfekt. Ich sehe immer Luft nach oben. Wie schlimm wäre es auch, wenn man perfekt wäre? Dann gäbe es ja keinen Grund mehr, sich anzustrengen. Und dann gäbe es auch keine innovativen Ideen mehr.
    Lob heißt für mich, zu wissen, ob und dass man auf dem richtigen Weg ist, aber niemals, dass meine Arbeit vollkommen ist. Denn was dir Lob einbringt und bei deinen Kollegen für Begeisterungsstürme sorgt, kann in einem anderen Unternehmen Standard und nicht einmal ein Lächeln wert sein.

    Sooo, das war jetzt viel und vermutlich völlig am Thema vorbei

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