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  1. Inaktiver User

    AW: Soziale Anerkennung?

    Hallo Ihr Lieben,

    ich antworte jetzt mal allgemein.

    Erst mal kurz zu mir. Ich bin 33 Jahre alt. Habe einen Partner, bin schwanger, arbeite noch VZ im Büro, habe eine nette Familie und einen schönen Freundes-/Bekanntenkreis.

    Also eigentlich perfekt und viel mehr, was andere haben - ich weiß das auch wirklich zu schätzen. Nur meine soziale Unsicherheit etc. macht mir immer sehr zu schaffen.
    Opelius hat es gut geschrieben: Mir können 100 Leute sagen, wie "toll" ich bin, sagt dann einer: Das stimmt aber nicht Du bist doof, dann fange ich an zu grübeln und denke er hat Recht.

    Auch schrieb Jemand, dass die Rechnung: Ich bin freundlich nett zu Dir - also musst Du auch freundlich nett zu mir sein und mich mögen, nicht wirklich aufgeht.
    Aber genau das erwarte ich leider.
    Ich denke mir, wenn ich das und das mache und mich dementsprechend verhalte und es kommt so nicht zu mir zurück, was stimmt dann nicht. Dann muss es ja an mir liegen.
    Versteht ihr?

    Da beneide ich wirklich die Menschen, denen es so was von egal ist, was andere von ihnen denken und sich nicht sofort selber in Frage stellen, wenn nicht das entsprechende Feedback oder auch mal Ablehnung etc. kommt.
    Wunder mich dann auch oft, wenn andere Menschen zu anderen nicht so freundlich, hilfsbereit, zuverlässig etc. sind und trotzdem gemocht werden. Dann frage ich mich, ich bin eigentlich netter etc... und trotzdem werde ich weniger gemocht, wie eklig muss ich eigentlich sein oder was stimmt mit mir nicht?!
    Solche Gedanken habe ich und im Grunde weiß ich, dass das so nicht stimmt. Aber ich kann die Gedanken einfach nicht durch bessere ersetzen und komme ins Grübeln und bin dann meistens schlecht gelaunt, traurig und antriebslos.

    Ich hoffe ich konnte mein Problem so einigermaßen verständlich rüber bringen
    Emilia

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    AW: Soziale Anerkennung?

    Liebe Emilia,

    ich habe dienen Text gelesen und sofort mich selbst erkannt. Der Text hätte, mit Ausnahmen einiger kleinerer Dinge, genauso auch von mir kommen können!!

    Ich kann dich zu 100% verstehen... Das Schlimme ist, dass sich diese Gedanken bei mir schon soooo manifestiert haben, dass ich gar nicht mehr richtig glauben kann, es sei anders. Auch wenn Familie und Freunde das Gegenteil behaupten. Dann kommt diese innere Stimme, die sagt: "Aber natürlich sagen die das. Die sind doch auch voreingenommen. Welche Mutter sagt ihrer Tochter schon, dass sie dumm und hässlich ist? Genauso wie dein Freund? Vielleicht ist er nur mit dir zusammen, damit er nicht mehr alleine ist." Oder solche Späßchen. Und diese Gedanken haben natürlich auch Einfluss auf viele andere Lebenssituationen wie Job oder Freundeskreis. Ich hatte eine Phase, in der ich panische Angst davor hatte, Menschen kennenzulernen, weil ich Angst vor Ablehnung hatte. Ich habe in meiner Vergangenheit viele, viele schlechte Erfahrungen mit "Freundschaften" gemacht und dadurch hat sich der Gedanke festgesetzt, alle Menschen sind so.
    Total bescheuert. Und momentan weiß ich auch nicht richtig, wie ich aus der Gedankenspirale herauskommen soll...

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    AW: Soziale Anerkennung?

    Fällt euch beiden eigentlich auf, dass ihr damit, dass ihr euch klein macht, auch andere klein macht? Wenn 100 Leute sagen du bist toll und die Meinung eines einzelnen mehr wiegt als 100 Freunde, dann sagt ihr damit, dass 100 Leute eigentlich unwichtig sind. Oder wenn der Freund sagt, du bist toll und man denkt, vielleicht ist er nur nicht gern alleine, was sagt das dann über eure Meinung zu eurem Freund aus? Dass er ein Looser ist, mit dem niemand zusammen sein will? Ich denke schon, dass euch das nicht so bewusst ist, aber vielleicht hilft euch der Gedanke, auch ein bisschen die Verhältnismäßigkeiten von Kritik und Lob zurecht zu rücken.

  4. Inaktiver User

    AW: Soziale Anerkennung?

    Glückwunsch zur Schwangerschaft erstmal!

    Das wichtigste ist doch: du hast Freunde und Bekannte.
    Du bist also nicht in einer verzweifelten Lage, wo du dich fragen musst, was stimmt nicht mit mir, dass ich niemand habe?

    Menschen sind verschieden. Mir persönlich ist ein Lächeln zuviel immer noch lieber als keines. Und ein zuviel an Nettsein immer noch lieber als kühle Distanziertheit - natürlich vorausgesetzt es ist nicht irgendwas vorgefallen.
    Andere wittern hinter jedem zuviel eine Erwartungshaltung und reagieren auf sowas generell ablehnend.
    Zu welcher Sorte Mensch möchtest du gehören? ... ja eben, ich auch. Also lass sie doch wittern und die Chance, dich näher kennen- und schätzenzulernen verstreichen. Wer nicht will, der hat schon.

    Ich bin ab und zu von solchen kühlen/zurückhaltenden Menschen auch verunsichert, das streite ich gar nicht ab, aber bei mir kommt sehr schnell meinerseits ein ablehnendes Gefühl zustande: "Mein Gott, wie kann man bloß so krampfig sein?".

    Und was bitte ist so schlimm daran, wenn man ausstrahlt, dass man gemocht werden will (ich red nicht vom Dackelblick, sondern von ganz normalem Interessiertgrüßen/-fragen/-zulächeln? Ist doch zehnmal besser als eine Ausstrahlung so in der Art: "im Grunde genommen können mir alle den Buckel runterrutschen".
    Wer ersteres unangenehmer findet als zweiteres der hat doch ein Problem, oder?

    Bei Menschen, wo ich mir absolut nicht erklären kann, warum die mir gegenüber so kühl sind und anderen gegenüber aufgeschlossener, kann ich in Zweifel kommen, kann mir aber auch sagen: wahrscheinlich sehe ich der neuen Freundin von ihrem Ex/bzw. der Exfreundin, die ihm das Herz brach sehr ähnlich. Wer so unreflektiert ist, kann mich sowieso mal...

    Und natürlich gibt es sie, die Leute, die sich alles mögliche leisten und trotzdem einen großen Freundeskreis haben. Vielleicht sind das einfach Menschen, die Alltagsgeschichten mit einem zuverlässigen Lacher erzählen können, denen man nichts wirklich übel nimmt, weil man weiß, dass die nie groß nachdenken, die unkompliziert sind und Leichtigkeit um sich herum verbreiten, auf andere anregend wirken wie ein Piccolo.
    All das bin ich nicht, das ist mir nicht gegeben. Und würde ich versuchen so zu sein, würde das mit Sicherheit aufgesetzt wirken.
    Dafür habe ich wieder andere Qualitäten, die meine Freunde an mir schätzen, die sie bei Frau/Herrn Piccolo vergeblich suchen würden.

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