Ich habe gerade mal bei Amazon geschaut:
"Als Friedenskinder sind sie in den Zeiten des Wohlstandes aufgewachsen. Es hat ihnen an nichts gefehlt. Oder doch? Die Generation der zwischen 1960 und 1975 Geborenen hat mehr Fragen als Antworten: Wieso haben viele das Gefühl, nicht genau zu wissen, wer man ist und wohin man will? Wo liegen die Ursachen für diese diffuse Angst vor der Zukunft? Weshalb bleiben so viele von ihnen kinderlos? Noch ist es für sie ein völlig neuer Gedanke, sich vorzustellen, ihre tief sitzende Verunsicherung könnte von den Eltern stammen, die ihre Kriegserlebnisse nicht verarbeitet haben. "
Autsch...Wieder voll getroffen.
Mein Vater ist 39 geboren, hat also die letzten Kriegsjahre sehr bewußt und voller Angst miterlebt,
meine beiden Omas haben in Kampfgebieten gelebt.
Und ich bin zum Großteil bei meiner einen Oma aufgewachsen,
horte wie sie alles, was "man vielleicht noch irgendwann irgendwie brauchen wird".
In mir ist so eine tiefe Angst vor materiellem Mangel, daß ich förmlich hamstere und fast Messi-Merkmale aufweise, wobei es nie dreckig ist, nur daß ich mich von nichts trennen kann und viel "als Sicherheit brauche".
Gleichzeitig lähmt mich dieser Überfluß und belastet mich sehr, weil ich mich nicht wohlfühle damit.
Auch (bisherige) Lebensentscheidungen habe ich in Hinblick auf materielle Sicherheit zu Ungunsten von Glück und Zufriedenheit gewählt.
Auch vor "emotionalem Mangel" habe ich solche Angst, habe so vieles Ungutes deshalb jahrelang weggedrückt.
Verdammt, kann ich bitte nochmal 15 Jahre zurückdrehen,
um mit mehr Verstehen über mich anders- besser- zu entscheiden?!
Wie geht man mit solchen Erkenntnissen um?![]()
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 33
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31.05.2015, 12:47Inaktiver User
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht
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31.05.2015, 13:14
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht

erstens: wenn eine Erkenntnis heute kommt, und nicht vorgestern oder vor fünfzehn Jahren, so hat das seine guten Gründe. Jeder Mensch gibt immer sein Bestes in jedem Moment - was immer dieses Beste konkret ist. Aber mehr als sein Bestes hat man nun mal nicht. Dein fünfzehn Jahre jüngeres Ich hatte damals sein Bestes getan, wie du heute dein Bestes tust.
zweitens: jetzt, wo du die Erkenntnis hast, hast du ein Stück Freiheit gewonnen, und kannst in gewohnten Situationen neu und anders handeln, und das ist ein grosses Abenteuer.
gruss, barbara
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31.05.2015, 14:20
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht
hier kannst du auch schauen (und alle, dies interessiert) - ich finde die seite ein bißchen unübersichtlich, aber man kann sich durchwurschteln und ein paar infos finden.
Zitat von Inaktiver User
arabeskeNur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
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31.05.2015, 18:49
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht
Danke für den Hinweis..diese Seite kannte ich bisher nicht.
Vor allem das vorgestellte Buch " Nebelkinder" scheint sehr interessant zu sein. Ich hab grad bei Amazon mal ins Buch "reingeschaut" - und alleine das Vorwort von Sabine Bode löste bei mir wieder mal ein großes Wiedererkennen aus.
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31.05.2015, 22:08Inaktiver User
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht
bin beeindruckt!
wirklich hilfreich hier
danke @ Sternenfliegerin- zu dem, was Du schreibst, sehe ich auch Parallelen bei mir !!
danke auch allen anderen Schreiberinnen hier
auweia- das könnte echt eine neue Spur für mich sein- wohl eine der wenigen, wo ich noch nicht geforscht habe..
beim Topfschlagen würde man warm, wärmer.. "heiß" sagen.....
puh, ich hab gar keine Lust, ein neues Fass aufzumachen- und doch werde ich nicht darum herumkommen, wenn ich weiterkommen will...
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31.05.2015, 22:10Inaktiver User
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht
"Wer nicht weiß,
was vor der eigenen Geburt geschehen ist,
wird immer ein Kind bleiben."
(Cicero)
eben auf o.g. Seite gelesen....
na toll !!
Meine Mutter war NIE bereit, irgendetwas zu erzählen....sie ertrug es nur mit Verdrängung...und nun wird sie dement...
es gibt keinen mehr, der mir was erzählen könnte....
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31.05.2015, 22:44Inaktiver User
AW: Selbstsabotage- Bücher und Tipps gesucht
Ich halte dieses Zitat nicht für wahr."Wer nicht weiß,
was vor der eigenen Geburt geschehen ist,
wird immer ein Kind bleiben."
(Cicero)
eben auf o.g. Seite gelesen....
na toll !!
Das Thema "Kriegskinder"/Traumata war hier schon mal Thema. http://bfriends.brigitte.de/foren/pe...betroffen.html Ich würde mich nicht daran festbeißen. Es verführt dazu gerade dann, wenn man Verhaltensweisen nicht einordnen kann und meint damit nun endlich den Grund dafür gefunden zu haben. Das kann erstmal beruhigend und erleichternd sein. So ähnlich wie ein Arzt eine Diagnose stellt und damit den Symptomen einen Namen gibt. Aber mehr als eine mögliche Erklärung ist es nicht und ändert auch nichts an der Tatsache das damit das Problem dennoch weiterhin besteht.
Ich finde nicht das das unbedingt notwendig ist. Das was bis heute in Dir wirkt, was Du übernommen hast, Dich geprägt hat, kannst Du heute auch auf andere Weise erforschen. Dazu muss man meiner Ansicht nach nicht im Einzelnen wissen was genau geschehen ist.Meine Mutter war NIE bereit, irgendetwas zu erzählen....sie ertrug es nur mit Verdrängung...und nun wird sie dement...
es gibt keinen mehr, der mir was erzählen könnte....
Die Antworten wirst Du alle in Dir selbst finden!
Geändert von Inaktiver User (31.05.2015 um 23:12 Uhr) Grund: Ergänzt
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01.06.2015, 11:38Inaktiver User
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ja, danke, das hoffe ich auf jeden Fall !!!
für mich ist schon die FRage, OB ich überhaupt was zu dem Thema Kriegsgeneration lesen sollte- wie hilfreich das jetzt ist oder ob nicht ein anderer Weg auch zielführend wäre...Geändert von Inaktiver User (01.06.2015 um 11:49 Uhr)
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01.06.2015, 12:32Inaktiver User
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01.06.2015, 12:38Inaktiver User
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Mag in Einzelfällen ja so sein, aber für eine ganze Generation zu sprechen, ist wohl an den Haaren herbei gezogen. Auch nicht jedes Elternteil, das den Krieg miterlebte, hat daraus dieselben Schlussfolgerungen gezogen und Verhaltensweisen an den Tag gelegt.
Ich finde den Teaser mal wieder typisch für die beschriebene Generation der 1960er und später, die so vieles auf sich selbst bezieht und es einfach nicht lassen kann, an jeder Ecke eine externe Schuld für die eigene Ambivalenz zu suchen. Interessanter fände ich, mal im Detail nachzuschauen, welche Rolle die in dieser Zeit explodierende Alltagspsychologisierung spielte.



Wieder voll getroffen. 

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