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Thema: Der Stachel..

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    AW: Der Stachel..

    Da ich eines von beiden Fächern studiert habe und darin arbeite kann ich nur abraten. Für mich ist es nicht vorstellbar das mit 3 kleinen Kindern zu wuppen, schon gar nicht die Assistentenzeit nach dem Studium.

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    AW: Der Stachel..

    Liebe TE, kann es sein, dass dir dein Berufsabschluss nicht hochwertig genug vorkommt? Erwartest du dir nach einem Medizinstudium mehr Anerkennung?
    Den Zahn kann ich dir ziehen...

    Solange du "nur" Assistenzarzt bist - und das wird eine Weile so bleiben, nämlich bis du dich zum Facharzt weiter qualifiziert hast - bist du auch nicht die angesehene Person mit eigener Entscheidungsfreiheit. Bis zum Oberarzt vergehen dann auch noch mal viele Jahre...

    Und meiner Erfahrung nach ist das Ansehen und der Respekt vor "den Göttern in Weiß" in den letzten Jahren rapide gesunken. Keiner läuft mehr die Straße entlang und zieht den Hut, wenn Herr Doktor vorbeikommt.
    Patienten sind kritischer geworden. Der Arzt ist heutzutage häufig nur noch Dienstleister, nicht mehr...

    Ich arbeite selbst in einer großen Klinik, keiner der "kleinen" Angestellten horcht respektvoll auf, wenn der Oberarzt zur Türe hereinkommt. "Moin, was gibt´s?" oder "Hallo, schön dass sie mal vorbeikommen, sie müssen dies und jenes endlich mal abarbeiten..." sind Sätze, die unsere Oberärzte zu hören kriegen. Übergroßer Respekt und Ehrfurcht? Gibt's nicht mehr, weder vom Patienten noch vom Personal - und das ist auch gut so...

    Warum schreibst du nicht deine Doktorarbeit in deinem Fach? Gerade mit naturwissenschaftlichem Studium kann man doch richtig durchstarten, z. B. in der Pharmaindustrie, selbständig, als CRO etc. ...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Der Stachel..

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Liebe TE, kann es sein, dass dir dein Berufsabschluss nicht hochwertig genug vorkommt? Erwartest du dir nach einem Medizinstudium mehr Anerkennung?
    Den Zahn kann ich dir ziehen...

    Solange du "nur" Assistenzarzt bist - und das wird eine Weile so bleiben, nämlich bis du dich zum Facharzt weiter qualifiziert hast - bist du auch nicht die angesehene Person mit eigener Entscheidungsfreiheit. Bis zum Oberarzt vergehen dann auch noch mal viele Jahre...

    Und meiner Erfahrung nach ist das Ansehen und der Respekt vor "den Göttern in Weiß" in den letzten Jahren rapide gesunken. Keiner läuft mehr die Straße entlang und zieht den Hut, wenn Herr Doktor vorbeikommt.
    Patienten sind kritischer geworden. Der Arzt ist heutzutage häufig nur noch Dienstleister, nicht mehr...

    Ich arbeite selbst in einer großen Klinik, keiner der "kleinen" Angestellten horcht respektvoll auf, wenn der Oberarzt zur Türe hereinkommt. "Moin, was gibt´s?" oder "Hallo, schön dass sie mal vorbeikommen, sie müssen dies und jenes endlich mal abarbeiten..." sind Sätze, die unsere Oberärzte zu hören kriegen. Übergroßer Respekt und Ehrfurcht? Gibt's nicht mehr, weder vom Patienten noch vom Personal - und das ist auch gut so...

    Warum schreibst du nicht deine Doktorarbeit in deinem Fach? Gerade mit naturwissenschaftlichem Studium kann man doch richtig durchstarten, z. B. in der Pharmaindustrie, selbständig, als CRO etc. ...
    Promoviert bin ich schon.
    Da ich das erste Kind währenddessen bekommen habe, hab ich auch Respekt, noch ein Studium anzuhängen, denke aber, schaffen könnten ich das schon. Wie Tatra sagt, die ersten praktischen Jahre sehe ich als größeres Problem.

    Pharmaindustrie, CRO- das mach ich, sehr gern sogar!
    Es ist gar nicht so sehr der Wunsch praktisch als Ärztin zu arbeiten ( obwohl ich die erwähnten Zweifel ob ich das kann heut nicht mehr (so) habe- hab ja auch die Zeit als Rettungssanitäter hinter mir. Da denk ich mir eher- ja, wäre auch gut gewesen. Hab ich halt anders entschieden, hat auch Vorteile. Da trauer ich auch nicht hinterher).

    Anerkennung- hm. Jein. Ein Gott in Weiß will und kann ich nicht sein.
    Aber ja, was mit reinspielt, ist dass ich eben "nur" Naturwissenschaftler bin. Ich habe immer einen Tier/Arzt über mir, mit dem ich nicht in einer Liga spiele, und zwar auch wenn es um mein Fachgebiet geht (wir arbeiten natürlich nicht direkt mit Oatienten, keine Frage, dass ich das nicht kann). Ich bin immer abhängig davon, welche Aufgaben mir der Kollege zutraut, das ist mal so, mal so.

    Es ist also schon die Frage nach der Perspektive. Ich kann ins Produkt/ Projektmanagement, reizt mich aber nicht. Ich möchte schon bei meinen wissenschaftlichen Bewertungen bleiben.
    So, und selbst wenn ich eine Glaskugel hätte und sicher wüsste, dass ich das irgendwann "auf Augenhöhe" arbeiten kann, würde mich das Studium/ das Lernen reizen (allerdings lerne ich generell einfach gerne) - die Lücken außerhalb meines Fachgebiets, die ich so gerne stopfen würde. Und eine Rolle spielt eine Art Versagensgefühl. Das Wort Versagen ist zu stark- ich meine dass die Angst, es nicht zu schaffen, einen so großen Anteil an der Entscheidung hatte.

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    AW: Der Stachel..

    Aber ja, was mit reinspielt, ist dass ich eben "nur" Naturwissenschaftler bin. Ich habe immer einen Tier/Arzt über mir, mit dem ich nicht in einer Liga spiele, und zwar auch wenn es um mein Fachgebiet geht (wir arbeiten natürlich nicht direkt mit Oatienten, keine Frage, dass ich das nicht kann). Ich bin immer abhängig davon, welche Aufgaben mir der Kollege zutraut, das ist mal so, mal so.
    ok - aber das, denke ich, ist nicht überall zwangsläufig so. Bei uns ist es beispielsweise so, dass niemand einem prom. Naturwissenschaftler "Anweisungen" erteilt, im Gegenteil, du darfst hier alles machen, was du dir zutraust... (im gesetzl. Rahmen natürlich) Da ist es eher das Problem, dass wir sagen "Nee, da ist mir die Verantwortung zu hoch, dafür werde ich auch nicht (gut genug) bezahlt..."

    Ich denke, es liegt sehr an den Leuten, mit denen du zusammenarbeitest. Bei uns ist es so, dass unsere Arbeit schon geschätzt wird... Ich denke, dass ist sehr wichtig...

    Ich meine, wenn es dich reizt, dann studier doch Medizin. Probiers doch einfach. Nur wird es auch für dich als Dr. med. immer noch einen geben, der "über" dir steht... Auch dann wird dir jemand nur die Arbeit zuweisen, die er dir zutraut... Aber ich sag mal so, es schadet ja nichts, wenn man noch mehr weis, von daher spricht doch nichts gegen ein Medizinstudium, wenn du es dir zutraust. Ich hätte allerdings 0 Bock auf die Assistenzzeit... Ich würde mich wirklich fragen: Für was??? Da würde ich mich eher selbständig machen, da bin ich Chef und muss keine Anweisungen befolgen...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  5. Inaktiver User

    AW: Der Stachel..

    Wenn Naturwissenschaftler und Ärzte zusammen arbeiten gibt es wohl überall dieses "Hierarchie-Problem"
    Und ja- irgendwie scheint es in den Köpfen der Menschen drin zu sein, dass der Humanmediziner dann doch "mehr" drauf hat......was ja der totale Quark ist.

    Ich erinnere mich an einen Biologen, der sich tourenmäßig über den Doktortitel des Arztes aufgeregt hat, weil dieser ihn während des Studiums nebenbei sozusagen gemacht hat (was dort total üblich ist) und das noch innerhalb eines halben Jahres (das Praktische- für das Zusammenschreiben hat es dann noch mal ein halbes Jahr gedauert)......tja aber alles kein Vergleich zu den 4 !! Jahren zum Doktorgrad zum Biologen und das durfte erst NACH dem Studium begonnen werden.
    Und alle zogen den Hut vor dem Arzt- Herr Doktor- und wenn der Biologe dann ankam....ich bin Dr. Meyer....die Leute "oh ein ARzt".........er dann: "nein ich bin Biologe" die Leute" oh........ah......" und die Abwertung war ihnen durchaus anzusehen.....

    Ich kann diesen "Makel" durchaus verstehen und wie sehr man darunter auch leiden kann.
    Aber das wird sich nicht ändern außer man gehört zu dieser Liga......aber dann muss man auch das studieren.

    Allerdings geht dann dieses Geharke halt in den internen Reihen weiter.......wie schon geschrieben wurde, gibts immer einen drüber......

    Da sollte man sich schon lieber mit seinem Selbstwertgefühl befassen...denk ich mal so

    lg kenzia

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    AW: Der Stachel..

    Du hast einen Mann, zwei Kinder, einen Haushalt UND planst ein drittes Kind. Wenn das auf der Welt ist, wirst du keine Zeit haben "nebenbei" Medizin zu studieren. Never.
    Gruss
    Meagan

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    AW: Der Stachel..

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    ok - aber das, denke ich, ist nicht überall zwangsläufig so.

    Meinst Du? Bei uns ist tatsächlich per internen Regulierung ein gläserne Decke eingezogen, allerdings hab ich bislang nicht das Gefühl gehabt, dass es woanders sehr viel besser ist. Und mir begegnen sehr oft Leute, die erst Naturwissenschaft und dann noch Medizin gemacht haben.

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Da ist es eher das Problem, dass wir sagen "Nee, da ist mir die Verantwortung zu hoch, dafür werde ich auch nicht (gut genug) bezahlt..."
    Mir ist die Verantwortung zu hoch, da einen Zickenkrieg vom Zaun zu brechen. Die Arbeit muss so gut gemacht werden wie möglich- für meinen Stachel bin ich selbst zuständig.

    Aber es ist ja nie so, dass einer alleine irgendwas macht. Manchmal sagt einer: Frau Muse, schreiben Sie mir ihre Bewertung, und schicken Sies zur Diskusssion an x y und z. Oder am x setzen wir uns dann zusammen.
    Und der nächste sagt: nä, diese Bewertung schreiben darf ja nur ein Arzt, suchen Sie mir doch mal die Zahlen und machen eine Literatursuche zu x, und legen mir die Artikel zum Aussuchen auf den Tisch.

    Ich glaub nicht, dass ich ein generelles Hierachieproblem hab. Ich bin auch wirklich nicht anfällig für Zickereien. Mit vielen Ärzten arbeite ich total gerne zusammen! Ich denke, dass mich das halt deshalb trifft, weil ich da ohnehin den Stachel hab.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber das wird sich nicht ändern außer man gehört zu dieser Liga......aber dann muss man auch das studieren.
    Ja, sag ich doch. Ich hätte ja sogar Lust dazu

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Da sollte man sich schon lieber mit seinem Selbstwertgefühl befassen...denk ich mal so

    lg kenzia
    Ja, wir sind ja auch in Persönlichkeit und nicht in Uni und Studium. Den Stachel zu verstehen wär auf jeden Fall gut.


    Zitat Zitat von Meagan Beitrag anzeigen
    Du hast einen Mann, zwei Kinder, einen Haushalt UND planst ein drittes Kind. Wenn das auf der Welt ist, wirst du keine Zeit haben "nebenbei" Medizin zu studieren. Never.
    Das hab ich schon sehr oft gehört (in meiner bisherigen Laufbahn). Den Mann in der Aufzählung find ich interessant- so als wäre der eine zusätzliche Be- statt Entlastung.
    Geändert von Hampelmuse (09.07.2015 um 16:38 Uhr)

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    AW: Der Stachel..

    Zitat Zitat von Hampelmuse Beitrag anzeigen
    Ja, wir sind ja auch in Persönlichkeit und nicht in Uni und Studium. Den Stachel zu verstehen wär auf jeden Fall gut.
    Ehrlich gesagt, würde ich gar nicht zu sehr versuchen, es zu analysieren und überzuinterpretieren. Es ist ein Wunsch von dir, ein Lebenstraum. Den einen mit Familie hast du dir laut eigener Aussage ja bereits erfüllt, nun hast du Zeit für den nächsten :)

    Es klingt doch alles sehr ideal, zumal du eine recht solide Basis in privater, sowie akademischer Hinsicht hast.

    Ich würde den Stachel einfach ziehen.

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    AW: Der Stachel..

    Sojourner, Deine Antwort gefällt mir :)

    Marilyn- Hast Du denn konkrete Vorstellungen vom sich selbstständig machen? Das stell ich mir auch nicht so leicht vor. Vielleicht sogar riskanter.

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    AW: Der Stachel..

    Du brauchst halt einen Facharzttitel , auch für Allgemeinmediziner, dann kannst Du entweder eine Praxis übernehmen wenn das Gebiet für das Fach gesperrt ist oder eine aufmachen wenn es offen ist . Im Großraum Stuttgart ist Allgemeinmediziner offen, bei der Altersstruktur der Niedergelassenen wird das auch eher zunehmen , auch im Facharztbereich und wer mit einer Arztpraxis pleite geht hat entweder eine sehr komische Persönlichkeit und schafft es die Leute zu vergraulen oder ein inadäquates Entnahmeverhalten.
    Außerdem werden von der Politik medizinische Versorgungszentren- MVZ favorisiert- also wird es in Zukunft zumindest im Facharztbereich die Möglichkeiten geben angestellt zu arbeiten- ist sicher auch der zunehmenden Feminisierung des Berufes geschuldet.

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