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  1. gesperrt

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    Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Hallo an alle Forumsmitglieder,

    ich habe mal eine Frage, die mich beschäftigt. Und zwar geht es um Wahrnehmungsunterschiede verschiedener Menschen und anscheinend um Mentalitätsunterschiede.

    Hier in D, habe ich das Gefühl, wird alles-aber wirklich fast alles-als Stalking und Verfolgung gedeutet. Woher kommt das? Ganz normale menschliche Verhaltensweisen werden hier sofort abgestempelt. Falls etwas nicht passt wird sofort in Modus-„ich muss meine Privatsphäre schützen“ umgeswitcht. Obwohl ja niemand in die Privatsphäre wollte

    Nehmer wir mal folgende Situation an. Man ist sehr lang in jemanden verliebt gewesen. Er ist verheiratet. Es gab vor ein paar Jahren eine Auseinandersetzung und der Kontakt wurde beendet. Plötzlich sieht man den Mann ohne Ehering, obwohl er ihn immer getragen hat.

    Man geht an seinem Haus vorbei-nicht extra, sondern auf dem Arbeits-/Heimweg. Und guckt, ob die beiden Namen (dessen und seiner Frau) an der Klingel noch stehen.

    Reine Neugierde. Aus Sicht vieler. Nichts da! Es reicht nur, einer „modernen deutschen Frau“ es zu erzählen. Sofort kommt das Kommentar-das ist Stalking. Punkt.

    Situation Nr. 2. Man arbeitet mit jemand zusammen, den man mag. Es passiert eine unangenehme Geschichte. Daraufhin möchte der Mann nicht aussagen und versucht die Situation auszusitzen und zu ignorieren. Er wird nervös, die Arbeitsatmosphäre unerträglich. Die Frau hält es aus, jeden Tag. Dann verlässt sie die Firma.

    Dann erfährt die Frau, dass der Mann in der Firma dafür bekannt sei. Für Geschichten mit Kolleginnen. Davor wusste sie nichts davon und hat sein Verhalten auf einmaligen Ausrutscher geschoben. Frau ist geschockt und schreibt ihm eine mail an seine private Mailadresse. Es war unerträglich, so eine Arbeitsatmosphäre. Kaum auszuhalten. Natürlich ist man dann richtig sauer.

    Reaktion der anderen-das ist Verfolgung.

    Wo ist hier bitte schön Verfolgung?

    Warum wird heutzutage der Weg des Schweigens und Aussitzens bevorzugt? Ich fühle mich schlecht, warum muss ich das Ganze schlucken? Und dann wundert man sich, dass es so viele Psychosen gibt. Ich fass es einfach nicht! Das macht mich irre und krank.

    Dieses ständige künstliche „Grenzen respektieren“, in sich Wut und Schmerz sammeln bis zum geht nicht mehr. Anstatt einmal alles zu sagen und gut ist.

    Stalking-Schubladen sind ganz schlimm. Man hat das Gefühl, alle sind paranoid geworden, was diese Sache angeht. Warum gibt es so etwas nicht in anderen Ländern, verdammt noch mal? Was ist mit Euch los?

  2. Inaktiver User

    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Ich habe noch nicht in anderen Ländern gelebt und kann das nicht beurteilen.

    P.S.: die Frau in Situation Nr. 1 und 2 bist jeweils Du?

  3. gesperrt

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Du wirfst recht viele Themen zusammen- die Frage ist, um was geht es
    dir wirklich?

    Sind das Handlungen von dir die so bewertet werden? Und werde sie in einem anderen Land unter einer anderen Mentalität anders bewertet?

  4. gesperrt

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Ja, ich bin es. Diese Handlungen würden im ersten Fall als Neugierde bewertet. Im zweiten-als Wunsch sich auszusagen nach so vielen Monaten. Denn das Ganze in sich zu sammeln und zu schweigen ist in erster Linie für die Frau (in diesem Fall) unerträglich.
    Man hat irgendwelche komischen Schubladen gebaut, in die man Menschen ständig steckt. Emotionen werden nicht zugelassen. Das ist so schrecklich. Meiner Meinung nach

  5. Inaktiver User

    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Ich weiß nicht, kommt es denn häufiger vor, dass Du mit Männern in "unangenehme Situationen" gerätst?

  6. gesperrt

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Es kommt also oft vor, dass die Situationen die du erlebst von anderen als Stalking wahrgenommen werden?

  7. gesperrt

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Nein, es kommt nicht häufig vor. Es geht hier nicht primär um Männer, sondern um die Interpretation der Verhaltensweise.

  8. gesperrt

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Sieht ihr, selbst hier kommt schon der leise unterschwellige Ton-aha, es kommt häufig vor usw.
    Was ist daran so schlimm, seine Emotionen zu zeigen, wenn man böse ist? Soll ich in mir es sammeln und schweigen, wie ich es acht Monate bei der Arbeit getan habe? Und dann eskaliert es irgendwann an der anderen Stelle? Oder soll ich mein ganzes Leben dann zum Psychotherapeuten gehen?

  9. VIP

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Zitat Zitat von fragenfragenfrau Beitrag anzeigen
    Hallo an alle Forumsmitglieder,

    ich habe mal eine Frage, die mich beschäftigt. Und zwar geht es um Wahrnehmungsunterschiede verschiedener Menschen und anscheinend um Mentalitätsunterschiede.

    Hier in D, habe ich das Gefühl, wird alles-aber wirklich fast alles-als Stalking und Verfolgung gedeutet. Woher kommt das? Ganz normale menschliche Verhaltensweisen werden hier sofort abgestempelt. Falls etwas nicht passt wird sofort in Modus-„ich muss meine Privatsphäre schützen“ umgeswitcht. Obwohl ja niemand in die Privatsphäre wollte
    Beim Thema Privatsphäre gibt es mit Sicherheit Mentalitätsunterschiede. Z. B. denkt die USA ganz anders über die Privatsphäre als Deutschland.

    Zitat Zitat von fragenfragenfrau Beitrag anzeigen
    Nehmer wir mal folgende Situation an. Man ist sehr lang in jemanden verliebt gewesen. Er ist verheiratet. Es gab vor ein paar Jahren eine Auseinandersetzung und der Kontakt wurde beendet. Plötzlich sieht man den Mann ohne Ehering, obwohl er ihn immer getragen hat.

    Man geht an seinem Haus vorbei-nicht extra, sondern auf dem Arbeits-/Heimweg. Und guckt, ob die beiden Namen (dessen und seiner Frau) an der Klingel noch stehen.

    Reine Neugierde. Aus Sicht vieler. Nichts da! Es reicht nur, einer „modernen deutschen Frau“ es zu erzählen. Sofort kommt das Kommentar-das ist Stalking. Punkt.
    Hm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Reaktion nach einem einmaligen auf die Klingel linsen kommt. Entweder liegt das Haus nicht auf deinem Arbeitsweg oder da war mehr.


    Zitat Zitat von fragenfragenfrau Beitrag anzeigen
    Situation Nr. 2. Man arbeitet mit jemand zusammen, den man mag. Es passiert eine unangenehme Geschichte. Daraufhin möchte der Mann nicht aussagen und versucht die Situation auszusitzen und zu ignorieren. Er wird nervös, die Arbeitsatmosphäre unerträglich. Die Frau hält es aus, jeden Tag. Dann verlässt sie die Firma.

    Dann erfährt die Frau, dass der Mann in der Firma dafür bekannt sei. Für Geschichten mit Kolleginnen. Davor wusste sie nichts davon und hat sein Verhalten auf einmaligen Ausrutscher geschoben. Frau ist geschockt und schreibt ihm eine mail an seine private Mailadresse. Es war unerträglich, so eine Arbeitsatmosphäre. Kaum auszuhalten. Natürlich ist man dann richtig sauer.
    Auch hier: wegen einer Email... kann ich kaum glauben. Andererseits, warum ist man nach so einer Geschichte und nach einiger Zeit (wie lange eigentlich) noch so sauer, dass man sofort eine Email schreiben muss und dann auch noch an die private Emailadresse? Wo man doch gar keinen Kontakt mehr hat?

    Ist der Mann verheiratet gewesen? Wenn ja, völlig klar, dass er dich auf diese Weise in die Schranken weisen muss. Schließlich könnte er sonst auffliegen und daran hat er ja kein Interesse.

    Zitat Zitat von fragenfragenfrau Beitrag anzeigen
    Reaktion der anderen-das ist Verfolgung.

    Wo ist hier bitte schön Verfolgung?
    Tja, wenn es sich um einmalige Situationen handelt ist es keine Verfolgung.

    Allerdings kenne ich Menschen, die Schwierigkeiten damit haben ein "Nein" zu akzeptieren und die verhalten sich dann auf eine Art und Weise, die ich als Verfolgung oder Nachstellen empfinde. Nein heißt Nein und das sollte niemand wiederholen müssen.

    Zitat Zitat von fragenfragenfrau Beitrag anzeigen
    Warum wird heutzutage der Weg des Schweigens und Aussitzens bevorzugt? Ich fühle mich schlecht, warum muss ich das Ganze schlucken? Und dann wundert man sich, dass es so viele Psychosen gibt. Ich fass es einfach nicht! Das macht mich irre und krank.

    Dieses ständige künstliche „Grenzen respektieren“, in sich Wut und Schmerz sammeln bis zum geht nicht mehr. Anstatt einmal alles zu sagen und gut ist.

    Stalking-Schubladen sind ganz schlimm. Man hat das Gefühl, alle sind paranoid geworden, was diese Sache angeht. Warum gibt es so etwas nicht in anderen Ländern, verdammt noch mal? Was ist mit Euch los?
    So etwas gibt es auch in anderen Ländern. Das ist kein deutsches Phänomen:

    Wie häufig ist Stalking?In einer US-amerikanischen Studie kommt man zu dem doch erschreckenden Ergebnis, dass 8% aller Frauen irgendwann in ihrem Leben einmal Opfer massiver(!) Stalking-Attacken geworden sind, also letztlich etwa jede Zehnte. Bei Männern findet sich das sehr viel seltener, nämlich in 2%. Werden aber auch leichtere Formen berücksichtigt, steigt naturgemäß das Vorkommen: Nun berichten bereits 24% der Frauen und 11% der Männer über wiederholte Belästigungen und Bedrohungen (oder leichter zu merken: jede vierte Frau und jeder zehnte Mann). Das ist alarmierend. Tendenz offenbar steigend.
    Der Stalking-Experte und Mitarbeiter der „Arbeitsgruppe Stalking“ der TU Darmstadt, der Psychologe Jens Hoffmann ist aufgrund der bisherigen Erkenntnisse in Deutschland (es existieren noch keine verlässlichen Werte hierzulande) der Meinung, dass sich diese Zahlen der USA auch auf deutsche Verhältnisse übertragen lassen. Das wären - um es noch einmal zu wiederholen - jede vierte Frau und jeder zehnte Mann...
    Stalking wird u. a. wie folgt, definiert:
    So wurde Stalking u. a. definiert als das „beabsichtigte, böswillige und wiederholte Verfolgen und Belästigen einer Person, das deren Sicherheit bedroht“. Das ist die Zusammenfassung der gesetzlichen Stalking-Definitionen, die beispielsweise in den USA auch noch von Staat zu Staat variieren. Die wichtigsten Verhaltensweisen dazu aber sind- - die aus wiederholter körperlicher Nähe (Verfolgen) und/oder fortwährenden Bedrohungen bestehen
    - - die mindestens zweimal vorgekommen sind
    - - die explizite wie auch implizite Drohungen mit einschließen (also ausdrücklich bzw. irgendwie einbegriffen, mitenthaltend)- - die gegen eine Person oder deren Familienmitglieder gerichtet sind und
    - - die bei dem Opfer und/oder dessen Familie starke Furcht hervorrufen (U.S. Departement of Justice 1998).
    Diese Definition leuchtet ein, muss aber nicht immer zutreffen, gibt J. Bettermann aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse zu bedenken: z. B. die Frage, ob der Täter überhaupt erfasst, welche Angst er beim Opfer auslöst. Und ob das „mindestens zweimal“ überhaupt von Bedeutung ist. Und wo liegt der Übergang zwischen Stalking und möglicherweise „nur“ lästigen (etymologisch von Belastung kommend) Verhaltensweisen? Hier spielt auch das subjektive Erleben der Opfer eine Rolle (fachlich als „Zielpersonen“ bezeichnet, wobei sich der eine rascher als der andere zum „Opfer“ erklären mag). So definieren sich Männer im Vergleich zu weiblichen Betroffenen seltener als Opfer.
    So gesehen schlagen die Wissenschaftlicher einen Kompromiss vor zwischen juristischem, kriminologischem, psychologischem und psychopathologischem (psychiatrische Krankheitslehre) Verständnis. Damit ist Stalking eine Verhaltensweise, die sich dadurch auszeichnet, dass sie
    --auf die Beeinträchtigung des Verhaltens einer anderen Person abzielt,
    --vom Geschädigten als unerwünscht oder belästigend wahrgenommen wird und

    --beim Geschädigten Angst, Sorge oder Panik auslöst (nach H.-G. Voß u. J. Hoffmann, 2002).
    Quelle

    Du kannst ja selbst mal dein Verhalten prüfen, ob dies Stalking entspricht. Wenn nicht kannst du dich entspannt zurück lehnen, wenn ja, solltest du dir Hilfe holen.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  10. gesperrt

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    AW: Verfolgungsparanoi. Allgemeine Frage

    Du kannst deine Emotionen zeigen, aber du wirst dich in einem rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmen bewegen müssen.

    Verlässt du diesen augenscheinlich oder fühlt sich jemand belästigt- sind deine Emotionen keine Ausrede mehr.

    Wenn dich eine Situation belastet gibt es auch andere Wege damit umzugehen

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