Liebe Bricom :-)
vor Jahren war ich öfter hier, jetzt habe ich nochmal hierher gefunden.. und eröffne mal einen eigenen Thread (vielleicht kann ich hier auch mehrere Themen sammeln, die irgendwie eine gemeinsame "Wurzel" haben?)
Hm, wo fange ich an? Wenn ich hier in diesem Forum querlese, könnte ich zu einigen Themen dazuschreiben, dass ich das auch alles kenne (mache ich auch vielleicht nocht). In der Theorie weiß ich auch oft, was bei mir falsch läuft oder was mich an meinem Leben stört.. nur an der Umsetzung hapert es.
Es gibt so einige kleinere Baustellen, die mal mehr oder weniger Raum einnehmen. Viele sind sicher dem/der ein oder anderen bekannt... und manchmal denke ich auch, es ist schon ganz okay so wie es ist und was passieren soll, wird schon passieren (frei nach den Kölnern: et kütt, wie et kütt). Dann bin ich auch im hier und jetzt und denke nicht viel drüber nach.
Was aber, wenn nicht? Manchmal fühle ich mich wie im Wartesaal hocken, darauf wartend, dass endlich das richtige Leben losgeht.. und weiß nicht, wo ich anfangen soll (und mache im Zweifelsfall: nichts)
Vielleicht ein paar Beispiele: habe nach ner etwas längeren Suchphase und den üblichen befristeten Jobs als Berufseinsteigerin nun seit ein paar Jahren eine unbefristete, sichere Stelle gefunden. Die Rahmenbedingungen sind ganz ok. Viele (einschließlich mich vor einigen Jahren) wären froh drum. Innerlich bin ich aber oft gefrustet von einer Arbeit im Büro. Manchmal träume ich von etwas Selbständigem (ich weiß auch, was das bedeutet an wenig Freizeit, Geld und Anstrengung) oder etwas, worin ich meine Interessen wirklich einbringen kann, nur hab ich sowas einfach noch nicht gefunden. Aber das meine ich auch mit: "nicht aus dem Quark kommen".. andere packen sowas viel aktiver an, ich suche mal ne WEile in Jobbörsen oder recherchiere im Netz und werde nicht fündig oder finde etwas, das erst mal dagegen spricht und schwups lasse ich mich dann davon abhalten.. hatte schon mehrere Ideen wie ne Weiterbildung oder so, aber es sind immer zwei Stimmen in mir, die miteinander streiten - die sicherheitsorientierte, die warnt und sagt: "konzentrier dich auf deine Freizeit, spare dir etwas Geld an für später, deine Ideen sind doch total unrealistisch und damit wirst du pleite gehen etc." und die, die sich verwirklichen will und sich frei fühlen möchte. Bevor ihr fragt: so ganz konkret sind meine Gedanken noch nicht, ich überlege eben genauso, ob ich mal ein Coaching oder so machen soll und da ist es eben genauso.. statt einfach zu machen, ist da wieder so ein innerer Widerstand (bringt eh nix, zu teuer etc..).. weiß nicht, ob ich da nicht die Stimme meines Vaters verinnerlicht habe..
Eine Freundin stellte mal fest, dass ich sehr oft schwarz-weiß denke oder eben im Vorhinein zu viel schwarzsehe.. mir fiel das natürlich gar nicht in dem Maße auf.. oder wie sehr ich oft rummosere (morgens auf dem Weg ins Büro). Das hat mir natürlich schon zu denken gegeben und beim nächsten Besuch bei meinem Vater fiel mir auch auf, woher ich das habe :-/ auch das extreme Sicherheitsdenken... (er ist Kriegskind und Flüchtlingskind, vielleicht das noch dazu: bei ihm hat das konkrete Gründe.. leider sind viele dieser Ängste auch an uns Kinder weitergegeben worden, unbewusst.)
Ein weiterer Punkt sind Beziehungen oder Partnersuche usw.: ich leben schon ne ganze Weile allein, habe natürlich zwischendurch mal den ein oder anderen Mann kennengelernt und auch ein paar kürzere Beziehungen gehabt, dazu unglücklich Verliebtsein, einige Dates mit Männern, die eher was von mir wollten als umgekehrt und oft Phasen der Enttäuschung und des Frustes ob dieser Online-Dating-Geschichten.. ich hab offenbar relativ hohe Erwartungen und es kommt nicht oft vor, dass ich jemanden wirklich toll finde.. und wenn, dann sind es meist so schwierige Typen, die noch an der Ex hängen oder nicht auf mich stehen, aber das auch nicht wirklich kommunizierten, sondern es irgendwie laufen ließen.. auch da kam ich nicht wirklich aus dem Quark sozusagen, denen ne klare Ansage zu machen aus Angst, dass es dann komplett aus sei... natürlich dämlich, denn darauf lief es eh hinaus.. mittlerweile bin ich hoffentlich schlauer.. aber seit ner ganzen Weile war irgendwie kein wirklich interessanter Typ mehr dabei :-/
Habe aber dennoch gedacht, ich treffe mich eben auch mit welchen, die von den Interessen oder vom Charakter her halbwegs passend sein könnten - leider Fehlanzeige und habe darauf auch keine Lust mehr, weil es irgendwo verschwendete Zeit ist... habe auch ein paar Interessen, die nicht so total mainstream sind, zB was Musikgeschmack oder Ernährung angeht und die meisten Männer in den "bekannten" SB sprechen mich so gar nicht an.. da kann ich mir noch so sehr einreden, dass derjenige sicher ein netter Kerl ist.. viele in meinem Alter oder in der in Frage kommenden Altersspanne (so Mitte - Ende 30) sind schon so altbackene Typen oder aber tun so auf total extrovertiert, weltbereist und cool, was auch nicht wirklich mein Fall ist. Aber wo finde ich das, was ich suche? Oder ab wann sind gewisse Ansprüche "unrealistisch"?
Im normalen Alltag lerne ich irgendwie kaum Männer kennen, die mir gefallen und wenn, zB im Job, sind sie garantiert vergeben. Ich könnte natürlich einfach abwarten, bis ich gefunden werde.. aber was, wenn das nicht passiert?
Tja, dazu könnte ich jetzt noch viel schreiben.. ich weiß auch nicht genau, was hier suche. Nicht nur Tipps, denn ich denke, jeder ist verschieden und es gibt sicher Menschen, die vom Typ her sehr anders sind und es ganz anders angehen würden - das kann man sicher nicht immer 1:1 übertragen.. dennoch, klar, würde es mich interessieren..
Vielleicht geht es anderen ja auch ähnlich? Oder ich kann zumindest hier einfach ab und zu etwas Dampf ablassen oder Gedanken etwas sortieren.. ist nämlich manchmal gar nicht so einfach, dahinter zu kommen, was hinter der ein oder anderen Verhaltensweise steckt..
Antworten
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07.06.2015, 09:34
Wie komme ich aus dem Quark???
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07.06.2015, 10:08Inaktiver User
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Hallo Cranberry, ich darf mitlesen? Denn ich bin gespannt auf mögliche Antworten. Selbst habe ich leider keine, finde mich aber in einigem wieder, wie du dich beschreibst. Denn ich habe auch das Gefühl, keinen klaren Plan zu haben, Ideen zu schnell zu verwerfen, aus ähnlichen Motiven. Andere tun,ich überlege, verwerfe. Und auch passende Männer gibt es nicht.
Als traumatsierte Kriegskind/er würde ich meine 'Ahnen' ebenfalls bezeichnen, die mir keinerlei Anleitung geben konnten dazu,wirklich ein eigenes Leben zu finden bzw. finden zu duerfen!
Ausserdem surfe ich zuviel in der bri, anstatt etwas zu tun.
Das ist eine grobe Bestandsaufnahme.
Viele Grüße Julifrau
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07.06.2015, 10:46
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Liebe Julifrau,
natürlich, sehr gerne
Manchmal erscheint mir alles einfach so kompliziert.. und ja, das stimmt, meine Eltern konnte mir leider sehr vieles nicht vermitteln. Es würde vielleicht gerade zu lang werden, das alles aufzudröseln.. aber es war sehr anders als bei anderen, die ich so kannte. Vielleicht nur kurz dazu, ich komme von einem kleinen Dorf, meine Eltern bekamen mich im damals relativ hohen Alter und waren eben im Vergleich zu heutigen Leuten in diesem Alter schon anders.. ich glaube, ich habe da jede Menger Ernsthaftigkeit und Vernunft mitbekommen, noch dazu habe ich keine besonders schöne Jugendzeit aus diversen Gründen gehabt, u.a. früher Verlust und lange Krankheit der Mutter, auch sowas wie Mobbing in der Schule erlebt (vielleicht nicht so ganz krass, dafür aber relativ lange) und noch einige andere Dinge, aus denen sich wahrscheinlich einige "Macken" ableiten lassen dürften.
Ich sehe dann Leute, bei denen alles scheinbar so reibungslos läuft (die sich zB vornehmen, zu heiraten, Kinder zu bekommen, einen Job im Bereich x zu bekommen - und alles klappt ohne große Fehlschläge). Ich hab dagegen das Gefühl, ich hab gar nicht wirklich die Wahl, zB was Kinder angeht (mittlerweile habe ich zwar eher keinen großen Wunsch mehr danach, aber vielleicht eben auch, weil ich mittlerweile innerlich resigniert habe und es einfacher ist, damit umzugehen, wenn man sich sagt, man will es eh nicht? keine Ahnung). Ich weiß einfach nicht, woran es liegt..
Ich weiß zum Beispiel, dass ich manchmal recht kritisch sein kann und dass sowas andere nerven kann. Zum Beispiel Leute, die einfach alles genießen, wie es kommt - ich fühle mich da oft wie ne Spaßbremse (weil ich am Bsp. Essen eben nicht einfach so alles esse, was lecker ist, sondern bestimmte Dinge aus ethischen Gründen nicht usw.)... laufe nicht dauernd missionierend durch die Welt, dennoch glaub ich, dass da nicht jeder Bock drauf hat. Und so ist es auch mit anderen Sachen, ich mache mir um vieles relativ viele Gedanken (oder früher war es eher so)... und zugleich verplempere ich eben auch Tage mit surfen, lesen, TV, ohne die Wohnung zu verlassen und habe dann irgendwo ständig ein schlechtes Gewissen :-/
Bescheuert, oder? :-)
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07.06.2015, 10:50Inaktiver User
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Nein, ich finde es nicht bescheuert, sondern nachvollziehbar.
Wie wäre es aber, dich langsam einmal auf's Eis hinaus zu bewegen? Damit du bemerkst, dass es dich trägt? Und Übungen zu machen, in Sachen 'Leichtigkeit'?
Hast du ein bisschen Geld gespart? Falls ja, könntest du doch einfach einmal etwas ausprobieren. Oder dir mal ein Coaching gönnen. Es gibt Methoden, die dich unterstützen würden beim Sortieren.
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07.06.2015, 10:59Inaktiver User
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
dieser absatz wie auch deine anderen beschreibungen klingen so, als ob du hauptsächlich damit beschäftigt bist, nach gründen zu suchen, warum du etwas bleiben lassen kannst...
vielleicht findest du in diesem artikel hier anregungen, las ich vor zwei tagen zufällig.
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07.06.2015, 11:16Inaktiver User
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Ich finde den Artikel ausgesprochen gut, kann ambivas Tipp ihn zu lesen nur unterstützen.
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07.06.2015, 11:45
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
@Julifrau: eine Freundin hatte mir sogar mal die Namen von ein paar Coaches aus der Nähe genannt, die ihr auch empfohlen wurden.. hatte es aber (mal wieder) aufgeschoben.. vielleicht wirklich einfach mal Probetermine vereinbaren..
@ambiva: danke! ja, einiges davon trifft sicher zu.. zB die Angst, es mir gut gehen zu lassen und dann passiert etwas Schlimmes (eigentlich schräg.. ) oder auch das aus moralischen Gründen schuldig fühlen kenne ich noch aus meiner Jugend, als meine Mutter so schwer krank war.. hat sicher auch geprägt. Und heute höre ich manchmal von Kollegen usw., dass das doch die schönste Zeit im Leben war, dann kommt schon mal so ein ungutes Gefühl auf.. mag aber auch ungern mit nicht so nahen Personen über sowas reden, also fresse ich so Gefühle auch mal gern ich mich rein.
Sorry, wenn ich jetzt einfach kreuz und quer Sachen aufschreibe, die mir gerade noch einfallen. Beim Lesen des Artikels fiel mir noch ein, dass ich schon lesen konnte, bevor ich in die Schule kam. Ich sollte einmal etwas vorlesen in der 1. Klasse und habe mich total geschämt, dass ich es schon konnte.
Was mir eben auch oft durch den Kopf geht, ist, dass ich oder auch irgendwelche Ereignisse mir so oft im Weg standen und ich zumindest beruflich mehr aus meinem Leben hätte machen können.. hatte eigentlich schon Potenzial, war anfangs immer eine super Schülerin, aber durch die ganzen Probleme hab ich mich irgendwann verschlossen und wurde auch immer stiller und habe kaum mehr mitgearbeitet und dann auch nur ein mittleres Abi gemacht, allerdings damals auch kaum was für getan. Hatte so eine große Null-Bock-Phase und dann irgendwann aber noch mal einen Rappel bekommen und studiert.. aber leider erst später gemerkt, dass eben noch andere Fähigkeiten benötigt werden, die ich nicht entwickelt hatte und bin jetzt irgendwie in ner Sachgasse gelandet.. und da setzt es eben an mit dem nicht aus dem Quark kommen und etwas an der Situation ändern.. :-/
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07.06.2015, 12:30
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Liebe Cranberry,
ich finde, du hast es sehr anschaulich beschrieben, wie sich dein Leben anfühlt. Ich lese daraus, dass du eher "das Leben entscheiden lässt" als selbst die Zügel in die Hand zu nehmen.
Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, denen scheinbar mühelos alles zufliegt. Das habe ich für mich so akzeptiert und stelle aber fest, dass es für mich sehr sehr hilfreich ist, wenn ich mir genau überlege, was ich eigentlich möchte.
Also im Grunde: Ziele.
Es hilft ja nichts, nach rechts und links zu schauen und festzustellen, dass A sich mal eben selbstständig macht und total erfolgreich ist, B im Lotto gewonnen hat und C eine fröhliche Kinderschar und einen zauberhaften Mann hat, der auch noch gut situiert ist und sie auf Händen trägt.
Es geht ja darum, für sich selbst einen Weg zu finden, sich erfolgreich und glücklich zu finden.
Ich finde es sinnvoll, sich "große" Ziele zu machen und dann in kleinen Schritten sich darauf zuzubewegen. Wenn man natürlich gar nicht weiß, was man will, ist es vielleicht ganz gut, mit Hilfe eines Coachings mal dort für sich zu schauen.
Ich lese gerade das Buch "Das Geheimnis der Anziehung" von L. J. Arthur, da geht es um Beziehungen, viele der Hinweise lassen sich aber auf die anderen Lebensbereiche übertragen.
Und aus meinem Leben kann ich berichten, dass es geht. Auch wenn Situationen aussichtslos erscheinen, kann eine Veränderung eintreten. Ich bin durch die Trennung und Scheidung von meinem Mann vor ein paar Jahren auch in eine Situation geraten, in der ich mich total fremdbestimmt fühlte. Mittlerweile habe ich viele Veränderungen erreicht, sogar meine berufliche Situation hat sich geändert, weil ich es unbedingt wollte.
Man muss aber wissen, was man will.
Liebe Grüße
Capbreton
P.S. Ich habe gerade noch einmal den Absatz gelesen mit den vertanen Möglichkeiten mit dem Studium etc. Das war auch für mich lange ein Thema, mit dem ich gehadert habe. Es bringt ja nichts zu hadern. Es ist so wie es ist und du kannst nur auf der Basis dessen, was du jetzt hast, weitermachen.
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07.06.2015, 12:58Inaktiver User
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Oh mein Gott, darf ich bei dir/euch mitmachen?! 
Tatsache ist: Erst gestern hatte ich eigentlich fast denselben Gedanken.
Vielleicht mal versuchsweise ein wenig eine Aufschlüsselung dazu:
1) Ich habe Angst, dass ich in einem Job hängenbleibe, der mich so gar nicht erfüllt, sondern nur "Arbeiten und nach Hause gehen ist". Daheim mache ich aber auch nichts Besonderes-gurke ich also ab jetzt nur noch auf mittelmäßigem Energielevel durch mein Leben?
Ich habe immer so das Gefühl: Wenigstens in einem meiner Lebensbereiche sollte es etwas geben, das mich "erfüllt", das einfach "Mehr" ist.
Und wenn ich schon privat soviel "Defizite" habe, und in meiner Berufssparte noch dazu eine Arbeitsszeit von 50 Stunden recht normal ist-sollte ich mich dann nicht dort auch wohlfühlen bzw. eben etwas tun, wofür sich der ganze Studiums-und Ausbildungsaufwand gelohnt hat?!
2) Ich komme nicht aus den Puschen-hätte mich schon vor Jahren engagieren und weiterbilden können-und dann kam auch immer dieser Gedanke auf: "Hach, wozu, die wollen mich eh nicht/dann habe ich weniger Zeit zum Lernen, darauf konzentrieren/jetzt ist es langsam auch schon zu spät dafür/was wenn ich es dann nicht schaffe".
3) Ich habe mich nicht genug angestrengt, zum Teil "tollerweise" bedingt dadurch, dass ich mich selbst abgestumpft habe mit dem Gedanken "wozu denn?!". Jetzt habe ich also einige Chancen auf einen besseren Stand im Beruf vergeigt, und das bereits während meiner Ausbildungsphase.
Interessanterweise kam das ganz oft dadurch, dass ich meinem eigenen Gefühl nicht trauen wollte und nicht vom üblichen Weg aller anderen um mich herum abweichen wollte.
Danach habe ich dann gemerkt: Mist, wäre doch logisch gewesen-und tatsächlich haben es sogar einige so wie ich gemacht...
Ich weiß, wie doof es ist, das im Prinzip ein wenig davon abhängig zu machen.
4) Ja, auch ich habe furchtbare Angst vor dem Glücklichsein-nicht nur bei mir, auch bei anderen aus meiner Familie! Es ist, als gäbe es eine Trennwand: Hier die anderen, dort ich. Ganz unlogisch bin ich der Meinung, dass sich automatisch eine Gewitterwolke über uns bildet, sobald wir vom bisher beschrittenen Weg abkommen und uns ein schönes Leben machen. So, als würden wir einem schlechten Karma entfliehen wollen, und das wird uns wieder einholen.
Das ist bei mir weniger durch Sicherheitsdenken bedingt-eher dadurch, dass bei mir eher so "vor sich hingelebt" wurde, der Sinn dahinter, warum man eigentlich dieses Ding namens "Leben" machen muss, hat sich meinen Eltern offensichtlich selbst nicht erschlossen. Selbstwertgefühl, was ist das. Interesse für Vorankommen, Schul-und Uniausbildung eigentlich gleich Null.
Klar, es wurde hingenommen-und zwischendurch wurde auch mal gratuliert für einen Abschluss (beim Abi nicht). Wie es weitergeht und ein Interesse am weiteren Verlauf gibt und gab es nicht, schon gar nicht daran, was ich eigentlich mit meinem Leben anstellen will.
Habe vor Kurzem etwas von einem "Uni-Coach" gesehen, wo die Kinder davon redeten, wie schwer es sei, ohne Zuspruch aus der Familie an sich zu glauben-oder ohne Ansprechpartner bei Fragen das Abi zu schaffen. Da fühle ich mich immer total abgestumpft, weil ich kein "Mitleid" habe bzw. Verständnis dafür, dass das schwer ist. In meiner Welt kam das auch nicht vor, aber nachgedacht darüber habe ich irgendwie nie...
Im großen Ganzen stellt sich für mich schon die Frage: Kommt da noch was? Also, ist es jetzt echt so "einfach", und ich muss einfach ein paar Schrauben drehen und mir ein neues Hobby suchen, ein wenig Sportbetätigung...und dann fühle ich mich gleich zufriedener? Und, will ich das überhaupt?! Ich weiß nicht, ob man mir noch folgen kann....
Aber, eine ganz wichtige Erkenntnis zum "Quark" :
Ja, ich habe es geschafft, teils aus ihm herauszukommen
Nein, es fühlt sich erstmal überhaupt nicht gut an, nein, es ist erstmal nicht perfekt, nein, ich habe es nicht zum passenden Zeitpunkt getan-sondern immer so nach dem Motto: "Besser spät als nie".
Irgendetwas nervt einen immer tierisch. Und irgendwas am Denkverhalten steht einen am Allermeisten im Weg. Bei mir war es: "Meine Bedürfnisse sind niemals wichtiger als die von anderen. Sobald ich mit meinen Handlungen jemanden einenge, muss ich mich hinten anstellen, sonst bin ich ein schlechter Mensch."
So, nun ist das aber nicht immer möglich und was das mit einem macht, nun, das brauche ich sicher nicht weiter erläutern.
Nach ewigem Rumgeeiere habe ich zB meine Wohnsituation geändert und bin umgezogen.
Als ich endlich gekündigt hatte, überkam mich eine Welle der Zufriedenheit-ich fühlte mich schuldig deswegen! So ungewohnt war es, etwas zu tun, wobei ich MICH mal ernstgenommen habe.
Danach fing ich plötzlich an, bei schlechter Laune mir etwas Gutes zu gönnen. Ich fühlte mich zuerst schuldig deswegen!
Dann wollte ich mich am Liebsten wieder so einigeln wie früher-bloß nicht den einen Nebenjob annehmen, eh schon zu spät. Ich hirnte mittlerweile seit 2 Jahren deswegen herum und jetzt schon wieder seit Wochen jeden Tag. Tja, was soll ich sagen: Es ging nicht mehr so wie früher. Ohne jegliche Motivation, ohne jegliches wirkliches Gefühl tippte ich die Bewerbung. Und hatte den Job. Erst einige Tage später merkte ich: richtige Entscheidung.
Immer noch kommen große, sehr große Wellen an Resignation zurück.
Und vor allem: Es fühlt sich erstmal gar nicht so toll an. Ich habe mal gelesen: Das Problem ist, dass sich unser aktuelles Leben, egal wie unzufrieden wir sind, immer vertrauter anfühlt. Deshalb halten wir als Gewohnheitstier daran fest. Richtig ist der Weg, wo wir uns unsicher fühlen, denn da sind wir richtig.
Man wartet also immer, dass das Bauchgefühl ein Okay gibt-tut es aber nicht, der miese Verräter lässt einen einfach alleine
Das zweite Problem: Sobald man aus diesem Verdrängen aufwacht, tut es erstmal unheimlich weh-man trauert um das, was man alles hätte tun können-ärgert sich über seine Faulheit usw. Und das wird, sobald man die ersten Schritte geht, nicht besser-sondern erstmal umso heftiger. Jedenfalls bei mir
So, das war jetzt ziemlich lang, entschuldigt. Vielleicht war es auch einfach nur...naja, Quark

Aber ich war gerade echt baff, dass ausgerechnet heute so ein Strang geöffnet wurde, der mir mit meinen Gedanken gerade so nahe kommt....
PS: Oh Gott, und ich bin auch noch gar nicht fertig...Der Witz ist: Diejenigen, die einfach das machen, was man selbst nicht tut, und bei denen es alles so einfach scheint: Oftmals machen die sich einfach nicht soviele Gedanken.
Und vor allem werten die die positiven Aspekte viel höher. Wie war das mit dem Spruch "Um glücklich zu sein, muss man beschließen, dass man es ist."...
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07.06.2015, 18:58Inaktiver User
AW: Wie komme ich aus dem Quark???
Hallo Ihr Lieben,
darf ich mit "quarken"?
Der böse, gemeine Quark.
Manchmal hängt er einem tonnenweise an den Beinen und verklebt den Kopf, die Gedanken.
In manchen großen Bereichen (Job, etc.) ist es wichtig, erst einmal zu träumen.
Denn Träume sind wichtig!
Was könnte ich machen, was will ich machen, was will ich auf gar keinen Fall machen.
Und aus diesen Träumen kann Realität werden.
Informationen sammeln, mit Menschen sprechen, durchdenken, durchrechnen usw.
Mancher Traum zerplatzt an gewissen Umständen, mancher Traum kann verwirklicht werden.
Das Wichtigste ist aber…nicht nur etwas wollen, sondern etwas machen, die Dinge anpacken!!!
Je mehr man macht, desto selbstsicherer wird man dadurch. Sollte etwas nicht klappen, ist das kein Beinbruch, sondern sind das Erkenntnisse, die uns sagen, so geht's nicht.
In meinem Leben habe ich aus Niederlagen mehr gelernt als aus Erfolgen.
Dann gibt's noch die kleinen Bereiche, bei denen es nicht so wichtig ist, ausm Quark zu kommen.
Kann ich mich heut nicht aufraffen, nach draussen zu gehen? Egal…dann tu ich mal ganz aktiv nix.
Muss ja auch mal gemacht werden.
Keine Lust auf Sport? Kenn ich gaaaar nicht. Der Kopf sagt: Mach! der Körper sagt: ach nööö, keine Lust.
Einfach aufstehen und ab! Und wenn der faule Körper nicht mag…dann darf man auch nicht so bös mit sich sein. Is halt mal so.
Das sind mal n paar Gedanken, die mir spontan dazu einfallen.
Liebe sonnige Grüße,
Igele.
P.S.: Bitte nicht im Quark ertrinken!


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