Gefühle sind "Hirnchemie". In der Regel Hormone und andere Botenstoffe, die das Hirn in einen bestimmten Zustand versetzen, der dann in unserem Bewusstsein als bestimmtes Gefühl wahrgenommen und interpretiert wird.
Das heisst: wenn die Hirnchemie aus dem Gleichgewicht ist - etwa, wenn die Produktion bestimmter Botenstoffe aufgrund einer Erkrankung gestört ist, kann die "Gefühlsexistenz" in diesem Hirn gestört sein. Gefühle werden dann unter Umständen nicht "produziert", der betreffende Mensch hat sie also nicht oder nur gering und nimmt sie deshalb kaum oder nicht wahr.
Ursache können körperliche Krankheiten/Störungen sein, aber auch Störungen im "psychischen" Bereich, also im Hirn selbst (denn "Psyche" ist eine Funktion des Gehirns), die die Produktion gewisser Botenstoffe beeinflussen.
Davon zu unterscheiden ist die Eigenart mancher Menschen, gewisse oder alle Gefühle nicht wahrzunehmen - obwohl sie auf Ebene Hirnchemie vorhanden wären. Das können unbewusste Blockaden oder auch bewusste Entscheidungen sein. Oder Schutzmechanismen. Oder Abstumpfungseffekte und Gewöhnung.
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Ergebnis 21 bis 30 von 104
Thema: Mensch ohne Gefühle
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13.05.2015, 13:14Inaktiver User
AW: Mensch ohne Gefühle
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13.05.2015, 13:20
AW: Mensch ohne Gefühle
Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
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13.05.2015, 13:20Inaktiver User
AW: Mensch ohne Gefühle
Horus hat's ja gut zusammengefasst. Gefühle hat jeder (alleine durch die Verarbeitung von Sinnesreizen), sonst ist es schwer, sich im Leben zurechtzufinden. Inwieweit die Gefühle zur Beurteilung der Erlebnisse/der Situation herangezogen werden, ist eine komplett andere Frage. Und da weist Horus ja auch drauf hin: Krankheit, Abstumpfung, Schutz etc. Dennoch werden Gefühle "produziert", nur unterschiedlich verarbeitet bzw. ignoriert.
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13.05.2015, 13:34
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13.05.2015, 13:38
AW: Mensch ohne Gefühle
Genau so hat es sich angefühlt. Er hat oft Sachen gemacht, die er wußte, dass sie mir Freude bereiten und im normalen Alltag konnte ich keine Störungen feststellen Wie gesagt, nur wenn es um Empathie ging entstand bei mir der Verdacht, dass da was nicht stimmt.
Kann so ein Mensch eine normale Partnerschaft führen? Als es mit uns zu Ende ging, habe ich mir oft überlegt, ob es nicht an mir lag, dass wir keine echte Nähe aufbauen konnten. Ich bin kein einfacher Mensch.
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13.05.2015, 13:43
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13.05.2015, 13:46Inaktiver User
AW: Mensch ohne Gefühle
Naja, wenn man von früher Kindheit an die Erfahrung gemacht hat, dass die eigenen Gefühle einem schaden (etwa, weil sie einem aus Schwäche ausgelegt werden, wenn sie ausgenutzt werden durch Ditte - oder aber auch komplett ohne Dritte, nämlich einfach "nur" dadurch, dass man merkt, man leidet allzu fest, wenn man empfindet), dann greifen oft die angeborenen Schutzmechanismen, indem die entsprechenden (oder alle) Gefühle mit Willenskraft negiert, unterdrückt, beiseite geschoben werden.
Und je mehr Übung man damit hat, je besser einem das gelingt, desto weniger nimmt man sie mit der Zeit wahr. Auch wenn sie auf Ebene Hirnchemie noch da wären.
Dazu kommt: Hirnfunktionen, die nicht gebraucht werden, werden mit der Zeit zurückgefahren. Ungenutzte Verknüpfungen der Hirnzellen sterben ab, Botenstoff-Produktion wird zurückgefahren.
"Gebraucht-Sein" heisst in dem Fall: wahrgenommen und erlebt. Das heisst: der anfängliche Willensakt, Gefühle beiseite zu schieben und nicht mehr wahrzunehmen, das unbewusst zum Automatismus werden kann, kann tatsächlich dazu führen, dass die Gefühle mit der Zeit auch auf Ebene "Hirnchemie" zurückgefahren werden. Denn sie dienen ja zu nichts, sie werden nicht gebraucht - und überflüssige Zellverbindungen bzw. chemische Abläufe fährt das Hirn mit der Zeit zurück, denn sie sind Energieverschwendung.
So gesehen kann das anfängliche Unterdrücken/Beiseiteschieben von Gefühlen mit der Zeit dazu führen, dass Gefühle tatsächlich weniger intensiv auftreten, auch auf Ebene Gehirnaktivität.
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13.05.2015, 13:55
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13.05.2015, 13:58
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13.05.2015, 14:08
AW: Mensch ohne Gefühle
Bei der Fragestellerin geht es immerhin um einen Mann.
Viele Frauen beklagen, dass ihre Kerle so gefühllos seien. Die Wahrnehmung durch Frauen wird zwar als Realität gesehen, stimmt so aber nicht.
Die meisten Jungen sind vor allem durch ihre Mütter, und bestimmt durch ihre Väter, ziemlich auf "Mann" getrimmt worden. Und irgendwann verinnerlichen Jungen auch die Sprüche: "Ein Mann weint nicht". "Man muss auch verlieren können". Und seit vielen Jahren "cool bleiben".
Während Mädchen über alles stundenlang tratschen müssen, lernen Jungen Aufreißersprüche. Wer hat die größte Klappe? wer kann die derbsten Witze? Nur nichts ernst nehmen! Und zusammen mit Freunden die übelsten Massakerfilme glotzen, aber niemals dabei erschrecken.
Während Frauen bei Liebeskummer tagelang weinen können, besaufen sich die jungen Kerle. Sie heulen nach innen.
Und lernen dabei, dass es uncool ist, Gefühle zu zeigen und schon gar nicht darüber reden. Das kann jeder Mensch erlernen, aber für viele Männer ist das ihre Realität. Und genau dann wird es schwierig in der Beziehung von Mann und Frau.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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