Das unterschreibe ich so nicht.
Fina ist kein Opfer! Sie steckt in einem schrecklichen Liebeskummer. Der lähmt.
Sie kennt ihre Muster, die aus der Kindheit resultieren. Sie kann bewusst dagegen steuern, sie ist ja klug genug, muss sich nicht ein Leben lang von ihren Gefühlen an der Nase rum führen lassen.
Liebeskummer kann Jahre andauern. Geduld ist das, was nun am wichtigsten ist. Dieses Bewusstsein darum muss sie aufbauen und sich auf Wege begeben, die den Schmerz lindern - nach und nach.
Ich würde u.a. raten, mal einen dieser doch akzeptablen Männer in Ruhe kennen zu lernen, möglichst eine Freundschaft mit so einem aufzubauen und ganz sanft und langsam auf andere Gedanken kommen, gemeinsam schöne Dinge unternehmen und erleben. Das muss der Mann mitmachen. Also ist es wichtig, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen. Aber das scheint Fina ja nicht schwer zu fallen.
Auch Hobbys können helfen. Mal was ganz Neues ausprobieren vllt. Ablenkung ist schon sehr wichtig. Mir hilft es z.B., wenn ich schon traurig bin, richtig weinen zu können, alles raus zu lassen. Dabei hilft es mir, wenn ich selber melancholische Musik spiele - wunderschön herzzerreißend. Ich fühle mich dann erleichtert. Aber da ist ja jede anders. Ganz gegensätzlich, hilft mir aber auch: Lustige Filme schauen und bewusst laut lachen dabei.![]()
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Thema: Wie weiter?
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26.04.2015, 12:36
AW: Wie weiter?
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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26.04.2015, 12:41
AW: Wie weiter?
Du kannst davon ausgehen, dass ich die Situation kenne. Gerade WEIL ich weiß, dass es eben keine Garantien gibt, dass ein Kind von der Wiege bis zum Erwachsenenalter mit beiden Elternteilen aufwachsen kann, würde ich diese Option in Betracht ziehen.
Aber: Es ist und bleibt EINE Option.
Die natürlich - wie alle anderen Lösungsvorschläge, die bis jetzt von verschiedenen Usern gemacht wurden - nicht zwangsläufig umgesetzt werden muss.
Vielleicht nimmt diese Sichtweise nur den Druck raus, das wäre auch schon mal ein Gewinn.
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26.04.2015, 12:48Inaktiver User
AW: Wie weiter?
Ich habe nirgends geschrieben, dass ich fina als Opfer sehe. Ich weiß allerdings um die Prozesse und die Zeit, die es braucht, um sich aus Mustern zu lösen, die tief eingegraben sind.
Es geht dabei nicht darum, sich von Gefühlen an 'der Nase herumführen' zu lassen und das mal eben - dank des Intellekts - sein zu lassen. Wenn es so einfach wäre, würden wir weniger anstatt mehr Therapeuten benötigen.
Dieser Prozess kann trotzdem natürlich davon begleitet werden, sich im Außen auch für neue Erfahrungen zu öffnen. Und nicht zu Hause zu versauern und nur in der Bri zu surfen
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26.04.2015, 12:51Inaktiver User
AW: Wie weiter?
Da ich die Situation ebenfalls kenne, mich aber von der grundsätzlichen emotionalen Disposition eher an fina erinnert fühle, wäre das niemals eine wirklich Option. Wirklich auch schon alleine um des Kindes Wohl willen. Aber ich gebe dir dazu Recht:
Die natürlich - wie alle anderen Lösungsvorschläge, die bis jetzt von verschiedenen Usern gemacht wurden - nicht zwangsläufig umgesetzt werden muss.
Vielleicht nimmt diese Sichtweise nur den Druck raus, das wäre auch schon mal ein Gewinn.[/QUOTE]
Und vielleicht noch eines: ich glaube weiterhin nicht, dass es hier darum gehen kann, eine 'Lösung' zu finden, auch wenn sich etwas lösen darf.
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26.04.2015, 13:17
AW: Wie weiter?
Ich habe eine Freundin, die mit Mitte 50 noch auf ihrer Kindheit rum reitet. Ehrlich, das könnte ich auch. Ich frage sie oft, warum sie nicht ändert, was sie schon seit 30 Jahren so genau weiß? Ich frage z.B. "Warum feierst du mit Leuten, die du so kritisierst seit etlichen Jahren, deinen Geburtstag und verbringst die für dich wichtigsten Tage im Jahr mit denen?" Die Antwort: "Ich will, dass die endlich sehen, wie ich wirklich bin ..." Ja klar, ICH WILL!! Das ist das eigentliche Kindheitsmuster, was falsch ist und was abgelegt werden darf, wenn man wirklich will, dass es einem gut geht. Denn strampeln hilft nicht.
Wenn ich das hier alles richtig verstanden habe, was Fina über ihre Entwicklung diesbezüglich schrieb, dann hat sie intensive Therapien hinter sich (vor 10 Jahren). Kann sein, dass ich es reindichte.
In der Therapie lassen sich Kindheitsmuster so aufdecken, dass sie einen nicht mehr belasten. Eine neue Freiheit entsteht, es kann los gelassen werden. Die Eltern können ihr Handeln nicht rückgängig machen. Entweder ist man in der Lage zu verzeihen oder man wendet sich ganz ab von denen. (Wut hilft dabei auf jeden Fall.) Aber es ist feige, sich ein Leben lang darauf zurück ziehen zu wollen. Und es hilft einem nicht weiter.
Meine Eltern sind Vertriebene. Ich habe mich mit diesen Schicksalen befassen können und ich weiß, dass sie selber über Vieles hinweg kommen mussten. Ich bin kein Wunschkind. Und ich weiß, dass meine Mutter nicht wählen konnte, ich bin ihr wirklich passiert. Das Leben will, dass ich es annehme. Und das ist für mich schon immer die größte Herausforderung.
Trotzdem: Therapien sind nicht die Lösung. Sie können nur unterstützen. Immer wieder gibt es Rückschläge, die man mit dem dort erfahrenen Wissen beheben kann. Aber von einer Therapie in die nächste zu steuern, sehe ich nicht als sinnvoll an.
Das Diskutieren hier halte ich auch für hilfreich. Es ist erstmal weniger anstrengend und man hat direkt jemanden zum Reden. Gerade, wenn Freunde und Bekannte nicht greifbar sind. Versauern ist was anderes, würde ich meinen.Geändert von animosa (26.04.2015 um 13:23 Uhr)
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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26.04.2015, 13:27
AW: Wie weiter?
Das glaube ich allerdings auch.
Den Druck kann man sicher nicht einfach herausnehmen, der weicht mit der Zeit von selbst, wenn man sich weiterentwickelt. Wenn. Das beginnt damit, wenn man sein Denken auflockert, anfängt, umzudenken. Erst viel später kommt dann das Umfühlen, wodurch der Druck nachlässt.
Dieser Denk-Krampf, den ich hier bei fina beim Lesen ihrer Antworten intensiv spüren kann, der wird wohl nur mit zeitlichem Abstand nachlassen. Im Moment jedenfalls scheint kaum etwas von uns hier zu ihr innerlich vorzudringen, habe ich den Eindruck, das eine geänderte innere Haltung und Gedanken fordert. Aber vielleicht gehen die Worte von hier später noch auf.
Geduld ist nach so einem Beziehungsende leider am allermeisten gefragt.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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26.04.2015, 14:06Inaktiver User
AW: Wie weiter?
Ein schöner Beitrag, Einzelne, den ich unterschreiben möchte.
Liebe Animosa, ich würde behaupten wollen, nicht jeder Mensch ist gleich. Mir sind zuviele Verallgemeinerungen und Generalisierungen in deinen Posts. Es ist mir zu absolutistisch, was du beschreibst.
Es ist eben nicht unbedingt so, dass nach einer Therapie alles heile ist ;-). Der Mensch ist vielschichtig, wir gehen weiter, machen neue Erfahrungen, dadurch bekommen noch einmal andere Segmente Platz. Es gibt keinen Knopf, der direkt umschaltbar wäre.
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26.04.2015, 15:03
AW: Wie weiter?
Einen Knopf, der einfach umschaltbar ist, gibt es nicht. Genau das möchte ich auch aussagen.
Hier in Finas Fall hilft Geduld weiter. Das schrieb ich ja schon öfter.
Sie wird nicht weiter kommen mit "ICH WILL ABER".
Ich meine auch nicht, dass jeder Mensch gleich ist, kann nur Beispiele von mir und Bekannten geben. Es ist aber nur dann möglich, auf ein Einzelschicksal richtig einzugehen, wenn man den Menschen auch gut kennt. Ansonsten kann von hier aus nur oberflächlich geraten werden und ggf. liegt man daneben.
Ich habe nun gerade eine Freundin, die genauso hadert mit ihrem Leben, den Partner für´s Leben nicht findet. Aber sie sagt im 4-Augen-Gespräch, dass sie sich ihr Leben absichtlich so gestaltet hat. Es ist auffällig, dass sie dabei auch einiges ausblendet. Und das kann man nur erkennen, wenn man den Menschen lange genug kennt, zwischen den Zeilen lesen gelernt hat und es kam auch zum Vorschein, wenn sie auf Antworten aus Wut plötzlich mit Infos rausplatzte, die sie absichtlich vorher zurück hielt. Niemand kann helfen, wenn er nur die halbe Geschichte kennt. Und es nützt auch nichts, ins selbe Horn zu blasen.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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26.04.2015, 15:13
AW: Wie weiter?
Das ist das altbekannte Problem, wenn zwei konträre Sichtweisen aufeinanderstoßen:
Lösungsorientierung versus Problemorientierung.
Wenn eine Lösungsmöglichkeit aufgezeigt wird, fühlt sich die Problemorientierung ihrer Grundlage entzogen, das kann nicht funktionieren.
Da ich allerdings eher ein Anhänger der Lösungsorientierung bin, werde ich, soweit die TE das möchte, mich hier zurückziehen, damit weiterhin der Schwerpunkt der Analyse auf den Problemen liegen kann.
Meins wärs nicht, das gebe ich zu. Ich würde wahnsinnig werden, wenn ich ewig nur in den Problemen herumstochern dürfte, statt mich auf eine Lösung stürzen zu dürfen. Mich würde das zusätzlich runterziehen statt aufbauen.
Aber Menschen ticken verschieden, ich weiß.
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26.04.2015, 15:19




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