Hallo, ich bin Mitte 40 und habe seit 2 Jahren eine echt schlimme Zeit hinter mir.
Eine Trennung nach 20 Jahren Ehe, den Verlust des gemeinsamen, eigenen Hauses,
meiner beruflichen Selbstständigkeit und hatte ein ausgewachsenes Alkoholproblem.
In dieser Zeit (ca. vor 1 Jahr) habe ich meinen jetzigen Freund bei einer Entgiftung kennengelernt
Anfangs waren wir nur befreundet, haben uns dann aber heftig ineinander verliebt.
Wir sind jedoch sehr schnell zusammen gekommen und seit dem führen wir eine „Beziehung“ mit
nur Höhen und nur Tiefen.
Jetzt nachdem ich einigermaßen wieder klar denken kann, meine eigene Wohnung habe und mich
auch beruflich wieder neu orientiere, kommen mir Zweifel an dieser Beziehung.
Die Anfangszeit war ein Traum. Wir beide völlig verliebt. Er hat mich auf den Händen getragen.
Obwohl wir uns nur am Wochenende sehen konnten, da er beruflich erst am Freitag nachhause ist.
Doch nach etwa 2 Monaten ging es los. Beim Aufräumen seiner Bude habe ich den Befund aus
der gemeinsamen Klinik gefunden und gelesen. Das hätte ich mir nie getraut, hätte er mir nicht
gesagt, er habe in seinen Räumlichkeiten keine Geheimnisse vor mir und ich kann schalten und walten, wie ich möchte. Letztendlich ergab sich aus dem Brief, dass er mir eine weitere Ehefrau
und ein weiteres Kind unterschlagen hat. Es folgte der 1. große Streit und die ersten Zweifel. Dazu kam dann, dass das Haus aus der Ehe verkauft wurde und ich auch wegen der gemeinsamen Selbstständigkeit mich mit meinen Noch-Mann häufiger getroffen habe. Ich musste dann meinen Freund versprechen, keinen Kontakt mehr mit meinen Mann zu haben. Auch sämtliche männliche Freunde oder Bekannte waren tabu und durften nicht mehr mein Haus betreten. Habe ich auch versprochen, aber nicht eingehalten und einfach gelogen.
Es folgten nur noch unschöne Szenen, bis zu Handgreiflichkeiten und wochenlangen Trennungen
Ich fühlte mich den 20 Jahren Ehe und auch Henry verpflichtet und habe versucht allen es recht
zu machen. Der Effekt war, dass ich auf Grund eines Rückfalls wieder in der Klinik landete.
Ich erholte mich wieder und habe seit dem auch nicht mehr getrunken, aber die Streitereien hörten
nicht auf. Bei jeden erneuten Streit oder Dingen, die ich in seinen Augen nicht richtig mache, lässt
er mich fallen. D h. er meldet sich nicht mehr. Dann ist auch egal, ob es Weihnachten ist, ich mit
40 Grad Fieber im Bett liege oder ich umziehe und das zieht er gnadenlos durch.
Ein aktuelles Beispiel: Anfang der Woche sollte ich endlich (zwischen 08.00 und 13.00 Uhr)Telefon bekommen. Der Techniker war erst um 14.00 Uhr da und geklappt hat es auch nicht.
Um 15.00 Uhr hätte ich beim Tierarzt sein müssen, da mein Hund sich ständig die Ohren kratzt.
Habe ich also nicht geschafft. Er hat mich dann am Telefon angepöbelt, ich bekomme nichts auf die Reihe,
schaffe den ganzen Tag nichts , bin unverschämt, ich solle ihn in Ruhe lassen und legte dann einfach ohne Abschied auf. Erreichbar war dann nur noch seine Mail-Box. Bis jetzt hat er sich auch
nicht mehr gemeldet.
Jetzt meine Frage, bin ich wirklich so unfähig, lasse ich mir zuviel gefallen? Eigentlich bin ich sehr
selbstbewusst und habe in meinen Leben schon einiges erreicht (Studium, 2 Ausbildungen), aber
bei diesem Mann kommen mir immer wieder Selbstzweifel. Ich liebe ihn und möchte mit ihm eine
gemeinsame Zukunft aufbauen, aber ich bin auch sehr unglücklich und daher keimen Zweifel bei mir auf.
Ich freue mich auf Eure Antworten.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 15
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29.05.2015, 08:40
Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
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29.05.2015, 09:08Inaktiver User
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Hm, nimm's mir nicht übel, aber ich halte das für eine äußerst ungute Kombination. Partner, die sich in der Klinik bei der Entgiftung kennengelernt haben.... da ist sicher durch die ähnliche Lebenssituation eine große Nähe entstanden.
Allerdings eben im Negativen. Wie viel Positives habt ihr zusammen erlebt?
Du kennst diesen Mann nur aus der Extremsituation und merkst jetzt, dass du dich nicht auf ihn verlassen kannst.
Dadurch bist du erneut in die Klinik gekommen. Handgreiflichkeiten gehen gar nicht.
Jeden, der mich nur einmal angepackt hat diesbezüglich, wurde sofort von mir verlassen.
Kümmere dich um dich und lass diesen Kerl gehen, wer weiß, was er noch verschwiegen hat.
Du brauchst jemanden, der selbst stabil ist.
Alles Gute!
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29.05.2015, 09:14
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Du läßt dir zuviel gefallen.
Er war da, als du wirklich jemanden brauchtest, es war toll, und jetzt hängst du an der Vergangenheit und denkst, die kann doch nicht vorbei sein. Ist sie aber.
Jemanden, der dich fertig macht, brauchst du nicht.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.05.2015, 09:19Inaktiver User
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Ich kann mir nur anschließen - du brauchst einen Partner, keinen Mann der dich klein hält um groß zu sein...
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29.05.2015, 09:23
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Danke Sunday. Eigentlich war mir der Inhalt deiner Antwort schon vorher bewusst. Auch meine Freunde und Familie denken so über meine Situation. Aber auf Grund meiner Labilität habe ich auch viel falsch gemacht und reflektiere vielleicht falsch.
Du hast auch recht mit den Heimlichkeiten. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich vieles nicht glaube oder einfach
hinterfrage.
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29.05.2015, 09:36
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Bevor ich mich hier "geoutet"habe, habe ich viele, ähnliche Beiträge von Mitstreiterinnen gelesen und auch oft den Kopf über deren Naivität geschüttelt. Bis ich merkte, dass ich auch gerade ähnliches erlebe und war dementsprechend nicht über eure Kommentare überrascht. Ich habe nur jetzt angst, dass ich wieder diejenige bin, die den Kontakt sucht. Wie werde ich den
kleinen Teufel auf meiner Schulter los.
Übrigens: Es tut echt gut, endlich mal Kommentare von Unbeteiligten zu erhalten und sich mal richtig auszu.......
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29.05.2015, 09:44Inaktiver User
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
willkommen in der bri

du bist ja schon sehr weit, wenn du dir bewusst geworden bist, dass dieser mann dir nicht gut tut.
es gibt sicher einige tricks, wie man den teufel auf deiner schulter los werden kann.
schreibe mit großem stift auf ein a4-blatt, warum dir dieser mann nicht gut tut.
wie z.b.: er schlägt mich.
die hängst du dann in deiner wohnung auf, so dass die immer präsent sind und du sie immer lesen wirst.
das kommt dann sehr schnell in dein bewusstsein.
dann schreibst du eine art tagebuch. nimm einen kollegeblock a4 und fange an zu schreiben. jeden tag. zehn minuten. mehr nicht. schreiben was dir in den kopf kommt. nach exakt zehn minuten lässt du den stift fallen.
und das jeden tag um die gleiche zeit.
wenn du dich lösen willst, dann wirst du es schaffen.....
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02.06.2015, 20:22Inaktiver User
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Hallo Penelope,
…indem Du auf den großen Engel hörst, der auf Deiner anderen Schulter sitzt und der Dir immer wieder sagt:
DU hast einen besseren Partner verdient.
DU brauchst so einen Mann nicht in Deinem Leben.
DU wirst Dich nicht wieder bei ihm melden.
DU wirst das Alles schaffen!
Und wo so viel Engel ist, da findet das Teufelchen kein Gehör mehr.
Wünsche Dir ganz viel Kraft.
Liebe Grüße,
Igele
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03.06.2015, 06:59
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
Liebe TE,
Dieser Mann tut dir nicht gut. Du bist gezwungen, ihn anzuzünden, weil er von dir etwas unmögliches verlangt. Er macht dich aus nichtigem Anlass klein, er unterstützt dich nicht, er selbst belügt dich, er schlägt dich. Alles ko -Kriterien für eine Beziehung.
Im übrigen bin ich auch der Meinung, daß Reha -Kliniken kein guter Ort zum kennenlernen eines neuen Partners sind, dort ist man zu labil.
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03.06.2015, 07:16
AW: Lasse ich mir zuviel gefallen oder habe ich ein Brett vor dem Kopf?
das Universum versteht kein nein, deshalb wirkt es besser, wenn die Sätze ohne das Wörtchen "nicht" formuliert sind. Sonst hat es den Effekt von "denk nicht an einen rosa Elefanten". Denn ob ich nun negiere oder nicht, die Aufmerksamkeit und Energie wandert da hin, was im Satz steht.
Besser also: was machst du, anstatt dich bei ihm zu melden, was möchtest du anstatt eines solchen Mannes im Leben haben, und was willst du konkret (dir er-)schaffen?
Du hast den Mann in der Entgiftung kennengelernt, heisst das, er ist Alkoholiker? Ich bin zwar nun in dem Punkt purer Laie, aber die paar Mal in meinem Leben, in denen ich auf Tuchfühlung mit Alkoholikern kam, eröffneten mir ein zutiefst destruktives Muster dieser Leute, das genau solche Ausprägungen hatte, wie du hier beschreibst: den Anderen klein und runter machen, haarsträubende Unterstellungen daherbringen, womöglich Kontrollwahn usw, und vor allem - das ganze immer weiter treiben und steigern. Bis sie sich wieder erfolgreich selbst torpediert haben, weil man da nur noch rennen kann, und dann können sie ihr Selbstmitleid und ihren Selbstekel wieder ersäufen. Da kannst du nichts machen. Auch wenn du mit ihm in den Abgrund springst, wird ihm das nicht helfen, er wird dich dafür nur immer mehr verachten (stellvertretend für sich).
Vielleicht zeigt diese Beziehung dir deine eigenen destruktiven Muster? Was davon kennst du aus deiner Ehe? Was zieht sich durch dein Leben? Bist du in Therapie? Du könntest da das, was der Mann in dir auslöst, von ihm losgekoppelt betrachten. Das könnte dir zeigen, warum du dich dafür zur Verfügung stellst (vielleicht nicht das erste mal) und so schwer loskommst.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.


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