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  1. Inaktiver User

    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Vorstellung, Freunde immer dann zu brauchen, wenn man gerade mit sich selbst (oder seinem Partner) nichts anfangen kann, ist keine gute Vorstellung.
    Es ist eine anspruchsvolle Vorstellung. Und vielleicht sogar ein etwas egoistische.
    @Phaden: Ehrlich gesagt sehe ich da nicht so grosse Schwierigkeiten, aber es setzt halt voraus, dass man sich mit Menschen umgibt, die ähnlich ticken.

    @Lollo_rosso: Ich denke auch, dass du dich von dem Gedanken lösen solltest, in jeder neuen Bekanntschaft gleich die neue beste Freundin zu sehen. Ich habe persönlich auch eher wenig enge Kontakte, habe aber dafür in meiner Sportgruppe wirklich nette Menschen getroffen. Mit denen tausche ich zwar selten wirklich Persönliches aus, aber gepflegter Smalltalk mit gelegentlichem Tiefgang in wöchentlichen Dosen finde ich einen ganz guten Kompromiss.Hast du denn auch so ein Netzwerk, was du im Moment vielleicht gar nicht so im Blick hast, aus dem sich aber nette Bekanntschaften ergeben können?

    Für mich ist wichtig, dass Freundschaften unkompliziert und nicht problemzentriert sind (ich bin nicht die Samariterin vom Dienst). Das ist leider nicht so einfach zu finden, aber andererseits genüge ich mir im Wesentlichen selbst und bin nicht auf andere Leute angewiesen. Wenn du meistens alleine oder mit deinem Partner ganz zufrieden bist, ist das doch super. Du brauchst dann vielleicht auch niemanden so dringend. Sieh das doch positiv.

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    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Lollo_Rosso Beitrag anzeigen
    Klar ist: Sie wollte damals alles in Schutt und Asche legen, was ja auch gelang. Sie wollte verletzten, was ebenfalls gelang. Man hatte mich Jahre zuvor vor ihr gewarnt, aber ich fand sie super.
    Und dieses Verkennen ihres Wesens und ihrer Gedankengänge hat mir ziemliche Angst eingejagt. Ich habe mich gefragt, bei wie vielen Leuten vielleicht noch so ein destruktiver doppelter Boden in der Beziehung mitschwingt.
    Ja, das ist verständlich, dass du jetzt skeptisch bist - aber eine Beziehung, die nicht sofort den ultimativen Tiefgang hat und eine Freundschaft, in der man sich nicht absolut ALLES anvertraut, muss deswegen keine schlechtere sein.
    Das ist eben nur anders.

    Ich habe Zeit meines Lebens auch immer mal Erfahrungen gemacht, die sich danach auf die Beziehungen, die ich pflege, auswirkten.
    Vor nicht allzu vielen Jahren habe ich gerade (wieder mal) entdeckt, das Wesen eines Geheimnisses ist "Fresse halten". Denn wenn man einer Freundin viel von sich anvertraut und die Freundschaft geht dann zu Bruch, das ist ganz unangenehm. Selbst wenn die Betreffende das letztlich nichtmal mißbraucht. Allein das Wissen, das sie könnte, macht mir zu schaffen.

    Ergo erzähle ich bestimmte Dinge seither wirklich niemandem. Das tut meinen guten Freundschaften aber keinerlei Abbruch. War halt' mal wieder ein Lehrstück für mich.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  3. Inaktiver User

    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Lollo_Rosso Beitrag anzeigen
    ist die Frage, wie viel man von sich zeigen sollte
    Das hängt von deiner Verfassung ab und von der anderen Person. Eine, die von sich kaum was preisgibt, würde ich nicht dazu einladen, an dem was mich tiefer beschäftigt, teilzuhaben. Und auch niemand, den ich erst kurz kenne.
    Du wartest so lange ab, bis du Vertrauen gefasst hast.

  4. Inaktiver User

    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Lollo_Rosso Beitrag anzeigen
    (...) ist die Frage, wie viel man von sich zeigen sollte (...).
    Mit allen guten Freunden halte ich es so, dass ich alles von mir zeige.
    Was habe ich zu verbergen? Nichts.
    Wer Freunden etwas verbirgt, braucht keine Freunde.
    Wenn Du nicht authentisch sein kannst, dann wirst Du wissen weshalb. Und damit solltest Du Dich auseinandersetzen.
    Nicht mit den Schwächen Deiner Freunde.
    Das Leben hat keinen doppelten Boden, gegen was willst Du Dich absichern?
    Frage Dich, ob jemand Dich als Freund haben möchte und nicht umgekehrt.

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    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit allen guten Freunden halte ich es so, dass ich alles von mir zeige.
    Was habe ich zu verbergen? Nichts.
    Wer Freunden etwas verbirgt, braucht keine Freunde.
    Ach, echt? Du hast absolut NICHTS in deinem Leben, was ganz und gar bei dir bleibt? Ich bin auch authentisch und ich selbst - Dinge, die ich sage, entsprechen dem, was ich wirklich denke - aber absolut ALLES von mir weiß nur allein ich selbst. Und das macht mich nicht zu einer schlechteren Freundin, glaube und hoffe ich.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

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    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    ALLES... das ist mir auch zuviel.
    Was soll das mit guter Freundin zu tun haben?
    Dazu muss man doch nicht alles, aber auch alles berichten, erzählen, durchkauen, beichten...
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    .
    Geändert von Hildegard_K (12.07.2015 um 22:48 Uhr)
    Offizielles Schneggla von Garfield_3k

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    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Hildegard_K Beitrag anzeigen
    Wenn ich z. B. richtig mies drauf bin, weiß wirklich niemand meine Authentizität, falls es sie gibt, zu schätzen, und ich bin umgekehrt auch nicht begeistert, wenn andere sie dann ungefiltert zeigen. Menschen sind mindestens eine 'Herausforderung', wenn sie richtig stinkig sind. Das hat was Verschlingendes. Wer braucht das wirklich? Wer möchte das mal bei mir sehen?
    Ich glaube zu wissen, was du meinst...aber denke unabhängig davon, wenn es mir richtig mistig geht und ich mich mit einem Problem 'rumschlage - dann sind meine Freundinnen quasi das Wichtigste, was ich habe. Weil, bei denen kann ich (z.B. im Gegensatz zu Kunden etc.) einfach ich selbst sein. Ich darf sagen, mir geht's scheiße. Ich darf fragen, was man an meiner Stelle mit der Situation jetzt täte.
    Im Nebenstrang über die knapp 18jährige planlose Tochter habe ich geschrieben, dass meine mit 18 zum Islam konvertiert ist und ein Kopftuch angezogen hat, um muslimische Hausfrau und Mutter zu werden. Keine Ahnung, wie ich diese Zeit ohne meine geduldig zuhörenden Freundinnen überstanden hätte.
    Zwei Jahre später, in der Tochter Fluchtnacht, haben wir uns nachts in einer dunklen Querstraße getroffen, meine beste Freundin adoptierte damals spontan den Kater der Tochter, den sie weder mitnehmen noch dalassen konnte...auf dem Rückweg nachts um halb vier heulte meine Freundin am Steuer Rotz und Wasser. Während ich stoisch auf dem Beifahrersitz aus dem Fenster starrte. Solche Episoden gingen und gehen nur allein mit dieser meiner besten Freundin. Den Kater hat sie heute noch, es ist unterdessen fünf Jahre her.
    Wir wissen, was uns verbindet, auch wenn wir uns zwischendurch mal eine Weile nicht hören, lesen, sehen. Und auch sie weiß nicht absolut alles von mir, ich von ihr auch nicht (glaube ich). Diesen Anspruch haben wir auch gar nicht.
    Aber wir wissen - es gibt uns - in guten wie in schlechten Zeiten.
    So eine Freundschaft, die unterdessen über ein Vierteljahrhundert andauert, ist nicht mit Gold aufzuwiegen.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  9. Inaktiver User

    AW: Angst vor und zugleich Bedürfnis nach Freundschaften

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Ach, echt? Du hast absolut NICHTS in deinem Leben, was ganz und gar bei dir bleibt?
    Doch, natürlich, alles, was ich zu verbergen haben.
    Und damit setze ich mich selbst auseinander. Ich verberge es nicht ohne Grund.
    Alles, was ich nicht zu verbergen habe, können meine Freunde wissen.

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