Hallo Ihr lieben,
Ich bin ein wenig in Not - kenne das Problem und die Ursache, weiß aber nicht, wie ich damit umgehen soll, bzw. wie ich dem Streit aus dem Weg gehen kann.
Wir haben ein befreundetes Pärchen, dass sehr dominant ist. Das führt immer wieder zu Konflikten, die mir langsam so auf den Zeiger gehen, dass ich schon gar keine Lust mehr habe, mich mit ihnen zu verabreden.
Es läuft immer wieder nach dem selben Schema ab: ich soll Terminvorschläge machen, wann wir uns treffen können, tue dies, höre dann aber manchmal 2 Wochen nichts mehr. Früher habe ich mich dann total aufgeregt, weil ich die Termine dann frei hielt und wir zum Schluss alleine da saßen. Heute denke ich, wer zuerst kommt, malt zuerst. Das ist für mich wesentlich entlastender und siehe da, die Freunde können sich auch schneller entscheiden.
Der nächste Schritt ist dann, dass man verabredet, was man macht, bzw. Ob mit oder ohne Kinder. Das birgt auch schon Probleme. Früher verstanden sich die Kinder prächtig, jetzt können sie sich kaum noch leiden oder haben sich einfach auseinander gelebt, andere Interessen usw.
Habe ich in der Vergangenheit ab und zu den Vorschlag gemacht, wir könnten doch mal wieder alle zusammen locker Grillen oder so, bekam ich zur Antwort, dass ihre Kinder nichts mehr mit unseren zu tun haben wollen - das musste ich schlucken, keine Diskussion. Ich fand es schade, aber ok, man kann ja niemanden zwingen und unseren Kindern mangelt es nicht gerade an Freunden. Eines Tages kamen sie dann doch mit und es ging fürchterlich in die Hose, weil dann unsere Kinder ihrerseits keinen Bock mehr auf die Kinder der Freunde hatten, nachdem sie ja oft genug gehört hatten, dass sie nicht sehenswert waren. Ich selbst wäre sicher über meinen Schatten gesprungen und hätte einen schönen Grillabend verlebt, aber ich schreibe meinen Kindern nicht vor, was sie denken sollen - sie sind frei in ihren Entscheidungen. Das ich das dann äußerte, war das No-Go schlecht hin, "wer wären denn unsere Freunde, dass sie sich sowas bieten lassen müssten". Die Reaktion der Freunde war daraufhin, dass wir uns in Zukunft dann lieber ohne Kinder treffen. Ich akzeptierte und dachte auch, ist sicher besser so.
Nun ist einige Zeit vergangen, alles lief wieder gut, wir hatten zu viert viel Spaß, waren unbelastet, es lief rund. Da machten die Freunde jetzt ihrerseits den Vorschlag, es doch mal wieder mit allen zu versuchen. Ich meinte (aus Höflichkeit) ich glaube nicht, dass unsere Kinder wollen oder können, sie könnten aber gern ihre Kinder mitbringen. Das ist in den Augen der Freunde nun schon wieder eine Beleidigung. Ich wiederum verstehe nicht, warum man etwas versucht aufzuwärmen, was nicht mehr existiert. Die Kinder haben über keinerlei Kanäle mehr Kontakt. Es wollen auch beide Seiten der Kinder nicht, sonst würde ja einer mal den Anfang machen.
Nun ging es darum, was wir unternehmen. Die Freunde schlugen etwas vor, ich machte einen Gegenvorschlag, habe aber gleich betont, dass dieser nicht zwingend wäre. Ich hätte gerne etwas gefunden, was allen Spaß macht - kann ja nicht soooo schwer sein. Statt eines weiteren Vorschlags bekam ich die Antwort, wenn wir deren Vorschlag nicht akzeptieren, könne ja jeder was für sich machen. Klar können wir das... Aber was soll das? Mir kommt das komisch vor. Sucht man einen Vorwand Streit zu produzieren? Will man nur seine Macht ausreizen?
Ich muss dazu sagen, ich bin sehr schüchtern und harmoniebedürftig. Ich bin kein Mensch der Konfrontationen. Um des lieben Frieden Willens würde ich vieles mitmachen, was ich vielleicht nicht ganz so mag, aber bis zur Selbstaufgabe geht es nicht. (Unsere Freunde streiten sich gern auch mal in ihrem weiteren Freundeskreis - "nur um ehrlich zu sein".) Wir haben mit sonst niemandem unserer weiteren Freunde solche Probleme, weder bei der Terminfindung, noch bei der Überlegung was wir machen könnten oder ob wir alleine oder mit Kindern was machen. Dennoch mag ich die Freunde ansonsten, weil es zwischen uns oft sehr lustig zugeht. Ich will also die Freundschaft nicht wirklich aufs Spiel setzten, ich weiß aber ganz genau, wenn ich jetzt darauf beharre ihren Vorschlag nicht anzunehmen, trete ich einen Großbrand los, für den ich nicht gewappnet bin und für den ich auch keine Zeit und Lust habe. Ich fühle mich wie in der Titanic mit Sichtweite zum Eisberg.
Kann man solche Leute auch dazu bringen ein wenig selbst zu reflektieren?
Danke für eure Geduld.
LG Lucy
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 25
Thema: Dominante Freunde
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17.05.2015, 19:43
Dominante Freunde
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17.05.2015, 20:09Inaktiver User
AW: Dominante Freunde
du machst also einen vorschlag und ruderst gleich wieder zurück.
genau das wissen deine "freunde" und fordern:
entweder wie wir das wollen, oder garnicht.
dein harmoniebedürfnis in ehren,
aber so wirst du genau von diesem paar nicht ernst genommen.
was ist denn da in eurer freundschaft - ansonsten - unbelastet? (deine worte)
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17.05.2015, 20:19
AW: Dominante Freunde
ich kann solche Floskeln nicht leiden. Natürlich ist das nicht zwingend, so was muss man doch nicht dazu sagen!Die Freunde schlugen etwas vor, ich machte einen Gegenvorschlag, habe aber gleich betont, dass dieser nicht zwingend wäre.
Das ist genauso wie: "ich meins ja nicht bös". Kein Mensch meint was bös, was sollen diese Worthülsen eigentlich immer?
Ich mag mit Menschen, die gern solche Floskeln benutzen, auch nicht diskutieren. Mir ist es lieber, sie sagen einfach, was sie wollen und was nicht. Alles andere ist so mühselig und anstrengend und aufgeblasen. Energiefressend eben.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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17.05.2015, 20:39Inaktiver User
AW: Dominante Freunde
wie wichtig sind dir diese "Freunde" denn? Wäre es ein großer Verlust, sie nicht mehr in eurem Leben zu haben?
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17.05.2015, 20:40
AW: Dominante Freunde
Ich gehöre auch zu den Menschen, die mit einer klaren Ansage viel besser umgehen können, als mit wachsweichen Rede im Namen der Harmonie. Womöglich würdest du mich auch als dominant bezeichnen
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Darf ich dich fragen, warum deine Kinder es unbedingt erfaren müssten, dass die anderen Kidner nicht Lust hatten, sie zu treffen? Ich finde, das hat die Lager erst so kompliziert gemacht.
Verstehe mich nicht falsch, ich will absolut nicht über dich urteilen, aber ich habe öfters erlebt, dass gerade Menschen, die sich als sehr unkompliziert und harmoniesuchend bezeichnen, die schlimmsten Intrigen und Verwirrungen gestiftet haben.
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17.05.2015, 22:48
AW: Dominante Freunde
Danke euch allen für eure schnellen Antworten. :-)
Ich verstehe eure Zweifel und auch Gegenfragen. Es ist ja keine normale Situation oder Verhalten. Sonst wäre ich ja auch nicht so ratlos.
Natürlich mache ich mich angreifbar, wenn ich bereits eine Einschränkung mit formuliere. Ich habe nur deshalb so vorsichtig formuliert weil ich die Reaktionen auf Gegenvorschläge schon von vielen früheren Ereignissen kenne. Normal würde ich auch einfach nur einen Vorschlag machen. Ich kenne sonst auch niemanden, der auf Gegenvorschläge so komisch reagiert und umgekehrt, wenn mir jemand einen Gegenvorschlag machen würde, wäre das für mich auch kein Problem.
"Sonst unbelastet", weil es in der Vergangenheit schon des Öfteren wegen der Kinder Streitereien gab. Seit wir uns nur noch zu viert treffen, gab es das Problem eben nicht mehr und wir haben alle die Abende wesentlich mehr genossen.
Ja, ich fände es trotz allem Schade, sie als Freunde zu verlieren. Sie können auch sehr herzlich und hilfsbereit sein. Außerdem mag ich gern eine Vielzahl von unterschiedlichen Menschen - Abwechslung. Mit ihnen war es von Anfang an ganz anders als mit unseren anderen Freunden - intensiv, unglaublich lustig, ein Wortspiel jagt das nächste, aber es gibt eben auch diese unglaublichen Tiefen, die wir sonst bei anderen Freunden nicht kennen. Die verkrafte ich persönlich nur sehr schlecht.
Meinen Kindern habe ich natürlich damals nicht direkt erzählt, dass die anderen Kinder sie ablehnten. Aber Kinder sind ja nicht dumm und wenn wiederholt die Eltern auf Besuch kommen ohne Kinder oder es immer fadenscheinige Ausreden gibt, warum sie nicht dabei sind, dauert es nicht lange bis die Kinder wissen warum, die direkte Nachfrage erübrigt sich dann fast.
Ihnen einfach die Wahrheit sagen funktioniert nicht, weil sie, obwohl sie sich immer für klare Worte aussprechen absolut keine Kritik vertragen können. Alles schon versucht. :-o
LG Lucy
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19.05.2015, 17:16Inaktiver User
AW: Dominante Freunde
... und da wäre mir allmählich der Kamm geschwollen und ich hätte mich ihnen angeschlossen:
"Ok, wenn wir uns so schlecht auf etwas einigen können, dann sollten wir das Ganze lieber lassen. Hat wohl keinen Sinn mehr."
Ich finde es daneben, sämtliche Kinder zu gemeinsamen Unternehmungen nötigen zu wollen, obwohl jeder weiß, daß es ihnen gegen den Strich geht und daher vermutlich ähnlich häßliche Szenen zu erwarten sind wie in der Vergangenheit.
Keine Ahnung, warum Du Dich auf solche Diskussionen überhaupt einläßt. Aber an Deiner Stelle würde ich weniger diese Leute zum Reflektieren bewegen wollen, als mich mit meinem eigenen Verhalten näher befassen. Du hast Dir diese Suppe nämlich durch die eigene Kommunikation selbst eingebrockt.
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19.05.2015, 17:28Inaktiver User
AW: Dominante Freunde
Du hast damit überdeutlich signalisiert, daß Du Dich fürchtest. Dominante Menschentypen wittern sowas auf 100 Meter.
Im übrigen finde ich es gerade unter Freunden wichtig, daß man Grenzen setzt. Daß ihr Verhalten nicht der Norm entspricht, schreibst Du ja selbst. Gerade wenn sie bei Freunden damit anecken, bzw. solche deswegen verlieren, gibt ihnen das Gelegenheit, darüber zu reflektieren. Manche von ihnen wachen durch sowas erst auf - manche suchen sich andere Freunde, die devoter sind als die bisherigen.
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19.05.2015, 18:32
AW: Dominante Freunde
vielleicht werden die dadurch auch erst dominant.
Die Sache geht nämlich auch andersrum: wenn einer eher devot ist, dann bleibt dem Gegenüber gar nix anderes übrig, als dominant zu werden, wenn man was miteinander vor hat. Das ist eben wie die berühmte Saite eines Musikinstrumentes: wenn die gut klingen soll, muss die Spannung stimmen. Und gespannt wird in Beziehungen von zwei Seiten.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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19.05.2015, 18:40
AW: Dominante Freunde
Sagen wir es so: Entweder ihr schafft es in einem Gespräch auf einen gemeinsamen "Nenner" zu kommen oder es ist an der Zeit, sich von diesen Leuten zu distanzieren. Ganz ehrlich, ich möchte weder eine Freundschaft noch eine Beziehung führen, die mehr Kraft raubt als das sie Freude und Unbeschwertheit mit sich bringt.
Wer immer nur tut was er schon kann,
bleibt schlussendlich das, was er schon ist.
Henry Ford


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