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  1. Inaktiver User

    AW: Mensch ohne Gefühle

    Gefühle sind "Hirnchemie". In der Regel Hormone und andere Botenstoffe, die das Hirn in einen bestimmten Zustand versetzen, der dann in unserem Bewusstsein als bestimmtes Gefühl wahrgenommen und interpretiert wird.
    Das heisst: wenn die Hirnchemie aus dem Gleichgewicht ist - etwa, wenn die Produktion bestimmter Botenstoffe aufgrund einer Erkrankung gestört ist, kann die "Gefühlsexistenz" in diesem Hirn gestört sein. Gefühle werden dann unter Umständen nicht "produziert", der betreffende Mensch hat sie also nicht oder nur gering und nimmt sie deshalb kaum oder nicht wahr.

    Ursache können körperliche Krankheiten/Störungen sein, aber auch Störungen im "psychischen" Bereich, also im Hirn selbst (denn "Psyche" ist eine Funktion des Gehirns), die die Produktion gewisser Botenstoffe beeinflussen.

    Davon zu unterscheiden ist die Eigenart mancher Menschen, gewisse oder alle Gefühle nicht wahrzunehmen - obwohl sie auf Ebene Hirnchemie vorhanden wären. Das können unbewusste Blockaden oder auch bewusste Entscheidungen sein. Oder Schutzmechanismen. Oder Abstumpfungseffekte und Gewöhnung.

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    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von Ella969 Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, welche Tragweite eine vollständige Emotionslosigkeit hat, kann so ein Mensch fair und ethisch korrekt sein? Viele für andere negative Handlungen werden unterlassen, gerade aus dem Wissen, wie schlimm sich das für den anderen anfühlt. Hat man dazu keinen Bezug, was soll einen noch davon abhalten?

    Sagen wir mal der Mann ist wirklich gefühllos, dann weiss er nicht wie es ist zu fühlen, aber man lernt was von einem erwartet wird und passt sich an, und tut oft das was von einem erwartet wird, manchmal wie ein Robot.

    So wenigstens hat ein Experte das mal erklärt.
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

  3. Inaktiver User

    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von mckenzie Beitrag anzeigen
    Wenn der Mann wirklich keine Gefühle hat ist es kein Normalfall.
    Horus hat's ja gut zusammengefasst. Gefühle hat jeder (alleine durch die Verarbeitung von Sinnesreizen), sonst ist es schwer, sich im Leben zurechtzufinden. Inwieweit die Gefühle zur Beurteilung der Erlebnisse/der Situation herangezogen werden, ist eine komplett andere Frage. Und da weist Horus ja auch drauf hin: Krankheit, Abstumpfung, Schutz etc. Dennoch werden Gefühle "produziert", nur unterschiedlich verarbeitet bzw. ignoriert.

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    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gefühle sind "Hirnchemie". In der Regel Hormone und andere Botenstoffe, die das Hirn in einen bestimmten Zustand versetzen, der dann in unserem Bewusstsein als bestimmtes Gefühl wahrgenommen und interpretiert wird.
    Das heisst: wenn die Hirnchemie aus dem Gleichgewicht ist - etwa, wenn die Produktion bestimmter Botenstoffe aufgrund einer Erkrankung gestört ist, kann die "Gefühlsexistenz" in diesem Hirn gestört sein. Gefühle werden dann unter Umständen nicht "produziert", der betreffende Mensch hat sie also nicht oder nur gering und nimmt sie deshalb kaum oder nicht wahr.

    Ursache können körperliche Krankheiten/Störungen sein, aber auch Störungen im "psychischen" Bereich, also im Hirn selbst (denn "Psyche" ist eine Funktion des Gehirns), die die Produktion gewisser Botenstoffe beeinflussen.

    Davon zu unterscheiden ist die Eigenart mancher Menschen, gewisse oder alle Gefühle nicht wahrzunehmen - obwohl sie auf Ebene Hirnchemie vorhanden wären. Das können unbewusste Blockaden oder auch bewusste Entscheidungen sein. Oder Schutzmechanismen. Oder Abstumpfungseffekte und Gewöhnung.
    Danke für die Erklärung, sie ist umfangreich und präzise. Ich nehme an, es geht bei ihm um die Verarbeitung der Gefühle und nicht um Störungen im Gehirn. Eine sehr schwere Kindheit (als Vollweise) wäre eine mögliche Erklärung dafür

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    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von mckenzie Beitrag anzeigen
    Sagen wir mal der Mann ist wirklich gefühllos, dann weiss er nicht wie es ist zu fühlen, aber man lernt was von einem erwartet wird und passt sich an, und tut oft das was von einem erwartet wird, manchmal wie ein Robot.

    So wenigstens hat ein Experte das mal erklärt.
    Genau so hat es sich angefühlt. Er hat oft Sachen gemacht, die er wußte, dass sie mir Freude bereiten und im normalen Alltag konnte ich keine Störungen feststellen Wie gesagt, nur wenn es um Empathie ging entstand bei mir der Verdacht, dass da was nicht stimmt.

    Kann so ein Mensch eine normale Partnerschaft führen? Als es mit uns zu Ende ging, habe ich mir oft überlegt, ob es nicht an mir lag, dass wir keine echte Nähe aufbauen konnten. Ich bin kein einfacher Mensch.

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    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von Ella969 Beitrag anzeigen
    Genau so hat es sich angefühlt. Er hat oft Sachen gemacht, die er wußte, dass sie mir Freude bereiten und im normalen Alltag konnte ich keine Störungen feststellen Wie gesagt, nur wenn es um Empathie ging entstand bei mir der Verdacht, dass da was nicht stimmt.

    Kann so ein Mensch eine normale Partnerschaft führen? Als es mit uns zu Ende ging, habe ich mir oft überlegt, ob es nicht an mir lag, dass wir keine echte Nähe aufbauen konnten. Ich bin kein einfacher Mensch.


    Was Du beschreibst kenne ich von meiner Enkelin, die hat allerdings eine Diagnose. Ich will da aber nicht tiefer oder gar in Details gehen.
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

  7. Inaktiver User

    AW: Mensch ohne Gefühle

    Naja, wenn man von früher Kindheit an die Erfahrung gemacht hat, dass die eigenen Gefühle einem schaden (etwa, weil sie einem aus Schwäche ausgelegt werden, wenn sie ausgenutzt werden durch Ditte - oder aber auch komplett ohne Dritte, nämlich einfach "nur" dadurch, dass man merkt, man leidet allzu fest, wenn man empfindet), dann greifen oft die angeborenen Schutzmechanismen, indem die entsprechenden (oder alle) Gefühle mit Willenskraft negiert, unterdrückt, beiseite geschoben werden.
    Und je mehr Übung man damit hat, je besser einem das gelingt, desto weniger nimmt man sie mit der Zeit wahr. Auch wenn sie auf Ebene Hirnchemie noch da wären.

    Dazu kommt: Hirnfunktionen, die nicht gebraucht werden, werden mit der Zeit zurückgefahren. Ungenutzte Verknüpfungen der Hirnzellen sterben ab, Botenstoff-Produktion wird zurückgefahren.
    "Gebraucht-Sein" heisst in dem Fall: wahrgenommen und erlebt. Das heisst: der anfängliche Willensakt, Gefühle beiseite zu schieben und nicht mehr wahrzunehmen, das unbewusst zum Automatismus werden kann, kann tatsächlich dazu führen, dass die Gefühle mit der Zeit auch auf Ebene "Hirnchemie" zurückgefahren werden. Denn sie dienen ja zu nichts, sie werden nicht gebraucht - und überflüssige Zellverbindungen bzw. chemische Abläufe fährt das Hirn mit der Zeit zurück, denn sie sind Energieverschwendung.

    So gesehen kann das anfängliche Unterdrücken/Beiseiteschieben von Gefühlen mit der Zeit dazu führen, dass Gefühle tatsächlich weniger intensiv auftreten, auch auf Ebene Gehirnaktivität.

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    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So gesehen kann das anfängliche Unterdrücken/Beiseiteschieben von Gefühlen mit der Zeit dazu führen, dass Gefühle tatsächlich weniger intensiv auftreten, auch auf Ebene Gehirnaktivität.
    Ich finde das erschreckend, allerdings für jemanden, der tatsächlich die Unterdrückung zum Überleben braucht, ist das bestimmt ein Segen.

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    AW: Mensch ohne Gefühle

    Zitat Zitat von Ella969 Beitrag anzeigen
    Gute Frage... Für mich ist ein Gefühl eine (beständige) emotionale Regung, die entsteht, wenn eine bestimmte Situation oder ein Gedabke eintritt. Der Unterschied zwischen Denken und Fühlen ist, dass das Denken nur aufgrund vergangenen Erfahrungen stattfindet, während das Fühlen etwas spontaneres ist.
    Aber es scheint sich ja nur auf bestimmte Gefühle beziehen. Auch Fühlen bezieht sich auf die gemachten Erfahrungen, denn durch diese "Brille" bewertet man die neue Situation ja.

  10. User Info Menu

    AW: Mensch ohne Gefühle

    Bei der Fragestellerin geht es immerhin um einen Mann.

    Viele Frauen beklagen, dass ihre Kerle so gefühllos seien. Die Wahrnehmung durch Frauen wird zwar als Realität gesehen, stimmt so aber nicht.

    Die meisten Jungen sind vor allem durch ihre Mütter, und bestimmt durch ihre Väter, ziemlich auf "Mann" getrimmt worden. Und irgendwann verinnerlichen Jungen auch die Sprüche: "Ein Mann weint nicht". "Man muss auch verlieren können". Und seit vielen Jahren "cool bleiben".

    Während Mädchen über alles stundenlang tratschen müssen, lernen Jungen Aufreißersprüche. Wer hat die größte Klappe? wer kann die derbsten Witze? Nur nichts ernst nehmen! Und zusammen mit Freunden die übelsten Massakerfilme glotzen, aber niemals dabei erschrecken.

    Während Frauen bei Liebeskummer tagelang weinen können, besaufen sich die jungen Kerle. Sie heulen nach innen.

    Und lernen dabei, dass es uncool ist, Gefühle zu zeigen und schon gar nicht darüber reden. Das kann jeder Mensch erlernen, aber für viele Männer ist das ihre Realität. Und genau dann wird es schwierig in der Beziehung von Mann und Frau.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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