Es kommt halt immer darauf an, WIE jemand Kritik übt. Herzugehen, und dich quasi zur Sau zu machen wegen einer lächerlichen Tasse, ist halt übel. Es ist ein Unterschied, ob ich sage: "Ich finde, die Tassen sind zu klein" (subjektives Empfinden) oder ob ich sage "Die Tassen sind zu klein" (Tatsache). Er unterstellt dir, zu kleine Tassen anzubieten und so die Kunden ums Geld zu betrügen und droht dir gleichzeitig, dir Ärger zu machen, wenn du nicht machst, was er will. Würde mich an deiner Stelle auch ärgern. Er kann ja gerne seine subjektive Meinung äußern, aber dann mit dem richtigen Ton und der richtigen Wortwahl und nicht mit Unterstellungen und Drohungen. Geht ja gar nicht.
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Ergebnis 11 bis 20 von 27
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26.06.2015, 12:45Inaktiver User
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
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26.06.2015, 12:51Inaktiver User
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
Ich glaube, er ist ein Grobmotoriker und so auch etwas grobgestrickt.
Auf ein paar Milliliter Kaffee kommt es nicht an. In einem Landgasthof wird einem wahrscheinlich die Thermoskanne auf den Tisch gestellt.
Er ist das von zu Hause anders gewöhnt, der Kaffeepott hat einen Henkel und Muddi schmiert das Brötchen.
Mich würde es nicht ärgern, ich würde mich wundern und ihm den größten Pott, den ich habe, auf den Tisch stellen und mir meinen Teil denken.
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26.06.2015, 12:51
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26.06.2015, 13:08Inaktiver User
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
Sind Tassen in der Gastronomie nicht irgendwie normiert?
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26.06.2015, 13:32
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
ooohmann Eva- es gibt auf der Welt Menschen...des glaubt man gar net....
Aber da du ja schon länger in der Gastronomie tätig bist, weisst du das mit Sicherheit selbst ;)
Irgendetwas hat dich da innerlich aufgewühlt an dieser ( saudoofen) Aussage des Gastes. Bei mir wars mal so, dass mich ein Bekannter, der für seine Frau bei mir nen gebrauchten Kinderwagen kaufen wollte, ganz raffiniert den Preis drücken wollte. Mit der Frau war der Preis vorher abgesprochen und sie hatte das Teil schon mitgenommen.
" Der fühlt sich klug und will mich vera...en" DAS ging mir da sofort durch den Kopf und innerlich gingen bei mir alle Rolläden runter.
Ich hab ihm dann gesagt, dass er das Teil nicht kaufen muss und er mirs am Besten heute noch doch bitte wieder zurückbringen soll.
Nunja, das kannst bei Gästen nicht machen.....
Wie sehen ansonsten deine Bewertungen aus? Ein einzelner Ausreisser dazwischen tut zwar sehr weh, aber der Bewerter macht sich ja auch gleichzeitig unglaubwürdig.
liebe Grüße
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26.06.2015, 13:46
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26.06.2015, 14:36
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
@FriendOfAlwin
..die Geschichte ging so aus, dass er zerknirscht irgendwas vor sich hinmurmelte alá "...also ich hätts net gekauft zu dem Preis aber die xxx wills ja unbedingt haben.." , mir die Scheine auf den Tisch knallte und von dannen zog.
Um mal den Facebookslang zu verwenden- ich hab sie beide aus meiner realen Freundesliste geschmissen und zu "Bekannten" degradiert.
Achja, hab ihm noch gesagt, dass dieses Verhalten mit Freundschaft nix zu tun hat.
Vielleicht hilft hier wirklich- sachlich bleiben, Emotionen komplett raushalten...konnte ich durch dieses innerliche "Rollos runter" sehr gut.
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26.06.2015, 15:05
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
Ich nehme mal an, das mit dem Kunden und der Tasse sollte nur ein Beispiel sein, es hätte auch ein anderes sein können.
Ich kenne das von mir, ich nehme Kritik auch ganz schnell persönlich - obwohl ich abstrakt weiß (und es anderen auch sage) ;-)) im Zweifel ist diese Kritik nicht persönlich gemeint, sondern bezieht sich auf die Sache.
Hilfreich in diesem Zusammenhang immer wieder das vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun (Miteinander reden). Jede Botschaft hat vier Seiten, und zwar sowohl auf der Sender- als auch auf der Empfängerebene
Schönes Beispiel, gefunden bei Wikipedia:
Um Kommunikation zu beschreiben, die durch Missverständigung auf den verschiedenen Ebenen gestört wird, beschreibt Schulz von Thun als Beispiel die folgende Situation: Ein Mann und eine Frau sitzen beim Abendessen. Der Mann sieht Kapern in der Soße und fragt: „Was ist das Grüne in der Soße?“ Er meint damit auf den verschiedenen Ebenen:
Die Frau versteht den Mann auf den verschiedenen Ebenen folgendermaßen:Sachebene: Da ist was Grünes. Selbstoffenbarung: Ich weiß nicht, was es ist. Beziehung: Du wirst es wissen. Appell: Sag mir, was es ist!
Die Frau antwortet gereizt: „Mein Gott, wenn es dir hier nicht schmeckt, kannst du ja woanders essen gehen!Sachebene: Da ist was Grünes. Selbstoffenbarung: Mir schmeckt das nicht. Beziehung: Du bist eine miese Köchin! Appell: Lass nächstes Mal das Grüne weg!
Und seit dem ich immer (naja häufiger) wenn ich beginne mich angegriffen zu fühlen, erst mal einen Schritt zurück gehe und für möglich halte, dass der andere es positiv meinen könnte, ob wohl ich erst mal was negative "gehört" habe - hat sich mein gesamtes Leben und meine Kommunikation sehr entspannt.
Vielleicht ist das ein Persönlichkeitsaspekt, an dem du arbeiten kannst und willst.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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26.06.2015, 15:15
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
In der von dir beschriebenen Ausgangssituation: Dienstleistungsgewerbe, Gastronomie und "Leute ins eigenen Haus lassen", das ganze alleine gestemmt, du als Hauptdienstleister und Hauptansprechpartner mit Verantwortung für alles, könnte ich mir auch vostellen, dass du einfach gestresst und dünnhäutig bist und tatsächlich dein bestes gibst und deswegen jede Art von Kritik ganz schnell persönlich nimmst - auch wenn der Gast das soooo nicht gemeint hat.
Ich sehe gelegentlich mal die Sendung "Mein himmlisches Hotel", da bewerten sich vier Hoteliers gegenseitig. Und das ist sehr schön zu sehen, dass jede Kritik am Hotel des anderen extrem schnell persönlich genommen wird, eben weil die Hoteliers sehr ihr Herzblut in ihr Haus stecken und keine Grenze ziehen können, zwischen "ich" und "das Hotel".
Die Sendung selbst finde ich doof, aber psychologisch nicht uninteressant.
Und ein schönes Beispiel dafür, dass die meisten Menschen kaum zu wirklich sachlicher Kritik fähig sind - aber die meisten auch unfähig sind, Kritik anzunehmen und auf das wesentliche zu achten, sowohl als Sender als auch als Empfänger.
Findest du dich darin wieder ?
Wie man es als gewerblicher Gastgeber schafft diesen Spagat zwischen sich mit dem eigenen Haus und der Leistung zu identifizieren, aber gleichzeitig die Trennung von "meine Persönlichkeit" - "meine gewerbeliche Rolle" hin zu bekommen - keine Ahnung. Vielleicht gibt es für diesen Bereich auch so etwas wie professionelles Coaching oder Supervision.
Denn für den Kunden bist du eben irgendein Dienstleister und nicht die Frau Eva.
So wie wir viele Leute als Straßenkehrer, als Politiker, als Richterin, als Callcenter-Mitarbeiter, als Vermieterin, als Verkehrspolizisten etc. sehen und behandeln und mit oder über ihn reden als jemand, der eine Funktion ausübt und nicht über den tatsächlichen Menschen dahinter.
Ein Grund warum ich in meiner beruflichen Funktion gerne Berufskleidung trage, weil das noch deutlicher macht, ich handele hier als Funktionsträger und werde auch als Funktionsträger gelobt oder angegriffen und nicht als Mensch. Die anderen meinen mich als Funktionsträger und nicht meine Persönlichkeit.
Und auch wenn du diese Tasse persönlich ausgesucht hat und sie mit Liebe gefüllt hast - die Kritik an der Tasse ist eine Kritik an der Tasse und nicht an dir als Mensch.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
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26.06.2015, 15:18
AW: Kritik, bzw. persönlich angegriffen
Das dieser spezielle Gast nun auch noch ein Ars**** ist - hat mit deinem Grundproblem - aus meiner Sicht - nicht so viel zu tun.
Aber wenn es dir hilft, ja es gibt tolle Kunden, es gibt normale Kunden und es gibt Ars***** und dieser Gast war letzteres.
Und bei denen hast du zwei Möglichkeiten: Hausverbot oder professionelle Freundlichkeit.
Ich habe Kunden die ich nicht mochte schon freundlich hinaus komplimentiert, mit der Begründung, dass unsere Auffassungen zu weit auseinander liegen um gut zusammen arbeiten zu können, aber das ist in meiner Branche auch einfacher, als in deiner.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
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