Hallo, ihr!
Danke für die vielen Gedanken.
Hatte gestern schon eine lange Antwort geschrieben, die ist aber beim Absenden im Nirwana verschwunden... Also auf ein Neues.
Hallo Genna! Ich hatte deinen Strang tatsächlich schon entdeckt, bevor ich meinen eröffnet habe. Der Strangtitel ließ ja vermuten, dass es um was ähnliches geht (auch wenn unsere Situationen dann doch wieder verschieden sind - im Grunde geht's um loslassen). Habe dann doch noch einen eigenen aufgemacht, weil das Drumherum sich doch unterscheidet. Trotzdem habe ich auch in deinem Strang für mich hilfreiche Sätze gefunden!
Danke für dein Angebot
Hallo nase. Was du schreibst, haben hier ja andere auch nochmal erwähnt. Ja, ich denke meistens auch vom Kopf her so - wenn es hätte sein sollen, wären wir zusammen gekommen. Es gab genug Gelegenheiten. Es lag sicher nicht NUR an den äußeren Umständen, auch wenn ich durchaus finde, dass die äußeren Umstände vieles zwischen uns verhindert oder kompliziert gemacht haben. Die vielen Länderwechsel, allem voran. Aber das kann nicht alles gewesen sein, es lag auch an uns selbst, dass es nie was wurde.
Das weiß mein Kopf.
Dann schaltet sich mein Gefühl ein, und hofft, dass vielleicht doch das letzte Wort zwischen uns noch nicht gesprochen ist - vielleicht passiert ja doch irgendwann, irgendwie noch was.
Ist aber Humbug, sich daran zu klammern.
Und ich bin auch enttäuscht von mir selbst, dass ich nicht einfach nur glücklich für ihn sein kann, dass er jetzt eine glückliche Partnerschaft hat. Für mich war Liebe auch immer ein Kind der Freiheit, und meine Sehnsucht jetzt hat irgendwas besitzbeanspruchendes, was ich nicht schön finde, an anderen nicht und an mir schon erst recht nicht.
Ja, wo du es so schreibst, sicher hast du recht. Ein Teil davon ist sicher auch Projektion. Weil er eben so viel für mich verkörpert, Heimat, Halt, Konstanz. Was ich oben nur ausdrücken wollte - es ist nicht nur Projektion, im Sinne von, dass ich einem Idealbild nacheifere, von einem Mann den ich in der Realität gar nicht als Partner wollen würde. So ist es nicht. Wie gesagt: Wenn er heute käme, und Single wäre, würde ich nicht nochmal zögern. So wie du schreibst, Magalie:
Aus der Geschichte habe ich sicher das eine gelernt, dass manche Chancen nicht ewig bestehen und ich würde damit nicht mehr so zögerlich sein in der Zukunft.
...Danke dir, ich denke, das obenstehende wäre der Optimalzustand, den ich noch hoffe zu erreichen. Es mit mehr Leichtigkeit betrachten und auch mehr Dankbarkeit dafür, dass wir uns überhaupt hatten, dass ich so einen Menschen kennen gelernt habe und so lange begleiten durfte. Es war ja sehr schön. Grade überwiegt total das 'Verlustgefühl', dass mir etwas unwiederbringlich verloren gegangen ist. Ich hoffe, das umdenken klappt, und ich kann irgendwann deine obigen Sätze auch so empfinden
Hallo Spatz. Hm, wäre ja ein logischer Ansatz - als Schutz davor, irgendeine Bindung einzugehen, so ähnlich wie wilhelma schrieb, dass man im Grunde gar nicht bereit ist für einen Partner.
Aber ich merke eigentlich gerade so die letzten Jahre, dass ich jetzt doch gerne wieder eine feste Partnerschaft hätte. Mehr noch, kann ich mir inzwischen sogar auch vorstellen, irgendwann Familie zu haben, was vor 5 Jahren noch anders war. Habe schon das Gefühl, bereit für eine feste Partnerschaft zu sein. Ob da unterbewusst irgendwas da ist, an Bindungsängsten, weiß ich halt nicht. Glaube aber nicht, dass das so ist. Der Wunsch nach Beziehung ist auf jeden Fall in der letzten Zeit immer mehr gewachsen, früher hatte ich ganz andere Prioritäten. Und - auch wenn hier einige angemerkt haben, Liebe überwindet auch große Distanzen -, mein 'flatterhaftes' Leben in verschiedenen Ländern hat es doch immer schwierig gemacht, sich fest zu binden. Es gab da Männer, immer mal wieder, und es war schön, aber es war eine Verbindung auf Zeit, nichts mit Blick in die Zukunft. Natürlich gibt's Fernbeziehungen, die funktionieren. Aber dafür muss man auch ein Stück weit gemacht sein. Für mich war es nie eine richtige Option und so war da eben nie mehr eine wirklich feste Beziehung drin.
Hallo Magalie. Doch, auch das meinte ich. Ich meinte allgemein Abschiede, bei denen man weiß oder spürt, sie sind endgültig. Ob es jetzt Freundschaften sind, die mal innig waren und sich auseinander gelebt haben. Trennung von einem Partner. Oder Todesfälle. Ich wollte einfach nur damit sagen - ich kenne Abschied und Verlust. Sehr viel schmerzhafteres auch, als das hier. Aus meiner Ursprungsfamilie lebt niemand mehr. Auch wenn ich zu dieser sicher nicht die tiefe Art von Bindung hatte, die in anderen Familien herrscht (bin nicht dort aufgewachsen), so waren mir als Erwachsene diese 'Wurzeln' und eben Blutsverwandte doch wichtig geworden.
Ich brauche recht lange um Abschiede zu verarbeiten, aber ich kann dann auch weiter machen.
Deshalb fällt es mir schwer zu begreifen, warum ich diese vergleichsweise 'leichte' Abschiedsgeschichte nicht einmal zu einem Ende bringen kann, das loslassen kann. Obwohl schon lange kein Kontakt mehr besteht, obwohl ich versucht habe, ihn zu vergessen, zumindest soweit, dass er mir nicht täglich im Kopf rumspukt.
Hallo zio. Ja, irgendeinen Grund wird es dafür geben, dass ich das nicht loslassen kann.
Leider tappe ich da bisher im Dunkeln. Ich grübele darüber ja immer mal wieder nach, wenn das Thema mich so gar nicht mehr los lässt. Ich weiß, dass es sich für mich längst nicht mehr gut anfühlt. Ich schrieb oben - es fühlt sich mittlerweile so besitzergreifend an, dass ich das selber sehr unangenehm empfinde. Es ist ja nur in meinem Kopf, ich tu ja nix. Trotzdem ist diese ständige Sehnsucht, die Vorstellung einer gemeinsamen Zukunft etc., so präsent, dass ich es aufdringlich finde und sehr anstrengend. Und ich habe bisher keine wirkliche Vorstellung davon, warum ich damit nicht mal aufhören kann. Unsere Verbindung besteht längst nicht mehr so, wie sie mal war - seine Seite ist längst abgebrochen. Woran klammere ich mich noch?
Sojourner, danke für die verständnisvollen Worte, das hat mir sehr weiter geholfen. Ja, ich sehe das auch als etwas Besonderes, was da war zwischen uns. Schade, dass es wohl nicht für die Realität bestimmt war (oder wäre es das doch gewesen, wenn ich irgendwann mal einen Schritt auf ihn zugegangen wäre?). Aber vielleicht hast du recht, und es ist einfach so, wie es ist, eine geistige Verbindung, Nähe, was auch immer.
Ich kann das schwer beschreiben, aber in all den Jahren hat es sich doch irgendwie immer so angefühlt, als wäre er 'mit' mir. Obwohl wir de facto kein Paar waren. Wir waren füreinander mit die wichtigsten Ansprechpartner, selbst nach teilweise wochenlanger Kontaktpause, immer wenn was wirklich wichtiges vorfiel, waren wir füreinander jeweils mit die ersten, die kontaktiert wurden. Was war nicht alles in acht Jahren, Jobwechsel, Umzüge, Krisen, Todesfälle, ... alles wurde geteilt. Und auch wenn da andere Menschen phasenweise in unserem Leben waren, sobald wir Single waren, zog es uns wieder zueinander. Und das mit so einer Verlässlichkeit, dass doch irgendwie eine Bindung entstanden ist. Keine feste Partnerschaft offensichtlich, aber etwas was sich teilweise nah dran angefühlt hat. Er hat das selber auch das ein oder andere Mal so ausgedrückt.
Aber es ist mir auch klar, dass so eine Art von Verbindung, so eine 'Liebe' auf Distanz nicht für immer erfüllend ist, für die meisten zumindest nicht. Es hätte irgendwann 'real' werden müssen, oder - und so ist es ja nun gekommen - einer von uns würde über kurz oder lang mit jemand anders 'sesshaft' werden und Zukunftspläne schmieden. Das lockere was wir hatten war eben, trotz aller Kontinuität, doch unverbindlich.
Sojourner, nein, du hast Recht, ich muss mich nicht auf 'jeden' Mann einlassen (können), der grade mal nett und intelligent ist. Klar, gehört zum verlieben mehr. Es ist auch okay, wenn das eine Weile dauert, bis mir der nächste begegnet, mit dem es funkt. Was mich stört ist, dass mir immer wieder N im Hinterkopf auftaucht, sobald irgendein Mann auf meiner Bildfläche erscheint den ich interessant finde. Ich kann nicht jeden immer wieder mit ihm vergleichen. Was wir in acht Jahren an Nähe aufgebaut haben, kann man nicht in einen Vergleich setzen, mit einem Menschen den man neu kennen lernt. Trotzdem fühle ich mich innerlich/emotional irgendwie 'besetzt', hatte das ja auch schon früher, wie ich geschrieben hatte, in Südamerika mit dem Mann, mit dem ich zusammen war, und den ich verlassen habe weil mir N zu sehr im Kopf war. Es hat sich auf abstruse Weise fast wie Betrug angefühlt. Ich war damals emotional besetzt und fühl mich immer noch so, obwohl der Mann seit 2 Jahren fest vergeben ist, das ist bescheuert.
Hallo liebestoll, ob wir seelenverwandt sind, oder ob ich an Seelenverwandtschaft glaube, ich weiß es nicht. Sicher ist, dass ich mich ihm in einer Tiefe verbunden gefühlt habe all die Jahre, wie sonst zu niemandem. Irgendwas muss ja aber doch gewesen sein, das uns zurück gehalten hat die Liebe auch zu leben. Er ist offenbar beziehungsfähig und ich halte mich auch für beziehungsfähig. Warum nicht miteinander? Dafür hat es wohl Gründe gegeben.
Deinen Strang habe ich noch nicht entdeckt, ich werde reinlesen.
Das obige passt einerseits zu uns, andererseits war doch auch eine körperliche Komponente dabei. Es war nun nicht so eine rein geistige Verbundenheit, auf intellektueller Ebene. Auch, aber nicht nur. Wir fanden uns schon auch attraktiv, und als wir so beide mal ziemlich heftiges Heimweh hatten, beide in einem fernen Land (verschiedene Länder, verschiedene Kontinente!), weit weg von allen Freunden und Verwandten, noch keine einheimischen Kontakte, einfach mutterseelenallein - da haben wir uns auch mal gegenseitig erzählt, dass wir in einsamen Nächten so doch immer wieder aneinander denkenNicht rein platonisch. Er hatte damals sogar ein Foto von mir mitgenommen ins Ausland und auf seinen Nachttisch gestellt, ich hatte das beim skypen mit ihm gesehen. Wir waren schon nah miteinander, ja.
Das Abschiednehmen steht an, definitiv, auch für mich muss mal ein Schlussstrich darunter. Zumindest soweit, dass ich mich ohne Hemmungen wieder anderem widmen kann. Und da mich das in letzter Zeit so quält, kann ich mir auch vorstellen, dass es eine Erleichterung wäre, das Loslassen endlich zu schaffen. Es tut mir nicht mehr gut, wie ich mich an Vergangenes hänge.
Hallo Karla. Es hat nicht mal so viel mit dem Ego zu tun. Ich habe es so nie betrachtet, dass er sich damit 'gegen' mich entschieden hat. Klar, das bedeutet es - dass zwischen uns nichts mehr sein wird. Aber es war eine für mich logische Entwicklung, ich war nicht mal sonderlich überrascht, als er mir davon erzählt hat. Irgendwann musste es ja so sein, dass einer von uns jemandem begegnet, der real ist und da und mit dem man liebevolle Partnerschaft leben kann.
Ich kann nicht sagen, warum wir nie einen Schritt weiter versucht haben. Er wollte ja, ganz am Anfang, als ich noch frisch getrennt war und den Ex noch im Kopf hatte. Da wollte er viel und hat sich viel Mühe gegeben. Vielleicht wär es danach an mir gewesen. Keine Ahnung, warum ich keine der unzähligen Gelegenheiten genutzt habe. Ich bin mir dessen zu 100 % sicher, dass er auf eine Annäherung meinerseits eingegangen wäre und auch eine Beziehung mit mir eingegangen wäre, in den Zeiten wo er Single war. Aber auch er hat ja nie mehr den nächsten Schritt versucht. Ich weiß es nicht warum. Es sollte wohl nicht sein.
Ich versuch es, wirklichIch hab ja schon alles gelöscht, an Kontaktmöglichkeiten. Kein Facebook mehr, das einem die Person immer wieder in Erinnerung ruft. Nix mehr, und ich hab mir viel Mühe gegeben, mein Leben anderweitig so auszufüllen, dass ich ihn doch irgendwann mal vergessen muss. Dass das mal in den Hintergrund tritt. Mir ist nach Bindung, aber mit ihm, das ist doof, und ich hoffe ich kann dieses Gefühl bald los werden. Auf Eis legen ist dringend angesagt
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Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 38
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27.04.2015, 22:09
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Geändert von Cozy (27.04.2015 um 22:23 Uhr)
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27.04.2015, 22:48
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Meine Situation ist mit deiner natürlich nur bedingt vergleichbar, da ich den Menschen noch nicht näher kennenlernen konnte. Falls dich meine vermeintlichen telepathischen Erfahrungen in Bezug auf ihn interessieren, empfehle ich dir, meine Beiträge in dem Strang ab dem Post 1375 zu lesen. Wir haben es leider in den letzten vier Jahren auch nicht geschafft, über die Flirtphase hinauszukommen.
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28.04.2015, 00:21
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Liebe cozy,
habt Ihr jemals ein Gespräch darüber geführt, warum ihr kein Paar geworden seid? Vielleicht solltest Du ihn nochmal kontaktieren und ihm ganz ehrlich Deine Empfindungen beschreiben. Ich denke, darüber mal offen zu sprechen, würde Dir helfen und Klarheit bringen. Und wie hat er überhaupt auf Deinen Kontaktabbruch reagiert?
Viele Grüße,
AmeliaGeändert von Amelia (28.04.2015 um 00:29 Uhr)
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28.04.2015, 09:31
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Hi Cozy,
zunächst mal glaube ich, dass hier, bei dir, ganz banale psychologische Prinzipien greifen.
Wir alle unterliegen kognitiven Verzerrungen, beispielsweise wird die Aussicht auf einen (hypothetischen) Gewinn, der relativ hoch ist, sehr viel geringer bewertet (hinsichtlich einer qualitativen Ausprägung) als das Risiko eines (drohenden) Verlustes (der sich gegen den zu erwartenden Gewinn verhältnismäßig klein ausnimmt)- auf dieser so einfachen wie durchgängig bestätigten Theorie basieren sämtliche Systeme, vom einfachsten Kartenspiel bis zu Investitionsplänen in der Hochfinanz.
Wenn wir von hypothetischen zum halbwegs faktischen kommen, erhärtet sich dieser Trend noch.
Auf einer (Glücks)Skala gaben Versuchspersonen, die sich die konkrete Situation vorstellen sollten auf der Straße zehn euro, bzw. hundert euro zu finden, für beide Szenarien nahezu ähnliche Werte an.
Auf einer entsprechenden Frustskala lag das Verlieren von zehn euro schon weit über dem Wert der unverhofften hundert euro, bei verlorenen hundert euro schnellte der Ärger quasi durch die Decke.
Will heißen: solange der Mann für dich noch (gefühlt) jederzeit available war, war so ein in petto haben und jederzeit darauf zurückgreifen können schon recht schön.
Unproportional viel, viel schlimmer und dramatischer scheint es nun allerdings, dass sich diese Option jetzt offenbar unwiderbringlich in Luft aufgelöst hat.
Dass du das auch noch selbst vermasselt hast dürfte ein zusätzliches, erhebliches Ärgernis darstellen und deine Bewertung hinsichtlich seiner Bedeutsamkeit zusätzlich verklären und hochgradig verschärfen.
"Man weiß erst, was man hatte wenn es weg ist" bedeutet unter psychologichen Gesichtspunkten also eine unverhältnismäßige Überbetonung von verlorenen, vormals sicher gelaubten zehn euro, die sich jetzt wie tausend euro anfühlen, mindestens, und die man grade jetzt ganz dringend gebrauchen könnte--- und dazu war man auch noch soohohooo blöd
Zu deiner immer wieder gestellten, mittlerweile rhetorisch anmutenden Frage:
ja, aber WARUM kann ich ihn nicht vergessen!!???
Nun, ich wette du wirst solange weiter fragen, bis hier endlich einer das antwortet, was du wirklich hören willst-
nämlich dass es dann wohl doch Liebe sein muss.
Im Sinne eines against-all-odds füreinander bestimmt seins, weil er halt tatsächlich für dich DER EINE ist und da Mächte im Spiel sind, die sich deiner Einflussnahme entziehen, der Stoff aus dem die ganz großen Storys sind, also so richtig pilchermäßig ;)
Bis das nicht kommt und du dich da drin bestätigt siehst, was du ohnehin favorisierst und annehmen willst, wirst du allen anderen Hypothesen zwar eingeschränkt zustimmen, klingt ja auch alles plausibel, aber so richtig JA sagst du doch eh erst, wenn DAS kommt, hab ich recht??
Leider schließe ich mich aber auch den anderen Pragmatikern hier an- eine derart persistierende, unstillbare Sehnsucht- und warum man sie nährt und eigentlich auch gar nicht Abschied nehmen WILL- hat meist ganz ganz viel mit einem selbst, der Lust am Leiden, mit den eigenen, höchstpersönlichen Gewohnheiten, unerfüllten Träumen, unerlösten Geschichten, verklärten Idealen, unbewussten Problemen, der Angst etwas großes aufzugeben, zu verraten, et pp.,
und erstaunlich wenig mit dem Gegenüber zu tun.
Allerhöchstens mit dem was er verkörpert- aber die andere Person, der wirkliche Mensch in seinem eigentlichen Sein, ist damit beklagenswert wenig gemeint.
LG
Geändert von Spooks (28.04.2015 um 09:53 Uhr) Grund: Tipp-ex
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28.04.2015, 10:43
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
das könnt ich mir vorstellen!
bin ähnlich wie du, cosy, und mag abschiede, so richtige, überhaupt nicht leiden.
bei mir ist es die angst vor veränderung, vor dem sich-einlassen auf neues und damit also im grunde "nur" eine persönliche in-stabilität, die mich an altem festhalten lässt
- denn wenn sich die hände nicht an irgendetwas starkem (zB eine starken mechanismus) festhalten können,
man freihändig steht,
müssen die füße echt geerdet sein...
aber ich merke, dass das loslassen in einem unglaublich langsamen tempo (schneckentempo ist nichts dagegen) DOCH fortschritte macht,
obwohl ich jahrelang nicht vorwärts kam.
von ganz alleine, vielleicht, weil einfach nun die richtige zeit dafür ist.
kann dir das mut machen? einen fingerhut voll?
liebe grüße
kaffeewasserDas Leben ist schön.
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28.04.2015, 11:38
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Hallo Spooks, danke für deine ausführliche Antwort und deine Mühe. Ich habe grade beim Lesen oft genickt. Glaube diesen Mechanismus hast du ziemlich ins Schwarze getroffen. So muss es ja sein - all die Jahre war er quasi immer wieder verfügbar, da war auch eine Art 'Liebe' da, aber so groß war die Dringlichkeit wohl nicht, sonst hätte ich mal was unternommen. Nun, wo es/er für mich 'verloren' ist, scheint es für mich auf einmal ein riesiger Verlust. Ja, die eigene Dummheit, dass man es selber verbockt hat, macht es nicht besser.
'Man weiß erst, was man hatte, wenn es weg ist', und wie du diesen Satz erklärt hast, trifft es wohl tatsächlich.
Danke dir, das hilft vielleicht ein wenig wieder die Verhältnisse gedanklich grade zu rücken.
Hierzu allerdings:
Um Gottes Willen, nein!
Ob du mir das nun glaubst oder nicht - das ist so mit das letzte was ich hören will. Das (dass er meine große Liebe ist) redet mir mein Kopf ohnehin schon die ganze Zeit ein. Was ich will, ist gegensteuern. Mich noch in meinem Gefühl für ihn zu 'pushen' würde mir sicher nicht helfen. Die ganze Sache fühlt sich mittlerweile echt blöd an. Was hätte ich davon, mich noch mehr reinzusteigern? Gar nichts. Er ist und bleibt vergeben und damit für mich eh jetzt tabu. Das würde es für mich erst recht schwer machen. Ich möchte dieses Festhalten ja eben beenden, nicht noch vertiefen und mich darin bestätigt fühlen.
Was ich eigentlich möchte ist, zu verstehen warum mir gerade dieser Abschied so schwer fällt und bisher nicht gelingen will, wo ich doch schon so manch andere Verluste im Leben hatte, die viel härter waren. Oder, auch ohne es zu verstehen, das Loslassen schaffen und weitermachen mit meinem Leben, ohne mich von Altem so besetzt und gebremst zu fühlen.
Hallo kaffeewasser. Danke dir. Ja, das macht Mut.
Auch die langsamen unter uns kommen irgendwann ans Ziel
Ich hoffe, dass ich vielleicht auch schon dabei bin, ihn loszulassen, nur eben sehr langsam und es dauert noch ein Weilchen. Irgendwann muss ja auch mal gut sein...
Was du schreibst über die Angst vor Veränderungen und dem darausfolgenden 'Festhalten'... Ich kann das gut nachvollziehen, dachte aber bisher nicht, dass ich damit Schwierigkeiten hätte. Ich hatte eher wenig Konstanz im Leben, von der Kindheit bis zum Erwachsenendasein, habe auch beruflich eine lange Zeit bewusst nicht auf Sicherheit, Stabilität, Konstanz gesetzt, sondern mich auf immer wieder Neues eingelassen. Damit kamen auch immer wieder neue Menschen in mein Leben und haben es wieder verlassen. Ich konnte damit ganz gut umgehen.
Vielleicht grade deshalb, weil er eine der wenigen Konstanten war, fällt's mir nun so schwer. Vielleicht vermisse ich ihn auch hauptsächlich als Freund/Wegbegleiter und habe das nur emotional irgendwie verdreht sodass ich jetzt denke er wäre DER Partner für mich gewesen...
Hallo liebestoll, danke dir. Habe festgestellt, der Strang ist doch recht lang schon
Dann werde ich dort mal anfangen zu lesen!
Wobei ich zugeben muss, dass ich der Esoterik eher nicht so zugewandt bin... Aber deine Erfahrungen interessieren mich dennoch.
Hallo Amelia. Über so ein Gespräch hatte ich eine Weile lang auch nachgedacht. Einfach um auch mal zu wissen, warum er es nie wieder versucht hat. Obwohl ja offensichtlich Anziehung zwischen uns da war. Ich hatte dann nur Angst, dass so ein Gespräch, nun wo er vergeben ist, irgendwie komisch ankommen könnte. Möchte mich in keine bestehende Beziehung drängen. Also, nicht dass ich denke ich hätte da überhaupt Chancen. Aber ich möchte bei ihm auch nicht den Eindruck machen, als gönne ich ihm die Beziehung nicht oder so. Glaube dass das bei so einem Gespräch schnell falsch ankommen könnte.
Das war eine ziemlich harte Nuss, er hat es dann aber glaube ich irgendwann verstanden - ohne dass ich es direkt ausgesprochen hätte - dass es nun, wo er in einer wirklich FESTEN Partnerschaft ist, für mich mit dem Kontakt schwierig ist. Es war ja auch schon immer so gewesen, dass wir uns in Zeiten, in denen wir jemand anders hatten, schon ein wenig mehr zurück gezogen haben voneinander, als wenn wir beide Single waren. Deshalb hat es ihn wohl anfänglich nicht gewundert, als ich den Kontakt eingeschränkt hab. Dann irgendwann, als gar nix mehr von mir kam, und ich ihn auch bei Facebook gelöscht hatte etc., hat er sich noch mehrfach gemeldet, telefonisch vor allem. Er hat schon versucht den Kontakt auf freundschaftlicher Ebene zu halten. Direkt darüber geredet haben wir aber nie. Ich hab es einfach immer wieder auslaufen lassen, nicht zurück gerufen, etc. Nicht die feine Art, weiß ich. Schon gar nicht nach so langer gemeinsamer Geschichte. Allerdings fiel es mir schwer, ihm das zu begründen. Ich will jetzt nicht, dass er denkt, er hätte mir das Herz gebrochen oder sowas. Oder dass ich ihm seine Beziehung nicht gönne. Alle Begründungen hätten irgendwie dazu geführt, dass ich ihm hätte erklären müssen, dass ich mir doch auch mehr gewünscht hätte mit ihm und traurig bin, dass es nie dazu kam, und dass ich den Kontakt abbrechen muss, um ihn zu vergessen. Das fand ich too much, jemandem gegenüber der in einer Beziehung ist. Es ist ja mein Kram. Und alles andere wäre unehrlich gewesen. Also hab ich ihm das nicht weiter begründet.
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28.04.2015, 12:16
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28.04.2015, 12:31
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Hallo Cozy,
deine Geschichte kommt mir bekannt vor. Ich habe etwas sehr ähnliches erlebt, nur 4 Jahre früher. Mit 16 kennengelernt, von der ersten Minute an davon überzeugt gewesen, dass das was ganz besonderes ist, was es dann auch war und blieb, für 10 Jahre. Nie zusammen gewesen, weil ich beim Kennenlernen in einer eigentlich glücklichen Beziehung war (zumindest aus damaliger Sicht) und danach unser Timing immer mies war. Emotional ist es bis heute das intensivste, was ich bisher erlebt habe, vermutlich weil wir immer wussten, dass der andere es auch empfindet, es aber nie ausleben konnten.
Klar gab es Unterschiede - wir waren immer eng befreundet, haben immer wieder mal klar ausgesprochen, was wir empfinden, was wir wollen, DASS wir wollen, aber immer dann, wenn der andere grade jemand anderen hatte, mit dem er glücklich war.
Ich will damit auch gar nicht so sehr auf die Mechanismen hinaus, die dahinterlagen, sondern mehr auf das Ende des Ganzen. Vielleicht hilft es dir weiter.
Ich habe nach ziemlich genau 10 Jahren den Kontakt zu ihm komplett abgebrochen. Weil ich gemerkt habe, dass es mich einschränkt, emotional, weil ich mir in dieser Situation gefangen vorkam.
Ungefähr ein Jahr habe ich getrauert. Habe ich so sehr vermisst, dass es wehtat, bin heulend aufgewacht, weil ich von ihm geträumt hab und im Traum alles gut war. Hab das Flattern gespürt, wenn ich an ihn gedacht hab, bin nervös geworden, wenn ich an Orten vorbeigelaufen bin, an denen er hätte sein können. Erst dann fing es langsam an, besser zu werden. 10 Jahre (unterdrückte) Gefühle kann man nicht einfach so abschütteln. Man muss trauern können. Immerhin ist jemand wirklich wichtiges aus deinem Leben verschwunden. Ist ja wie ein kleiner Tod: Du weisst, dass er noch irgendwo auf dieser Welt ist und lebt, aber er ist nicht mehr in deiner Welt.
Das zweite Jahr war sehr viel besser, ich habe so viel weniger geträumt und vermisst, ich hab mich gelöst, hab mich frei und richtig ungebunden gefühlt. Ich hab mich gründlich von ihm "gereinigt" und mich selbst ohne ihn entdeckt. Klingt komisch, aber ich kann es nicht besser beschreiben. Er war ja quasi mein ganzes Erwachsenenleben da, er hat mein ganzes "Liebesleben" irgendwie begleitet, stand immer im Hintergrund auf einem Podest. Es hat mir sehr gut getan, ihn dort langsam verblassen lassen zu können, bis er tatsächlich verschwunden ist.
Will sagen: Gib dir noch ein bisschen Zeit. Dränge dich nicht dazu, ihn zu vergessen. Es ist nicht aussichtlos, es braucht vielleicht nur ein bisschen mehr Zeit, als du erwartest. Aber: Es lohnt sich ^^
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29.04.2015, 08:17
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Liebe Cozy,
jetzt will ich auch noch meinen Senft dazugeben
Mein Gefühl sagt mir eher, dass Du in Deinem Leben schon einige ziemliche Verluste hinzunehmen hattest, ich sage bewusst NICHT, zu verkraften hattest, denn hier meine ich, dass Du das "noch" nicht hast oder konntest - und ist ja auch kein Wunder.
Kein "Familienmitglied lebt mehr" - sagst Du - Familie, auch wenn sie oft schwierig sind, vermitteln doch Halt, Stabilität, Geborgenheit, man weiß, wo man hingehört, Menschen, die einen von Anfang an begleiteten und trugen usw. usf.
Ein Gefühl von, hier gehöre ich hin, da bin ich zuhause, hier ist mein Platz, hier werde ich geliebt, hier ist meine Heimat.
Ich glaube, dieses Gefühls wurdest Du komplett beraubt.
Ich denke über die Jahre und verschiedenen ziemlich schmerzhaften Verluste baute sich ein Gefühl auf von "wo gehöre ich nun eigentlich hin?, wer liebt mich noch?, wo ist mein Platz im Leben?, wo finde ich meine Geborgenheit?, wo sind mein Halt und meine Heimat? Mit womöglich einer spürbaren Leere in Dir.
Ich denke, dass Dein "Jugendfreund" einfach der letzte war der über die schon seit Jahren sehr wackelige Brücke drüber gegangen ist (sprich: er ist nun auch "weg" - wegen neuer Partnerin) und nun zum Einstürzen gebracht hat.
Ich glaube gar nicht, dass ER der alleinige und komplette Grund für Deine jetzigen quälenden Empfindungen ist, sondern das ganze miese Abschiednehmen in Deinen letzten Jahren.
Könnte das so sein?
Liebe Grüße vom Petersilchen
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29.04.2015, 19:25
AW: In einer aussichtslosen Liebe feststecken
Hallo, Viera.
DANKE!
Deine Antwort hilft mir grade sehr. Deine Geschichte klingt wirklich sehr ähnlich. Und es macht Mut zu hören, dass du da mit etwas Zeit gut raus gekommen bist, es nach und nach hinter dir lassen konntest. Das macht mir wirklich Hoffnung, dass bei mir auch noch der Zeitpunkt kommt, an dem ich merke, dass ich loslasse.
Hallo Petersilie. Ich dachte auch schon so in die Richtung - dass er vielleicht bei all den Verlustsituationen in den letzten Jahren eben eine der wenigen Bezugspersonen für mich blieb, jemand der mich länger begleitet hat und mir Halt gab. Ich dachte eigentlich, dass ich die Verluste gut verschmerzt hätte, ich habe auch getrauert und mir Zeit gelassen, es zu verarbeiten. Aber wer weiß, ob da nicht alter Schmerz hoch kommt.
Also, hierzu muss ich sagen - das alles war meine Ursprungsfamilie nicht für mich. Ich bin größtenteils im Heim aufgewachsen und habe erst als Erwachsene Kontakt zur leiblichen Familie hergestellt. Daher habe ich keineswegs diese enge Familienbindung mit ihnen gehabt. Klar, bedeutet es was, es sind Blutsverwandte. Und der Tod meiner leiblichen Schwester ging mir doch sehr nah. Auch von den Eltern, als die innerhalb von 2 Jahren beide nach schwerer Krankheit verstorben sind. Es war nicht so leicht. Aber es war auch nicht so, dass ich meine FAMILIE - mit der emotionalen Bedeutung einer Familie, wie du es beschreibst - verloren hätte. Sowas waren sie nie für mich.
Deshalb sind diese Verluste zwar da gewesen, aber nicht so gravierend wie es für jemanden in einer richtigen Familienkonstellation wäre.
Ich denke deshalb eher nicht, dass mir der Verlust meiner Ursprungsfamilie irgendwie Halt weggenommen hat oder Geborgenheit, denn das haben sie für mich nicht verkörpert.
Trotzdem sind es natürlich schlimme Abschiede gewesen und vielleicht hängt da was nach, oder die Situation jetzt hat auch alten Schmerz wieder aufgebrochen, weiß es nicht...
Was stell ich dann aber jetzt damit an?



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