Hm, mir fällt gerade auf, dass man vielleicht erst mal definieren muss, was Scheitern ist. Scheitern ist für mich nicht, dass man mal eine Prüfung versemmelt oder irgendwo versagt, sondern eher der Punkt, an dem man sich bei etwas, das einem sehr wichtig ist, eingestehen muss, dass dieses Ziel definitiv nicht mehr erreichbar ist und dass man auch nicht fertig ausgebreitet einen Plan B sofort in der Tasche hat. Von daher stellt sich tatsächlich die Frage, ob jasmintee die Kraft aufbringt, noch einen weiteren Anlauf zu starten. Dann würde ich das Ganze unter Rückschlag verbuchen, was sicher auch erst mal blöd ist, aber weitaus eher sortierbar als ein "das wird nix mehr."
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 35
-
24.04.2015, 11:40
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
-
24.04.2015, 12:04
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
Ich habe ein Hobby und die Mülltonne ist regelmäßig voll mit meinen gescheiterten Experimenten. Da steckt oft sehr viel Zeit drin. Mitunter muss ich das dann (sehr) lange sacken lassen und mag das Dilemma überhaupt nicht anschauen.
Aber irgendwann versuche ich es wieder. Weil ich es auch einfach wissen will. Getreu dem Motto: Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)
Aber irgendwann bin ich wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Das sind dann richtig große Momente, gerade weil es mir nicht in den Schoß gefallen ist.
Der ist noch gut (es gibt jede Menge Zitate zum Scheiter, es scheint schon viele beschäftigt zu haben
)
"Angst vor dem Scheitern macht dich garantiert kaputt. Du gehst immer brav die Straße entlang, du riskierst nie etwas, du biegst nie in die kleinen Seitenstraßen ein, die du siehst, denn du sagst dir: Verlockend sieht es ja aus, aber ich kenne diese Straße nicht. Ich bleibe lieber hier und laufe schön geradeaus weiter." Jack Lemmon (1925-2001), amerikanischer Schauspieler
Oh je, jetzt bin ich angefixt:
"Der Profi macht nur neue Fehler. Der Dummkopf wiederholt seine Fehler. Der Faule und der Feige machen keine Fehler." Oscar Wilde (1854-1900), irischer Schriftsteller und Dandy. Seine angeblich letzten Worte auf dem Sterbebett: "Entweder geht diese scheußliche Tapete - oder ich."Geändert von Sprachlos (24.04.2015 um 12:11 Uhr)
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
-
24.04.2015, 12:11Inaktiver User
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
Liebe TE,
ich habe nach langer akademischer und praktischer Ausbildung meine allerletzte Prüfung erstklassig verkackt, ebenso im Wiederholungsdurchgang.
Und nu?
Für meine Herkunftsfamilie bin ich dadurch zum Totalversager mutiert, alle in dieser Familie haben Qualifikation X, nur merav ist zu dumm für alles.
In Wirklichkeit ist es aber folgendermaßen ausgegangen:
Ich bin in mich gegangen und habe mich und meine Seele/Persönlichkeit erforscht, unter anderem Jahre ich eine lange Reise (kein Urlaub, sondern Reise im goetheschen Sinne) gemacht. Dabei habe ich herausgefunden, daß ich die, im Grunde von Anfang an ungeliebte, Ausbildung nur aufgenommen habe, um in meiner verkorksten Familie irgendwie angenommen zu werden (weitere unschöne Details ersparen ich Dir). Hat/Hätte so oder so nicht geklappt. Hätte ich noch mit magna cum laude promoviert, wäre es auch falsch gewesen, weil promovierte Frauen ja eh *%&@+℅¢* ( ersetzbar durch beliebiges misogynes Schimpfwort) sind.
Von der akademischen Anforderung her kam ich locker und gut mit dem Fach hin, in der praktischen Zeit habe ich ganz normal im angestrebten Beruf gearbeitet, aber die Schlußprüfung hab ich nicht geschafft.
Heute weiß ich, das ich es insgeheim nicht schaffen wollte; das "Scheitern" war mein Ausstieg aus diesem Teufelskreis.
Ich habe meinen Frieden mit der guten Ausbildung gemacht, bin "Quer-Aussteigerin" und kann meine Ausbildung immer als Basis und Polster für mein selbst gefundenes Berufsbild nutzen, es ist keine vertane Zeit gewesen.
Mit meiner verkorksten Familie habe ich gebrochen, die Beste Entscheidung meines Lebens.
Bis ich das alles so klar sehen konnte und mir selbst geglaubt habe, daß ich mir nix schön rede, hat es viele Tränen und gute Gespräche mit vielen sehr unterschiedlichen Menschen gebraucht. Jetzt bin ich mit mir im Reinen und gut angekommen.
Dir, liebe TE, wünsche ich die richtigen Erkenntnisse über Dich ( die bestimmt völlig anders als meine sind!!!)! Hiermit wirst Du Deinen eigenen Weg machen.Geändert von Inaktiver User (24.04.2015 um 12:21 Uhr)
-
24.04.2015, 13:08
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
Stimmt wohl.
In so einem Fall würde ich nach einem neuen Weg suchen für mich, sofern ich dazu überhaupt noch die Kraft aufbringen könnte.
Ich selber bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, wo ich keine neuen Ziele mehr finden und haben möchte. Ich möchte lernen, mich nun endlich auch mal zurück lehnen zu können und das Erreichte dann auch genießen zu können. Das ist erst schwer! Vor allem, wenn man immerzu irgendwelche Ziele verfolgt hat jahrzehntelang. Ich komme nicht mehr zur Ruhe. Ist ja aber hier nicht Thema
Ich weiß allerdings nicht, wie es der TE geht. Wenn sie damit für sich klar kommt, dass sie im Unternehmen ggf. nicht weiterkommt deswegen ... Aber so wird es bestimmt nicht sein, oder?Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
-
24.04.2015, 13:30
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
@ wilhelma:

VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
-
24.04.2015, 13:34Inaktiver User
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
@VanDyck



Merci!
-
24.04.2015, 14:33
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
Danke für Eure Antworten

mh, momentan kann ich daran noch nicht erkennen welchen Nutzen ich aus dem Scheitern ziehen könnte :-/
ich bin ja sonst ehern jemand die für sich das Gefühl hat, alles war für irgendetwas richtig/wichtig ... rückblickend empfinde ich meinen Lebensweg und die einzelnen Puzzelteile die er enthält als passend, aber dieses hinfallen jetzt kommt mir vor wie ein Pickel auf seidenglatter Haut, wie ein schwarzes Schaf unter lauter weißen ...
Bisher hatte ich immer dann auch das Gefühl die Scheiternseite ist kleiner als die Erfolgsseite ... aber jetzt kommt da so ein dicker Brocken dazu und die Erfolglosseite wiegt schwerer :-/
Ich denke schon das ich es nochmal versuchen werde, aber momentan bin ich geknickt und stelle natürlich die Sinnfrage.
-
24.04.2015, 14:36Inaktiver User
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
Warum bist du denn gescheitert?
-
24.04.2015, 14:37
-
24.04.2015, 15:08Inaktiver User
AW: Scheitern und/oder erfolgreich sein
Es ist nicht gesagt, dass alle anderen deswegen besser sind als Du. Das wäre erst noch zu beweisen und ja Scheitern gehört zum Leben, letztendlich sogar der Tod und Abschiede dazwischen.
Deine Familie darf denken, was sie will. Letztendlich kannst Du Dich nicht für sie qualifizieren. Wer soll das überhaupt sein? Du bist fast 40 und erwachsen. Lied sozusagen zum Trost. Vielleicht findest Du ja ein etwas anderes Verständnis für den Text. Immerhin.
Und machst einfach weiter und ja, vielleicht findest Du in etwas anderem die Erfüllung oder auch nicht. Wer weiß das schon.



Zitieren


