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  1. Inaktiver User

    Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Bei mehreren Themen in letzter Zeit, die sich um Partnerschaft, soziale Anerkennung, Einsamkeit o. Ä. drehten, kam mir der Gedanke:
    Oft wird geraten, dass die Leute auch mal was alleine machen sollten-oder sich zusätzlich zum Partner ihre Freundschaften erhalten sollen...Finde ich auch gut, aber ich frage mich: Wie oft macht ihr eigentlich tatsächlich etwas völlig alleine? Und wie steht das in Relation zu eurem grundsätzlichen Alltag und Treffen mit Freunden, also: Seid ihr zB deshalb gerne alleine, weil ihr dann ausnahmsweise mal Ruhe habt vor Arbeit und Familie? Trefft ihr euch trotzdem oft mit Freunden, also halten sich Alleinunternehmungen und gemeinsame Treffen die Waage?
    Tatsächlich frage ich mich auch, ob das in gewissen Altersspannen seltener vorkommt-sich mal alleine hinauswagen. "Draußen" sehe ich mehr ältere Menschen ab 40 außerhalb von Grüppchen, während sich unter 30-Jährige gefühlt recht selten ohne ihre Freunde irgendwo hinbegeben. Ist das ein subjektiver Eindruck von mir? Ich kenne nämlich auch wenig Menschen in meinem Alter (oder weiß es einfach nicht von ihnen?), die sich "mit sich selbst beschäftigen" können und wollen.
    Ist das etwas, was "mit dem Alter" kommt? Und liegt das dann daran, dass man es sich endlich traut-oder dass man es aufgrund der geänderten Lebenssituation einfach mehr genießt?

    Entschuldigt, dass es eine etwas schwammige Fragestellung geworden ist-aber ich wollte jetzt keinen Fragekatalog (wie alt/wie oft allein unterwegs/wie oft mit Freunden/Familienstand) aufführen, sondern einfach so ein bisschen in die Runde fragen

    Mir selbst fällt es auf, dass ich wahrscheinlich oft etwas nicht mache/gemacht habe, weil ich mir alleine blöd vorkam. Dabei schneide ich mir vermutlich aber ins eigene Fleisch: Denn zum einen bleibe ich dann daheim, weil zB keiner zum Schwimmen mitfahren kann-zum anderen werte ich mich selbst damit ab, weil ich mich ja nicht "entgegen der Norm" allein an den Strand legen "darf". Mittlerweile drehe ich da schon dran-weil ich natürlich trotzdem gerne Erlebnisse oder schöne Orte mit jemandem teile-aber ich finde sie ja auch alleine schön.
    Blöd finde ich es vor allem dann, wenn ich das Gefühl habe, ich habe gerade gar keine andere Wahl, als alles alleine zu machen-nicht, weil ich keine Freunde habe , sondern weil wir uns so wahnsinnig selten sehen und viele Sachen einfach nicht zustandekommen.

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Mein erster Gedanke nach dem Lesen war: ich formuliere schon anders. Es geht mir z.B. nicht darum, etwas allein zu machen, sondern etwas für mich, etwas, das gut für mich ist, das mir gut tut. Das kann allein oder mit Freunden sein, das gilt, ob ich verpartnert oder single bin.
    Ich brauche relativ häufig (im Vergleich mit Freunden von mir) Zeit für mich. Ich habe auch mein Leben lang ein eigenes Zimmer ganz allein für mich. So ist es auch mit Interessen, Hobbies, Leidenschaften.
    Aufmerksam, sorgsam, liebevoll, wertschätzend mit mir.
    Manchmal lege ich Wert auf Alleinsein, manchmal darauf, dass ich situationsbedingt und spontan reagieren kann und mag, manchmal, nein, immer, mag ich mich für meine jeweilige Präferenz nicht rechtfertigen.
    Wenn ich Vorschläge mache, kommt häufiger: ja, ok, aber jetzt nicht, sondern dann und dann.
    Ich möchte aber jetzt, also mache ich jetzt. Bis andere sich entschieden haben, loszulegen, bin ich schon wieder zurück.
    Mit der Norm habe ich kein Problem, sollen andere denken/handeln wie sie wollen, ich mach meins.
    Mag ich schwimmen gehen oder in die Saune, in eine Ausstellung, ein Konzert etc, dann mach ich es.
    Ich sorge dafür, dass es meinen kids an nichts fehlt, und los.
    Da ich weiß, wie gern ich unterwegs bin, weiß ich auch, wie gern ich zurückkehre. Die anderen wissen das auch.
    Ich bin mir allein noch nie blöd vorgekommen. Wenn wer dabei sein mag, ist er willkommen oder auch nicht, das kommuniziere ich auch so. Ginge es mir um Anerkennung von außen, fühlte ich mich unwohl.
    Anerkennung, also Angenommensein so wie ich bin, geb ich mir von innen heraus.
    Ist schön, wenn es von außen kommt, aber notwendig ist es nicht, damit ich mich als wertvoll betrachte(n kann).
    Und von dem, was ich erlebe, erzähle ich gern.

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Anregendes Thema

    Bei mir hat es was mit persönlicher Entwicklung/Veränderung der Lebenssituationen zu tun

    Früher -verheiratet- trotz Kindern viel getrennt, aber nicht allein was unternommen

    Single- die Krise bekommen, wenn ich allein was unternommen hätte-ALLE sind paarig, nur ich nicht und ALLE merken, wie einsam ich bin

    folgende feste Beziehungen - nichts allein unternommen, weil es mit vollem Alltag keine Zeit dafür gab

    Nun - gern Single und sehr gern allein, aber selten was allein unternehmend-ausser : Essengehen

    Das war früher unvorstellbar!

    Essen geht man zur Zweit und allein essen symbolisiert Einsamkeit-heute genieß ich es, es hat etwas von : ich gönn mir was und lass es mir gut gehen

    Ebenso: Urlaub- auch jetzt gern allein im Gegensatz zu früher

    Allerdings nur Erholungsurlaube

    Städtereise oder Hopping wäre mir noch zu anstrengend, wohl wissend wie bereichernd das ist!
    Kommt ev wieder

    Sonstige Bereiche?? Fallen mir grad keine ein-ev kommen die durch Beispiele von Euch
    Geändert von Raider (28.06.2015 um 22:48 Uhr)

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Ich bin verheiratet, aber ich fahre allein zu den Konzerten meiner Lieblingsband. Dann gehe ich gerne allein auf Fotosafari, ich kann stundenlang wo stehen oder sitzen und auf den geeigneten Augenblick für das ideale Foto warten, das würde ich meinem Mann nicht zumuten wollen. Manche Sachen gehen nur alleine... aber ich unternehme auch gerne was mit ihm zusammen.
    Normale Menschen machen mir Angst!!!

    **Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**

  5. Moderation

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Ich denke es ist ein Lernprozess.

    Ich bin Single und als Einzelkind auch gewohnt mich allein zu beschäftigen.
    Und allein zu Hause fällt mir nie die Decke auf den Kopf, es gibt immer etwas zu tun - es ist viel zu wenig Freizeit, die ich habe, es liegen noch soviele potentielle Hobbies brach.

    Ich fahre alleine in den Urlaub - vorwiegend Städtereisen und dann immer mit einer Ferienwohnung. Ich mag das Gefühl quasi richtig in der Stadt zu leben.

    Ich gehe alleine Essen, ich gehe ins Theater, die Oper, ins Kino.

    Letztlich bin ich aber an zwei Grenzen gestoßen auf einer Städtereise in einem Land, dessen Sprache ich nur rudimentär spreche, ich wollte nicht alleine in ein drei Sterne-Restaurant gehen, da hätte ich mich komisch gefühlt, so allein mit meinem Buch. In "normalen" Restaurants habe ich damit kein Problem, aber das war irgendwie eine Grenze.
    Und ich wollte eigentlich unbedingt in eine Jazzkneipe .... aber ich bin vor der Türe wieder umgedreht .... irgendwie alleine in eine relative volle Bar, wo ich aufgrund von Sprache und Lautstärke praktisch nicht kommunizieren kann .... nein das war dann doch nicht meins und ich habe alternativ lieber einen Nachtspaziergang durch die Stadt gemacht.

    Ich kann gar nicht genau sagen, was es in den beiden Fällen war - zum Essen oder Musikhören brauche ich eigentlich keine zweite Person - aber irgendwie erschien es mir nicht stimmig.

    Ich werde das mit der Jazzkneipe aber demnächst mal zuhause probieren ... dann sehe ich ja ob es nicht doch geht, wobei ich denke, dass fällt mir leichter, weil es die Möglichkeit gibt mit jemandem ins Gespräch zu kommen.


    Und eine Skireise alleine nach Norwegen in eine einsame Hütte - das war meine andere Grenze, dass war dann selbst mir zu einsam - Ferienwohnung allein im November auf Usedom hingegen ist wunderbar.


    Ich genieße es alleine alles in genau meinem Tempo zu machen - niemand hetzt mich, niemand hält mich auf, niemand mäkelt rum .... denn wir wissen alle zu zweit ist auch nicht alles immer toll.


    Ich schätzt mal ich unternehme etwa 50 % meiner Aktivitäten allein und 50 % mit anderen - und ich merke auch, in gewisser Weise strengt es mich besonders an, wenn ich längere Zeit mit anderen um mich herum bin - ich brauche zB auch im Urlaub mit Freunden dann immer mal ein paar Stunden für mich alleine.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  6. gesperrt

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    ziemlich oft. ich brauche das. genieße es, etwas genau so und so lange zu machen, wie es mir gefällt, ohne mich mit jemand anderem synchronisieren zu müssen. und auch nicht reden zu müssen.
    Ich treffe mich auch gerne mit anderen und unterhalte mich dann auch gerne und tausche mich aus, aber ich brauche auch meine tägliche Solo-Zeit

  7. Inaktiver User

    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    du meinst vermutlich aktivitäten, wo man nicht zuhause ist?

    ich bin schon immer gern allein ins kino oder zum baden gefahren, joggen und shoppen mach ich auch schon immer am liebsten allein.

    was ich früher nicht gut konnte, war allein essen zu gehen oder abends in die kneipe. da bin ich mir blöd vorgekommen. mit den jahren hab ich mir auf verschiedensten ebenen so viel bewiesen, dass ich da jetzt auch völlig entspannt bin.

    ich find es ganz schön, mir unabhängig vom zeitbudget meiner freunde eine schöne zeit machen zu können und beschäftige mich oft und gern allein, vor allem sport. kneipe und kultur mach ich meistens mit freunden.

    was ich allein (noch?) nicht gut hinkriege, ist wegfahren, das find ich in gesellschaft meistens einfacher (hängt auch ein bisschen vom ziel ab).

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Ich bin verheiratet, habe zwei kleine Kinder und bin sehr gern allein. Leider ist das immer mit logistischen Aufwand verbunden und daher selten - für mein Empfinden zu selten - möglich. Ich sitze sehr gern allein mit Lesestoff im Cafe oder bummle einfach so durch die Stadt. Oder fahre Rad in der Natur. Ich übernachte auch gern mal allein im Hotel, schaue mir eine fremde Stadt an etc.. Früher häufiger, jetzt ist es wegen der Kinder schwierig. Aber die werden ja größer ...

    Du fragtest ja wie oft - also wenn es nur nach mir ginge sicher mehrmals pro Woche, ich würde sogar sagen jeden Tag für eine Stunde oder so, am WE auch länger. Möglich ist es momentan vielleicht einmal die Woche, manchmal auch garnicht. Letzens hatte ich ein WE alleine, das war toll.
    Geändert von silkii (28.06.2015 um 23:28 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Oh, schön-es waren schon welche hier
    Das hast du schön geschrieben, yokotoo, dankeschön dafür, auch den anderen für ihre Beiträge!
    Ja, tatsächlich habe ich vor allem Aktivitäten "draußen" gemeint. Interessant eigentlich: Ich denke, "früher" (wahnsinnig lang her) habe ich mich noch öfter gefragt, ob es normal ist, soviel daheim zu machen/machen zu können. Heute würde ich eher sagen, solange ich nicht gerade völlig faul bin, kann ich mich einfach ganz gut selbst beschäftigen.
    Aber da merkt man auch, dass es oftmals am nicht trennen können scheitert: Trennen von dem Gefühl "Schade, dass da gerade keiner Zeit hat/keiner da ist, der dieses Interesse teilt" von "Oh cool, draußen scheint die Sonne, ich sollte unbedingt rüber zu der Badestelle!"
    Und da passt das ganz gut, was yokotoo geschrieben hat: Wenn ich das dann vermische und ein schlechtes Gefühl entsteht, liegt es eigentlich daran, dass ich weg bin von dem, was mir jetzt guttut-und mich hinkonzentriere zu, ja, was denn? Zu Menschen, die mich nicht kennen? Total blödsinnig, wenn ich so darüber nachdenke. Genau wie sich selbst herunterzuziehen...

    Irgendwie habe ich wohl noch ein Unwohlsein in mir, es anders zu machen, als andere. Dabei habe weder ich mir jemals was gedacht, wenn ich Leute alleine am Badesee oder beim Radfahren sehe. Noch hätte mich mal jemand als seltsam eingestuft, weil ich mich gerne allein an die frische Luft begebe...Innen-und Außeneinschätzung können da auch sehr auseinandergehen-wo man sich selbst (zB wie Raider es kurz umschrieb) als einsam und doof fühlt, denken viele sogar eher: Oha, die ist alleine da, und sehen die Person oft sogar eher als sehr selbstbewusst (vielleicht etwas unnahbar) an.

    Bei Kino fiel mir ein, dass ich mal gelesen habe: Es ist bei solchen Sachen tatsächlich eher die Wertung und die Erwartungshandlung (alleine vorm Kino stehen usw.), durch die wir den Spaß daran geringer einschätzen. Danach haben aber alle gleich viel Spaß-die, die allein gekommen sind, und die, die zu zweit da waren.

    Für mich aber habe ich festgestellt: Mir geht es beim Kino ganz wenig um den Film-den könnte ich nämlich gemütlich als DVD ein halbes Jahr später ansehen. Und DVDs oder Lieblingsfilme sehe ich sogar sehr, sehr gerne alleine an. Weil mir da niemand meinen schönen Film zerquatschen oder ihn für blöd befinden kann
    Aber ins Kino gehe ich, um ein Gemeinsamkeitsgefühl zu haben, um zu wissen, die andere Person findet dieselben Dinge lustig, ist aus demselben Grund in den Film gegangen...
    deshalb gehe ich auch nur mit bestimmten Leuten ins Kino, sonst funktioniert das nicht Offensichtlich bin ich da ganz anders-witzig, ist mir vorher noch nie aufgefallen, dass es mir irgendwie wenig um den Film geht

  10. gesperrt

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    AW: Wie oft macht ihr eigentlich etwas allein?

    Vor einigen Monaten gab wurde hier eine Meldung diskutiert, in der (ich glaube:) Rob Redford jemanden bedauerte, der/die allein am Restauranttisch saß: wie bedauernswert, meinte er, man sollte so jemanden an den eigenen Tisch holen.
    Ich weiß nicht mehr, ob es dazu einen eigenen Strang gab oder ob das in einem anderen Zusmmenhang besprochen wurde, aber viele waren der Ansicht: diese gut gemeinte Geste könnte ihnen den Abend verderben. weil wir (ich zähle mich auch dazu) es geradezu genießen, mal alleine essen zu gehen

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